DeutschlandWadephul für durchgreifende Reform des UN-Sicherheitsrats
SDA
2.1.2026 - 04:56
ARCHIV - Johann Wadephul (CDU), deutscher Außenminister, spricht während eines Interviews mit der dpa im Auswärtigen Amt. Foto: Annette Riedl/dpa
Keystone
Aussenminister Johann Wadephul fordert angesichts häufiger Blockaden im UN-Sicherheitsrat «durchgreifende Reformen» des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen (UN).
Keystone-SDA
02.01.2026, 04:56
SDA
«Der Sicherheitsrat muss die Welt des 21. Jahrhunderts abbilden und nicht die der unmittelbaren Nachkriegszeit nach 1945», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Deswegen werden wir uns sehr stark dafür einsetzen, dass insbesondere der globale Süden dort eine sehr viel stärkere Rolle bekommt.»
Deutschland kandidiert im Juni 2026 für die Jahre 2027/2028 für einen der nichtständigen Sitze im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Dem Rat gehören 15 der 193 UN-Mitgliedstaaten an. Fünf Atom- und Siegermächte des Zweiten Weltkriegs sind ständig dabei und haben Vetorecht: die USA, China, Russland, Grossbritannien und Frankreich. Einige der anderen 188 Mitgliedstaaten wechseln sich auf den verbleibenden zehn Sitzen alle zwei Jahre ab.
Indopazifik, Afrika und Lateinamerika rücken mehr in den Fokus
Auf die Frage, was er tun werde, damit sich Deutschland bei der Wahl für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gegen Österreich und Portugal durchsetze, sagte Wadephul: «In der Fussballsprache würde ich sagen: Wir müssen immer auf jeder Position anspielbar sein für unsere internationalen Partner.»
Man formuliere angesichts des Klimawandels beispielsweise vor dem Hintergrund der speziellen Situation, in der sich kleine Inselstaaten befänden, gemeinsam mit ihnen «eine Klimaaussenpolitik, die auf die besonderen existenziellen Herausforderungen dieser Staaten Bezug nimmt». Auch 2026 wolle er globale Partnerschaften suchen und stärken. «Dazu werden jetzt nach einem starken Engagement in Europa und in Asien der Indopazifik, Afrika und Lateinamerika gehören», sagte der Minister.
Wadephul über UN: Manches vereinfachen und verschlanken
Der UN-Sicherheitsrat habe am Beispiel seiner Resolution zur Absicherung des Nahost-Friedensplans aber auch gezeigt, dass er funktionieren könne, sagte Wadephul. Dennoch sei die Bundesregierung der Auffassung, dass das Gremium eine durchgreifende Reform brauche. Manches könne vereinfacht und verschlankt werden. Grundsätzlich gehöre Deutschland zu den Verfechtern des Systems der Vereinten Nationen und werde sich «nicht so zurückziehen, wie andere das getan haben», sagte der Minister, ohne die USA direkt zu nennen.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Ende November am Rande eines EU-Afrika-Gipfels in Angola Forderungen nach zwei ständigen afrikanischen Sitzen im Sicherheitsrat unterstützt. Europa und Afrika hätten zusammen mehr als 40 Prozent aller Stimmen in den Vereinten Nationen. «Zusammen haben wir grosses Gewicht. Dafür muss Afrika aber international auch besser vertreten sein, so wie es dem Gewicht dieses Kontinentes eben entspricht», sagte er.
Der Iran will verhandeln: Angesichts der Massenproteste im Iran gegen die autoritäre Staatsführung erhöht Donald Trump den Druck auf die Islamische Republik. Zwar stellt der US-Präsident auch ein Treffen mit Vertretern des Irans in Aussicht – angesichts dessen, was im Land passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, warnt Trump mit Blick auf die andauernden Proteste. Worüber der Iran mit den USA Gespräche führen möchte, führt er nicht aus.
12.01.2026
Trump sichert Demonstranten im Iran Hilfe zu – Teheran warnt
Unruhen im Iran. Und: Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA verschärfen sich. Teheran droht mit Gegenschlägen gegen Israel und US-Stützpunkte, sollten diese die Proteste unterstützen. Das autoritäre Regime reagiert damit am Sonntag auf Berichte über mögliche US-Angriffe. US-Präsident Donald Trump sichert den Menschen auf den Strassen Unterstützung zu.
11.01.2026
Trump besteht auf Grönland und warnt vor Russland und China
Ob das gefalle oder nicht: US-Präsident Donald Trump hat seinen Gebietsanspruch auf Grönland bekräftigt. «Denn wenn wir es nicht machen, werden Russland oder China Grönland einnehmen, und wir wollen Russland oder China nicht als Nachbarn haben», sagte der Republikaner am Freitag im Weissen Haus. Dafür würde er gerne einen Deal machen und kündigte an, dies notfalls auch «auf die harte Art und Weise» durchzusetzen, um Grönland zu verteidigen.
10.01.2026
Trump: «Der Iran will verhandeln»
Trump sichert Demonstranten im Iran Hilfe zu – Teheran warnt
Trump besteht auf Grönland und warnt vor Russland und China