Irre Szene auf Autobahn in Italien: Vermummte überfallen Geldtransporter – dann eröffenen sie das Feuer
Nach einem Angriff auf einen Geldtransporter ist es in Süditalien zu einer lebensgefährlichen Verfolgungsjagd gekommen. Bewaffnete Täter eröffneten auf der Autobahn Brindisi–Lecce das Feuer auf Carabinieri – mehrere Beamte entkamen nur knapp dem Tod.
09.02.2026
Nach einem Angriff auf einen Geldtransporter ist es in Süditalien zu einer lebensgefährlichen Verfolgungsjagd gekommen. Bewaffnete Täter eröffneten auf der Autobahn Brindisi–Lecce das Feuer auf Carabinieri – mehrere Beamte entkamen nur knapp dem Tod.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- In Süditalien kam es nach einem Überfall auf einen Geldtransporter zu einer bewaffneten Verfolgungsjagd auf der Autobahn Brindisi–Lecce, bei der Täter auf Carabinieri schossen.
- Ein Polizeiwagen wurde von einer Kugel durchschlagen, ein dienstfreier Carabinieri von den Flüchtenden gerammt und von der Strasse gedrängt, verletzt wurde jedoch niemand tödlich.
- Die Flucht endete im Raum Campi Salentina, wo mehrere Patrouillen eingriffen und drei Verdächtige festnahmen.
Szenen am Montagmorgen wie man sie nur aus einem Actionfilm kennt. Auf der Schnellstrasse 613, die Verbindung zwischen Lecce und Brindisi, Nahe Tuturano wird ein gepanzerter Geldtransporter Ziel eines brutalen Angriffs. Es kommt zu einem Feuergefecht mit den Carabinieri – eine von den Angreifern abgefeuerte Kugel trifft die Windschutzscheibe eines Begleitfahrzeugs.
Der attackierte Transporter gehört zur Firma BTV aus dem Battistolli-Konzern. Die Täter gingen hochprofessionell und mit brachialer Gewalt vor, wie italienische Medien berichten: Sie stellten einen Transporter quer über die Fahrbahn und setzten ihn in Brand, um das gepanzerte Fahrzeug zum Anhalten zu zwingen.
Maskierte Täter, Explosionen und Schüsse
Videoaufnahmen von vorbeifahrenden Autofahrern zeigen das ganze Ausmass der Eskalation: Mindestens sechs maskierte Personen, teils in weissen Overalls, alle bewaffnet. Die Täter blockierten die Strasse mit Fahrzeugen und sprengten den Lieferwagen. Trotz des massiven Aufgebots kam der eigentliche Raubüberfall offenbar nicht zustande.
Um zu entkommen, sollen die Kriminellen mehrere vorbeifahrende Autofahrer ihrer Fahrzeuge beraubt haben. Besonders brisant: Die Bande soll Autos mit Blaulicht benutzt haben, die zivilen Polizeifahrzeugen täuschend ähnlich sahen – offenbar, um Verwirrung zu stiften und schneller fliehen zu können.
«Ich fürchtete um mein Leben.»
Eine junge Studentin erlebte die Szene hautnah mit. Sie war auf dem Weg zur Universität univärsität. Zur Zeitung «Il Mattino» sagt sie: «Ein roter Lieferwagen stand quer auf der Strasse und brannte. Ich dachte, es sei ein Unfall», schildert die Studentin. Sekunden später wurde klar, dass es kein gewöhnlicher Verkehrsunfall war.
«Unmittelbar danach sah ich einen Mann mit Kapuze und eine weitere Person mit einem Gewehr, die einen Schuss in die Luft abgab», erzählt sie weiter. Die Täter zwangen die Frau, aus dem Auto auszusteigen, und fuhren anschliessend mit ihrem Fahrzeug davon. Verzweifelt versuchte sie, an das Gewissen der Räuber zu appellieren: «Ich sagte ihnen, dass ich eine kleine Tochter dabei hätte. Ich fürchtete um mein Leben.»
Doch die Räuber liessen nicht von ihrem Auto ab. «Ein weiterer Räuber stieg aus und begann, Nägel auf dem Asphalt zu verteilen», berichtet die junge Frau – offenbar, um die Flucht zu sichern und Verfolger zu stoppen. Schliesslich hielt ein anderer Autofahrer, der die Szene beobachtet hatte, an und nahm die völlig aufgelöste Studentin in seinem Wagen mit.
Ein Wunder wurde niemand getötet
Schnell nehmen die Carabinieri die Verfolgung auf. Die Täter eröffneten gleich darauf das Feuer. Eine Kugel durchschlägt den Innenraum des Polizeiwagens von der Fahrerseite bis zur Beifahrerseite – und streift die beiden Beamten nur knapp. Italienische Zeitungen berichten, es sei ein Wunder, dass niemand getötet wurde. Ermittler gehen davon aus, dass mindestens eines der Fluchtfahrzeuge zuvor der Polizei gestohlen worden war.
Weniger als eine Stunde nach dem Angriff nahm die Carabinieri des Provinzkommandos Lecce drei Verdächtige fest. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, weitere Festnahmen gelten als wahrscheinlich.