«Hörte plötzlich lauten KnallVater und Tochter streiten über Trump – kurz darauf ist sie tot
Dominik Müller
11.2.2026
Die Britin Lucy Harrison ist im Januar 2025 erschossen worden – ob gewollt oder ungewollt, wird derzeit vor Gericht verhandelt.
Cheshire Police
Der Tod einer jungen Britin in Texas wirft viele Fragen auf: Kurz nach einem Streit über Donald Trump führte ihr Vater sie in ein Zimmer – Sekunden später fiel ein Schuss. Nun wird der Vorfall vor Gericht verhandelt.
Eine 23-jährige Britin ist Anfang Januar in Texas von ihrem Vater erschossen worden – kurz nach einem heftigen Streit über Donald Trump. Das wurde nun bei einer Anhörung am Coroner’s Court in der traditionellen Grafschaft Cheshire im Nordwesten Englands bekannt.
Lucy Harrison aus Warrington starb am 10. Januar 2025 in Prosper nahe Dallas an einem Brustschuss. Die US-Behörden prüften den Fall als mögliche fahrlässige Tötung, erhoben aber keine Anklage gegen Vater Kris Harrison – anders als die britische Staatsanwaltschaft.
Vor Gericht schilderte Harrisons Freund Sam Littler, dass es am Morgen des Todestages einen «grossen Streit» über Trump gegeben habe, der damals kurz vor seiner zweiten Amtseinführung stand. Littler sagte zudem, Lucy sei oft wütend geworden, wenn ihr Vater über seinen Waffenbesitz sprach, wie die «BBC» berichtet.
Laut Littler fragte Lucy ihren Vater während des Streits: «Wie würdest du dich fühlen, wenn ich das Mädchen in dieser Situation wäre und sexuell angegriffen worden wäre?» Kris Harrison habe darauf geantwortet, er habe noch zwei weitere Töchter – und es würde ihn «nicht so sehr» belasten.
«Als ich Waffe hochhob, hörte ich plötzlich lauten Knall»
Kurz vor der Abreise zum Flughafen führte der Vater seine Tochter ins Schlafzimmer. Sekunden später fiel ein Schuss. «Lucy lag auf dem Boden […] und Kris schrie nur wirres Zeug», schilderte Littler.
In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte Kris Harrison, er habe seiner Tochter eine Glock 9mm zeigen wollen, die er für ein «Gefühl von Sicherheit» gekauft habe. «Als ich die Waffe hochhob, hörte ich plötzlich einen lauten Knall. […] Lucy fiel sofort.» Ob sein Finger am Abzug war, wisse er nicht mehr.
Harrison gab zudem an, an jenem Tag rückfällig geworden zu sein und rund 500 ml Weisswein getrunken zu haben. Überwachungsvideos zeigen, wie er zuvor zwei Packungen Chardonnay kaufte.
Über seine Anwälte liess er ausrichten: «Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht das Gewicht dieses Verlusts spüre.» Die Anhörung wird am Mittwoch fortgesetzt.