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Überraschend, aber riskant: Putins Erfolg in Otscheretyne
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Lagebild Ukraine

Überraschend, aber riskant: Putins Erfolg in Otscheretyne

01:01

Trotz neuer Ukraine-Hilfen der USA: Scholz bleibt bei Nein zu Taurus

Trotz neuer Ukraine-Hilfen der USA: Scholz bleibt bei Nein zu Taurus

Wütend ob der westlichen Hilfe greift Russland an, solange die Armee im Vorteil ist. Bei Awdijiwka gelingt sogar ein überraschender Vorstoss. Die anderen beiden Schwerpunkte bleiben Tschassiw Jar und Lyman.

Philipp Dahm

Philipp Dahm

25.04.2024, 16:05•25.04.2024, 16:43

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Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Westliche Waffenhilfe macht Russen nicht nur wütend, sondern auch besorgt: Sie fürchten insbesondere um die Kertsch-Brücke.
  • Schwerpunkt 1: Bei Awdijiwka hat die russische Armee eine Lücke gefunden, eine Bresche geschlagen und ist weit vorgestossen. Der überraschende Coup wird erklärt.
  • Schwerpunkt 2: Russland hat die Lufthoheit über Taschassiw Jar, doch am Boden ist die Verteidigung der Stadt schwer zu knacken.
  • Schwerpunkt 3: In Richtung Lyman wird Putins Armee seit Wochen in Terny aufgehalten. Dank Drohnen gelang dem Gegner ein Erfolg.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Die erste Tranche aus dem 61 Milliarden Dollar Hilfspaket für Kiew ist schon unterwegs: In Antizipation der Ereignisse wurde viel Material bereits nach Deutschland und Polen verschifft. Nachdem auch London ein weiteres Hilfspaket geschnürt hat, das 500 Millionen Pfund schwer sein soll, werden in Russland die Nerven dünner.

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«Mögen alle Amerikaner auf dem Scheiterhaufen brennen», zitiert die «Kyiv Post» einen russischen Kommentator. «Ich denke, das sind eure letzten Jahre. Euer eigenes Volk wird euch zerreissen.» Prorussische Telegram-Kanäle wie Rybar schieben schon Panik, dass die Kertsch-Brücke bald fällig sein könnte.

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Der Grund dafür sind weitere Meldungen über aufgeklärte und zerstörte russische Flugabwehrsysteme ...

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... und Radaranlagen. Auf der Krim verfolgen die ukrainischen Streitkräfte schon seit Längerem die Taktik, Lücken in die Luftabwehr zu reissen.

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Diese Lücken könnte Kiew ausnutzen, um einen massiven Schlag gegen die Kertsch-Brücke zu führen, die die Krim mit dem russischen Mutterland verbindet.

Schwerpunkt 1: Russlands Coup bei Awdijiwka

An der Front selbst gibt es derzeit drei Schwerpunkte. Ein überraschender Erfolg ist der russischen Armee in Awdijiwka gelungen, der von zwei Faktoren begünstigt worden ist: Zum einen haben die Kräfte des Kremls eine Lücke in der Verteidigung entdeckt und zum anderen zugeschlagen, als die ukrainische Armee in dem Bereich das Personal rotiert hat.

  • Zur Erinnerung: Nach dem Fall von Awdijwka rückt die russische Armee weiter nach Westen (B) vor, doch eine neue ukrainische Verteidigungslinie, die hinter offenen Feldern und erhöht hinter einem Gewässer liegt, bremst sie aus. Versuche über das Dorf Berdychi (Kreis) hinter die Linie (A) zu gelangen, sind bis dato gescheitert.
  • An dieser Defensivlinie beissen sich die Russen die Zähne auf. 
  • Dafür finden Moskaus Soldaten zwei Kilometer nördlich von Berdychi eine Lücke in der Defensive, die auch noch erhöht liegt und ...
  • ... in die sie eine Bresche schlagen: Zunächst decken sie das Gebiet mit Artilleriegranaten und Flieger-Gleitbomben ein, erklärt <a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.youtube.com/watch?v=XvoTs5gKgow"><em>Reporting from Ukraine.</em></a>
  • Anschliessend kann russische Infanterie in wenigen Tagen bis zu den ersten Häusern von Otscheretyne vorrücken. Mechanisierte Einheiten wären auf dem Bahndamm ein zu leichtes Ziel.
  • Weil ukrainische Einheiten weiter südlich konzentriert sind und das Personal in dem Gebiet zu diesem Zeitpunkt auch noch rotiert wird, gelingt es der ukrainischen Armee trotz Gegenangriffen nicht, den Gegner zu vertreiben.
  • Das Hauptziel der Russen in dieser Stossrichtung ist die Industriestadt Pokrowsk, die den Frontabschnitt versorgt und durch weitere Verteidigungslinien geschützt ist.

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Zur Erinnerung: Nach dem Fall von Awdijwka rückt die russische Armee weiter nach Westen (B) vor, doch eine neue ukrainische Verteidigungslinie, die hinter offenen Feldern und erhöht hinter einem Gewässer liegt, bremst sie aus. Versuche über das Dorf Berdychi (Kreis) hinter die Linie (A) zu gelangen, sind bis dato gescheitert.

Bild: phi

Der russische Vorstoss nach Otscheretyne ist kühn, aber auch riskant: Wladimir Putins Militär läuft Gefahr, dass der Nachschub durch den noch schmalen Korridor unterbrochen wird. Der Gegner versucht offenbar auch, die dortigen Truppen einzukreisen. Ob das gelingt, muss sich zeigen.

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Zumindest sind die ukrainischen Streitkräfte in dem Gebiet noch in der Lage, russische Kommandoposten hinter der Frontlinie mit Gleitbomben zu treffen.

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Schwerpunkt 2: Zähes Ringen um Tschassiw Jar

Ganz im Gegensatz zu Tschassiw Jar: An diesem Brennpunkt haben russische Jagdbomber die Lufthoheit: Sie agieren ungestraft über der belagerten Stadt und bombardieren regelmässig die Stellungen der Verteidiger.

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Am Boden läuft es dafür weniger gut, obwohl Russland viele Truppen aufgefahren hat – darunter auch Luftlandeeinheiten, die auf dem Papier zu den fähigsten Soldaten gehören. Doch Tschassiw Jar liegt erhöht hinter einem Kanal und hat ausgebaute defensive Anlagen, schreibt der finnische Militärexperte Emil Kastehelmi.

Tschassiw Jars Quartier Kanal steht im russischen Fokus.

Tschassiw Jars Quartier Kanal steht im russischen Fokus.

YouTube/Reportimg from Ukraine

Derzeit konzentrieren die Kämpfe auf den Stadtteil Kanal, der östlich der Wasserverbindung liegt. Weil Frontalattacken bisher erfolglos waren, versuchen die Russen, das Quartier einzukreisen, das über zwei Brücken versorgt wird, weiss Reporting from Ukraine.

Die ukrainische Armee hat zwischen den Ivanivske und Klischtschijwka Boden gutgemacht.

Die ukrainische Armee hat zwischen den Ivanivske und Klischtschijwka Boden gutgemacht.

DeepStateMap

Die jüngste DeepStateMap zeigt, dass russische Infanterie versucht, Schneisen in den Wald zu schlagen. Dort hat sie den Vorteil, weniger verwundbar für Drohnenangriffe zu sein. Allerdings hat die ukrainische Armee in dem Gebiet auch zurückschlagen können: Eine Gegenoffensive zwischen den Dörfern Ivanivske und Klischtschijwka ist erfolgreich.

Schwerpunkt 3: Terny will nicht fallen

Ein Schwerpunkt des russischen Militärs ist auch der Vorstoss von Kreminna Richtung Lyman, der an dem Dorf Terny hakt. Seit Wochen schon versuchen die Russen, Terny einzunehmen, das vertieft an einem Gewässer liegt.

Markiert: das Dorf Terny. Über dieses will die russische Armee von Kreminna (A) nach Lyman (B) vorrücken. Hauptziel sind Slowjansk (C) und die Nachbarstadt Kramatorsk.

Markiert: das Dorf Terny. Über dieses will die russische Armee von Kreminna (A) nach Lyman (B) vorrücken. Hauptziel sind Slowjansk (C) und die Nachbarstadt Kramatorsk.

DeepStateMap/phi

Doch nach wie vor gelingt es den Verteidigern vor allem mithilfe von Drohnen, sich zu wehren.

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Bei lohnenden Zielen kommt auch Artillerie zum Einsatz.

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Dank der Drohnenunterstützung und einer Rotation der Truppen ist es in diesem Frontabschnitt nicht nur gelungen, massive mechanisierte Attacken zurückzuschlagen. Es konnte sogar ein erfolgreicher Gegenangriff durchgeführt werden, berichtet Reporting from Ukraine.

Die jüngsten russischen Angriffe auf Terny sind fehlgeschlagen. Stattdessen hat der Gegner Raum gewonnen. Belegte ukrainische Drohnenangriffe sind mit einem Icon gekennzeichnet.

Die jüngsten russischen Angriffe auf Terny sind fehlgeschlagen. Stattdessen hat der Gegner Raum gewonnen. Belegte ukrainische Drohnenangriffe sind mit einem Icon gekennzeichnet.

Youtube/Reporting from Ukraine