GrossbritannienWeiterer Brandanschlag in London – Starmer warnt den Iran
SDA
5.5.2026 - 12:45
Der britische Premierminister Keir Starmer. Foto: Dan Kitwood/Getty Images Europe Pool/AP/dpa
Keystone
Premierminister Keir Starmer hat den Iran nach mehreren antisemitischen Angriffen in Grossbritannien davor gewarnt, Hass und Gewalt zu sähen.
Keystone-SDA
05.05.2026, 12:45
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Eine der Ermittlungsrichtungen sei, herauszufinden, ob ein ausländischer Staat hinter einigen dieser Angriffe stecke, sagte Starmer der Nachrichtenagentur PA zufolge. Die Botschaft laute an den Iran oder «jedes andere Land, das versuchen könnte, Gewalt, Hass oder Spaltung in der Gesellschaft zu schüren», dass das nicht toleriert werde.
In den vergangenen Wochen und Monaten war es in Grossbritannien vermehrt zu Angriffen auf jüdische Einrichtungen gekommen, meist waren es Brandanschläge. Am Dienstagmorgen wurde die Polizei zu einem Brand an einer früheren Synagoge im Londoner Bezirk Tower Hamlets gerufen. Laut Mitteilung entstand ein geringer Schaden an der Vorderseite des Gebäudes, verletzt wurde niemand.
In der vergangenen Woche waren zwei Männer jüdischen Glaubens im Viertel Golders Green von einem Mann mit einem Messer angegriffen worden, diese Tat werteten die britischen Behörden als Terrorakt. Infolge des Angriffs war die Terrorwarnstufe im Vereinigten Königreich auf die vierte von fünf angehoben worden – das bedeutet, dass ein Anschlag in den kommenden sechs Monaten als «sehr wahrscheinlich» gilt.
Zu dem Messerangriff und auch zuvor zu einem Brandanschlag auf Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes hatte sich eine islamistische Gruppierung namens Ashab al-Jamin bekannt. Die Gruppe tauchte erstmals während des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran auf und hat sich seitdem zu mehreren Anschlägen in Europa gegen jüdische und westliche Einrichtungen bekannt. Es ist aber unklar, ob die Gruppe tatsächlich existiert oder ob es sich um eine Inszenierung handelt. Zugleich gibt es Anzeichen auf mögliche Verbindungen zum iranischen Staat.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
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