Geleakte Emails

US-Geheimdienstler vermuten Russland hinter Kampagne gegen Biden

dpa/SDA/uri

20.10.2020

Joe Biden im Wahlkampf: Hinter geleakten Emails, die den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten in Verruf bringen, steckt nach Meinung von US-Geheimdienstlern Moskau. (Archiv)
Bild: Keystone

Die «New York Post» bringt  Joe Biden mit angeblich unlauteren Geschäften seines Sohnes Hunter in Verbindung. Etliche US-Geheimdienstmitarbeiter vermuten jedoch Russland hinter der vermeintlichen Enthüllung.

Mehr als 50 ehemalige hochrangige US-Geheimdienstmitarbeiter sehen Russland hinter einer Kampagne gegen den Sohn des demokratischen Herausforderers bei der Präsidentenwahl, Joe Biden.

Die Veröffentlichung von E-Mails, die angeblich Bidens Sohn Hunter gehören sollen, wiesen «alle klassischen Merkmale einer russischen Informationsoperation auf», hiess es in einem Brief, den die Website «Politico» am Montag (Ortszeit) veröffentlichte.

Biden-Team weist Vorwürfe zurück

Hintergrund ist ein Bericht in der «New York Post», der Biden mit Geschäften seines Sohnes Hunter in der Ukraine in Verbindung zu bringen versuchte. Die Zeitung berichtete, eine E-Mail, die auf einem Notebook in einer Reparaturwerkstatt gefunden worden sei, deute auf ein Treffen von Joe Biden mit einem Geschäftspartner seines Sohnes im Jahr 2015 hin.

Ein Sprecher Bidens wies diesen Vorwurf zurück: «Wir haben Joe Bidens offizielle Zeitpläne aus dieser Zeit geprüft – und es gab nie ein Treffen, wie es von der «New York Post» behauptet wurde.»

Die früheren Geheimdienstmitarbeiter legten in ihrem Brief keine neuen Beweise vor. Sie gaben stattdessen an, ihre Erfahrung in Fragen der nationalen Sicherheit mache sie zutiefst misstrauisch. «Wenn wir recht haben, dann versucht Russland zu beeinflussen, wie die Amerikaner bei dieser Wahl abstimmen, und wir haben den festen Glauben, dass die Amerikaner sich dessen bewusst sein müssen.»

Ehemalige CIA-Direktoren unter den Unterzeichnern

Zu den Unterzeichnern gehören die ehemaligen CIA-Direktoren Leon Panetta, John Brennan und Mike Hayden sowie die ehemaligen Direktoren John McLaughlin und Michael Morell.

Der Kurznachrichtendienst Twitter unterband die Verbreitung von Weblinks zu dem Artikel der «New York Post». Das Unternehmen verwies zur Begründung auf Regeln gegen die Verbreitung von Informationen, die durch «Hacking» beschafft worden seien und private Daten enthielten.

«Sie versuchen, Biden zu schützen», sagte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch (Ortszeit) vergangener Woche bei einem Wahlkampfauftritt in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa.

In den USA wird am 3. November ein neuer Präsident gewählt. In landesweiten Umfragen führt Herausforderer Biden gegen Trump.

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