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Ein britischer Mann überlebte mit Glück eine heftige Explosion an seinem Arbeitsplatz.
KEYSTONE
Ein Feuerball, ein Herzstillstand und fünf Wochen im Koma: Ein britischer Arbeiter überlebte eine Explosion mit schwersten Verbrennungen. Heute radelt er mit seinem Hund für den guten Zweck um Grossbritannien.
Leigh Taylor erinnert sich noch genau an den Moment, in dem sein Leben explodierte. Der 45-jährige Familienvater aus England arbeitete im Mai 2024 in einer Brauerei als bei Tests an einer Destillationsanlage ein Behälter unter Überdruck geriet. Dann explodierte er – und es kam der Feuerball.
«Ich war komplett von Feuer umgeben», erinnert sich Taylor später in der «New York Post». Die Explosion schleuderte ihn durch den Raum. Er blieb bei Bewusstsein, hörte Sirenen, sah seine Hände – und begriff sofort, wie schlimm es war. «Die Haut hing herunter wie in einem Horrorfilm.» In diesem Moment habe er gedacht: «Das war’s».
Taylor wurde mit schwersten Verbrennungen ins Royal Victoria Infirmary nach Newcastle geflogen – und ins künstliche Koma versetzt, damit er überhaupt eine Überlebenschance hat. Rund 40 Prozent seines Körpers waren von Verbrennungen betroffen, vor allem Gesicht, Hände und Beine.
Fünf Wochen lang kämpfte sein Körper ums Überleben. In der Zeit erlitt Taylor einen Herzstillstand. Acht Minuten setzte sein Herz aus, dann holten ihn die Ärzte zurück. Taylors Familie schrieb später in einem Spendenaufruf, man habe ihnen gesagt, er sei zeitweise der «krankeste Patient im Spital».
Für Taylor selbst blieb nach dem Aufwachen vor allem der Schmerz. Haut wurde von Rücken und Oberkörper entnommen und auf Hände und Beine transplantiert. «Der Schmerz war anders als alles, was ich je erlebt habe», sagt er. Auch seine Atemwege waren verletzt, weil er Feuer und Rauch eingeatmet hatte. Bis heute kämpft er mit den Folgen.
Und doch hatte Taylor Glück im Unglück. Seine Augen blieben unverletzt. Die Haut im Gesicht musste nicht transplantiert werden – auch, weil die Luftrettung ihm rasch eine Schutzmaske aufsetzte. «Ich habe Glück, dass ich lebe, dass ich sehen kann und mein Gesicht noch habe», sagt er.
Nach der körperlichen Rettung kam die nächste Aufgabe: weiterleben. Taylor musste wieder laufen lernen, Beweglichkeit zurückgewinnen, mit Schmerzen, Narben und Angst umgehen. Vor allem aber liess ihn eine Frage nicht mehr los: Warum habe gerade ich überlebt? «Es gab keinen logischen Grund dafür», sagt er. Andere hätten ihn glücklich genannt. Er selbst formuliert es anders: «Das ist ein Wunder.»
Aus diesem Gedanken entstand sein neues Projekt. Taylor verkaufte sein Auto, gab seine Wohnung auf und startete «Paws & Pedal»: Mit einem E-Trike und seinem Hund Taco will er die komplette britische Küste entlangfahren. Schlafplätze findet er oft bei Menschen, die seine Geschichte verfolgen. Sein Ziel: Spenden sammeln für die Luftrettung und das Krankenhaus, das ihn gerettet hat.
Bislang ist Taylor die Küsten von Schottland und Nordirland entlanggefahren und hat dabei umgerechnet etwa 11'000 Franken gesammelt. Bis Oktober will er auch die Küsten von England und Wales schaffen.