«Nur noch Deppen in den Bergen»Unbekannte hinterlassen Bilder der Verwüstung – Hüttenwarte entsetzt
Lea Oetiker
11.12.2025
Auch Fenster wurden in der Stüdlhütte eingeschlagen.
Screenshot Instagram
Unbekannte haben erneut den Winterraum der Stüdlhütte am Grossglockner auf 2802 Meter verwüstet. Die Hüttenwarte und der Alpenverein zeigen sich bestürzt über die mutwillige Zerstörung.
Unbekannte haben den Winterraum der Stüdlhütte am Grossglockner mutwillig verwüstet, Fenster eingeschlagen, die Tür beschädigt und grosse Mengen Müll hinterlassen.
Die Hüttenwarte Veronika und Matteo Bachmann sowie der Alpenverein zeigen sich entsetzt über die Zerstörung und die damit verbundenen hohen Kosten.
In den sozialen Medien reagieren viele Nutzerinnen und Nutzer mit Empörung und Unverständnis über den respektlosen Umgang mit der alpinen Infrastruktur.
«Unser Winterraum wurde erneut mutwillig zerstört», schreiben die Hüttenwarte Veronika und Matteo Bachmann auf Instagram. Sie betreiben die Stüdlhütte auf 2802 Metern Höhe am Grossglockner, dem höchsten Berg Österreichs.
Fenster seien eingeschlagen, die Tür beschädigt, Elektronik zerstört und grosse Mengen Müll zurückgelassen worden. Dazu veröffentlichten die Bachmanns mehrere Fotos, die das Ausmass der Verwüstung zeigen. Die Bergsteigerunterkunft dient als Notraum für Wander*innen.
«Jede Beschädigung verursacht enorme Kosten, die aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert werden müssen», heisst es im Beitrag weiter. «Das fehlt dann bei Renovierungsmassnahmen für Hütten, Unterhalt der Wege und anderen Angeboten für alle Bergfreunde», so die Hüttenwarte weiter.
Die Bilder der Verwüstung haben in den sozialen Medien für Empörung gesorgt. Aus den Beiträgen sprechen Wut und Unverständnis: «Nur noch Deppen in den Bergen», kommentiert ein Nutzer knapp. Ein anderer schreibt: «Was ist los mit den Menschen? Verpisst euch aus unseren Bergen, wenn ihr keinen Respekt vor der Natur und den Hütten habt.» Und ein weiterer fragt fassungslos: «Wie verbittert muss man unterwegs gewesen sein, dass man auf so etwas überhaupt noch Lust hat?»
Auch der Alpenverein München & Oberland zeigt sich bestürzt über den Vorfall. In einer Stellungnahme heisst es: «Seit 2020/21 ist der Winterraum nur noch als Notunterkunft geöffnet – damals beschädigte eine Explosion durch ein offenes Feuer das Dach.» Winterräume stehen Alpinist*innen auch dann offen, wenn eine Berghütte geschlossen ist.
Weiter schreibt der Verein: «Winterräume sind wertvolle Rückzugsorte und ein wichtiger Bestandteil unserer alpinen Infrastruktur. Ihr Erhalt ist arbeits- und kostenintensiv – jede Beschädigung verursacht hohe Zusatzkosten.»
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