China

WHO-Team forscht in Wuhan weiter zur Herkunft des Virus

AP/toko

30.1.2021 - 15:47

Members of the World Health Organization team including Ken Maeda right, Peter Daszak, third from left and Vladmir Dedkov, fourth from left, leave after attending an exhibition about the fight against the coronavirus in Wuhan in central China's Hubei province on Saturday, Jan. 30, 2021. The World Health Organization team investigating the origins of the coronavirus pandemic visited another Wuhan hospital that had treated early COVID-19 patients on their second full day of work on Saturday. (AP Photo/Ng Han Guan)
Ein Team aus WHO-Experten in Wuhan.
Keystone/Ng Han Guan/AP/dpa

Den zweiten Tag infolge besichtigen Experten der Weltgesundheitsorganisation Orte in Wuhan, die mit den Anfängen der Pandemie verknüpft sind. Die Frage «Woher kommt das Virus?» hat politische Brisanz.

Auf der Suche nach den Ursprüngen des Coronavirus haben Experten der Weltgesundheitsorganisation zwei Spitäler im chinesischen Wuhan besichtigt. Die Geschichten aus dem Krankenhaus Jinyintan seien recht ähnlich zu denen gewesen, «die ich von unseren Ärzten auf der Intensivstation gehört habe», twitterte die niederländische Virologin Marion Koopmans am Samstagmittag (Ortszeit). Ihr Kollege und ebenfalls Mitglied des WHO-Teams, der Zoologe Peter Daszak, nannte den Besuch eine «wichtige Gelegenheit», direkt mit den Medizinern zu sprechen, die zu Beginn des Ausbruchs im Einsatz gewesen seien.

Die WHO untersucht die Herkunft des Virus. Das Spital Jinyintan in Wuhan war eines der ersten Kliniken der Stadt, das Anfang 2020 mit dem damals noch unbekannten Virus infizierte Patienten behandelte. Daher ist es wichtig, um den Verlauf der Epidemie in China zu untersuchen. Am Freitag hatten die WHO-Experten bereits chinesische Wissenschaftler getroffen und eine erste Klinik besucht, das Krankenhaus für integrierte traditionelle chinesische und westliche Medizin.

Die Untersuchung ist politisch aufgeladen, weil China vermeiden möchte, dass ihm Schuld an Fehlern zu Beginn des Virusausbruchs gegeben wird. Dass ein einziger Besuch von Wissenschaftlern die Herkunft des Virus bestimmen wird, ist unwahrscheinlich. Normalerweise braucht es Jahre, um eine womöglich von Tieren auf den Menschen übertragene Krankheit zu erforschen. Dabei müssen unter anderem Proben von Tieren genommen werden und es muss genetische Analysen und epidemiologische Studien geben.

Eine Theorie rund um das Virus lautet, ein Wilderer könne das Virus auf Händler übertragen haben, die es dann nach Wuhan brachten. Die chinesische Regierung hat unter Verweis auf nur wenige Beweise nahegelegt, zu dem Ausbruch könne es nach dem Import von tiefgefrorenen, mit dem Virus verseuchten Meeresfrüchten gekommen sein. Internationale Wissenschaftler und Behörden haben diese Vermutung zurückgewiesen.

Zur etwaigen Herkunft des Virus hatte die WHO am Donnerstag getwittert: «Alle Hypothesen liegen auf dem Tisch, während das Team bei seiner Arbeit der Wissenschaft folgt, um die Ursprünge des Covid-19-Virus zu verstehen.» In Wuhan dürfte sich das Team bei seinen Untersuchungen womöglich auf das dortige Institut für Virologie konzentrieren, einem der wichtigsten Labore für Virusforschung in China. Dort wurde nach dem Sars-Ausbruch 2003 eine Gen-Datenbank zu Coronaviren von Fledermäusen aufgebaut.

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