Das passierte in der Nacht USA wollen heute mit Hormus-Blockade beginnen – Ölpreise steigen

Agenturen/Redaktion blue News

13.4.2026

Gespräch gescheitert: Trump blockiert Strasse von Hormus

Gespräch gescheitert: Trump blockiert Strasse von Hormus

Teheran/Washington, 12.04.2026: Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind vorläufig gescheitert – US-Präsident Donald Trump hat daraufhin eine Seeblockade der Strasse von Hormus angekündigt. Die US-Marine werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen, teilt Trump auf der Plattform Truth Social mit. «Die Blockade wird in Kürze beginnen», schreibt er dazu. Die Streitkräfte seien auch angewiesen worden, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine «illegale Maut» entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schreibt Trump. Der Iran ist einer der grössten Ölproduzenten der Welt, und dementsprechend ist die Strasse von Hormus auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

13.04.2026

Die USA wollen iranische Häfen blockieren. Der Ölpreis übersteigt deshalb wieder die Marke von 100 US-Dollar. Und einige Tanker kehren vor der Strasse von Hormus wieder um. Das sind die Entwicklungen der vergangenen Stunden.

Agenturen/Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die USA wollen nach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen mit dem Iran heute mit einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten Blockade der Strasse von Hormus beginnen.
  • Der Iran gab sich jedoch unbeeindruckt.
  • Aus Sorge vor der US-Blockade meiden Öltanker neuen Daten zufolge bereits wieder die Strasse von Hormus.
  • Die Ölpreise sind am Montagmorgen wieder gestiegen.

Der Iran kontert die angekündigte US-Blockade der Strasse von Hormus mit Spott und Drohungen, während die Ölpreise wieder steigen. Die Blockade würde den USA Zeit verschaffen, Minen dort zu räumen und eine geschützte Passage für die Handelsschifffahrt einzurichten, schreibt das «Wall Street Journal». Erneute iranische Angriffe würden diese Mission jedoch schnell erschweren.

blue News fasst zusammen, was in der Nacht auf Montag (13.4.) passiert ist.

USA wollen heute mit Hormus-Blockade beginnen

Die USA wollen nach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen mit dem Iran heute mit einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten Blockade der Strasse von Hormus beginnen. Ab 16.00 Uhr MESZ werde die Passage für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen, kündigte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X an. Nach Informationen des «Wall Street Journal» erwägen Trump und seine Berater daneben, auch begrenzte Militärangriffee im Iran wieder aufzunehmen, um die festgefahrenen Gespräche wieder in Gang zu bringen.

Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten Centcom schrieb auf X weiter, die Seeblockade schliesse iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt. Niemand, der eine «illegale Maut» entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, hatte Trump zuvor auf Truth Social geschrieben.

Er hatte dem Iran ein Ultimatum gesetzt, den freien Schiffsverkehr wieder zu ermöglichen, und andernfalls mit Angriffen auf Kraftwerke und weitere Infrastruktur gedroht. Kurz vor Ablauf seiner Frist verständigten sich Washington und Teheran Mitte der Woche auf eine zweiwöchige Waffenruhe. Darauf folgten am Samstag direkte Verhandlungen der beiden Seiten unter Vermittlung Pakistans in Islamabad. Die endeten am frühen Sonntagmorgen allerdings ohne greifbares Ergebnis.

Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, ist unklar. Pakistans Aussenminister Ishaq Dar rief beide Seiten auf, an der Waffenruhe festzuhalten. Pakistan werde seine Vermittlerrolle auch weiterhin wahrnehmen, hiess es.

Iran unbeeindruckt

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf spottete auf X an die US-Bevölkerung gerichtet: «Habt Spass mit den aktuellen Spritpreisen».

Ghalibaf hatte die Verhandlungen im pakistanischen Islamabad für den Iran geleitet. Er deutete die amerikanischen Drohungen laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim als Ausdruck von Ratlosigkeit, in die die USA seit Ausbruch des von ihnen mit Israel begonnenen Krieges geraten seien.

Trump will mit der Hormus-Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Der Iran ist einer der grössten Ölproduzenten der Welt. Die Strasse von Hormus ist daher auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

Auf einem Propaganda-Poster in Teheran bekräftigt das iranische Regime, dass es die Kontrolle über die Strasse von Hormus und den Schiffsverkehr behalten wird. (12. April 2026)
Auf einem Propaganda-Poster in Teheran bekräftigt das iranische Regime, dass es die Kontrolle über die Strasse von Hormus und den Schiffsverkehr behalten wird. (12. April 2026)
Bild: IMAGO/Anadolu Agency

Der Iran gab sich jedoch unbeeindruckt. Trumps Ankündigung der Seeblockade sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, in der Nacht auf X. Dies würde als Militäroperation gewertet, «und wir würden darauf reagieren.» Die Revolutionsgarden warnten davor, dass sich Militärschiffe der Strasse von Hormus nähern. Dies würde als «klarer Verstoss gegen die (seit Mittwoch) bestehende Waffenruhe betrachtet», hiess es Sonntagabend in einer Mitteilung.

Maltesischer Tanker kehrt um

Aus Sorge vor der US-Blockade meiden Öltanker neuen Daten zufolge bereits wieder die Strasse von Hormus. Ein unter maltesischer Flagge fahrender Supertanker kehrte vor der Durchfahrt um und ankerte im Golf von Oman, zeigen Daten der Dienste LSEG und Kpler. Das Schiff sollte eigentlich irakisches Rohöl ‌für Vietnam laden. Zwei pakistanische Tanker sowie ein Schiff unter liberianischer Flagge fuhren am Sonntag hingegen in den Golf ein.

Der Verband Deutscher Reeder reagierte verhalten auf die jüngsten Entwicklungen. «Leider besteht derzeit wenig Anlass zur Annahme, dass sich die Situation kurzfristig entspannt», sagte ein Verbandssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Sollte der Iran Minen in der Meerenge gelegt haben, wäre deren Beseitigung jedoch ein wichtiger Beitrag.

Bericht: Iranische Angriffe würden Blockade erschweren

Die Blockade der Meerenge würde den USA Zeit verschaffen, Minen dort zu räumen und eine geschützte Passage für die Handelsschifffahrt einzurichten, zitiert das «Wall Street Journal» amtierende und ehemalige US-Verteidigungsbeamte. Erneute iranische Angriffe würden diese Mission jedoch schnell erschweren, hiess es. Irans Revolutionsgarden verfügten weiterhin über einen Grossteil ihrer umfangreichen Flotte wendiger Schnellboote, mit denen sie die Strasse von Hormus kontrollierten. Mehr als 60 Prozent dieser schnellen Angriffsboote seien intakt und stellten weiterhin eine Bedrohung dar, wurde Farzin Nadimi von der Denkfabrik Washington Institute zitiert.

Der Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X: «Der Iran wird wahrscheinlich nicht nachgeben.» Er könnte Teile der US-Marine ins Visier nehmen, um die Entschlossenheit der Amerikaner zu testen. Auch der Iran-Forscher Hamidreza Azizi befürchtet, dass der Iran die mit ihm verbündete Huthi-Miliz im Jemen ermutigen wird, die Meerenge Bab al-Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal unter Beschuss zu nehmen.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim schrieb auf X: «Wenn Trump gegen die Strasse von Hormus vorgeht, wird er auch die Meerenge von Bab al-Mandab verlieren». Israelische Medien berichteten derweil, dass sich die israelischen Streitkräfte auf einen erneuten Konflikt mit dem Iran bereits vorbereiteten.

Ölpreise steigen

Die Ölpreise sind nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gestiegen. Ein Barrel Brent zur Lieferung im Juni kostete zur Eröffnung am Montag (MESZ) 102,50 US-Dollar. Vor dem Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Samstag hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 Dollar gelegen. Auch der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai legte in der Nacht zum Montag wieder zu. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.

Seit Kriegsbeginn waren die Preise nach oben geschossen. Als am Mittwoch die zweiwöchige Waffenruhe verkündet worden war, war der Preis für die Sorte Brent mit fast 90 Dollar auf das tiefste Niveau seit Mitte März gesackt.

«Überzogene Forderungen»: Vorerst keine Einigung zwischen USA und Iran

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12.04.2026