PolitikWeitere Hinrichtung im Iran nach Spionagevorwürfen
SDA
13.5.2026 - 09:08
ARCHIV – Der iranische Oberste Richter Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi nimmt an einer Feier auf dem Palästina-Platz in Teheran teil. Foto: Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa
Keystone
Inmitten einer Serie von Hinrichtungen hat Irans Justiz abermals ein Todesurteil nach Spionagevorwürfen vollstreckt.
Keystone-SDA
13.05.2026, 09:08
SDA
Ehsan Afreschteh, ein IT-Experte, sei am Morgen durch Erhängen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Irans Justiz hatte ihm Zusammenarbeit mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad zur Last gelegt.
Afreschteh wurde nach Informationen des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mit Sitz in den USA 2024 festgenommen, als er aus der Türkei zurück in seine Heimat reiste. Demnach verbrachte er die ersten Monate im berüchtigten Ewin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran zunächst in Isolationshaft.
Der studierte Bauingenieur habe als IT-Experte unter anderem im Bereich Cybersicherheit gearbeitet, berichtete die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Norwegen. In der Türkei sei ihm bewusst geworden, dass ausländische Geheimdienste ihn ausnutzten, berichtete die Organisation unter Berufung auf Aussagen eines Mithäftlings.
Geständnis in Haft
Afreschteh entschied sich dem Bericht der Aktivisten zufolge dennoch, in den Iran zurückzukehren, nachdem sein Vater den Kontakt mit iranischen Sicherheitsbehörden gesucht und die Situation erklärt hatte. Dort stellte er sich den iranischen Behörden. In der Haft sei er dann zu einem Geständnis gezwungen worden.
Die Justiz wiederum veröffentlichte einen detaillierten Bericht zu seinen angeblichen Spionagetätigkeiten. Demnach soll der israelische Geheimdienst Mossad Afreschteh zunächst virtuell geschult haben. Zu seinen späteren Aufgaben gehörten den Angaben zufolge, Zielorte zu dokumentieren, die Umgebung des Geheimdienstministeriums zu observieren, an Versammlungen teilzunehmen sowie Fotos verschiedener Personen anzufertigen.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von IHRNGO mindestens 1.639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr.
Am 13. Januar 2026 ziehen Beamte der Einwanderungspolizei ICE eine Frau in Minneapolis, Minnesota, aus ihrem Wagen und verhaften Aliya Rahman.
15.01.2026
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
14.05.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
ICE-Agenten zerren Frau aus ihrem Auto
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen