William Neil McCasland verschwindet am 27. Februar in Albuquerque, New Mexico: Der frühere Generalmajor der US Air Force war ein Spezialist für Antriebssysteme und verlässt sein Haus nur mit einem Revolver, während er Schlüssel und Handy zurücklässt.
Am 16. Februar fallen am Morgen um 6.10 Uhr Schüsse in Llano in Kalifornien: Carl Grillmair wird auf der Veranda seines Hauses erschossen. Der 67-Jährige hat als Astrophysiker am California Institute of Technology geforscht und eng mit der Nasa zusammengearbeitet.
Nuno Loureiro wurde in Portugal geboren: Der Physiker hat als Plasma-Experte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gelehrt und war seit 2024 Direktor des MIT Plasma Science and Fusion Centers. Er wurde am Abend des 15. Dezember 2025 im Foyer seines Apartments in Brookline, Massachusetts von mehreren Kugeln getroffen und verstirbt am Tag danach im Spital. Sein Tod wird mit einer Schiesserei an der Brown University in Providence, Rhode Island am 13. Dezember in Verbindung gebracht: Der mutmassliche Täter Cláudio Valente richtet sich am 16. Dezember selbst.
Jason Thomas hat ab 2010 im US-Bundesstaat Massachusetts für den Schweizer Pharma-Riesen Novartis gearbeitet und ist bis zum Associate Director of Chemical Biology aufgestiegen. Er liess sich mit seiner Frau in Wakefield nieder, wo er am 12. Dezember 2025 zuletzt gesehen wird. Sein Handy, die Schlüssel und das Auto bleiben zuhause. Die Leiche des 45-Jährigen wird Mitte März 2026 im See Quannapowitt in Massachusetts entdeckt.
Steven Garcia ist beim Kansas City National Security Campus im Bundesstaat Missouri für nicht-nukleare Komponenten verantwortlich, die in der Rüstungsindustrie genutzt und in Atomwaffen verbaut werden. Der 48-Jährige verschwindet am 28. August 2025 in seinem Wohnort Albuquerque, New Mexico, wo er Schlüssel, Portemonnaie und Handy zurücklässt. Bilder einer Überwachungskamera zeigen ihn zuletzt mit einer Flasche Wasser und einer Waffe in der Hand.
Melissa Casias hat zusammen mit ihrem Mann Mark beim Los Alamos National Laboratory im US-Bundesstaat New Mexico gearbeitet. Am 26. Juni 2025 fährt sie mit ihrem Mann zur Arbeit, muss aber noch einmal nach Hause. Gegen Mittag verliert sich ihre Spur: Ihr Auto, ihr Schlüssel und ihre Handys werden zuhause entdeckt. Melissa Casias ist seither verschwunden.
Monica Reza war am Los Alamos National Laboratory im Bundesstaat New Mexico angestellt. Die 60-Jährige kommt aus der Materialforschung und hat Superlegierungen für die Raumfahrt entwickelt. Am 22. Juni 2025 geht sie im Angeles National Forrest in Kalifornien wandern – und verschwindet. Eine Suchaktion bleibt erfolglos.
Auch Anthony Chavez hat bis zu seiner Pension 2017 im Los Alamos National Laboratory im Bundesstaat New Mexico gearbeitet, das wegen des Manhattan-Projekts 1943 gegründet worden ist. Der 78-Jährige verschwindet am 8. Mai 2025 spurlos. Sein Portemonnaie, Handy und die Schlüssel bleiben in seinem Haus in Los Alamos zurück.
Frank Werner Maiwald stammt aus Deutschland und war viele Jahre Ingenieur im Jet Propulsion Laboratory der Nasa. Er starb am 4. Juli 2024 im Alter von 61 Jahren in Los Angeles, Kalifornien. Die Todesursache ist nicht bekannt.
Michael David Hicks wurde am 30. Juli 2023 zuhause in Sunland, Kalifornien, tot aufgefunden. Zur Ursache ist nichts bekannt. Der 59-Jährige hat von 1998 bis 2002 im Jet Propulsion Laboratory der Nasa gearbeitet und später bei den Dawn- und Deep-Space-1-Missionen mitgewirkt sowie Asteroiden erforscht.
Amy Eskridge hat Antischwerkraft-Antriebe und elektrostatische Antriebe erforscht, bevor die 34-Jährige am 11. Juni 2022 in Huntsville, Alabama, starb. Sie soll sich selbst erschossen haben.
Rätsel um verschwundene oder gestorbene Expert*innen in den USA
William Neil McCasland verschwindet am 27. Februar in Albuquerque, New Mexico: Der frühere Generalmajor der US Air Force war ein Spezialist für Antriebssysteme und verlässt sein Haus nur mit einem Revolver, während er Schlüssel und Handy zurücklässt.
Am 16. Februar fallen am Morgen um 6.10 Uhr Schüsse in Llano in Kalifornien: Carl Grillmair wird auf der Veranda seines Hauses erschossen. Der 67-Jährige hat als Astrophysiker am California Institute of Technology geforscht und eng mit der Nasa zusammengearbeitet.
Nuno Loureiro wurde in Portugal geboren: Der Physiker hat als Plasma-Experte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gelehrt und war seit 2024 Direktor des MIT Plasma Science and Fusion Centers. Er wurde am Abend des 15. Dezember 2025 im Foyer seines Apartments in Brookline, Massachusetts von mehreren Kugeln getroffen und verstirbt am Tag danach im Spital. Sein Tod wird mit einer Schiesserei an der Brown University in Providence, Rhode Island am 13. Dezember in Verbindung gebracht: Der mutmassliche Täter Cláudio Valente richtet sich am 16. Dezember selbst.
Jason Thomas hat ab 2010 im US-Bundesstaat Massachusetts für den Schweizer Pharma-Riesen Novartis gearbeitet und ist bis zum Associate Director of Chemical Biology aufgestiegen. Er liess sich mit seiner Frau in Wakefield nieder, wo er am 12. Dezember 2025 zuletzt gesehen wird. Sein Handy, die Schlüssel und das Auto bleiben zuhause. Die Leiche des 45-Jährigen wird Mitte März 2026 im See Quannapowitt in Massachusetts entdeckt.
Steven Garcia ist beim Kansas City National Security Campus im Bundesstaat Missouri für nicht-nukleare Komponenten verantwortlich, die in der Rüstungsindustrie genutzt und in Atomwaffen verbaut werden. Der 48-Jährige verschwindet am 28. August 2025 in seinem Wohnort Albuquerque, New Mexico, wo er Schlüssel, Portemonnaie und Handy zurücklässt. Bilder einer Überwachungskamera zeigen ihn zuletzt mit einer Flasche Wasser und einer Waffe in der Hand.
Melissa Casias hat zusammen mit ihrem Mann Mark beim Los Alamos National Laboratory im US-Bundesstaat New Mexico gearbeitet. Am 26. Juni 2025 fährt sie mit ihrem Mann zur Arbeit, muss aber noch einmal nach Hause. Gegen Mittag verliert sich ihre Spur: Ihr Auto, ihr Schlüssel und ihre Handys werden zuhause entdeckt. Melissa Casias ist seither verschwunden.
Monica Reza war am Los Alamos National Laboratory im Bundesstaat New Mexico angestellt. Die 60-Jährige kommt aus der Materialforschung und hat Superlegierungen für die Raumfahrt entwickelt. Am 22. Juni 2025 geht sie im Angeles National Forrest in Kalifornien wandern – und verschwindet. Eine Suchaktion bleibt erfolglos.
Auch Anthony Chavez hat bis zu seiner Pension 2017 im Los Alamos National Laboratory im Bundesstaat New Mexico gearbeitet, das wegen des Manhattan-Projekts 1943 gegründet worden ist. Der 78-Jährige verschwindet am 8. Mai 2025 spurlos. Sein Portemonnaie, Handy und die Schlüssel bleiben in seinem Haus in Los Alamos zurück.
Frank Werner Maiwald stammt aus Deutschland und war viele Jahre Ingenieur im Jet Propulsion Laboratory der Nasa. Er starb am 4. Juli 2024 im Alter von 61 Jahren in Los Angeles, Kalifornien. Die Todesursache ist nicht bekannt.
Michael David Hicks wurde am 30. Juli 2023 zuhause in Sunland, Kalifornien, tot aufgefunden. Zur Ursache ist nichts bekannt. Der 59-Jährige hat von 1998 bis 2002 im Jet Propulsion Laboratory der Nasa gearbeitet und später bei den Dawn- und Deep-Space-1-Missionen mitgewirkt sowie Asteroiden erforscht.
Amy Eskridge hat Antischwerkraft-Antriebe und elektrostatische Antriebe erforscht, bevor die 34-Jährige am 11. Juni 2022 in Huntsville, Alabama, starb. Sie soll sich selbst erschossen haben.
Zwischen Juni 2022 und April 2026 sind mindestens elf Forschende in den USA gestorben oder verschwunden, die mit der Nasa oder dem Militär zu tun hatten. Nun untersuchen die Behörden, ob es Zusammenhänge gibt.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Seit Juni 2022 ist eine Reihe von Forschenden in den USA verschwunden oder verstorben.
- Weil sie mit dem Militär oder der Raumfahrt zu tun hatten, gibt es nun viele Spekulationen und Verschwörungstheorien.
- Nun sorgt sich die Politik um die nationale Sicherheit: Eine offizielle Untersuchung durch US-Behörden wurde eingeleitet.
- Das ist an den Gerüchten über die Forschenden dran.
Eigentlich haben sich die Journaille und der Präsident im Oval Office versammelt, weil Donald Trump ein paar Dekrete unterzeichnet, während einige Republikaner*innen hinter ihm Spalier stehen. Peter Doocy von «Fox News» fragt den 79-Jährigen dabei nach einem Thema, das anmutet wie von einem anderen Stern.
«Es gibt diese Wissenschaftler, die Zugang zu geheimen Material hatten. Sie werden entweder vermisst oder sind tot. Wurden Sie darüber unterrichtet, ob diese Fälle zusammenhängen?», fragt der Reporter. «Ja, das wurde ich», antwortet Trump.
Was ist passiert? Es geht um Forschende, die mit der Nasa und dem Militär zusammengearbeitet haben – und die das Schicksal hart getroffen hat: Sie sind entweder gestorben oder verschwunden. Mitte April kündigt die Sprecherin des Weissen Hauses an, dass diese Fälle untersucht werden.
DOOCY: All these scientists who have access to classified materials who are missing or dead. Are these cases connected?
TRUMP: We have a lot of scientists. Ten is a lot, but it's a very small number compared to -- we have a lot of scientists
[image or embed]
— Aaron Rupar (@atrupar.com) 30. April 2026 um 21:37
Fälle sollen ganzheitlich geprüft werden
«Das Weisse Haus arbeitet aktiv mit allen relevanten Behörden und dem FBI zusammen, um alle Fälle ganzheitlich zu prüfen und mögliche Gemeinsamkeiten zu identifizieren», teilt Karoline Leavitt am 17. April auf X mit. «Dabei werden wir nichts unversucht lassen und das Weisse Haus wird Updates geben, sobald wir etwas wissen.»
Auch der Kongress wird aktiv: Das Committee on Oversight and Government Reform kündigt drei Tage später an, der Sache ebenfalls auf den Grund gehen zu wollen. «Wenn die Berichte zutreffen, können diese Todesfälle und das Verschwinden von Personen eine ernste Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA und für US-Personal mit Zugang zu wissenschaftlichen Geheimnissen darstellen», schreibt das Kommitee.
Und was sagt Trump zur Causa? «Wir haben viele Forschende», erklärt der New Yorker dem Reporter Peter Doocy. «Zehn [Betroffene] sind viel, aber es ist vergleichsweise eine sehr kleine Zahl. Es gibt hunderttausende Forschende. Wir haben uns zum Teil sehr traurige Fälle angesehen: Einige waren sehr krank. Einige haben diese Erde aus freien Stücken verlassen. Einige hatten andere Dinge.»
Womit Trump recht hat
Eine Verbindung zwischen den Personen habe bisher nicht festgestellt werden können, doch die Ermittlungen gingen weiter, so der Präsident. Inzwischen geht es auch um mehr als zehn Personen – doch Trump hat recht: Statistisch gesehen fallen diese Fälle mit Blick auf die Vielzahl von Forschenden nicht ins Gewicht.
Die Verschwörungstheorien über die Forschenden beginnen im Januar dieses Jahres mit Video-Podcaster Daniel Liszt, der ein längliches Video fabriziert, in dem er über den «mysteriösen Tod des MIT-Plasmaphysikers Nuno Loureiro durch einen möglicherweise bewusstseinskontrollierten Attentäter namens Claudio Valente» spricht und mit UFOs in Zusammenhang bringt.
Nuno Loureiro wurde Mitte Dezember in Brookline, Massachusetts, erschossen – siehe Bildergalerie ganz oben. In Februar greift die frühere Mommy-Bloggerin Jessica Reed Kraus den Fall auf – und bringt ihn mit dem Mord an Carl Grillmair in Verbindung, der acht Wochen nach Loureiro auf der Veranda seines Hauses in Llano in Kalifornien erschossen wurde.
Mainstream-Medien greifen das Thema auf
«Ich habe Quellen, die sich besonders für das UFO-Zeug interessieren, und die haben normalerweise mit allem Recht», sagt Kraus dem linken Sender CNN auf Nachfrage. Im März geht ein entsprechender Post von Kraus viral – und weckt das Interesse der Medien. Bald entdeckt die Amerikanerin weitere Fälle wie den von William Neil McCasland, der in New Mexico beim Wandern verschwunden ist.
Am 22. März berichtet das britische Revolverblatt «Daily Mail»: «Rätsel um fünf vermisste Wissenschaftler lässt Amerika erschauern». Einen Tag später erweitert der rechte Sender «NewsNation» das Portfolio um das Verschwinden von Monica Jacinto Reza, die ebenfalls beim Wandern verschwunden ist – und schreibt von einem «UFO-Mysterium».
Former U.S. Admiral Tim Gallaudet claims aliens are observing humans, a claim emerging as questions swirl about 11 missing and dead scientists tied to UFO research and Donald Trump teases the imminent release of UFO files, illustrating public … #aliens #may2026 #ovni #uap #ufo #ufosky #usa #wionews
[image or embed]
— ufo-uap.news (@ufo-uap-news.bsky.social) 2. Mai 2026 um 21:08
Nun springen auch grössere Sender wie «Fox News», Publikationen wie die «New York Post» und «Newsweek« oder Podcaster Joe Rogan auf den Zug auf – und weitere Forschende werden dem Thema zugeordnet. Am 20. April teilt die Nasa mit Blick auf die eingeleiteten Ermittlungen auf X mit, sie kooperiere mit den Behörden.
«Neil hat keine besonderen Kenntnisse über die ET-Leichen»
Es gibt jedoch auch Gegenwind. Eine Kritik lautet, dass Fälle miteinander verbunden werden, die nichts miteinander zu tun hätten. Etwa bei Michael David Hicks, der im Juli 2023 tot zuhause aufgefunden wurde. Der Spezialist für Kometen und Asteroiden hatte medizinische Probleme, erklärt seine Tochter Julia.
«Ich verstehe den Zusammenhang zwischen dem Tod meines Vaters und den anderen vermissten Wissenschaftlern nicht«, sagt sie CNN. «Ich kann nicht anders, als darüber zu lachen, aber gleichzeitig wird es ernst.» Auch die Witwe McCasland widerspricht sarkastisch: «Neil hat keine besonderen Kenntnisse über die ET-Leichen und Trümmer des Roswell-Absturzes.»
That question from the Fox News guy is nonsense conspiracy theory fear-mongering. Some of the "scientists" on the list aren't even scientists at all. One was an admin. assistant (Melissa Casias), another a custodian (Steven Garcia). 🙄
It's really stupid stuff.
www.newsweek.com/missing-dead...
[image or embed]
— The Tim (@angryoldtim.bsky.social) 30. April 2026 um 23:35
Zweideutig ist der Fall von Amy Eskridge, die bereits im Juni 2022 gestorben ist. Die Expertin für Antischwerkraft-Antriebe hat sich offiziell selbst das Leben genommen. «NewsNation» zitiert jedoch einen Freund, der sagt, die Forscherin habe um ihr Leben gefürchtet – und eine SMS geschrieben, in der gestanden haben soll: «Wenn du einen Bericht siehst, dass ich mich umgebracht habe, dann habe ich das ganz sicher nicht getan.»
Witwe nennt Gerüchte «absoluten Unsinn»
Ihre Familie berichtet dagegen CNN, Eskridge habe unter chronischen Schmerzen gelitten: «Die Menschen sollten erkennen, dass auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sterben und nicht zu viel daraus machen», heisst es von ihrer Seite.
Im Fall der tödlichen Schüsse auf Nuno Loureiro ist der Täter bekannt – und auch bei Carl Grillmair ist der Fall klar, erklärt Witwe Louise der BBC: «Das ist absoluter Unsinn. Es gibt die Fakten, und die sind da draussen.» In der Sache wurde Freddy Snyder angeklagt, mit dem der Forscher schon früher aneinandergeriet. Der 29-Jährige war wohl auf Rache aus.
«Es ist typisch für diese Art von Listen«, erklärt Jesse Walker, der Autor von «The United States of Paranoia: A Conspiracy Theory», gegenüber «El Pais»: «Es gibt eine Menge angeblich mysteriöser Todesfälle, aber wenn man sie genau untersucht, stellt man fest, dass es nur zwei wirklich rätselhafte Fälle gibt und der Rest ohne viel Sinn aufgenommen wurde.»
Ähnlich denkt der Chefreaktor des Magazins «The Sceptic»: Dass Personen wie Forscherin Monica Reza beim Wandern in riesigen Wäldern verschwinden, könne schon mal vorkommen, schreibt Michael Shermer. «Dort werden jedes Jahr Leute vermisst.» Auch Selbstmord sei keine Ausnahme: 50'000 Menschen nehmen sich Jahr für Jahr in den USA das Leben.
Mehr Videos aus dem Ressort
«Welcome home» – Neue Aufnahmen zeigen: So wird die Artemis-II-Crew aus der Orion-Kapsel geborgen
Die spektakulären Bilder zeigen den entscheidenden Moment nach der bislang weitesten Reise von Menschen ins All: Die Luke der Orion-Kapsel öffnet sich – und die Artemis-II-Crew wird im Pazifik jubelnd empfangen.
15.04.2026