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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wetterte bei einem ungewöhnlichen Auftritt im vergangenen September vor der versammelte Militärführung über «fette Generäle».
Keystone/Andrew Harnik/Pool via AP
Disziplin und Kampfgeist im Militär hat Pentagonchef Hegseth schon oft beschworen – nun will er die Leistungsfähigkeit seiner Soldaten auch auf anderem Wege sicherstellen. Worum es dabei geht.
Ab dem Alter von 30 Jahren sollen in den USA künftig die Testosteronwerte von Soldaten getestet werden. Dies werde im Rahmen einer bereits bestehenden jährlichen Gesundheitsuntersuchung stattfinden, kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Video auf der Plattform X an. Für Soldaten unter 30 sei der Test freiwillig. Eine Behandlung wird demnach im Fall eines festgestellten Testosteronmangels empfohlen, ist jedoch keine Pflicht.
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Hegseth begründete die Massnahme damit, dass der «einzelne Kämpfer» immer der wichtigste taktische Vorteil der USA sein werde. Er sprach von einer «heiligen Pflicht», diesen Vorteil zu bewahren. Deshalb müsse man ständig nach neuen Wegen suchen, um die Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit der Soldaten zu optimieren, folgerte Hegseth. Mit den Tests soll ihm zufolge sichergestellt werden, dass sie über «die richtigen Testosteronwerte» verfügen, um Bestleistung zu erbringen. Der Pentagon-Chef verwies in dem Zusammenhang darauf, dass der Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter oft auf natürliche Weise sinke.
Zwar produzieren auch Frauen Testosteron, doch bei Männern liegt der Testosteronspiegel etwa zehn- bis zwanzigmal höher. Für Frauen gibt es bisher keine von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene Testosterontherapie.
An die Soldaten gewandt sagte Hegseth: «Bei dieser Initiative geht es nicht um künstliche Verbesserung, sondern darum, eure natürlichen Fähigkeiten wiederherzustellen und zu optimieren, (...), und sicherzustellen, dass ihr über die biologische Grundlage verfügt, die notwendig ist, um den Kampf durchzuhalten.»
Der Pentagon-Chef treibt seit seinem Amtsantritt Veränderungen in seinem Ministerium voran, das die US-Regierung inzwischen «Kriegsministerium» nennt. Immer wieder beschwört Hegseth einen Kriegerethos im Militär – genau wie das Idealbild eines traditionell männlichen Kämpfers.
Als Verteidigungsminister gibt sich Hegseth betont maskulin und spricht damit auch Kreise der sogenannten Manosphere an. Er trainiert regelmässig mit Soldatinnen und Soldaten. Unter seiner Führung wurden transgeschlechtliche Menschen vom Militärdienst ausgeschlossen. Zudem stellte er die Eignung von Frauen für Bodenkampfeinheiten infrage. Mehrfach stoppte Hegseth die Beförderung von Frauen in den Generals- und Admiralsrang – obwohl hochrangig besetzte Auswahlkommissionen sie zuvor ausgewählt hatten.
Im vergangenen Jahr verkündete er etwa neue Fitnessstandards. Wer die «körperlichen Standards auf männlichem Niveau für Kampfpositionen» nicht erfülle, sich nicht rasiere oder professionell aussehen wolle, für den sei es Zeit für eine neue Position oder einen neuen Beruf, hob er damals hervor.