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So sieht das Oval Office heute nicht mehr aus: Der damalige Präsident Joe Biden empfängt den President-elect Donald Trump am 13. November 2024 im Weissen Haus.
Bild: Keystone
Völlig verschiedene Welten: Das Oval Office sieht unter Donald Trump ganz anders aus als bei seinem Vorgänger. Der berühmte Rosengarten des Weissen Hauses wurde planiert – und nun plant der Präsident einen Mega-Anbau, der 200 Millionen Dollar kosten soll.
Bei anderen Sendern werde ja viel gelästert, das Weisse Haus würde durch Gold «trumpifiziert» werden, lacht Laura Ingraham. «Es brauchte ein bisschen Licht», antwortet der Präsident. Er steht mit der «Fox News»-Moderatorin in seinem Büro vor einer Karte, die gross den «Golf von Amerika» zeigt.
«Sie haben die Engel: Sind die von [Ihrem Luxusclub] Mar-a-Lago?», fragt Ingraham beeindruckt. «Tatsächlich sind sie Gold oder golden. Es sind Engel», so Trump. «Man sagt: Engel bringen Glück. Wir brauchen viel Glück in diesem Land bei dem, was sie in den letzten vier Jahren getan haben.»

Trump weiss: «Engel bringen Glück.»
Screenshot: Fox News
Und dann erzählt der New Yorker der 62-Jährigen ein «Geheimnis»: «Über die Jahre hinweg haben die Leute versucht, Goldfarbe zu erfinden, die wie Gold aussehen würde, und sie waren nie in der Lage, es zu tun.» «Kann man nicht machen», nickt Ingraham.
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«Man war nie in der Lage, es zu tun», wiederholt Trump und deutet auf den Engel, der oberhalb eines Fensters platziert ist. «Schauen Sie sich das an, schauen Sie: Man war nie in der Lage, Goldfarbe und Gold aufeinander abzustimmen. Deshalb ist es Gold.»
Die Szene spielt sich im März ab, als der 79-Jährige gerade mal zweieinhalb Monate im Amt ist. An seinen Vorgänger Joe Biden erinnert damals im Weissen Haus nichts mehr – ausser vielleicht sein Nachfolger, der auch diese Gelegenheit nutzt, um die Politik des Demokraten anzuprangern.
Nun ist es gang und gäbe, dass sich das Weisse Haus verändert, wenn die Administration wechselt – und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Doch Donald Trump belässt es nicht dabei, im Oval Office ein paar Bilder auszutauschen.
Das <em>Oval Office</em> im Weissen Haus ist nicht mehr dasselbe, seitdem Joe Biden nicht mehr im Amt ist. Das ist nicht politisch gemeint, sondern zielt auf das Interieur ab: Hier das Büro des Präsidenten im September 2024 – und …
Bild: KEYSTONE
Deutlich mehr Bilder mit deutlich auffälligeren Rahmen, mehr Flaggen, mehr Skulpturen und überall Gold: Angeblich wollte Trump sogar einen Kronleuchter ins Oval Office hängen lassen, hat dann aber Abstand von der Idee genommen.
Doch während seine Administration im Oval Office bloss den Teppich neu verlegt und Farbe sowie Hammer und Nagel in die Hand nimmt, wird an anderem Ort tiefer eingegriffen: Die Rede ist vom Rosengarten, der dem Weissen Haus vorgelagert ist und 38 mal 18 Meter misst.
Ein Flecken mit Geschichte: Vor 1902 standen hier noch Ställe, bis Edith Roosevelt einen Kolonialgarten anlegen liess. Woodrow Wilsons Frau Ellen Louise machte 1913 daraus den Rosengarten, der 1935, 1961 und 2020 – in letzteren Fall von Melania Trump – umgestaltet wurde.
In der Ägide von Theodore Roosevelt wurde vor dem Weissen Haus ein Kolonialgarten angelegt: Dieses Bild wird auf um 1908 datiert.
Bild: Gemeinfrei
Doch damit ist es nun vorbei: «Trump legt Beton über den Rasen des Weissen Hauses», hält der «Independent» ebenso wie die Tatsache fest, dass die Umgestaltung auf Social Media auf wenig Begeisterung stösst. «Sie haben das Paradies betoniert?», fragt «Vogue» ungläubig.
Diese Veränderungen reichen Donald Trump aber nicht aus: Am 31. Juli teilt das Weisse Haus mit, dass ein grosser Raum für repräsentative Zwecke fehle. Die Obergrenze liege bisher bei 200 Personen. Der East Wing, der Ostflügel des Weissen Hauses, soll deshalb umgebaut werden.

Der East Wing 1992: Das zweistöckige Gebäude ist mit dem Weissen Haus verbunden und beherbergt ein Büro für die First Lady sowie von anderen Angestellten.
Gemeinfrei
Neu soll der Ort White House Ballroom heissen und bis zu 650 Gästen Platz bieten. Das Architekturbüro McCrery sei mit der Planung des Projekts beauftragt, für das Kosten von rund 200 Millionen Dollar veranschlagt sind Das Geld soll von «Präsident Trump und anderen patriotischen Spendern» aufgebracht werden.
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Kritiker schlagen nun Alarm: «Das könnte dem Grundstück insgesamt schaden», warnt Richard Longstreth von der George Washington University in der «New York Times». «Es gibt da leider keine Kontrolle.» Michael Spencer von der University of Mary Washington erwartet nicht, dass viel wert auf den Erhalt von Historischem gelegt wird.
«Wir werden oft als Hindernis für den Fortschritt angesehen, und ich würde sagen, dass es in diesem Fall eine Menge starker Persönlichkeiten gibt, die nicht verpflichtet sind, die bewährten Praktiken des Denkmalschutzes zu befolgen», sagte er.
Trump announced plans to Make America Gilded Again, with a gaudy $200 million White House ballroom designed in the style of Late-Stage Ceaușescu meets Liberace. charliesykes.substack.com/p/trumps-war...
— Charlie Sykes (@sykescharlie.bsky.social) 2. August 2025 um 16:49
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«Man kann nicht etwas an die Seite des Gebäudes stellen, das in Bezug auf die Architektur, die Farbgebung und den Stil nicht zu dem historischen Gebäude passt», ergänzt Jonathan Jarvis, der früher Boss des National Park Service war, der für den Unterhalt des Weissen Hauses verantwortlich ist.
REPORTER: All you blocking foreigners from donating money to built the White House ballroom? TRUMP: Honestly I never even thought of it. But it doesn't matter.
— Aaron Rupar (@atrupar.com) 1. August 2025 um 23:16
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Auch der Zeitplan, den Neubau weit vor 2029 abzuschliessen, wenn Trump theoretisch das Weisse Haus räumt, sei nicht realistisch: «So schnell geht so ein Projekt nicht», sarklärt Jarvid. «man wird sich beeilen müssen, um es fertigzustellen.»
Wer die Reichen sind, die die 200 Millionen Dollar aufbringen, verrät Trump nicht. Immerhin solles nicht am Steuerzahler hängenbleiben, nachdem der Präsident mit seiner Effizienzabteilung DOGE Milliarden eingespart hat und mit dem sogenannten Big Beautiful Bill schmerzhafte Millionen-Einschnitte ins soziale Netzt vorgenommen hat.
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Vor allem aber will sich Donald Trump ein Monument für die Ewigkeit schaffen: Der Trump Ballroom soll dereinst Besuchende anziehen wie heute schon der Lincoln Bedroom oder der Rossevelt Room. Es passt zum Personenkult, den der um den Präsidenten herum veranstaltet wird.
So gibt es Stimmen, die sein Konterfei dem Mount Rushmore hinzufügen, sein Bild auf die 100-Dollar-Note drucken oder gar eine 250-Dollar-Note mit Trump darauf neu herausbringen wollen, weiss AP. Flughäfen und Strassen sollen nach ihnen benannt werden – oder wie im Fall des Kennedy Center nach seiner Frau Melania. Fehlt nur noch der Friedensnobelpreis.
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Doch zurück zum Weissen Haus, dass Trump so umbaut wie das ganze Land: Nachdem auf dem Südrasen zwei grosse Flaggenmasten aufgestellt worden sind, winkt dem Volk am 250. Geburtstag der USA auf dem Gelände ein ganz spezielles Spektakel: Am 4. Juli 2026 soll es dort ein Kampfsport-Event geben.
Herzlichen Glückwunsch, Amerika!