Ticker zum Sturmtief über EuropaKreuzfahrtschiff muss Route ändern +++ Frankreich schaltet Atomkraftwerk ab
Marius Egger
10.1.2026
Schneechaos am Flughafen Birmingham
Der Flughafen Birmingham hat den Betrieb seiner Start- und Landebahn nach starken Schneefällen in der Region eingestellt.
09.01.2026
Deutschland steht ein ungemütlicher Freitag bevor. Sturmtief «Goretti» (in Deutschland «Elli» genannt) fegt mit orkanartigen Böen über das Land, bringt heftige Schneefälle und eisige Strassen. Die Übersicht im Liveticker.
Redaktion blue News
10.01.2026, 15:37
10.01.2026, 15:38
Marius Egger
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Das Sturmtief «Elli» hat Deutschland erreicht.
Der Deutsche Wetterdienst warnt für die nächsten Stunden.
Alle Informationen zum Strumtief «Elli» findest du im Ticker.
Fernverkehr in Norddeutschland bis Sonntag eingeschränkt
Aufgrund des heftigen Wintereinbruchs fällt der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen norddeutschen Fernverkehrsstrecken noch bis voraussichtlich Sonntag aus. Betroffen sind unter anderem die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet und die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt, wie eine Bahn-Sprecherin mitteilte.
Demnach können Reisende jedoch die Verbindung zwischen Hamburg und Frankfurt über Bremen und Köln nutzen. «Züge nach Hamburg über Fulda und Kassel enden in Frankfurt», hiess es auf der Website des Unternehmens. Und weiter riet die Bahn: «Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können.» Ausgesetzt blieben demnach auch die Verbindungen zwischen Hannover und Amsterdam sowie zwischen Hamburg und Kopenhagen.
Der Regionalverkehr sollte auf einzelnen Strecken am Samstag langsam wieder anlaufen. Wie auch vielerorts die Busse standen jedoch viele Regionalzüge ebenfalls vorübergehend still.
Ein ICE steht mit langen Eiszapfen im verschneiten Hauptbahnhof Hannover.
Moritz Frankenberg/dpa
21.20 Uhr
Kreuzschiff muss wegen Sturm «Goretti» Route ändern
Das Sturmtief «Goretti» hat auch das Kreuzfahrtschiff AIDAnova in Mitleidenschaft gezogen. Das Schiff musste wegen Unwetterwarnung für Freitag seine Route ändern. «Wegen der vorhergesagten Schlechtwetterlage in der Nordsee mit starken Winden und einer damit verbundenen möglichen behördlichen Schliessung der Elbe in der Nacht vom 9. auf den 10. Januar 2026 für bestimmte Schiffsklassen haben wir im Interesse des Reisekomforts und der Sicherheit unserer Gäste und Crew den Reiseverlauf von AIDAnova vorsorglich angepasst», teilte AIDA Cruise auf Anfrage der Bildzeitung mit.
Nach einem Bericht des Portals «Schiffe und Kreuzfahrten» wurde für für die 5200 Passagiere der letzte Halt in Southampton (Grossbritannien) gestrichen. Zuvor hatte AIDAnova im belgischen Zeebrügge sowie in Le Havre und Cherbourg in Frankreich angelegt. Durch die Routenanpassung kehrte das Schiff einen Tag früher als geplant am Liegeplatz in Hamburg-Steinwerder zurück, sodass die Gäste laut Reiseveranstalter den Freitag «für einen individuellen Landgang in Hamburg nutzen».
Das Kreuzfahrtschiff «Aidanova» musstge wegen «Goretti» seine Route anpassen.
Symbolbild: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
18.10 Uhr
Frankreich schaltet Atomkraftwerk wegen Sturms ab
Wegen heftigen Sturms über Nordfrankreich hat der französische Stromkonzern EDF das Atomkraftwerk Flamanville am Ärmelkanal in der Nacht zu Freitag abgeschaltet. Das für den Betrieb des Kraftwerks zwingend notwendige Personal befinde sich in dem AKW, die übrigen Mitarbeiter seien aufgefordert worden, nicht zum Kraftwerk zu kommen und im Homeoffice zu arbeiten, teilte EDF mit. Entsprechend dem Verfahren bei Unwetter war die Leistung des Kraftwerks zunächst gedrosselt worden.
Die französische Behörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz (Autorité de Sûreté Nucléaire et de Radioprotection, ASNR) erklärte, am Freitagmittag vorsorglich ein Krisenzentrum eingerichtet zu haben, um die Lage zu überwachen und die Massnahmen des Betreibers zu überprüfen. Die ASNR stehe im Austausch mit den Teams von EDF und der Präfektur vor Ort, hiess es. Der Vorfall habe keine Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Umwelt.
Das AKW Flamanville wurde wegen des starken Sturms über Nordfrankreich abgeschaltet. Nur das notwendige Personal bleibt vor Ort, alle anderen arbeiten von zu Hause aus.
Archivbild: Keystone
13.29 Uhr
Erstes Bundesligaspiel abgesagt
In Deutschland hat der starke Schneefall zur ersten Absage in der Bundesliga geführt. Das Spiel zwischen St. Pauli und RB Leipzig wurde gemäss Informationen von «Bild» abgesagt. Die Partie hätte eigentlich am Samstag um 15.30 Uhr im Stadion Millerntor in Hamburg stattfinden sollen.
11:46 Uhr
Deutsche Bahn stellt Fernverkehr in Norddeutschland ein
Aufgrund des Schneesturms hat die Deutsche Bahn entschieden, den Fernverkehr in ganz Norddeutschland einzustellen. Grund sei vor allem das Wetter im Grossraum Hannover. Weil der Schienenverkehr dort «bis mindestens heute Mittag» unterbrochen werden müsse, sei eines der bundesweit wichtigsten Drehkreuze betroffen «und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich», so die Deutsche Bahn in einer Mitteilung.
10.29 Uhr
«Seit 20 Jahren nicht mehr erlebt»
Räumdienste in Deutschland haben derzeit Hochbetrieb.
Christian Charisius/dpa
Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung warnte gegenüber t-online davor, die Wetterlage in Teilen Deutschlands zu unterschätzen: «Es gibt Dauerschnee, Dauerfrost. Man sollte keinesfalls mit dem Auto unterwegs sein», so Jung. Das betreffe insbesondere eine Linie von der Nordsee über Bremen, Hannover, Niedersachsen bis hin nach Sachsen und Bayern.
Aus seiner Sicht ist die Wetterlage keinesfalls alltäglich: «Wir sind so etwas nicht gewohnt. So etwas haben wir seit 20 Jahren nicht mehr erlebt.» Es habe zwar immer wieder mal heftige Schneefälle gegeben, aber nicht in Kombination mit einem solchen Sturm.
Und auch am Wochenende bleibt es seiner Prognose nach gefährlich: Dann sinken die Temperaturen in Deutschland vielerorts drastisch ab. Vor allem in Ostdeutschland sind für Sonntag und Montag teils bitterkalte Nächte von minus 15 Grad angekündigt.
9.53 Uhr
380.000 Haushalte in Frankreich nach Sturm ohne Strom
In Frankreich sind rund 380.000 Haushalte ohne Strom, nachdem Sturm «Goretti» in der Nacht mit Geschwindigkeiten von örtlich bis zu 200 Kilometern pro Stunde über den Nordwesten des Landes gezogen ist. Trotz vieler umgestürzter Bäume und Behinderungen wurden nach vorläufiger Bilanz des Innenministeriums lediglich sechs Menschen leicht verletzt, wie Medien berichteten. In der Bretagne brachen in der Nacht 10 bis 13 Meter hohe Wellen über einige Küstenabschnitte herein.
In Nordfrankreich sollten am Freitag bis auf wenige Ausnahmen keine Züge fahren. In der Normandie und der Bretagne sollte der Bahnverkehr am Nachmittag wieder anlaufen. Behinderungen gab es auch im Großraum Paris sowie im Elsass und in Lothringen.
In den Departements Manche und Seine-Maritime bleiben die Schulen geschlossen. Die Behörden hatten eindringlich vor den Gefahren des Sturms gewarnt und die Menschen aufgerufen, sich möglichst in ihren Wohnungen aufzuhalten. Inzwischen ist der Sturm wieder abgeflaut.
9.46 Uhr
«Kein Jahrhundert-Ereignis»: Meteorologe gibt leichte Entwarnung
Eltern bringen am frühen Morgen in Wernigerode ihre Kinder mit Schlitten in die Schule. Wintersturm «Elli» bringt Eiseskälte, Glätte und viel Schnee, so dass Busse und Bahnen teils nur eingeschränkt unterwegs sind.
Matthias Bein/dpa
Nachdem Meteorologen in Deutschland in den vergangenen Tagen wegen dem Wintersturm alarmiert waren, kommt nun leichte Entwarnung: «Ich würde es nicht als ein Jahrhundert-Event einordnen. Das ist es auf gar keinen Fall», sagte DWD-Meteorologe David Menzel am Morgen. «Es ist ein winterlicher Sturm und - wenn man das grosse Ganze betrachtet - nichts sonderlich Aussergewöhnliches.» Dennoch: Für weite Teile Deutschlands, vor allem für den Norden die Mittelgebirge, gelten Unwetterwarnungen des Wetterdienstes.
Der DWD sagte «von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle» voraus, die sich bis zur Elbe ausbreiten. Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu grösseren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen kann. Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee - bei ebenfalls stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind - in Regen übergehen. Dann wird es sehr glatt.
Von der Nordsee bis in den Osten können verbreitet um die 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Den meisten Schnee erwartet der DWD für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen.
Und: «Ein Grossteil des Schnees fällt dabei innerhalb von drei bis sechs Stunden - gebietsweise Unwetter!», so der DWD. Am Nachmittag und Abend sollen die Schneefälle dann allmählich nachlassen.
9.38 Uhr
Schienenverkehr rund um Hannover komplett eingestellt
Der gesamte Bahnverkehr im Grossraum Hannover ist bis mindestens Freitagmittag unterbrochen. Das teilte die Deutsche Bahn am Morgen mit. Betroffen ist damit eines der wichtigsten Drehkreuze im deutschen Bahnnetz.
Der Fernverkehr im Norden kommt weitgehend zum Erliegen: Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie zwischen Berlin und Hamburg sind derzeit nicht möglich. Die Deutsche Bahn hält Züge zurück, betreut gestrandete Fahrgäste vor Ort und hat in Hannover sogenannte Aufenthaltszüge bereitgestellt. Wie lange die Einschränkungen genau dauern, ist weiterhin offen.
9.24 Uhr
Flughafen Birmingham muss Betrieb einstellen
Der Flughafen Birmingham hat den Betrieb seiner Start- und Landebahn nach starken Schneefällen in der Region eingestellt. Der Sturm Goretti verursachte erhebliche Beeinträchtigungen, da er starken Schneefall und Schneestürme mit sich brachte. Zahlreiche Flüge wurden umgeleitet, während Schneepflüge darum kämpften, die Start- und Landebahn frei zu halten. Geparkte Flugzeuge waren mit Schnee bedeckt, und die nahe gelegene A545 war aufgrund der eisigen Bedingungen, die sie für viele Autos unpassierbar machten, völlig verstopft.
Schneechaos am Flughafen Birmingham
Der Flughafen Birmingham hat den Betrieb seiner Start- und Landebahn nach starken Schneefällen in der Region eingestellt.
Die Wetterlage sorgt nicht nur in Deutschland für Orkanböen und Schnee. Auch in anderen Teilen Europas kommt es zu erheblichen Problemen. In Grossbritannien haben zwei Eisenbahnnetze den Betrieb eingestellt. Auf dem grössten Flughafen Heathrow in London wurden zahlreiche Flüge gecancelt. Auch der Flughafen Birmingham ist stark betroffen.
Nachdem in Frankreich Sturmtief Goretti (in Deutschland heisst es Elli) bereits in der Nacht auf Freitag die Normandie und die Atlantikküste schwer getroffen hatte, zog es am Freitag, dem 9. Januar, in Richtung Nordostfrankreich. In Barfleur erreichte eine Windböe einen historischen Höchstwert von 213 km/h.
8.01 Uhr
Schulen in Hamburg und Bremen geschlossen
Wegen des erwarteten Sturmtiefs Elli bleiben am Freitag in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie in Teilen Niedersachsens die Schulen geschlossen. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es Notbetreuung und teilweise Distanzunterricht.
Auf der Spree in Berlin schwimmen verschneite Eisschollen.
Christophe Gateau/dpa
8.01 Uhr
Bundesligaspiele in Gefahr
Zum Jahresauftakt wird es ungemütlich in den Bundesligastadien, es droht Anreisechaos und mancherorts könnte Sturmtief «Elli» gar für Spielabsagen sorgen. Die DFL ist alarmiert. «Wir beobachten die Wettersituation und stehen mit den Beteiligten im Austausch», sagte ein Sprecher der Deutschen Fussball Liga (DFL) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Am Freitag und Samstag wird vor allem im Norden und in Berlin ein heftiges Winterwetter mit Sturm, Schnee und Eisregen erwartet. Am Donnerstagmittag ging die DFL zwar davon aus, dass alle Bundesligaspiele am Wochenende stattfinden können. Doch die Verantwortlichen stellen sich auch auf mögliche Spielabsagen ein.
8.00 Uhr
Die Situation am Freitagmorgen in Deutschland
Deutschland steht ein ungemütlicher Freitag bevor. Sturmtief «Elli» zieht über unseren Nachbarn. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet «von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle», die sich bis zur Elbe ausbreiten. Teils gebe es auch Schneeverwehungen. In der Mitte und im Süden Deutschlands wird teils gefrierender Regen erwartet.
In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die 10 oder regional bis zu 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Für die Region von Ostfriesland bis Hamburg sowie grosse Teile Schleswig-Holsteins hat der DWD aktuell eine Unwetterwarnung ausgesprochen (Stufe drei von vier).
Die Lage in Deutschland am Freitagmorgen gemäss Wetterdienst.
Screenshot Deutscher Wetterdienst
Der DWD warnt vielerorts vor spiegelglatten Strassen. In der Nacht kam es bereits zu ersten Unfällen aufgrund der Glätte. In Baden-Württemberg etwa rutschte ein Bus einen Hang hinunter. Dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht. Insgesamt blieb es in den frühen Morgenstunden allerdings auf den Strassen abgesehen von kleineren Unfällen ruhig.
Mancherorts wurde für Freitag vorsichtshalber der Busverkehr eingestellt oder schon vor Einschränkungen gewarnt. Auch die Deutsche Bahn rechnet damit, dass bis Samstag Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich sind.
Schneegestöber in Paris: Ärger auf der Strasse und Schneesport am Montmartre
Das Winterwetter hat die französische Hauptstadt fest im Griff. Während Pendler im Stau stecken, geniesst der Rest den frischen Schnee. Einige fahren sogar Ski am Hügel Montmartre.