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«Es ist einfach nicht wahr»

Warnschüsse im Ärmelkanal – Rentnerpaar widerspricht Moskau

Ein Ehepaar, deren Yacht die Warnschüsse galten, widerspricht der russischen Darstellung des Vorfalls. (Archivfoto)

Ein Ehepaar, deren Yacht die Warnschüsse galten, widerspricht der russischen Darstellung des Vorfalls. (Archivfoto)

dpa

Ein Vorfall auf See zwischen einer russischen Fregatte und einer britischen Segelyacht führt zu Spekulationen. Nun meldet sich die Besatzung des kleineren Schiffs zu Wort.

Redaktion blue News
DPA

Redaktion blue News, DPA

17.06.2026, 12:59

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Zwischenfall im Ärmelkanal bleibt umstritten: Ein britisches Paar widerspricht Russlands Darstellung der Warnschüsse.
  • Während die Segler korrekt reagiert haben wollen, spricht Moskau von ignorierten Warnungen.
  • London sieht keinen Zusammenhang mit jüngsten Aktionen gegen Russlands Schattenflotte.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Der Vorfall im Ärmelkanal, bei dem eine russische Fregatte Warnschüsse abfeuerte, gibt weiter Rätsel auf. Ein britisches Rentnerpaar, deren Yacht die Schüsse galten, hat inzwischen der Darstellung Moskaus zum Hergang widersprochen. 

Demnach reagierten die von England nach Frankreich segelnden Rentner sofort auf Warnungen per Schiffshorn, als sie sich dem Kriegsschiff auf etwa 500 Meter näherten. Die Warnungen seien in kurzer Abfolge erfolgt, unmittelbar von Schüssen aus Handfeuerwaffen, sagte Skipperin Jane Kelvey der BBC.

Die Schüsse seien «vollkommen unnötig» gewesen, so die 68 Jahre alte Rentnerin. Sie fügte hinzu: «Es ist einfach nicht wahr, sie machen uns verantwortlich, aber in unseren Augen haben wir nichts falsch gemacht.»

Britisches Aussenamt folgt russischer Darstellung

Aus Moskau hatte es geheissen, die Yacht habe auf mehrere Kontaktversuche nicht reagiert und die Distanz immer weiter verringert. Bei einer Entfernung von 150 Metern hat der Kapitän der Fregatte dann den Befehl zum Eröffnen der Warnschüsse gegeben.

«Die Besatzung der Fregatte «Admiral Grigorowitsch» hat in strenger Übereinkunft mit den international geltenden Schifffahrtsregeln gehandelt und alles getan, um den Vorfall zu verhindern», betonte das Ministerium in Moskau.

Das britische Aussenministerium trat Spekulationen entgegen, es könne sich um eine Vergeltungsaktion für das Stoppen des Öltankers «Smyrtos» handeln, der Russlands Schattenflotte zugerechnet wird. Die britische Marine hatte das Schiff vor einigen Tagen aufgebracht. 

Zusammenstoss wollte angeblich verhindert werden

Die Schüsse seien nicht auf die Yacht gerichtet gewesen, sondern der Versuch, einen möglichen Zusammenstoss zu verhindern, zitierte die Nachrichtenagentur PA einen Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums. Man gehe von einem Einzelfall aus, der nicht mit dem Aufbringen der «Smyrtos» in Verbindung stehe.

Das hinderte britische Medien nicht daran, über eine kalkulierte Provokation Moskaus zu spekulieren. Experten zufolge soll die Präsenz russischer Kriegsschiffe von einem Vorgehen gegen die Schattenflotte abschrecken.

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