Trotz WaffenruheUSA und Iran beschiessen sich in Strasse von Hormus
SDA
8.5.2026 - 00:48
ARCHIV – Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Strasse von Hormus auf. Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
Keystone
Trotz Waffenruhe haben sich die USA und der Iran gegenseitig in der Strasse von Hormus beschossen. Zudem griff das US-Militär einzelne Ziele im Iran an. «US-Streitkräfte wehrten unprovozierte iranische Angriffe ab und reagierten mit Schlägen zur Selbstverteidigung», teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) der US-Streitkräfte auf der Plattform X mit. Das iranische Militär bestätigte Angriffe auf US-Kriegsschiffe und machte dafür wiederum US-Attacken auf einen iranischen Öltanker verantwortlich.
Keystone-SDA
08.05.2026, 00:48
08.05.2026, 07:45
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Centcom teilte weiter mit, die iranischen Angriffe seien abgewehrt worden, als Lenkwaffenzerstörer der US-Marine am Donnerstag die Strasse von Hormus in Richtung Golf von Oman durchquert hätten. Iranische Streitkräfte hätten mehrere Raketen abgefeuert und Drohnen sowie kleine Boote eingesetzt, als drei US-Schiffe die Meerenge passiert hätten.
Das US-Militär habe die Bedrohungen «neutralisiert» und iranische Militäreinrichtungen angegriffen, die für die Angriffe auf die US-Streitkräfte verantwortlich gewesen seien – darunter Raketen- und Drohnenabschussrampen, Kommando- und Kontrollzentren sowie Zentralen für Aufklärung und Überwachung, hiess es weiter. Es werde keine Eskalation angestrebt, man werde jedoch die US-Streitkräfte schützen.
Die Meerenge ist für die Weltwirtschaft unter anderem wegen der Exporte von Öl und Flüssiggas aus den Staaten am Persischen Golf von entscheidender Bedeutung. Der Iran hat die Schifffahrt in der Passage seit Kriegsbeginn mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen gebracht. Die USA wiederum haben inzwischen eine Blockade für Schiffe verhängt, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern.
Iran: USA haben Waffenruhe verletzt
Das iranische Militär warf den USA vor, die Waffenruhe verletzt zu haben. Das US-Militär habe einen iranischen Öltanker angegriffen, der von den Küstengewässern Irans in Richtung Strasse von Hormus unterwegs gewesen sei, zitierte der regierungstreue Sender Press TV das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya.
Das iranische Militär warf den USA laut Press TV weiter vor, zugleich mit Unterstützung «regionaler Länder» Luftangriffe auf zivile Gebiete entlang der Küste und der in der Strasse von Hormus gelegenen Insel Gheschm durchgeführt zu haben. Die iranischen Streitkräfte hätten umgehend reagiert und US-Militärschiffe östlich der Strasse von Hormus angegriffen.
Zuvor hatten iranische Medien mehrere Explosionen am Persischen Golf gemeldet. Seit gut einem Monat gilt eine Waffenruhe im Iran-Krieg. Die militärischen Spannungen sind jedoch nach wie vor hoch. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt, dass bald eine Einigung mit der Führung in Teheran erreicht werden könnte.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
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