Strittige Fragen bleiben offenUSA und Ukraine einigen sich auf neuen Friedensplan
Sven Ziegler
24.11.2025
Sollen über einen neuen Friedensplan diskutieren: Trump und Selenskyj.
sda
Die USA und die Ukraine haben laut «Financial Times» einen neuen, abgespeckten Friedensplan ausgearbeitet. Einige zentrale Streitfragen wurden bewusst ausgespart – nun sollen Präsident Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj entscheiden, wie es weitergeht.
Die Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg haben eine neue Wendung genommen. Wie die «Financial Times» unter Berufung auf Delegationsmitglieder berichtet, haben die USA und die Ukraine einen überarbeiteten Friedensentwurf zusammengestellt. Statt der bisher diskutierten 28 Punkte umfasst der neue Vorschlag nur noch 19.
Einige zentrale Streitfragen liessen die Unterhändler jedoch bewusst ungelöst. Diese Passagen seien «in Klammern» gesetzt worden, damit der amtierende US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj persönlich darüber befinden können, schreibt die Zeitung. Besonders sensibel seien Fragen zur territorialen Integrität der Ukraine sowie zum künftigen Verhältnis zwischen Nato, Russland und den USA.
Die ukrainische Seite betonte laut Bericht, dass sie nicht befugt sei, territoriale Zugeständnisse zu verhandeln. Eine Abgabe von Gebieten würde gemäss Verfassung ein nationales Referendum erfordern.
Weitere Details noch nicht öffentlich
Auffällig ist laut «Financial Times» auch, wie stark sich der neue Entwurf von früheren Versionen unterscheidet. Sergiy Kyslytsya, stellvertretender Aussenminister und Mitglied der ukrainischen Delegation, sagte gegenüber der Zeitung: «Wir haben eine solide Grundlage für Annäherung entwickelt und einige Punkte, bei denen wir kompromissbereit sind.»
Ein Beispiel für Veränderungen betrifft die geplante Stärke der ukrainischen Streitkräfte. In früheren Entwürfen war eine Reduktion auf 800'000 Soldaten vorgesehen. Die USA hätten nun jedoch zugestimmt, eine fixe Obergrenze – etwa bei 600'000 Soldaten – komplett zu streichen.
Auch die Diskussion um mögliche Straffreiheit für Kriegsverbrechen wurde angepasst. Der ursprüngliche Vorschlag sei so überarbeitet worden, dass er «den Klagen derjenigen Rechnung trägt, die im Krieg gelitten haben», erklärte Kyslytsya weiter.