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Jetzt meldenWütend ob der westlichen Hilfe greift Russland an, solange die Armee im Vorteil ist. Bei Awdijiwka gelingt sogar ein überraschender Vorstoss. Die anderen beiden Schwerpunkte bleiben Tschassiw Jar und Lyman.
Die erste Tranche aus dem 61 Milliarden Dollar Hilfspaket für Kiew ist schon unterwegs: In Antizipation der Ereignisse wurde viel Material bereits nach Deutschland und Polen verschifft. Nachdem auch London ein weiteres Hilfspaket geschnürt hat, das 500 Millionen Pfund schwer sein soll, werden in Russland die Nerven dünner.
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«Mögen alle Amerikaner auf dem Scheiterhaufen brennen», zitiert die «Kyiv Post» einen russischen Kommentator. «Ich denke, das sind eure letzten Jahre. Euer eigenes Volk wird euch zerreissen.» Prorussische Telegram-Kanäle wie Rybar schieben schon Panik, dass die Kertsch-Brücke bald fällig sein könnte.
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Der Grund dafür sind weitere Meldungen über aufgeklärte und zerstörte russische Flugabwehrsysteme ...
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... und Radaranlagen. Auf der Krim verfolgen die ukrainischen Streitkräfte schon seit Längerem die Taktik, Lücken in die Luftabwehr zu reissen.
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Diese Lücken könnte Kiew ausnutzen, um einen massiven Schlag gegen die Kertsch-Brücke zu führen, die die Krim mit dem russischen Mutterland verbindet.
An der Front selbst gibt es derzeit drei Schwerpunkte. Ein überraschender Erfolg ist der russischen Armee in Awdijiwka gelungen, der von zwei Faktoren begünstigt worden ist: Zum einen haben die Kräfte des Kremls eine Lücke in der Verteidigung entdeckt und zum anderen zugeschlagen, als die ukrainische Armee in dem Bereich das Personal rotiert hat.
Zur Erinnerung: Nach dem Fall von Awdijwka rückt die russische Armee weiter nach Westen (B) vor, doch eine neue ukrainische Verteidigungslinie, die hinter offenen Feldern und erhöht hinter einem Gewässer liegt, bremst sie aus. Versuche über das Dorf Berdychi (Kreis) hinter die Linie (A) zu gelangen, sind bis dato gescheitert.
Bild: phi
Der russische Vorstoss nach Otscheretyne ist kühn, aber auch riskant: Wladimir Putins Militär läuft Gefahr, dass der Nachschub durch den noch schmalen Korridor unterbrochen wird. Der Gegner versucht offenbar auch, die dortigen Truppen einzukreisen. Ob das gelingt, muss sich zeigen.
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Zumindest sind die ukrainischen Streitkräfte in dem Gebiet noch in der Lage, russische Kommandoposten hinter der Frontlinie mit Gleitbomben zu treffen.
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Ganz im Gegensatz zu Tschassiw Jar: An diesem Brennpunkt haben russische Jagdbomber die Lufthoheit: Sie agieren ungestraft über der belagerten Stadt und bombardieren regelmässig die Stellungen der Verteidiger.
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Am Boden läuft es dafür weniger gut, obwohl Russland viele Truppen aufgefahren hat – darunter auch Luftlandeeinheiten, die auf dem Papier zu den fähigsten Soldaten gehören. Doch Tschassiw Jar liegt erhöht hinter einem Kanal und hat ausgebaute defensive Anlagen, schreibt der finnische Militärexperte Emil Kastehelmi.

Tschassiw Jars Quartier Kanal steht im russischen Fokus.
YouTube/Reportimg from Ukraine
Derzeit konzentrieren die Kämpfe auf den Stadtteil Kanal, der östlich der Wasserverbindung liegt. Weil Frontalattacken bisher erfolglos waren, versuchen die Russen, das Quartier einzukreisen, das über zwei Brücken versorgt wird, weiss Reporting from Ukraine.

Die ukrainische Armee hat zwischen den Ivanivske und Klischtschijwka Boden gutgemacht.
DeepStateMap
Die jüngste DeepStateMap zeigt, dass russische Infanterie versucht, Schneisen in den Wald zu schlagen. Dort hat sie den Vorteil, weniger verwundbar für Drohnenangriffe zu sein. Allerdings hat die ukrainische Armee in dem Gebiet auch zurückschlagen können: Eine Gegenoffensive zwischen den Dörfern Ivanivske und Klischtschijwka ist erfolgreich.
Ein Schwerpunkt des russischen Militärs ist auch der Vorstoss von Kreminna Richtung Lyman, der an dem Dorf Terny hakt. Seit Wochen schon versuchen die Russen, Terny einzunehmen, das vertieft an einem Gewässer liegt.

Markiert: das Dorf Terny. Über dieses will die russische Armee von Kreminna (A) nach Lyman (B) vorrücken. Hauptziel sind Slowjansk (C) und die Nachbarstadt Kramatorsk.
DeepStateMap/phi
Doch nach wie vor gelingt es den Verteidigern vor allem mithilfe von Drohnen, sich zu wehren.
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Bei lohnenden Zielen kommt auch Artillerie zum Einsatz.
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Dank der Drohnenunterstützung und einer Rotation der Truppen ist es in diesem Frontabschnitt nicht nur gelungen, massive mechanisierte Attacken zurückzuschlagen. Es konnte sogar ein erfolgreicher Gegenangriff durchgeführt werden, berichtet Reporting from Ukraine.

Die jüngsten russischen Angriffe auf Terny sind fehlgeschlagen. Stattdessen hat der Gegner Raum gewonnen. Belegte ukrainische Drohnenangriffe sind mit einem Icon gekennzeichnet.
Youtube/Reporting from Ukraine