Ukraine-Konflikt

Videogipfel zwischen Putin und Biden am Dienstag

afp/dpa/toko

4.12.2021

Der russische Präsident Wladimir Putin (l) und US-Präsident Joe Biden schütteln sich bei ihrem Treffen in der «Villa la Grange» die Hand.
Der russische Präsident Wladimir Putin (l) und US-Präsident Joe Biden schütteln sich bei ihrem Treffen in der «Villa la Grange» die Hand.
Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/dpa (Archivbild)

Vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen im Ukraine-Konflikt wollen US-Präsident Joe Biden und Russlands Staatschef Wladimir Putin nach russischen Angaben am Dienstag einen Gipfel per Videoschalte abhalten.

afp/dpa/toko

4.12.2021

Vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen im Ukraine-Konflikt wollen US-Präsident Joe Biden und Russlands Staatschef Wladimir Putin nach russischen Angaben am Dienstag einen Gipfel per Videoschalte abhalten.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nannte am Samstag diesen Termin; den Gipfel hatte Moskau bereits am Freitag ohne konkrete Terminangabe in Aussicht gestellt. Washington wirft Moskau vor, eine Militärinvasion in der Ukraine vorzubereiten, was die russische Regierung bestreitet.



Übereinstimmenden Medienberichten zufolge rechnen US-Geheimdienste mit einem bevorstehenden russischen Militäreinsatz an der ukrainischen Grenze mit bis zu 175'000 Soldaten. Die «Offensive» könne schon Anfang nächsten Jahres beginnen, berichteten am Samstag die «Washington Post» und die «New York Times» unter Berufung auf Dokumente der US-Geheimdienste und Vertreter der Regierung. Die Geheimdiensterkenntnisse zeigten, dass Russland sich auf einen massiven Angriff auf die Ukraine vorbereite, sagten die Beamten demnach. Es sei aber unklar, ob der russische Präsident Wladimir Putin die Ukraine auch tatsächlich angreifen wolle.

Den Angaben zufolge sollen mit der Verlegung der Soldaten auch Artillerie, Panzer und weiteres schweres Gerät an verschiedenen Orten entlang der ukrainischen Grenze aufgebaut werden. Die Analyse stützt sich demnach teils auf Satellitenbilder, die im November «neu angekommene Einheiten» entlang der Grenze zeigten, hiess es.

US-Aussenminister Antony Blinken hatte Russland erst vor wenigen Tagen Vorbereitungen eines Angriffs vorgeworfen. «Wir sind zutiefst besorgt über Beweise dafür, dass Russland Pläne für bedeutende aggressive Schritte gegen die Ukraine erstellt hat», sagte Blinken. Die US-Regierung hat Moskau für den Fall eines Angriffs mit massiven Sanktionen gedroht, die gemeinsam mit Verbündeten umgesetzt würden.

Die Ukraine hatte erst am Freitag vor einem möglichen Angriff Russlands gewarnt. «Der wahrscheinlichste Zeitpunkt zur Eskalationsbereitschaft ist Ende Januar», sagte Verteidigungsminister Olexij Resnikow. Er nannte eine Zahl von 94'300 russischen Soldaten, die dafür bereitstehen könnten. Es handele sich dabei um ein «wahrscheinliches Szenario», das so nicht eintreten müsse. Den US-Berichten zufolge geht die Regierung in Washington derzeit von rund 70'000 russischen Soldaten an der ukrainischen Grenze aus.

Russland hatte 2014 die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 annektiert, nachdem die gewählte ukrainische Regierung in Kiew gewaltsam gestürzt worden war. Im Osten des Landes kämpfen seither von Moskau unterstützte Rebellen gegen die nun prowestliche Regierung in Kiew.