PolitikVenezuela startet Neuordnung von Milliarden-Auslandsschulden
SDA
14.5.2026 - 08:30
ARCHIV – Blick auf die Raffinerie Amuay. Foto: Jesus Vargas/dpa
Keystone
Venezuela hat einen umfassenden Prozess zur Umstrukturierung seiner Auslandsschulden angekündigt. Das südamerikanische Land ist im Ausland mit rund 170 Milliarden US-Dollar verschuldet, was aktuell rund 145 Milliarden Euro entspräche. Auch die Verpflichtungen des staatlichen Ölkonzerns PDVSA sollen neu geordnet werden, wie das Wirtschafts- und Finanzministerium mitteilte.
Keystone-SDA
14.05.2026, 08:30
SDA
Venezuela ist seit 2017 zahlungsunfähig. Die jährliche Wirtschaftsleistung des Landes liegt einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge aktuell nur bei rund 110 Milliarden US-Dollar.
«Unsere Fähigkeit und Bereitschaft, unseren Verpflichtungen nachzukommen, wurde durch finanzielle Sanktionen beeinträchtigt», erklärte das Ministerium. Diese waren von den Vereinigten Staaten verhängt worden. Seit der Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro im Januar durch das US-Militär hat Washington seine Sanktionen schrittweise gelockert.
Erst vor wenigen Tagen hatte das US-Finanzministerium der Regierung in Caracas genehmigt, Rechts- und Finanzberater zur Umstrukturierung der Schulden zu engagieren. Umschuldungen sind meist sehr komplex und umfassen oft auch langwierige und zähe Verhandlungen mit Gläubigern.
US-Präsident Donald Trumps Regierung will die grossen Ölvorkommen des Landes zugunsten der USA nutzen und übt inzwischen erheblichen Einfluss auf die venezolanische Ölindustrie und Politik aus.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
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