InternationalUNHCR stellt ärztliche Hilfe in Ägypten fast gänzlich ein
SDA
24.3.2025 - 16:41
ARCHIV - Die 34-jährige Sudanesin Naglaa Al-Aazz (M) sitzt mit ihren fünf Kindern im Büro der Union of Refugee and Migrant Leaders, wo sie sich derzeit aufhält. Naglaa ist nach den anhaltenden Kämpfen nach Ägypten gekommen. Foto: Lobna Tarek/dpa
Keystone
Wegen drastischer Mittelkürzungen hat das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) die medizinische Versorgung für Flüchtlinge in Ägypten eingestellt.
Keystone-SDA
24.03.2025, 16:41
SDA
Betroffen seien rund 20.000 Patientinnen und Patienten und es gehe um Behandlungen etwa bei Krebs, Diabetes, Bluthochdruck oder Herzkrankheiten, sagt eine UNHCR-Sprecherin in Genf. Die Organisation könne nur noch Nothilfe bei unmittelbarer Lebensgefahr finanzieren. Viele der Betroffenen seien vor den Kämpfen im Sudan geflohen.
Insgesamt sind in Ägypten mehr als 900.000 Flüchtlinge registriert. Sie können ägyptische Ärzte aufsuchen, sagte die Sprecherin, aber vielen fehle das Geld dafür. Im Land sind ausserdem Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen im Einsatz, die Dienste für Flüchtlinge umsonst anbieten.
Ausser den USA haben auch andere Länder Kürzungen ihrer Entwicklungshilfemittel angekündigt, darunter etwa Grossbritannien und Deutschland. Die USA haben einen Grossteil ihrer Ausgaben eingefroren und noch nicht entschieden, ob und wie viel davon wieder freigegeben wird. Es ist die erste konkrete, umfassende Kürzung von Leistungen für Flüchtlinge, über die das UNHCR seit dem Einfrieren der US-Mittel informiert hat.
Der Wegfall der US-Gelder wiegt besonders schwer, weil die USA bislang rund 40 Prozent des UNHCR-Budgets deckten. Sie gaben 2024 gut zwei Milliarden Dollar. Zweitgrösster Geber war nach Angaben der Organisation Deutschland mit rund 333 Millionen Dollar, noch vor der Europäischen Union. Das UNHCR hat auch schon 400 seiner gut 20.000 Stellen abgebaut.
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