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Die Gloria-Standseilbahn ist weltberühmt.
Wikimedia Commons
Der Elevador da Glória zählt zu den bekanntesten Verkehrsmitteln Lissabons. Seit 1885 verbindet er das Stadtzentrum mit dem Bairro Alto – heute ist er zugleich Teil des ÖV-Netzes und geschütztes Kulturerbe.
Bei der Entgleisung der Glória-Standseilbahn in Lissabon sind am Mittwochabend nach übereinstimmenden Medienberichten mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Wie der Nachrichtensender «SIC Notícias» und weitere portugiesische Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte meldeten, ereignete sich der Unfall aus bislang ungeklärter Ursache im Zentrum der Hauptstadt.
Die Glória-Standseilbahn gehört seit mehr als 130 Jahren zum Stadtbild von Lissabon. Sie verbindet die Praça dos Restauradores am Rand der Innenstadt mit dem Aussichtspunkt São Pedro de Alcântara im Bairro Alto. Auf einer Länge von 275 Metern überwindet sie fast 50 Höhenmeter – ein Abschnitt, der zu Fuss nur schwer zu bewältigen wäre.
Eröffnet wurde die Bahn am 24. Oktober 1885. Zunächst arbeitete sie mit einem Wasserballast-System, bei dem der obere Wagen mit Wasser gefüllt wurde und den unteren nach oben zog. Kurz darauf folgte ein Betrieb mit Dampfantrieb, ehe 1914/15 die Umstellung auf elektrische Energie erfolgte. Seither wird der Elevador da Glória kontinuierlich modernisiert und im täglichen Betrieb eingesetzt.
Die Bahn gehört heute zum Netz der Verkehrsgesellschaft Carris und wird wie eine reguläre ÖV-Verbindung genutzt. Tausende Menschen nehmen sie täglich – Anwohnerinnen und Anwohner genauso wie Touristinnen und Touristen. Neben der Funktion als Transportmittel hat die Glória auch historischen Wert: Seit 1997 steht sie als Nationaldenkmal unter Schutz.
Zusammen mit den beiden weiteren historischen Standseilbahnen der Stadt – Lavra und Bica – dokumentiert sie ein Stück Verkehrsgeschichte Portugals. Vor allem aber erfüllt sie bis heute ihren praktischen Zweck: eine zuverlässige Verbindung auf einem der steilsten Abschnitte der Lissabonner Innenstadt.