Zoff im Repräsentantenhaus «Kann er mal das Maul halten?» – Anhörung von Trump-Minister läuft aus dem Ruder

Sven Ziegler

5.2.2026

Anhörung im US-Kongress eskaliert – Finanzminister Bessent liefert sich Wortgefechte mit Demokraten

Anhörung im US-Kongress eskaliert – Finanzminister Bessent liefert sich Wortgefechte mit Demokraten

Eigentlich sollte es um die Stabilität des amerikanischen Finanzsystems gehen. Doch eine Anhörung im Repräsentantenhaus gerät ausser Kontrolle.

05.02.2026

Eine Anhörung zur Stabilität des US-Finanzsystems kippt in ein Polit-Drama mit Zwischenrufen, Spitzen und offenen Drohungen. Im Zentrum: Trumps Finanzminister Scott Bessent.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Bei einer Anhörung des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus geriet Finanzminister Scott Bessent mit mehreren Demokraten in lautstarke Wortgefechte.
  • Maxine Waters unterbrach Bessent wiederholt mit «Ich nehme mir meine Zeit zurück» und rief dem Vorsitzenden zu: «Kann er mal das Maul halten?»

Eine Anhörung im US-Repräsentantenhaus gerät früh ausser Kontrolle. Eigentlich soll Finanzminister Scott Bessent den jährlichen Bericht zur Stabilität des Finanzsystems erläutern. Doch schon nach wenigen Minuten kippt der Ton.

Als die demokratische Abgeordnete Maxine Waters den Minister zu den Folgen der Zölle befragt, spricht Bessent ihr wiederholt ins Wort. Waters unterbricht ihn mehrfach mit dem Hinweis: «Ich nehme mir meine Zeit zurück.» Als das nichts bringt, wendet sie sich an den Ausschussvorsitzenden: «Können Sie ihn bitte zum Schweigen bringen? Kann er mal das Maul halten?»

Bessent reagiert scharf. «Können Sie ein Mindestmass an Würde wahren?», kontert der Finanzminister. Der Vorsitzende French Hill muss eingreifen. 

Auch danach bleibt der Umgang konfrontativ. Der Demokrat Stephen Lynch fordert eine klare Antwort auf die Frage, ob die Regierung Ermittlungen gegen grosse Konzerne zurückfahre. «Bitte antworten Sie auf meine Frage», sagt Lynch. Bessent entgegnet trocken: «Das hier kostet nur Ihre Zeit.»

«Seien Sie kein Handlanger Trumps»

Noch deutlicher wird der Schlagabtausch mit Joyce Beatty. Sie verlangt eine eindeutige Aussage dazu, ob Fördergelder für benachteiligte Regionen künftig für Wohnbauprojekte genutzt werden sollen. «Ja oder nein. Oder sagen Sie, dass Sie nicht antworten wollen», fordert Beatty. Bessent antwortet ausweichend. Beatty hält fest: «Dann soll das Protokoll festhalten, dass der Minister die Antwort verweigert.» Als Bessent erneut ansetzt, unterbricht sie ihn: «Nein. Nicht mit mir.»

Der emotionalste Moment folgt, als Gregory Meeks den Minister zu Berichten über das Krypto-Unternehmen der Trump-Familie befragt. Er will wissen, ob Bessent eine umfassende Untersuchung veranlassen werde. Bessent lenkt ab und greift Meeks persönlich an. Meeks reagiert wütend: «Hören Sie auf, den Präsidenten zu decken. Seien Sie kein Handlanger. Arbeiten Sie für das amerikanische Volk.»

Zwischendurch geht es auch um steigende Preise. Waters fragt direkt: «Sind Zölle inflationstreibend?» Bessent antwortet: «Nach 150 Jahren Daten der Notenbank von San Francisco verursachen Zölle keine Inflation.» Waters widerspricht und nennt höhere Preise für Alltagsgüter und Baumaterialien. Als sie erneut unterbrochen wird, ruft sie nochmals: «Können Sie ihn jetzt bitte zum Schweigen bringen?»

Am Ende der Anhörung zeigen sich die Abgeordneten sichtlich genervt. Der Demokrat Emanuel Cleaver sagt: «Das ist eine beschämende Anhörung.» Sein Parteikollege Juan Vargas verzichtet ganz auf seine Fragen und erklärt: «Das war nicht Ihr bester Tag.»

Republikanische Abgeordnete stellen sich hinter den Finanzminister. Andy Barr entschuldigt sich bei Bessent für den Ton der Sitzung und spricht von einer emotional entgleisten Debatte.