Wegen Interview «Verklagen euch in Grund und Boden» – Trump-Sprecherin droht TV-Sender 

Sven Ziegler

19.1.2026

Karoline Leavitt ist für die Trump-Pressearbeit verantwortlich. (Archivbild)
Karoline Leavitt ist für die Trump-Pressearbeit verantwortlich. (Archivbild)
Alex Brandon/AP/dpa

Die Sprecherin des Weissen Hauses hat CBS News nach einem Interview mit Donald Trump mit einer Klage gedroht, falls das Gespräch nicht ungekürzt ausgestrahlt werde.

Sven Ziegler

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  • Nach einem Interview mit Donald Trump warnte die Sprecherin des Weissen Hauses CBS News vor einer möglichen Klage.
  • CBS strahlte das Interview später vollständig aus und erklärte, dies sei von Beginn an geplant gewesen.
  • Der Vorfall wurde durch eine Tonaufnahme bekannt, über die die New York Times berichtete.

Nach einem aufgezeichneten Interview von Donald Trump mit dem Nachrichtensender CBS News kam es zu einer Intervention durch das Weisse Haus. Wie die «New York Times» berichtet, wandte sich die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, unmittelbar nach dem Ende der Aufzeichnung an das CBS-Team.

Leavitt habe erklärt, der Präsident erwarte, dass das Interview in voller Länge ausgestrahlt werde. Falls dies nicht geschehe, werde Trump CBS verklagen. Diese Bemerkung sei in ruhigem Ton gefallen, geht aus einer Tonaufnahme hervor, die der «New York Times» vorliegt.

Der Austausch fand demnach kurz nach den Dreharbeiten in Michigan statt, bei denen Trump ein rund 13-minütiges Interview für die «CBS Evening News» gegeben hatte. Leavitt sagte demnach: «Stellt sicher, dass ihr das Interview nicht schneidet. Sonst verklagen wir euch in Grund und Boden».

Einige anwesende CBS-Mitarbeitende hätten Leavitts Aussage zunächst als scherzhaft aufgefasst, schreibt die «New York Times». Dennoch strahlte CBS News das Interview am selben Abend vollständig und ungekürzt aus. Der Sender erklärte später in einer Stellungnahme, die Entscheidung, das Gespräch in voller Länge zu senden, sei bereits bei der Buchung des Interviews gefallen.

Trump verklagte CBS früher

Auch Leavitt äusserte sich im Nachhinein zu dem Vorfall. Sie sagte, die amerikanische Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, Interviews des Präsidenten ungeschnitten zu sehen. Das Interview sei letztlich vollständig ausgestrahlt worden.

Trump hatte CBS bereits 2024 wegen der Bearbeitung eines «60 Minutes»-Interviews verklagt. Der Mutterkonzern des Senders einigte sich damals aussergerichtlich, obwohl viele Rechtsexperten der Klage geringe Erfolgsaussichten attestiert hatten.

Vor wenigen Wochen machte CBS dann erneut Schlagzeilen, als ein Trump-kritischer Beitrag in «60 Minutes» nur Stunden vor der Veröffentlichung verschwand. Bis heute sind die Hintergründe dazu nicht geklärt. 

Trump geht regelmässig mit rechtlichen Schritten gegen Medienorganisationen vor, deren Berichterstattung ihm missfällt. Zuletzt machte eine grosse Klage gegen die BBC Schlagzeilen. Der Sender entschuldigte sich später, das reichte Trump allerdings nicht. Er fordert eine Milliarden-Entschädigung. 

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