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US-Präsident Donald Trump – hier bei einem Auftritt in Wisconsin am 5. Juni 2026 – wird am 14. Juni 80 Jahre alt.
Bild: Keystone/AP Photo/Glen Stubbe
Donald Trump wird nächste Woche 80 Jahre als – und setzt Gesundheit als politische Waffe ein. Derweil reissen Spekulationen um mögliche Erkrankungen des US-Präsidenten nicht ab.
Gebrechlich, senil und schläfrig: So stellte Donald Trump seinen Vorgänger und Intimfeind Joe Biden immer wieder dar. Sich selbst präsentiert der US-Präsident dagegen als eine Art Superman mit überragender geistiger und körperlicher Fitness. Vor Trumps 80. Geburtstag am 14. Juni gibt es allerdings Zweifel, ob er seinen Aufgaben körperlich wie mental gewachsen ist.
Trumps Leibarzt bescheinigte dem Republikaner erst vor wenigen Tagen nach dem jährlichen Gesundheitscheck eine «exzellente Gesundheit». Der Präsident sei «vollumfänglich fähig, alle Pflichten als Oberbefehlshaber der Armee und als Staatschef wahrzunehmen», erklärte Sean Barbabella.
Ganz anders sehen dies unabhängige Mediziner: 36 Neurologen, Psychiater und andere Ärzte forderten Ende April Trumps Amtsenthebung. Sein Geisteszustand habe sich seit dem Wahljahr 2024 «weiter verschlechtert». Der Präsident stelle «eine zunehmend grosse Gefahr für die Öffentlichkeit dar», zumal er als Oberbefehlshaber Atomwaffen einsetzen könne, erklärten die Ärzte, die nach eigenen Angaben zum Teil selbst die Republikaner wählen.
«Abschweifende Sprache», «unerklärliche plötzliche Kurswechsel in strategischen Fragen» und «grossspurige und wahnhaft anmutende Überzeugungen» haben die Mediziner bei Trump per Ferndiagnose festgestellt. Dazu kämen «mangelnde Impulskontrolle, sichtbar in leichtfertigen Gewaltandrohungen». Zudem konstatierten die Mediziner «scheinbar zwanghafte, suchtartige nächtliche Kommunikation – zum Beispiel 150 Beiträge in sozialen Medien in einer Nacht».
Der Präsident selbst hält sich dagegen für ein «Genie». Beim kognitiven Test habe er gerade erst 30 von 30 Punkten abgeräumt, prahlte er. Seine Ärzte bescheinigten ihm eine «extreme Intelligenz».
Tatsächlich zeigt Trump aber deutliche Anzeichen von Altersschwäche. Immer wieder scheint er bei Terminen im Weissen Haus einzunicken. Er selbst gibt an, er wolle nur kurz seine «Augen ausruhen». Zudem waren bei Auftritten geschwollene Fussgelenke zu sehen und immer wieder grosse blaue Flecken auf seiner rechten Hand, die teils mit Schminke überdeckt waren. Das Weisse Haus erklärte dies mit «häufigem Händeschütteln» und der Einnahme von Aspirin.
Fakt ist: Trump ist der älteste Mann, der jemals zum US-Präsidenten gewählt wurde. Bei seinem Amtsantritt war er 78 Jahre, sieben Monate und elf Tage alt – rund fünf Monate älter als der von ihm als senil geschmähte Biden, und deutlich betagter als Vorgänger wie Ronald Reagan (69 Jahre) und George W. Bush (64 Jahre) bei ihrer Vereidigung.
Verschweigt das Weisse Haus also Erkrankungen Trumps? Darüber wird in Washington immer wieder spekuliert. In der Vergangenheit geschah dies bei US-Präsidenten mehrfach. Bekannte Beispiele sind Franklin D. Roosevelt (1933 bis 1945), der wegen einer Polio-Erkrankung einen Rollstuhl nutzte. Allerdings tat er dies so gut wie nie öffentlich, um im Zweiten Weltkrieg nicht schwächlich zu wirken. Oder John F. Kennedy (1961 bis 1963), der heimlich unter einer Nebennieren-Erkrankung und Rückenbeschwerden litt.
Besonders an Trump ist allerdings, dass er das Thema Gesundheit als politische Waffe nutzt. Im Wahlkampf 2024 teilte er immer wieder gegen «sleepy Joe» (den schläfrigen Joe) Biden aus, der zum Entsetzen seiner Anhänger zunehmend geistig abbaute – bis er schliesslich auf Druck seiner Partei die Kandidatur an Vizepräsidentin Kamala Harris abgeben musste.
Das einzige Gesundheitsproblem, das Trump offiziell hat, ist sein Gewicht: Der 1,91 Meter grosse Präsident wog zuletzt 108 Kilogramm, gut sechs Kilo mehr als vor einem Jahr. Sein Leibarzt rät ihm deshalb zum Abspecken und zu mehr Bewegung, etwa beim Golfspielen.
Trump kokettiert damit, sich von Burgern, Süssigkeiten und Diät-Cola zu ernähren. «Ich fühle mich genauso wie vor 50 Jahren. Vielleicht ist Junkfood doch gut», scherzte er kürzlich. Selbst der sonst loyale Gesundheitsminister Robert F. Kennedy (RFK) Jr. rollte die Augen: «Ich weiss nicht, wie er überlebt, aber er tut es», sagte Kennedy über Trump.
Ganz anders erscheint Trump in Online-Kanälen: Ob 30 Jahre verjüngt im Slimfit-Anzug, rank und schlank in Badehose oder als muskelstrotzender Superman: Künstliche Intelligenz (KI) macht es möglich. Das Weisse Haus zeigt den Präsidenten so, wie er sich selbst sieht.