Überblick

Frankreich hat den Infektions-Höhepunkt in der zweiten Corona-Welle überwunden – Madrid riegelt sich ab

Agenturen/red

20.11.2020 - 21:20

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innerhalb von 24 Stunden 4946 neue Covid-19-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss einer Mitteilung vom Freitag 111 neue Todesfälle und 252 weitere Spitaleintritte.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 290'601 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Freitag mitteilte. Insgesamt 11'481 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 stieg gemäss BAG auf 3575, 1046 davon allein in den letzten 14 Tagen.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 2'513'729 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Gegenüber Donnerstag wurden dem BAG 25'786 neue Tests gemeldet. Bei 24,1 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen zwei Wochen gesehen positiv aus.

Die Kantone reagieren

Der Kanton Basel-Stadt fährt das öffentliche Leben angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen herunter. Ab Montag werden Restaurants, Bars und Cafés geschlossen. Zudem gilt für Veranstaltungen eine Obergrenze von 15 Personen. Geschlossen werden auch Fitnesscenter, Kunsteisbahnen, Hallenbäder und Casinos. Dies gab der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) am Freitag an einer Online-Medienkonferenz bekannt.

Trotz des Rückgangs der Covid-19-Fälle hält das Wallis an seinen strengen Massnahmen fest. Die Kantonsregierung hat die Schutzmassnahmen bis am 13. Dezember um Mitternacht verlängert. Ursprünglich hätten sie bis zum 30. November gelten sollen.

Der Grenzverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland soll in der zweiten Welle der Corona-Pandemie offen bleiben. Dafür machen sich die sieben Grenzkantone und das deutsche Bundesland Baden-Württemberg stark. Die Zusammenarbeit bei der Corona-Bekämpfung solle gestärkt werden.

Hoffnung auf Impfstoff

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben unterdessen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Das teilten Biontech und Pfizer am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Schon zuvor hatten die Unternehmen bekannt gegeben, dass die Impfung einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete.

Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci hat Bedenken zurückgewiesen, wonach die Entwicklung der Corona-Impfstoffe zulasten der Verträglichkeit und Wirksamkeit beschleunigt worden sein soll. «Die Geschwindigkeit des Prozesses hat die Sicherheit in keiner Weise kompromittiert», sagte Fauci am Donnerstag (Ortszeit) im Weissen Haus. Auch die wissenschaftliche Integrität sei nicht beeinträchtigt worden. Die Daten der Studien zu den Impfstoffen seien von unabhängigen Experten beurteilt worden, die niemandem etwa schuldeten, auch «nicht der Regierung»

Das Wichtigste im Überblick:

  • Das BAG registriert an einem Tag 4946 Neuinfektionen bei 25'786 Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 19,2 Prozent. 111 Personen starben an Covid-19, 252 wurden hospitalisiert. 
  • Biontech und Pfizer wollen heute die US-Zulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragen.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät vom Einsatz des einst vielversprechenden Medikaments Remdesivir gegen Covid-19 ab.
  • In den USA gibt es den ersten Coronatest für zu Hause. In nur 30 Minuten soll er das Ergebnis anzeigen, mit einer Zuverlässigkeit von 94 bis 98 Prozent.

22.00 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Freitag

21.18 Uhr: Tschechien beschliesst vorsichtige Erleichterungen bei Corona-Regeln

Tschechien senkt seine Corona-Warnstufe von der höchsten auf die zweithöchste der fünf Stufen. Das gelte von Montag an, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny nach einer Kabinettssitzung am Freitag. Der Mediziner appellierte an die Bevölkerung, sich weiter verantwortungsvoll zu verhandeln. Die Pandemie sei «unberechenbar». Das neue Warnstufen-System «Pes» (tschechisch für «Hund») gilt erst seit wenigen Tagen.

Die nächtliche Ausgangssperre beginnt künftig erst um 23.00 Uhr, zwei Stunden später als bisher. Die Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte dürfen abends länger öffnen. Es dürfen sich bis zu sechs statt bisher zwei Menschen versammeln. Die meisten anderen Massnahmen bleiben unverändert, wie etwa die Schliessung der Restaurants und die Maskenpflicht im Freien und in Innenräumen.

Ein Strassenbahn fährt über eine leere Strasse in Prag während einer nächtlichen Ausgangssperre aufgrund einer Corona-Pandemie. Im Hintergrund die Prager Burg. (Archibild)
Ein Strassenbahn fährt über eine leere Strasse in Prag während einer nächtlichen Ausgangssperre aufgrund einer Corona-Pandemie. Im Hintergrund die Prager Burg. (Archibild)
Bild: Michal Kamaryt/CTK/dpa

21.12 Uhr: US-Finanzminister wegen Ende von Nothilfekrediten in der Kritik

US-Finanzminister Steven Mnuchin erntet Kritik für das Ende von mehreren Nothilfe-Kreditprogrammen der Notenbank Federal Reserve. Die Programme würden nicht stark genug genutzt und der US-Kongress solle das Geld lieber anders umverteilen, etwa zur Unterstützung von kleinen Unternehmen und Arbeitslosen, forderte Mnuchin.

Er wies den Vorwurf zurück, mit der Entscheidung wolle er dem gewählten Präsidenten Joe Biden und dessen künftiger Regierung Steine in den Weg legen. «Wir versuchen nicht, irgendetwas zu behindern», sagte Mnuchin im Interview mit CNBC. «Wir brauchen dieses Geld nicht, um Unternehmensanleihen zu kaufen. Wir brauchen dieses Geld, um kleinen Unternehmen zu helfen, die noch immer geschlossen sind.»

Am Donnerstag hatte Mnuchin Fed-Chef Jerome Powell informiert, dass bis zum Jahresende einige der Notfall-Kreditprogramme der Notenbank beendet werden, die mit Unterstützung des Finanzministeriums gelaufen waren. Die Fed hatte daraufhin sonst eigentlich seltene Kritik geäussert und erklärt, sie würde vorziehen, wenn die in der Corona-Pandemie eingesetzten Notfallmassnahmen erhalten blieben, um einen Rückhalt für die noch immer angespannte Wirtschaft zu bieten.

20.22 Uhr: Madrid riegelt sich wegen Corona ab – Spanien kündigt Impfplan an

Zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie riegelt sich Madrid zwischen dem 4. und dem 13. Dezember ab. Dieser Zeitraum sei wegen der zwei Feiertage am 7. und 8. Dezember gewählt worden, erklärte am Freitag der Vizeminister für Gesundheit der spanischen Hauptstadt-Region, Antonio Zapatero.

«Die Mobilität um diese Zeit herum mit dem langen Wochenende und den Brückentagen ist normalerweise so gross, dass wir diese Massnahme ergreifen mussten», führte er an.

Im Gegensatz zu anderen spanischen Regionen, die sich für deutlich längere Zeiträume abriegeln und zum Teil auch Bars und Restaurants, Kinos und Theater schliessen, erreichte Madrid mit relativ lockeren Einschränkungen eine Besserung der Lage. Die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde innerhalb eines Monats von 210 auf zuletzt 134,35 gesenkt.

Eine Gruppe Polizisten mit Masken ist in der Stadmitte im Einsatz. Zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie riegelt sich Madrid zwischen dem 4. und dem 13. Dezember ab. 
Eine Gruppe Polizisten mit Masken ist in der Stadmitte im Einsatz. Zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie riegelt sich Madrid zwischen dem 4. und dem 13. Dezember ab. 
Bild: Diego Radamã©s/Zuma Press/dpa

19.54 Uhr: G20-Staaten beraten in Videokonferenz über Corona-Krise

Unter dem Vorsitz Saudi-Arabiens beginnt am Samstag ein Gipfeltreffen der G20-Staaten. Erstes Thema der als Videokonferenz abgehaltenen Veranstaltung ist die weltweite Corona-Pandemie. Neben den sieben führenden Industrienationen und 13 Schwellenländern nehmen auch von der Pandemie betroffene Länder wie Spanien, Singapur und die Schweiz sowie Vertreter der UNO, der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation WHO teil. Den Vorsitz der Gespräche hat der saudiarabische König Mohammed bin Salman. Riad hat derzeit den Vorsitz der G20-Gruppe inne.

19.12 Uhr: Pandemie in Italien: Licht und Schatten bei neuen Corona-Daten

In Italien signalisieren die jüngsten Corona-Daten Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie, doch die Zahl der Neuinfizierten bleibt hoch. Der sogenannte R-Wert für die Geschwindigkeit der Virus-Weitergabe in der Bevölkerung sank auf rund 1,2, wie Fachleute der Regierung am Freitag in Rom bekannt gaben. In einigen Regionen wie im Latium mit der Hauptstadt Rom wurden sogar deutlich niedrigere Werte errechnet.

In der Vorwoche hatte die Zahl in Italien im Schnitt bei 1,4 und davor bei 1,7 gelegen. Diese Zahl zeigt an, wie viele Menschen eine mit dem Virus infizierte Person im Schnitt ansteckt. Sinkt sie unter 1, gibt es immer weniger Neuinfektionen, die Epidemie läuft also aus.

«Wir sollten noch keine Siegeslieder anstimmen. Denn die R-Zahl liegt über 1. Und das bedeutet, dass die Fälle weiter zunehmen, wenn auch langsamer», sagte der Chef des nationalen Gesundheitsinstituts ISS, Silvio Brusaferro. Die Behörden in dem 60-Millionen-Einwohner-Land registrierten am Freitag mehr als 37 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Dieser Wert hatte zwar vor etwa einer Woche schon mal höher gelegen, doch er sinkt auch nicht nachhaltig. Ausserdem starben erneut fast 700 Menschen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krankheit. Insgesamt liegt die Opferzahl der Pandemie seit Februar in dem Mittelmeerland nur bei 48’569 Toten.

Nonnen mit Mund-Nasen-Bedeckungen gehen über den leeren Petersplatz. Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle hat die Regierung in Rom die Bewegungsfreiheit der 60 Millionen Bürger stark eingeschränkt. (Archivbild)
Nonnen mit Mund-Nasen-Bedeckungen gehen über den leeren Petersplatz. Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle hat die Regierung in Rom die Bewegungsfreiheit der 60 Millionen Bürger stark eingeschränkt. (Archivbild)
Bild: Andrew Medichini/AP/dpa

18.59 Uhr: Niederlande: Impfen gratis und freiwillig

Sobald ein Corona-Impfstoff zur Verfügung steht, können Niederländer sich gratis und freiwillig impfen lassen. Eine Verpflichtung werde es nicht geben, kündigte das Gesundheitsministerium am Freitag in Den Haag an. Als erste Gruppe sollen Menschen über 60 Jahre, besonders Gefährdete und Pflegepersonal an der Reihe sein. Das Ministerium erwartet, dass etwa 3,5 Millionen Niederländer im ersten Quartal des neuen Jahres geimpft werden können.

Da sehr wahrscheinlich nicht sofort genügend Dosen des Impfstoffes für die rund 17 Millionen Einwohner vorliegen würden, sollten sie in Staffeln geimpft werden. Als erstes sind nach Angaben des Ministeriums die Risiko-Gruppen an der Reihe, die bei einer Infektion besonders schwer erkranken können. Auf diese Weise solle die Belastung des Gesundheitssystems verringert werden.

18.09 Uhr: Frankreich: Infektions-Höhepunkt in zweiter Corona-Welle überwunden

Frankreich hat nach Ansicht der nationalen Gesundheitsbehörde den Höhepunkt von Neuinfektionen in der aktuellen Phase der Corona-Pandemie bereits hinter sich. «Auch wenn die Indikatoren auf hohem Niveau bleiben, legt ihre Beobachtung nahe, dass der epidemiologische Spitzenwert der zweiten Welle überwunden wurde», heisst es in einer Erklärung der Behörde vom Freitag. In der vergangenen Woche habe es einen Rückgang positiver Tests um 40 Prozent gegeben. Auch in den Krankenhäusern und auf Intensivstationen wurden demnach weniger Patientinnen und Patienten aufgenommen.

Auch Premierminister Jean Castex sagte am Freitag, die aktuelle Strategie beginne, Resultate zu zeigen. Er betonte aber, dass es weiterhin wichtig sei, sich an die geltenden Regeln zu halten. Dies sei sicherlich nicht der Zeitpunkt, um nachzulassen.

In dieser Woche hatte Frankreich die Grenze von zwei Millionen Infizierten überschritten. Allerdings hatte es in letzter Zeit auch stärker auf Corona-Tests gesetzt. Mehr als zwei Millionen Corona-Tests pro Woche wurden in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern zuletzt durchgeführt. Ausserdem haben die Menschen seit einiger Zeit die Möglichkeit, ohne Rezept in Apotheken Antigen-Schnelltests zu machen.

Hunde laufen eine menschleere Strasse in der Nähe der Basilika Sacre-Coeur entlang. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich Paris im Lockdown. (Archivbild)
Hunde laufen eine menschleere Strasse in der Nähe der Basilika Sacre-Coeur entlang. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich Paris im Lockdown. (Archivbild)
Bild: Alain Jocard/AFP/dpa

17.46 Uhr: Laut Studie mindestens sechsmonatige Immunität

Die Wahrscheinlichkeit, sich nach einer Coronavirus-Infektion binnen sechs Monaten erneut zu infizieren, ist einer Studie der Universität Oxford zufolge gering. Die Studienergebnisse seien «wirklich gute Nachrichten», erklärte Professor David Eyre von der Universität Oxford am Freitag. «Wir können zuversichtlich sein, dass die meisten Menschen, die Covid-19 hatten, es zumindest kurzfristig nicht wieder bekommen werden.»

Ziel der noch laufenden Studie ist es zu ermitteln, wie lange die Immunität nach einer Corona-Infektion insgesamt anhält. Bisher haben die Forscher nach eigenen Angaben noch nicht genügend Daten gesammelt, um auch eine Aussage über das Infektionsrisiko nach sechs Monaten treffen zu können.

Für die Studie wurden die wiederholten Corona-Tests von 12'180 Beschäftigten des Gesundheitswesens über einen Zeitraum von 30 Wochen ausgewertet. 1246 Mitarbeiter wiesen Coronavirus-Antikörper auf. Nur drei von ihnen wurden später erneut positiv auf das Virus getestet. Allerdings waren alle drei gesund und zeigten keinerlei Symptome. 89 Mitarbeiter ohne Antikörper infizierten sich hingegen mit dem Coronavirus und wiesen auch Symptome auf.

Die Studie wurde noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig voneinander begutachtet. Ohne ein solches Peer-Review-Verfahren zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität ist die Korrektheit der Studie noch ungeklärt und ihre Aussagekraft deshalb begrenzt.

17.29 Uhr: Venedig verschiebt Einführung von Tourismussteuer

Angesichts der Corona-Pandemie hat die italienische Lagunenstadt Venedig die Einführung einer Steuer für Tagesausflügler ein weiteres Mal aufgeschoben. Die globale Pandemie habe zu einem drastischen Rückgang der Besucherzahlen geführt, teilten die Behörden am Freitag mit. Die geplante Abgabe soll demnach nicht vor Januar 2022 in Kraft treten.

Die Stadt wolle mit dieser Entscheidung ein «Zeichen setzen» und eine Rückkehr der Touristen begünstigen, erklärte der Zuständige für Haushaltsfragen im Stadtrat, Michele Zuin.

Tagesausflügler erwartet in Venedig eine Tourismussteuer – coronabedingt allerdings nicht vor Januar 2022. 
Tagesausflügler erwartet in Venedig eine Tourismussteuer – coronabedingt allerdings nicht vor Januar 2022. 
Bild: Epa/Fabio Muzzi

Venedig mit seinen berühmten Kanälen wird normalerweise von Besuchern überlaufen. Die geplante Abgabe für Tagestouristen soll dazu beitragen, die Sauberkeit und Sicherheit der Stadt zu gewährleisten.

Tagesausflügler, die häufig an Bord von Kreuzfahrtschiffen in die Stadt kommen, müssen keine Touristensteuer entrichten. Diese  wird nur bei einem Aufenthalt in Hotel- oder Mietunterkünften fällig.

17.03 Uhr: Grenzverkehr zu Deutschland soll offen bleiben

Der Grenzverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland soll in der zweiten Welle der Corona-Pandemie offen bleiben. Dafür machen sich die sieben Grenzkantone und das deutsche Bundesland Baden-Württemberg stark. Die Zusammenarbeit bei der Corona-Bekämpfung solle gestärkt werden.

Das gemeinsame Ziel sei es, aus den Erfahrungen der ersten Welle zu lernen und ein koordiniertes und zielgerichtetes Vorgehen in der Grenzregion zu fördern. Das steht in einer gemeinsamen Erklärung des Bundeslandes Baden-Württemberg und der Kantone Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, St. Gallen sowie Thurgau und Zürich.

Eine Delegation der Grenzkantone hatte sich am Freitag mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) online zu einem Arbeitsgespräch getroffen. Delegationsleiter auf der Schweizer Seite war der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP), wie die Staatskanzlei Aargau weiter mitteilte.

«Für die Grenzregion zwischen Deutschland und der Schweiz ergeben sich in der Corona-Pandemie besondere Herausforderungen, die wir als grenzüberschreitende Partner nur zusammen bewältigen können», heisst es in der Erklärung weiter.

Die nationalen Regierungen und die Europäische Union sollten die grenzüberschreitende Kompatibilität der Corona-Warn-App in Deutschland und der Schweiz ermöglichen. Man wolle die Bedeutung des Informationsaustauschs und der grenzüberschreitenden Nachverfolgung von Infektionsketten für die Pandemiebekämpfung fördern.

16.53 Uhr: Madrid riegelt sich im Kampf gegen Corona ab

Zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie riegelt sich Madrid zwischen dem 4. und dem 13. Dezember ab. Dieser Zeitraum sei wegen der zwei Feiertage am 7. und 8. Dezember gewählt worden, erklärte am Freitag der Vizeminister für Gesundheit der spanischen Hauptstadt-Region, Antonio Zapatero. «Die Mobilität um diese Zeit herum mit dem langen Wochenende und den Brückentagen ist normalerweise so groß, dass wir diese Massnahme ergreifen mussten.»

Im Gegensatz zu anderen spanischen Regionen, die sich für deutlich längere Zeiträume abriegeln und zum Teil auch Bars und Restaurants, Kinos und Theater schliessen, erreichte Madrid mit relativ lockeren Einschränkungen eine Besserung der Lage. Die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde innerhalb eines Monats von 210 auf zuletzt 134,35 gesenkt. In Berlin betrug dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Freitag 199,9.

Während der zehntägigen Abriegelung werden die 6,6 Millionen Einwohner Madrids ihre Region – eine der 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften Spaniens – nur mit triftigem Grund verlassen dürfen, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. Auswärtige werden ebenfalls nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen.

16.42 Uhr: Wallis hält an strengen Massnahmen fest

Trotz des Rückgangs der Covid-19-Fälle hält das Wallis an seinen strengen Massnahmen fest. Die Kantonsregierung hat die Schutzmassnahmen bis am 13. Dezember um Mitternacht verlängert. Ursprünglich hätten sie bis zum 30. November gelten sollen.

Erlassen worden waren sie am 22. Oktober. Nach Angaben des Staatsrats vom Freitag ist die Zahl der Fälle trotz des Rückgangs immer noch hoch und der Druck auf das Gesundheitswesen beträchtlich. Anpassungen nahm die Regierung bei religiösen Zeremonien, Besuchen in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen sowie beim Sport für Kinder und Jugendliche unter 16 vor.

Demnach dürfen wieder bis zu 50 Personen an Gottesdienste, Andachten, Beerdigungen und anderen religiösen Akten teilnehmen. Bedingung ist die Einhaltung der sozialen Distanz und Hygieneregeln sowie von Schutzplänen.

Kinder und Jugendliche dürfen im Rahmen der vom Bund festgelegten Limiten wieder sportlichen Tätigkeiten nachgehen. Ausgenommen sind Wettkämpfe. In Spitälern, Alters- und Pflegeheimen sind Besuche unter strengen Auflagen erlaubt. Einschränkungen richten sich nach der Situation in der Institution. Besuche in Notfällen sind immer möglich.

Der Gang ins Restaurant ist den Walliserinnen und Wallisern weiterhin verwehrt. Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen. Versammlungen von mehr als zehn Personen in öffentlichen oder privaten Räumen sind untersagt. Dasselbe gilt für Kontaktsportarten mit Ausnahme des Profisports unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Einzeltrainings. Diese Vorschriften erliess die Kantonsregierung zusätzlich zu den vom Bund verordneten Massnahmen.

Die Gastronomie im Wallis bleibt weiter geschlossen. (Symbolbild)
Die Gastronomie im Wallis bleibt weiter geschlossen. (Symbolbild)
Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott

16.24 Uhr: Spanische Regierung legt Impfstrategie vor

In Spanien soll bis zum Sommer ein Grossteil der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft werden. Regierungschef Pedro Sánchez sagte am Freitag, im ersten Halbjahr 2021 könne sich voraussichtlich «ein sehr grosser Teil» der 47 Millionen Einwohner impfen lassen.

Die spanische Regierung hat nach Angaben von Sánchez eine Corona-Impfstrategie ausgearbeitet, die bei einer Kabinettssitzung am Dienstag beschlossen werden soll. Damit sei Spanien mit Deutschland das erste Land der EU, das über eine Impfstrategie verfüge.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez geht davon aus, dass ein Grossteil der Spanier schon im ersten Halbjahr 2021 gegen das Coronavirus geimpft wird.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez geht davon aus, dass ein Grossteil der Spanier schon im ersten Halbjahr 2021 gegen das Coronavirus geimpft wird.
Keystone/POOL Getty/Pablo Blazquez Dominguez

Spanien gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie mehr als 1,5 Millionen Infektions- und über 42'000 Todesfälle registriert.

16 Uhr: Re-Infektionen sechs Monate unwahrscheinlich

Donald Trump ist der wohl bekannteste unter den 51 Millionen Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben – und nach überstandener Krankheit tönte der US-Präsident mehrfach, er sei nun immun. Das stimmt sogar – zumindest temporär, wie Forscher der University of Oxford herausgefunden haben.

Wie «Reuters» berichtet, hat eine Studie gezeigt, dass eine erneute Infektion für ein halbes Jahr sehr unwahrscheinlich sind. «Das ist wirklich eine gute Nachricht», erklärt der an der Studie beteiligte Professor David Eyre, «weil wir zuversichtlich sein können, dass zumindest kurzfristig die meisten Leute, die Cvid-19 bekommen, es nicht wieder kriegen werden.»

15.34 Uhr: Details zum Basler Teil-Lockdown

Der Kanton Basel-Stadt fährt das öffentliche Leben angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen herunter. Ab Montag werden Restaurants, Bars und Cafés geschlossen. Zudem gilt für Veranstaltungen eine Obergrenze von 15 Personen. Geschlossen werden auch Fitnesscenter, Kunsteisbahnen, Hallenbäder und Casinos. Dies gab der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) bekannt.

Die Massnahmen gelten bis 13. Dezember. «Es ist der Regierung bewusst, dass die Einschränkungen hart sind. Aber so wie in den letzten Wochen kann es nicht weitergehen», sagte Engelberger.

In Basel-Stadt gehen die Coronavirus-Fallzahlen entgegen dem schweizweiten Trend nicht zurück. So vermeldete der Stadtkanton am Freitag 110 und am Donnerstag 105 Neuansteckungen und vier Todesfälle. Engelberger hatte vergangene Woche bereits angekündigt, dass der Kanton die Schutzmassnahmen verschärfen werde, wenn sich die Zahlen der Neuinfektionen und Hospitalisierungen nicht deutlich zurückentwickeln würden.

15.08 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Wir danken Ihnen an dieser Stelle wie immer für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit!

Ein visueller Eindruck von der heutigen Medienkonferenz in Bern.
Ein visueller Eindruck von der heutigen Medienkonferenz in Bern.
Screenshot: YouTube

15.05 Uhr: Wo sterben die Opfer?

Vor einigen Wochen starben ein Drittel in Heimen und zwei Drittel im Spital, so Masserey. Nun sei es wieder wie bei der ersten Wähle, wo die Verteilung 50-50 ist.

15 Uhr: Mini-Lockdown in Basel

Was sagt Thomas Steffen dazu, dass Basel gerade einen Teil-Lockdown beschlossen hat? «Wir haben verglichen mit den Schweizer Werten günstige Verhältnisse gehabt», sagt Steffen. In den letzten zwei, drei Wochen habe der Trend sich umgekehrt, erläutert der Basler Kantonsarzt. «Wenn sich dort die Dynamik fortsetzt, wird es schnell kritisch.» Der Teil-Lockdown werde drei Wochen dauern, um «einen Bremsfaktor» reinzubekommen.

15.53 Uhr: Stichwort Symptome

Wer Symptome hat, soll sich testen lassen. Aber hiess es nicht einst, das solle man erst nach zwei Tagen tun? Kann sein, sagt Steffen, aber nun soll man bei neu auftretenden Symptomen gleich zum Arzt.

14.48 Uhr: Und was mit Weihnachtsfondue?

Keine gute Idee, sagt Steffen. Und wenn dann ein Set für jeden essenden Haushalt. Sollte man am Heiligabend eine Maske tragen? Kann man machen, aber man kann sich auch auf den Abstand konzentrieren.

14.42 Uhr: Hilft Berns Kulanz der Wirtschaft?

Dass der Einbruch der Wirtschaft jetzt nicht so stark ist wie im zweiten Quartal,. sei schon den verhaltenen Massnahmen des Bundes zuzurechnen, glaubt Indergarten.

14.40 Uhr: Wie wird Härtefall-Missbrauch vorgebeugt?

Martin Walker sagt, das sei Sache der Kantone. Diese wollen dazu eine gemeinsame Datenbank anlegen, um Betrug vorzubeugen.

14.38 Uhr: Und was ist mit den Chören?

Eine Petition bittet um Lockerung des Verbots von Chorproben. Steffen kann keine Hoffnungen machen. Er verstehe das, meint aber, man könne nicht zu schnell zu viele Details verändern und müsse nun erstmal abwarten. «Wir sind nicht einmal bei der Hälfte des Weges.»

14.37 Uhr: Thema Sterblichkeit

Die Sterblichkeit sei so hoch, wegen der hohen Inzidenz, so Masserey. Es handele sich um eine schwere Krankheit mit hoher Mortalität.

14.36 Uhr: Stichwort Remdesevir

Remdesevir ist von den medizinischen Verbänden empfohlen worden, aber von der WHO nicht. Masserey sagt aber, die WHO-Studien dazu seien umstritten.

14.34 Uhr: Thema Schnelltests

Sind die Schnelltest gar nicht schnell und zu ungenau? Nein, meint Thomas Steffen. Die alten Tests würden ins Labor abgegeben – und fertig. Bei den neuen Tests müssten die Ärzte dann schon mehr leisten. Steffen glaubt, die Schnelltests seien vor allem für grosse Zentren geeignet. Er nennt ein Beispiel aus Basel, wo er in einem Betagtenheim eingesetzt werde und für Sicherheit sorge. Die Schnelltests seien überall gratis, betont Masserey nochmal. «Wo immer sie den Test durchführen.»

14.30 Uhr: Juhu, Statistik

Das Seco erfasst neu einen Index zur wöchentlichen Wirtschaftsaktivität (WWA), der schneller verfügbar ist, das BIP aber nicht ersetzt. Die Daten werden mittwochs auf der Seco-Website veröffentlicht.

14.25 Uhr: Historischer Einbruch

Seco-Mann Ronald Indergand hat schlechte Nachrichten:

Der Einbruch sei im zweiten Quartal enorm gewesen, die Wirtschaft habe sich bis September aber auch gut erholt:

14.22 Uhr: Testen, testen, testen

«In vier Monaten kommt der Frühling. Das wird helfen», beruhigt Steffen die Schweizer. Am Ende fordert er noch auf, mehr testen zu lassen. «Das hilft sehr, breiter in diese Testung reinzukommen.» Das könne man auch bei Apotheken vornehmen lassen, wenn man das Spital vermeiden will.

14.18 Uhr: Steffens Weihnachtstipps

Zwei Wochen vor dem Fest sollte man die sozialen Kontakte reduzieren, mehr Homeoffice machen und weniger Leute treffen. «Dann kann man diesen kritischen Punkt vom Risiko her besser kontrollieren.» Dann könne man auch die Grosseltern einladen, wobei es dennoch ein Restrisiko gebe, über das man reden sollte. «Kaufen Sie die Weihnachtsgeschenke schon jetzt», rät Steffen.

14.15 Uhr: «Corona-Pause»

Was kann man tun, um die Belastung zu senken, wenn alle Gespräche und die Medien sich bloss um Corona drehen? «Tief in uns drin, sind wir Steinzeitmenschen», erklärt Steffen: Die vielen alarmierenden Nachrichten zu Corona können überfordern. Er empfehle daher eine «Corona-Pause», was sich aber nicht auf Einhalten der Massnahmen bezieht, sondern die dauernden Nachrichten über die Pandemie.

14.12 Uhr: «Durststrecke» überwinden

Thomas Steffen, der die Kantonsärzte vertritt, macht deutlich, dass die Massnahmen zwar zu greifen scheinen, Unterschiede lokal aber möglich sind. Drei häufige Fragen will er klären: Wann wird es wieder, wie es war? Steffen meint, das werde so nicht der Fall sein. «Einen punktgenauen Ausstieg aus der Pandemie wird es nicht geben.» Eine Pandemie wie Aids habe auch Jahrzehnte gebraucht, um bekämpft zu werden.

Die kommenden Monate würden «herausfordernd» – wegen des Winters. Um diese «Durststrecke» zu überstehen, müsse man schrittweise aus der Pandemie aussteigen. Danach sollte eine neue Normalität «greifbar sein».

14.08 Uhr: Neue Informationskampagne

Ab Sonntag fährt der Bund eine neue Informationskampagne, die auffordert, sich bei Symptomen unverzüglich testen zu lassen. Jene reichen von Husten bis zu Erbrechen, so Masserey. Informationen zu den Symptomen gebe es über die Hotline des BAG oder im Internet. Die Tests seien kostenlos, so Masserey. Die Schnelltests würden immer besser integriert: 4000 würden täglich durchgeführt.

14.04 Uhr: Viele Tote

Mit zwölf Toten pro 100'000 Einwohner liege die Schweiz auf dem Niveau von Frankreich oder Italien. Diese Werten seien sehr hoch, aber im «erwartbaren Rahmen». Masserey hoffe aber, dass die Zahl der Toten sinken wird. 530 Covid-Patienten liegen derzeit auf den Intensivstationen des Landes. Die Reserve betrage gut 200 Betten.

14 Uhr: Beginn der Medienkonferenz

Virgninie Massery berichtet von den neusten Corona-Zahlen. «Die Lage bleibt nach wie vor angespannt, stabilisiert sich jedoch.» Sie sei verhalten optimistisch für die kommenden Tage.

13.45 Uhr: 436 Neuinfektionen in Bern

Im Kanton Bern haben sich zwischen Donnerstag und Freitag 436 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Das meldet der Kanton Bern auf seiner Corona-Internetseite. Neun weitere Personen starben an oder mit Covid-19.

Die Gesamtzahl der an dieser vom Coronavirus ausgelösten Krankheit verstorbenen Personen beträgt damit neu 301 Personen. Das Total der Corona-Infektionen im Kanton Bern erhöhte sich auf 24'861 Menschen.

Am Freitag befanden sich 390 Personen wegen der Covid-19-Krankheit in einem Berner Spital - etwas mehr als am Vortag. Allerdings lagen weniger Personen auf einer Intensivstation als am Donnerstag, nämlich 67 (Vortag: 73). 56 Personen mussten künstlich beatmet werden.

Die Berner Regierung hatte am Donnerstag angesichts der nach wie vor hohen Fallzahlen die geltenden Corona-Massnahmen bis am 7. Dezember verlängert. Von weiteren Verschärfungen sah der Kanton Bern angesichts der stabilen Zahl der Hospitalisierten ab.

Bevor die Massnahmen erneut gelockert werden könnten, müsse sich der Druck auf die Spitäler jedoch verringern und die Zahl der Neuansteckungen deutlich sinken.

13.30 Uhr: Medienkonferenz um 14 Uhr

Folgende Experten informieren um 14 Uhr über den neuesten Stand der Dinge:
Ronald Indergand, Leiter Ressort Konjunktur, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit BAG
Mike Schüpbach, Stv. Sektionsleiter Rechtsbereich 2, Bundesamt für Gesundheit BAG
Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte
Martin Walker, Vizedirektor, Leiter Ausgabenpolitik, Eidgenössische Finanzverwaltung EFV

13.14 Uhr: Portugal verlängert Notstand um zwei Wochen

Nach einem Rekord an Neuinfektionen hat Portugal den am Dienstag auslaufenden Corona-Notstand um zwei Wochen bis zum 7. Dezember verlängert. Das Parlament billigte am Freitag in Lissabon einen entsprechenden Antrag von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Im Rahmen des Notstandsdekrets herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen des Landes unter anderem strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und in der nördlichen Metropole Porto.

Rebelo de Sousa hatte sein Vorgehen mit der sozialistischen Regierung abgestimmt. Er warnte, wegen der schwierigen Lage würden weitere Verlängerungen des Ausnahmezustands, der zweithöchsten Notstandsstufe, nötig sein. «Wir stehen vor einer Herausforderung, die in den nächsten 15 Tagen nicht bewältigt sein wird. Der Kampf geht in den kommenden Wochen und Monaten weiter», erklärte das Staatsoberhaupt. Innenminister Eduardo Cabrita wies derweil Kritik von Teilen der konservativen Opposition zurück. Es gebe «keinen Machtmissbrauch», «die Pandemie hebt die Demokratie nicht auf.»

Mit 6994 Neuinfektionen binnen 24 Stunden hatte Portugal am Donnerstagabend einen neuen Höchstwert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. In dem Land mit rund 11,3 Millionen Einwohnern wurden damit insgesamt gut 243 000 Ansteckungen mit dem Virus Sars-Cov-2 erfasst. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Lissabon stieg die Zahl der Todesfälle am Donnerstag um 69 auf 3701.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Seit Wochen wird die Lage aber immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 769,5 je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Ende Oktober waren es noch knapp 350 gewesen. In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 311,2.

12.55 Uhr: Biontech und Pfizer wollen US-Zulassung für Corona-Impfstoff beantragen

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer wollen noch am Freitag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragen. Das teilten Biontech und Pfizer in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Schon zuvor hatten die Unternehmen bekannt gegeben, dass die Impfung einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete.

12.46 Uhr: Robbie Williams singt Pandemie-Song

Dass auch Corona Weihnachten nicht aufhalten kann, besingt Robbie Williams (46) in einem neuen Lied. Die Pop-Nummer «Can't Stop Christmas» weckt mit weihnachtlichem Glocken-Sound Festtags-Gefühle und ist gleichzeitig eine Kampfansage an die Pandemie. «Nothing's gonna stop Christmas... No chance» (dt. Nichts kann Weihnachten stoppen, keine Chance), singt der britische Musiker.

Das am Freitag veröffentlichte Lied beantwortet die Frage, wie Weihnachten dieses Jahr aussehen könnte: Desinfektionsmittel auf dem Wunschzettel, Geschenke nur über Online-Shopping und die Liebsten auf Facetime oder Zoom. «Santa ist auf seinem Schlitten, aber jetzt in zwei Metern Abstand», singt Williams, und lockert damit für seine Hörer die derzeitige Krisen-Stimmung mit etwas Humor auf.

12.23 Uhr: Medienhilfspaket kommt eventuell erst 2023

Bakom-Direktor Bernard Maissen hat am Freitag die Verzögerung der Beratungen im Parlament über das Medienhilfspaket bedauert. Damit könnten die Hilfen erst Mitte 2022 ausbezahlt werden, «wenn es sich noch weiter hinzieht» erst 2023.

Der Chef des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) äusserte sich während einer Online-Konferenz des Schweizer Presseclubs in Genf zum Thema Direkthilfen an die Medien. Maissen sagte dabei über das Lobbying der Verleger, dass sich «bisweilen Partikularinteressen» gegen diejenigen des gesamten Mediensektors durchsetzten.

12.16 Uhr: Helsinki führt verschärfte Massnahmen ein

Finnland kommt im Vergleich zum Rest Europas mit dem bislang niedrigsten Infektionszahlen durch den Corona-Herbst – doch auch in der Hauptstadt Helsinki nehmen die Ansteckungen mit dem Coronavirus zu. Aus diesem Grund erlässt die finnische Hauptstadtregion nun eine Reihe von Beschränkungen. Die Teilnehmerzahl von öffentlichen Veranstaltungen in Innenräumen wird ab Montag für drei Wochen auf maximal 20 Personen begrenzt, wie Helsinkis Bürgermeister Jan Vapaavuori am Freitag auf einer Pressekonferenz sagte. Bei privaten Veranstaltungen dürften nicht mehr als zehn Gäste dabei sein.

Team- und Kontaktsportarten für Erwachsene über 20 Jahre sind in den kommenden drei Wochen tabu, auch für Schwimmbäder und Bibliotheken werden Beschränkungen eingeführt. An weiterführenden Schulen und Arbeitsplätzen sowie für die siebten bis neunten Schulklassen wird ein Mund-Nasen-Schutz empfohlen.

Man habe sich lange darauf vorbereitet, dass sich die Corona-Lage verschlechtern könne, sagte Vapaavuori dem Rundfunksender Yle zufolge. Das Ziel sei, das Virus an seiner Ausbreitung zu hindern und die Kapazitäten des Gesundheitswesens zu schützen.

Finnland hat derzeit die niedrigsten Neuinfektionszahlen Europas. Die Zahl lag laut der EU-Gesundheitsbehörde ECDC in den vergangenen 14 Tagen bei 54,5 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner.

11.47 Uhr: 4946 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Freitag 4946 Coronavirus-Ansteckungen bei 25'786 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 19,2 Prozent. 111 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 252 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 290'601 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Freitag mitteilte. Insgesamt 11'481 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 stieg gemäss BAG auf 3575, 1046 davon allein in den letzten 14 Tagen.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 2'513'729 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Gegenüber Donnerstag wurden dem BAG 25'786 neue Tests gemeldet. Bei 24,1 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen zwei Wochen gesehen positiv aus.

11.40 Uhr: Schon fast eine Million Impfungen in China

Der chinesische Pharmakonzern Sinopharm hat nach eigenen Angaben bereits annähernd eine Millionen Menschen gegen das Coronavirus in China geimpft. Das ging aus einer Mitteilung hervor, die der Konzern am Freitag über den Nachrichtendienst Wechat verbreitete.

Über ein so genanntes Notfallprogramm sei der Impfstoff schon fast bei einer Millionen Menschen genutzt worden, sagte Firmenchef Liu Jingzhen demnach in einem Interview. Es habe dabei keine Berichte von schwerwiegenden Nebenwirkungen gegeben, «nur wenige haben leichte Symptome», sagte Liu Jingzhen.

In China berichten Staatsmedien bereits seit Wochen über Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen - etwa von Militärangehörigen und Klinikpersonal, aber auch von Diplomaten und Angestellten von Staatskonzernen. Ihnen werden Impfstoff-Kandidaten verabreicht, für die die Prüfung in klinischen Studien nicht abgeschlossen ist.

Laut der Mitteilung hat Sinopharm mit seinen Impfstoffen bereits in zehn Ländern, darunter den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Ägypten, Jordanien, Peru und Argentinien, internationale klinische Phase-III-Studien durchgeführt.

Infektionen mit dem bis dahin unbekannten Sars-CoV-2-Virus waren erstmals Anfang Dezember 2019 in der zentralchinesischen Metropole Wuhan entdeckt worden. China erntete viel Kritik für seinen anfänglichen Umgang mit dem Virus, hat die Atemwegserkrankung aber seit Ende Januar mit strikten Maßnahmen und Einreisebeschränkungen weitgehend unter Kontrolle gebracht.

11.10 Uhr: Lüge löste Lockdown aus

In Südaustralien wird ein strikter Corona-Lockdown vorzeitig wieder aufgehoben, weil die Quelle des Virusausbruchs geklärt ist. Die seit Mittwoch geltenden Beschränkungen für die fast zwei Millionen Einwohner des Bundesstaats South Australia sollen bereits am Samstag enden und damit zwei Tage eher als geplant, wie die Behörden am Freitag mitteilten.

Verantwortlich für den Lockdown war demnach ein infizierter Pizzeria-Mitarbeiter, der gegenüber den Gesundheitsbehörden falsche Angaben gemacht hatte.Wie der Regierungschef von South Australia, Steven Marshall, mitteilte, hatte der infizierte Pizzeria-Mitarbeiter zunächst behauptet, er sei nur als Gast in der Pizzeria gewesen.

Weil die Behörden daher zunächst keine Erklärung für die Corona-Fälle im Umfeld der Pizzeria fanden – und zwischenzeitlich sogar einen möglicherweise kontaminierten Pizzakarton verdächtigten – verhängten sie den Lockdown, um den Ausbruch einzudämmen.Ursprünglich sollten in ganz South Australia sechs Tage lang Schulen, Restaurants und Fabriken geschlossen bleiben.

Menschenleer: die Rundle Street in Adelaide, South Australia, am 19. November 2020. 
Menschenleer: die Rundle Street in Adelaide, South Australia, am 19. November 2020. 
Bild: Keystone

Die Menschen wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Sogar Sport im Freien wurde untersagt.Seitdem wurde bei zehntausenden Virustests keine neue Übertragung außerhalb des Pizzeria-Clusters mehr festgestellt. Die Behörden grenzen den Ausbruch daher nun auf insgesamt 25 Ansteckungsfälle ein. Der Pizzeria-Mitarbeiter habe die Corona-Kontaktverfolger der Behörden wohl «absichtlich in die Irre geführt», sagte Marshall.

Mit strafrechtlichen Konsequenzen muss er demnach aber nicht rechnen.Erst Anfang November hatte Australien verkündet, erstmals seit fast fünf Monaten keine Neuinfektionen mehr registriert zu haben. Wegen der Corona-Pandemie galten in Australien extrem strenge Auflagen. Insgesamt ist Australien bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Bei einer Einwohnerzahl von 25 Millionen Menschen wurden mehr als 27'700 Corona-Infektionen und mehr als 900 Todesfälle verzeichnet.

10.55 Uhr: Wie flirten in Corona-Zeiten?

10.30 Uhr: Zoo von Dublin sammelt über zwei Millionen ein

«In unseren wildesten Träumen hätten wir nicht gedacht, dass wir es schaffen – ganz zu schweigen davon, wie schnell es ging», freuen sich die Macher des Dubliner Zoos. Weil der irische Tierpark wegen der Pandemie vor dem Ruin steht, hat sich der Zoo an die Öffentlichkeit gewandt.

Der Erfolg ihres Fundraising-Aufrufs hat die Organisatoren selbst überrascht: Das Ziel, eine Million Euro einzusammeln, wurde bereits nach zwölf Stunden erreicht. «Ihre gütigen Botschaften und grosszügigen Spenden haben heute das gesamte Team des Dubliner Zoos vollkommen überwältigt», freut sich der Tierpark.

Ein Monat Zoobetrieb kostet die Iren rund 500'000 Euro. Keine 24 Stunden nach Aufschaltung des Aufrufs sind bereit knapp 1,9 Millionen Euro zusammengekommen, was 2,05 Millionen Franken entspricht. Über 26'000 Menschen haben für den Zoo gespendet.

10 Uhr: Alle 17 Sekunden tötet Covid-19 einen Europäer

Die USA sind von der Pandemie schwer getroffen – siehe unten. Jede Minute stirbt dort ein Patient an Covid-19. Doch Europa hängt Uncle Sam in diesem Punkt locker ab: Hier erliegt alle 17 Sekunden ein Mensch der Krankheit, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO.

«Europa ist für 28 Prozent der globalen Fälle und 26 Prozent der Toten verantwortlich», sagte Europa-Direktor Hans Kluge. «Letzte Woche hatten wir 29'000 neue Covid-Fälle. Dass ist ein Opfer alle 17 Sekunden.» Vergangene Woche seien die Todesfälle um 18 Prozent angestiegen.

Wie ausgestorben: die Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand am 19. November. 
Wie ausgestorben: die Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand am 19. November. 
Bild: Keystone

Neuerliche Massnahmen wie die Lockdowns in Grossbritannien, Frankreich oder Spanien zeigten jedoch Wirkung: Mit 1,8 Millionen wöchentlichen Neuinfektionen sei die Rate bereits um 10 Prozent gesunken. Deshalb dürfe man nun aber nicht nachlassen: «Zu oft sehen wir die negativen Auswirkungen einer zu schnellen Lockerung», zitiert der «Telegraph» Kluge.

9.27 Uhr: Rekord bei Neuinfektionen in den USA

Die USA haben innerhalb weniger Tage erneut einen Höchststand bei den Coronavirus-Neuinfektionen verzeichnet. Am Donnerstag meldeten die Behörden binnen 24 Stunden 187'833 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Freitagmorgen (MEZ) hervorging.

Der bislang höchste Wert war am vergangenen Freitag registriert worden, als mehr als 177'000 Neuinfektionen gemeldet wurden. Auch die Zahl der Toten im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion stieg weiter rapide an: Mit 2015 neuen Todesfällen wurde am Donnerstag seit Anfang Mai erstmals wieder die 2000er-Marke überschritten. Der höchste Wert an einem Tag wurde am 15. April mit 2609 Toten erreicht.

Erst am Mittwoch hatten die USA nach Angaben der JHU die Viertelmillion-Marke bei der Zahl der Toten überschritten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 252'000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 – mehr als in jedem anderen Land der Welt. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 11,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

9.05 Uhr: Swiss Re sieht sich trotz Corona auf Wachstumskurs

Der Rückversicherer Swiss Re sieht sich trotz der Corona-Pandemie auf Wachstumskurs und ortet bessere Marktbedingungen. Der Konzern bestätigte am Freitag vor dem Investorentag die Finanzziele und Prioritäten im Kapitalmanagement.

Im Fokus stehe eine erstklassige Kapitalausstattung und eine konstante oder höhere Dividende, teilte die Swiss Re vor dem Onlinetreffen mit den Investoren mit. «Wir sind für die Zukunft aller unserer Geschäftsbereiche zuversichtlich, denn die zugrunde liegende Ertragskraft der Gruppe entwickelt sich positiv», erklärte Konzernchef Christian Mumenthaler im Communiqué.

Dank der Rückstellungen gehe man davon aus, dass sich die Pandemie nur auf die Ertragskraft und nicht auf die Kapitalstärke der Gruppe auswirken werde. Die Risikoexponierungen würden sich künftig verringern, sagte Mumenthaler: «Wir fokussieren uns darauf, unsere Finanzziele zu erreichen.»

8.10 Uhr: Armeedecken für frierende Schüler

Weil Aerosole in Innenräumen eine besonders hohe Infektionsgefahr mit dem Coronavirus darstellen, müssen vor allem auch die Schulen in der Schweiz regelmässig und richtig lüften. Das Bundesamt für Gesundheit hat dazu erst gestern ein Video veröffentlicht, das unter anderem darauf verweist, dass regelmässig die Fenster aufgerissen gehören.

In der kalten Jahreszeit führt das allerdings auch dazu, dass die Temperatur in den Klassenzimmern deutlich sinkt. Am Basler Gymnasium Leonhard werden die Fenster derzeit alle 15 Minuten geöffnet. Schüler hätten sich daraufhin an einer Delegiertenversammlung beklagt, dass es deshalb sehr kalt in den Klassenzimmern sei, wie «20 Minuten» berichtet.

Pragmatisch auf das Problem reagierte demnach der Rektor der Schule Christian Döbeli. Er fragte beim Zeughaus an, ob dieses Decken zur Verfügung stellen könne. Er erklärte, das Ganze sei unbürokratisch abgelaufen: «Die Decken waren eigentlich innert eines Telefonats organisiert.» Nachdem er dann noch ein Transportunternehmen gefunden habe, welches sogar kostenlos geliefert habe, verfüge die Schule nun über sechs Paletten mit insgesamt 600 Militärdecken. Diese sollen nun an die frierenden Schüler verteilt werden.

7.22 Uhr: Massentest in Südtirol startet offiziell

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus startet die Landesregierung im norditalienischen Südtirol heute einen kostenlosen Corona-Massentest. Die Aktion unter dem Motto «Südtirol testet» läuft über drei Kerntage. Die Provinz Bozen-Südtirol hofft, dass bis Sonntag rund zwei Drittel der Bürger an den Antigen-Schnelltests teilnehmen. Das wären etwa 350'000 Menschen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die kleine Alpen-Provinz, die ein beliebtes Reiseziel ist, geht damit in Italien einen Sonderweg.

Mit der Aktion sollen möglichst viele Träger des Coronavirus ohne Symptome von ihrer Infektion erfahren. Wer ein positives Testergebnis bekommt, aber beschwerdefrei ist, soll sich zehn Tage zu Hause isolieren. Experten vermuten, dass viele Corona-Ansteckungen durch Menschen passieren, die nichts von ihrer Infektion mit Sars-CoV-2 wissen.

Den Abstrich können Männer, Frauen und Kinder ab dem Alter von fünf Jahren vornehmen lassen. Dafür gibt es knapp 200 Teststandorte in den Gemeinden. Das jeweilige Ergebnis soll nach spätestens einer halben Stunde vorliegen. Die Bürger könnten es sich per E-Mail oder Kurzmitteilung aufs Handy schicken lassen.

Die Autonome Provinz gehört in Italien wegen der hohen Corona-Zahlen zu den «roten Zonen» mit besonders strengen Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen sollen ihre Häuser nur verlassen, wenn sie etwa zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen müssen. Am Donnerstag hatten die Behörden über fast 700 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden berichtet.

7.13 Uhr: Pence sieht USA in Pandemie auf gutem Weg 

Der amtierende US-Vizepräsident Mike Pence sieht die USA trotz der dramatisch steigenden Corona-Fallzahlen in der Pandemie auf einem guten Weg. «Die Fälle und die Positivrate steigen im ganzen Land. Aber wir nähern uns diesem Moment mit der Zuversicht der Erfahrung und wir wissen, dass das amerikanische Volk weiss, was zu tun ist», sagte Pence am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der Corona-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses. Der amtierende Präsident Donald Trump war nicht dabei.

«Amerika war noch nie so gut auf die Bekämpfung dieses Virus vorbereitet wie heute», fügte Pence mit Blick auf die Ausweitung der Testungen, die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung und die Fortschritte bei den Impfstoffen, die schon in wenigen Wochen für besonders gefährdete Menschen bereitstehen könnten, hinzu.

5.35 Uhr: Deutschland meldet neuen Infektionsrekord

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23'648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 1'000 mehr als am Vortag. Damit ist heute ein neuer Höchststand erreicht worden. Am Freitag vor einer Woche war mit 23'542 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat grosse Hoffnungen auf eine schnelle Zulassung eines Corona-Impfstoffes gemacht. Merkel rechnet schon im Dezember oder «sehr schnell nach der Jahreswende» mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Europa, wie sie am Donnerstagabend nach Video-Beratungen der EU-Staats- und Regierungschefs sagte. Zudem wollen die EU-Staaten gemeinsame Standards für die schnellen Antigen-Tests festlegen und sich bei der Handhabe der Coronamassnahmen um die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage abstimmen.

5.25 Uhr: WHO rät von Remdesivir ab

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät einem Bericht zufolge vom Einsatz des einst vielversprechenden Medikaments Remdesivir bei Covid-19-Erkrankungen ab. Nach eingehender Prüfung sei ein Expertengremium der WHO zu diesem Schluss gekommen.

Das Mittel habe keinen bedeutenden Einfluss auf die Sterblichkeit oder andere wichtige Wirkungen auf Patienten, wie den Bedarf künstlicher Beatmung oder die Zeit bis zu einer Besserung, schrieb die Fachzeitschrift «British Medical Journal» in einem am Freitag veröffentlichten Artikel. Es sei zudem noch nicht ausgeschlossen, dass das Medikament auch Schaden anrichten könnte. Dazu kämen die Kosten. Die Erkenntnisse ergaben sich aus einer von der WHO koordinierten Studie mit Tausenden Patienten in fast 500 Kliniken in mehr als 30 Ländern. Der Einsatz in Spitälern werde somit nicht empfohlen, hiess es in dem Beitrag weiter.

Remdesivir war vom US-Pharmakonzern Gilead ursprünglich zur Bekämpfung des Ebola-Virus entwickelt worden. Nach Ausbruch der weltweiten Coronavirus-Pandemie galt es eine Zeit lang als Hoffnungsträger im Kampf gegen Covid-19.

4.20 Uhr: USA geben grünes Licht für Schnelltest zu Hause

In 30 Minuten können US-Käufer eines Coronatests für zu Hause künftig erfahren, ob sie positiv oder negativ sind. Allerdings ist der Test zunächst nur auf Verschreibung eines Arztes erhältlich.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals einen Coronatest für den Hausgebrauch zugelassen. Der Testkit des US-Herstellers Lucira Health habe eine Notfall-Zulassung bekommen, teilte die FDA mit.

«Diese neue Test-Möglichkeit ist ein wichtiger Diagnose-Fortschritt, um die Pandemie zu bekämpfen und die öffentliche Last der Krankheitsübertragung zu reduzieren», sagte FDA-Chef Stephen Hahn. Der Test, der auf Erbgut des Erregers Sars-CoV-2 reagiert, sei im Hausgebrauch für Menschen ab 14 Jahren geeignet und zunächst nur auf Verschreibung eines Arztes erhältlich. Bei Experten stösst das Verfahren auf Skepsis – vor allem, weil Laien die Proben entnehmen.

Wer den Test nutzt, muss mit einem Stäbchen eine Probe aus der Nase entnehmen, dieses dann in ein Röhrchen legen und das Röhrchen wiederum in einem Testmodul befestigen. In maximal 30 Minuten zeige das Display des Testmoduls dann ein positives oder negatives Ergebnis an.

Laut Hersteller ist der Test zuverlässig: Im Vergleich zu einem anderen von der FDA zugelassenen Verfahren habe er 94 Prozent der Sars-CoV-2-Infektionen und 98 Prozent der coronafreien Proben richtig zugeordnet. Auf den Markt kommen soll der Test demnach in Florida und Kalifornien in der nahen Zukunft und landesweit im Frühling.

4 Uhr: Schneller Impfstoff kein Grund zur Sorge

Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci hat Bedenken zurückgewiesen, wonach die Entwicklung der Corona-Impfstoffe zulasten der Verträglichkeit und Wirksamkeit beschleunigt worden sein soll. «Die Geschwindigkeit des Prozesses hat die Sicherheit in keiner Weise kompromittiert», sagte Fauci am Donnerstag (Ortszeit) im Weissen Haus. Auch die wissenschaftliche Integrität sei nicht beeinträchtigt worden. Die Daten der Studien zu den Impfstoffen seien von unabhängigen Experten beurteilt worden, die niemandem etwa schuldeten, auch «nicht der Regierung».

Es gebe in dieser Hinsicht keinen Grund zur Sorge, betonte Fauci. «Das ist wirklich solide.» Sobald die Anträge auf eine Notfallgenehmigung für die Impfstoffe eingingen, würde die zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) alles «sehr sorgfältig» überprüfen. Der Immunologe ist ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses. Experten befürchten, dass manche Menschen dem Impfstoff wegen der beschleunigten Entwicklung und politischen Debatten skeptisch gegenüberstehen könnten.

0.05 Uhr: Nächtliche Ausgangssperre in Kalifornien

Kalifornien führt wegen steigender Corona-Zahlen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ein. Ab 22 Uhr bis 5 Uhr sollen die Bewohner zu Hause bleiben. Dies gab der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom am Donnerstag (Ortszeit) bekannt. Die Anordnung soll am Samstag in Kraft treten und vorerst einen Monat gelten. Betroffen sind die meisten Bezirke des Westküstenstaates mit stark ansteigenden Corona-Zahlen. In Kalifornien leben knapp 40 Millionen Menschen. Für gut 94 Prozent der Bevölkerung gilt nun diese strikte Auflage.

Zurück zur Startseite

Agenturen/red