«Schmerzhaft, aber eindeutig»Orban ruft Magyar an und gratuliert zum Wahlsieg
dpa
12.4.2026 - 21:50
Anhänger von Magyars konservativer Partei feiern am Abend auf der Wahlparty der Tisztelet és Szabadság Párt kurz TISZA in Budapest.
Bild:IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Der seit 16 Jahren in Ungarn regierende Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden. Der Machtwechsel in Budapest hat voraussichtlich weitreichende Folgen für die Aussenpolitik.
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12.04.2026, 21:50
13.04.2026, 05:24
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Viktor Orban gesteht die Niederlage seiner Partei Fidesz bei der Parlamentswahl ein.
Herausforderer Péter Magyar berichtet, Orban habe ihn angerufen und zum Wahlsieg gratuliert.
Die international beachtete Richtungswahl verzeichnet eine Rekordbeteiligung.
Die Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar hat nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Nach Auszählung von 84,91 Prozent der Wahllokale kommt Tisza auf 138 von 199 Mandaten.
Mit der parlamentarischen Zweidrittelmehrheit kann Magyar Reformen durchführen, die Verfassungsänderungen erfordern, sowie Amtsträger austauschen, die Orban eingesetzt hat. Ohne diese Möglichkeit könnte etwa das Verfassungsgericht Reformvorhaben der künftigen Tisza-Regierung blockieren.
Orban hat Niederlage eingestanden
Der seit 16 Jahren in Ungarn regierende Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden. «Die Wahlergebnisse sind für uns schmerzhaft, aber eindeutig», sagte Orban am Sonntagabend vor Journalisten. Zuvor hatte bereits sein Herausforderer Peter Magyar erklärt, dass Orban ihn angerufen und ihm zum Wahlsieg gratuliert habe.
«Uns ist nicht die Verantwortung und die Chance zum Regieren anvertraut worden. Ich habe der siegreichen Partei gratuliert», sagte der rechtsnationalistische Regierungschef weiter. Sein Herausforderer Peter Magyar schrieb im Onlinedienst Facebook: «Ministerpräsident Viktor Orban hat mich gerade angerufen, um uns zu unserem Sieg zu gratulieren.»
Der Machtwechsel in Budapest hat voraussichtlich weitreichende Folgen für die Aussenpolitik des zentraleuropäischen Landes und EU-Mitglieds: Während sich Orban seit Jahren auf Konfrontationskurs zu Brüssel befindet und trotz des Ukraine-Krieges gute Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin unterhält, hat Magyar angekündigt, einen pro-westlichen Kurs zu verfolgen und Ungarn zu einem verlässlichen Nato- und EU-Partner zu machen.
Die Abstimmung gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Der Sonntag war durch eine Rekord-Wahlbeteiligung gekennzeichnet. Eine halbe Stunde vor Schliessung der Wahllokale hatten 77,8 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Wahlkommission in Budapest mitteilte. Vier Jahre zuvor hatte die Beteiligung zur selben Zeit bei 67,8 Prozent gelegen.
Von der Leyen: «Ungarn hat Europa gewählt»
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Sieg der Oppositionspartei bei den Parlamentswahlen in Ungarn begrüsst. «Ungarn hat Europa gewählt», erklärte von der Leyen am Sonntagabend im Onlinedienst X. Das Land kehre «auf seinen europäischen Weg zurück».
In der EU blockierte Orban mit seinen Vetos wichtige Hilfen für die von Russland angegriffene Ukraine. Die Union brachte er damit an den Rand der Handlungsunfähigkeit. Wegen der Verstösse gegen das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit legte die EU Milliardenhilfen aufs Eis, die Ungarn zustehen würden. Hingegen will Magyar das Verhältnis seiner Landes zur EU und zu den westlichen Partnern verbessern.
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