Urlaub mit DatenpreisUSA verlangen bei Einreise wohl tiefe Einblicke ins Privatleben
Gabriela Beck
7.2.2026
Stehen Einreisende in die USA bald länger an? Hier am John F. Kennedy International Airport in New York City. (Archiv)
IMAGO/SOPA Images
Womöglich bereits ab Montag treten verschärfte US-Einreiseregeln in Kraft. Sie sorgen auch in der Schweiz für Verunsicherung. Das musst du wissen.
Agence France-Presse
07.02.2026, 15:00
07.02.2026, 15:39
Gabriela Beck
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Die USA planen verschärfte Einreiseregeln, nach denen Reisende unter anderem ihre Social-Media-Konten der letzten fünf Jahre sowie umfangreiche persönliche Kontakt- und Familiendaten angeben müssen.
Die US-Regierung begründet die Massnahmen mit nationaler Sicherheit.
Datenschützer und Kritiker warnen vor möglichen Fehlern im Verfahren und Eingriffen in die Privatsphäre.
Die Regelung könnte bereits ab Montag in Kraft treten.
Wer die USA besuchen will, muss seit Herbst mehr zahlen und künftig mehr persönliche Daten preisgeben. Nicht nur haben sich die Kosten für die ESTA-Registrierung für touristische oder geschäftliche Reisen von bis zu 90 Tagen von 21 Dollar auf 40,27 Dollar fast verdoppelt, Schweizer*innen und Bürger einer Reihe weiterer, eigentlich verbündeter Staaten müssen womöglich für Reisen in die USA auch ihre Online-Aktivitäten offenlegen. Die Regelung könnte ab Montag in Kraft treten.
Das sieht eine Anordnung des US-Heimatschutzministeriums vor, die im Dezember veröffentlicht worden war. Demnach sind Touristen verpflichtet, «ihre sozialen Medien der vergangenen fünf Jahre vorzulegen». Gemeint sind offenbar Nutzerkonten bei Plattformen wie X, Facebook oder Instagram, wie sie bereits bei Visa-Bewerbungen abgefragt werden.
Wo müssen die Angaben gemacht werden?
Touristen müssen die Informationen eingeben, wenn sie die elektronische Einreisegenehmigung ESTA beantragen. Voraussetzung ist nach den Vorgaben des «Visa Waiver»-Programms ein elektronischer Reisepass, der für die gesamte Dauer des Aufenthalts gültig ist. Einmal beantragt, ist die Esta-Genehmigung für zwei Jahre gültig. In diesem Zeitraum sind mehrfache Einreisen möglich. Die US-Behörden empfehlen, den Antrag mindestens 72 Stunde vor Reiseantritt zu stellen.
Was wird noch verlangt?
Auch deutlich umfangreichere persönliche Daten werden künftig abgefragt. Dazu gehören alle Telefonnummern des Reisenden der vergangenen fünf Jahre sowie die E-Mail-Adressen der vergangenen zehn Jahre. Darüber hinaus werden detaillierte Angaben zu Familienmitgliedern verlangt. Dazu zählen Geburtsdaten, Anschriften sowie Telefonnummern.
Was will die US-Regierung mit den Daten?
Die Regierung von Präsident Donald Trump begründet die verschärften Auflagen mit dem Schutz der USA «vor ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen der nationalen Sicherheit». Sie hatte aus diesem Grund bereits die Visa-Auflagen für Studierende oder Facharbeiter verschärft.
Wann tritt die Neuregelung in Kraft?
Womöglich bereits am Montag. In der Anordnung des US-Heimatschutzministeriums vom 10. Dezember war von einer 60-tägigen Einspruchsfrist die Rede, die am Sonntag ausläuft. Sofern die Neuregelung bis dahin nicht juristisch angefochten wird − etwa von Datenschützern − tritt sie in Kraft.
Die oppositionellen US-Demokraten sowie Wissenschaftler werfen der Trump-Regierung vor, mit der Durchleuchtung der Online-Aktivitäten Andersdenkende aus den USA fernhalten zu wollen. Bereits jetzt schaut sich die US-Regierung Onlinekonten ausländischer Studenten daraufhin an, welche Haltung sie etwa zu Israel haben.
Wozu raten Datenschützer?
Ein Sprecher der Bundesdatenschutzbeauftragten Louisa Specht-Riemenschneider sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe die Anpassung des ESTA-Programms «besorgt zur Kenntnis genommen». Reisende müssten «für sich individuell sorgfältig abwägen, ob sie für die Einreise bereit sind, US-Behörden Daten in diesem Umfang zu geben.» Mit mehr Informationen werde zudem die Auswertung komplexer. «Das kann zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit im ESTA-Prozess führen», warnte der Sprecher.
Trump zu rassistischem Post: Habe keinen Fehler gemacht
Rassismusvorwürfe: US-Präsident Donald Trump will sich für den Post auf seinem Social-Media-Account, der eine rassistische Darstellung von Ex-Präsident Barack Obama und dessen Frau Michelle als Affen enthielt, nicht entschuldigen. Die Schuld wird auf einen Mitarbeiter geschoben.