Das passierte in der NachtDas sind die beiden Knackpunkte bei den Iran-Verhandlungen
Redaktion blue News/Agenturen
14.4.2026
«Iran ist in sehr schlechter Verfassung» – Trump legt nach gescheiterten Verhandlungen nach
13.04.2026
Die Blockade der Strasse von Hormus hat begonnen. Das Ringen um einen Deal geht weiter. Und US-Vizepräsident JD Vance bestätigte nun, Teheran müsse sein Uran aushändigen und auf eine neuerliche Anreicherung verzichten. Das sind die Entwicklungen der vergangenen Stunden.
Redaktion blue News/Agenturen
14.04.2026, 06:19
14.04.2026, 07:04
Helene Laube
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Nach der ergebnislosen ersten Runde direkter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seit Kriegsbeginn spricht US-Vizepräsident JD Vance dennoch von echten Fortschritten.
Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: das hochangereicherte Uran ausser Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern.
Die USA haben den Iran laut Medienberichten dazu aufgefordert, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten.
Mit einer entsprechenden Forderung würden die USA ihre bisherige Position aufweichen.
Der Hisbollah-Chef hat kurz vor einem historischen Treffen israelischer und libanesischer Vertreter zum Abbruch der anstehenden Gespräche zwischen dem Libanon und Israel aufgerufen.
Die USA hatten den Krieg gegen den Iran eigentlich schon für gewonnen erklärt. Bei ihrer Hauptforderung zeichnet sich indes keine Annäherung ab. Ob und wann weiter verhandelt wird, ist offen.
blue News fasst zusammen, was in der Nacht auf Dienstag (14.4.) passiert ist.
Vance nennt zwei Knackpunkte aus den Verhandlungen
Nach der ergebnislosen ersten Runde direkter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seit Kriegsbeginn spricht US-Vizepräsident JD Vance dennoch von echten Fortschritten. Er sieht jedoch den Iran am Zug, beim Thema Atomprogramm einzulenken. Medienberichten zufolge liegen die Forderungen der beiden Seiten weit auseinander.
US-Präsident Donald Trump verschärft derweil die Gangart gegen die Führung in Teheran und verwehrt Schiffen in der Strasse von Hormus die Passage, sofern sie iranische Häfen als Ziel oder Startpunkt haben. Ob es zu einer weiteren Verhandlungsrunde kommt, ist noch offen. Unbestätigten Berichten zufolge steht ein zweites Treffen an diesem Donnerstag im Raum.
Trotz bestehender Differenzen sei bei den Verhandlungen in Pakistan am Wochenende vieles in die richtige Richtung gelaufen, sagte Vance dem Sender Fox News. «Wir haben grosse Fortschritte gemacht.» Jetzt sei allerdings Teheran am Zug, bei dem wichtigsten Punkt aus US-Sicht Zugeständnisse zu machen – dem Atomprogramm.
VICE PRESIDENT VANCE says the ball is in Iran's court after peace talks collapsed: "We made very clear, look, these are the things that we're willing to give, but these are the things that we must have. We must have the enriched material out of Iran. We must have their conclusive… pic.twitter.com/DA9Je52Qu0
Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: das hochangereicherte Uran ausser Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern. In diesen beiden Punkten seien die Iraner auf die USA zugegangen. «Aber sie haben sich nicht weit genug bewegt», sagte Vance. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, liess er auf Nachfrage offen.
Auf dem Titel der iranischen Tageszeitung «Hamshahri» prangt am Montag eine Darstellung des iranischen Parlamentspräsidenten und Verhandlungsführers seines Landes, Mohammed Bagher Ghalibaf (l.), und US-Vizepräsident JD Vance mit der Schlagzeile «Wir haben die Verhandlungen gewonnen».
Bild:Keystone/EPA/Abedin Taherkenareh
Berichte: USA fordern 20 Jahre keine Urananreicherung von Iran
Die USA haben den Iran laut Medienberichten dazu aufgefordert, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Einen entsprechenden Vorschlag hätten sie Teheran bei den Verhandlungen am Wochenende vorgelegt, berichten das Nachrichtenportal Axios und das Wall Street Journal unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle beziehungsweise mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Mit einer entsprechenden Forderung würden die USA ihre bisherige Position aufweichen. US-Präsident Donald Trump etwa hatte erst jüngst betont, es werde keine Urananreicherung geben – ohne seine Forderung dabei auf einen bestimmten Zeitraum zu begrenzen.
Der Iran hat nach Informationen von US-Medien seinerseits vorgeschlagen, für einen kürzeren Zeitraum auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Axios sprach von einem Zeitraum im «einstelligen» Bereich, das Wall Street Journal von wenigen Jahren. Auch die US-Forderung, dass das hochangereicherte Uran, das sich tief unter Irans Atomanlagen befinden soll, aus dem Land entfernt werden solle, lehnten die Iraner den Berichten zufolge ab.
Hisbollah-Chef fordert Absage der Verhandlungen mit Israel
Hisbollah-Chef Naim Kassim hat kurz vor einem historischen Treffen israelischer und libanesischer Vertreter zum Abbruch der anstehenden Gespräche zwischen dem Libanon und Israel aufgerufen. Kassim rief die Regierung in Beirut in einer im Fernsehen übertragenen Rede dazu auf, eine «historischen Haltung» einzunehmen. Sie solle das Treffen absagen.
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten nehmen die libanesische Regierung und Israel in Washington heute direkte Gespräche auf politischer Ebene auf. Israel strebt ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon und eine Entwaffnung der proiranischen Hisbollah im Libanon an. Die libanesische Regierung will zunächst vor allem eine Waffenruhe im derzeitigen Krieg und einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanons erreichen.
Hormus-Blockade: Machtspiel zwischen USA und Iran
Blockade der Strasse von Hormus: Diese Massnahme wollen die USA nach den gescheiterten Friedensverhandlungen mit dem Iran am Montag umsetzen. Die Passage wird für Schiffe gesperrt, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen.