Umfrage – grosse Mehrheit für Massnahmen des Bundesrats – Stimmungswandel betreff Maskenpflicht

Agenturen/red

30.10.2020 - 22:00

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aufgrund der besorgniserregenden Situation im Gesundheitswesen verhängt der Kanton Jura von Montag an bis zum 15. November den kantonalen Ausnahmezustand.
  • Der Kanton Neuenburg hat die Coronamassnahmen verschärft, in Luzern wurden die Besuchseinschränkungen für Altersheime und Spitäler wieder gelockert.
  • In den Spitälern im Kanton Zürich sind aktuell rund 400 Betten frei. Die Lage sei angespannt, aber unter Kontrolle, sagte Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli an einer Medienkonferenz.
  • Wegen Überlastung können in St. Gallen und Innerrhoden mit dem Contact Tracing nicht mehr alle Fälle lückenlos nachverfolgt und die Übertragungsketten nicht mehr gezielt unterbrochen werden.
  • Zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus setzt die Armee die Rekrutierung von Stellungspflichtigen per sofort und für voraussichtlich drei Wochen aus.
  • Das Walliser Gesundheitsdepartement kann Gesundheitseinrichtungen und auch Gesundheitspersonal requirieren, wenn es für die Bewältigung der Covid-19-Pandemie vonnöten ist.

Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 154’251; davon gelten 65’200 Personen als genesen. 2’249 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 45’360’632, die Zahl der Toten auf 1’185’053.

Europa ist hinsichtlich der Infektionszahlen die am drittstärksten betroffene Region der Welt. Nur in Lateinamerika und der Karibik (11,2 Millionen Fälle) sowie in Asien (10,5 Millionen Fälle) infizierten sich mehr Menschen.

Die Massnahmen, die der Bundesrat am Mittwoch zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie beschlossen hat, werden vom Volk grossmehrheitlich gestützt. Umstritten ist aber, ob der als weitere Massnahme diskutierte Kurz-Lockdown angezeigt wäre. Das hat der am Freitag veröffentlichte jüngste SRG-Corona-Monitor ergeben, für den Antworten von rund gegen 34'800 Personen ausgewertet worden sind.

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) hat den Bundesrat in einem Schreiben aufgefordert, die Härtemassnahmen für Unternehmen bis Ende November umzusetzen. Sie befürchtet eine Konkurswelle.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.31 Uhr: Madrid schliesst neuen Total-Lockdown aus

Trotz neuer Infektionsrekorde will Spanien die Pandemie ohne einen neuen Lockdown mit einer extrem strengen Ausgehsperre eindämmen. Eine totaler Lockdown, wie er im Frühjahr im Corona-Hotspot monatelang herrschte, sei im neuen Notstandsdekret auch nicht vorgesehen, erklärte Gesundheitsminister Salvador Illa. «Und ich bin davon überzeugt, dass eine totale Ausgehsperre dank der aktuellen Massnahmen auch nicht nötig sein wird», betonte der Minister am Freitag vor Journalisten in Madrid.

Mit 25'595 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurde unterdessen der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie verzeichnet. Die Gesamtzahl der Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 nähert sich damit im 47-Millionen-Einwohner-Land der Marke von 1,2 Millionen. In Westeuropa weist nur Frankreich einen höheren Wert auf. Die Zahl der Menschen, die in Spanien mit Covid-19 starben, stieg um 239 auf insgesamt 35'878. Die Zahl der Neuinfektionen je 100'000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit 234 angegeben. 

Wegen der rapide steigenden Zahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag einen zweiwöchigen Notstand ausgerufen und im Rahmen dieser Massnahme praktisch im ganzen Land eine nächtliche Ausgehsperre angeordnet. Nur die Kanaren sind davon ausgenommen. Ein Antrag der linken Regierung auf Verlängerung des Alarmzustands – der dritthöchsten Notstandsstufe – gleich bis zum 9. Mai 2021 wurde am Donnerstag vom Parlament angenommen.

20.44 Uhr: Armee setzt Rekrutierung für drei Wochen aus

Zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus setzt die Armee die Rekrutierung von Stellungspflichtigen per sofort und für voraussichtlich drei Wochen aus. Stellungspflichtige, die ab kommendem Montag in einem der sechs Rekrutierungszentren der Armee zur Rekrutierung aufgeboten seien, würden zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Marschbefehl erhalten, schreibt die Armee in einer Mitteilung vom Freitagabend.

Am Mittwoch hatte die Armee bereits mitgeteilt, dass bis Ende Jahr keine Wiederholungskurse (WK) mehr durchgeführt würden. Ausgenommen seien WK zur möglichen Unterstützung ziviler Behörden bei einer Verschärfung der Covid-19-Pandemie und solche zur Sicherung der Basisleistungen der Armee, hiess es dazu.

In den Rekrutenschulen hatten die Rekruten in den vergangenen zwei Wochen eine Urlaubssperre. Die Rekrutenschulen gingen am Freitag zu Ende. Die nächste RS findet erst im Januar statt, wie ein Sprecher der Armee auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

20.32 Uhr: Im Wallis können Gesundheitseinrichtungen requiriert werden

Das Walliser Gesundheitsdepartement kann Gesundheitseinrichtungen und auch Gesundheitspersonal requirieren, wenn es für die Bewältigung der Covid-19-Pandemie vonnöten ist. Das hat die Kantonsregierung entschieden. Es brauche rasch Lösungen, um eine Überlastung der Spitäler und auch einen Personalmangel zu vermeiden, hiess es in der Mitteilung der Staatskanzlei vom Freitagabend zur Begründung. Die Zahl der Spitaleinweisungen nehme exponentiell zu.

Es bestehe das Risiko, dass das Spital Wallis nicht mehr in der Lage sein werde, alle Patienten aufzunehmen. Das Gesundheitsdepartement hat nun die Kompetenz, Gesundheitseinrichtungen und Fachpersonal ganz oder teilweise zu requirieren und nicht dringende Untersuchungen und Behandlungen einzuschränken oder auszusetzen.

Der Kanton Wallis hat zudem ebenfalls die Armee um Unterstützung gebeten. Bereits im Einsatz sind 140 Personen vom kantonalen Zivilschutz, und die Feuerwehr leistete Verstärkung für die Ambulanzdienste. Diese Ressourcen würden aber nicht reichen, wird die Anfrage nach Bern begründet.

Vor dem Wallis hatten bereits andere Westschweizer Kantone bei der Armee um Hilfe angeklopft, darunter Freiburg, wie Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Über die Gesuche müsse der Bundesrat noch entscheiden.

20.28 Uhr: Umfrage – Grosse Mehrheit für Massnahmen

Die Massnahmen, die der Bundesrat am Mittwoch zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie beschlossen hat, werden vom Volk grossmehrheitlich gestützt. Umstritten ist aber, ob der als weitere Massnahme diskutierte Kurz-Lockdown angezeigt wäre. Das hat der am Freitag veröffentlichte jüngste SRG-Corona-Monitor ergeben, für den Antworten von rund gegen 34'800 Personen ausgewertet worden sind. Die Umfrage wurde vor der Bundesratssitzung durchgeführt.

Eine Ausdehnung der Maskenpflicht wurde mehrheitlich gewünscht. Zwei von drei Befragten (64 Prozent) fanden, dass am Arbeitsplatz eine Maske getragen werden müsse. 59 Prozent wollten eine Vorgabe, dass draussen Masken getragen werden müssen, wenn der Abstand von anderthalb Metern nicht eingehalten werden kann.

Dass in Sachen Maskenpflicht ein Stimmungswandel stattgefunden hat, zeigt die Haltung der Befragten zur Maskenpflicht in Läden. Hiessen im Juni erst 17 Prozent dies gut, taten es im Oktober 75 Prozent. Allerdings finden die Masken beim Einkaufen im Tessin und in der Westschweiz mehr Unterstützung als in der Deutschschweiz.

Zwei Drittel der Befragten wünschten, dass Gaststätten um 23.00 Uhr schliessen müssen – diese Vorgabe hat der Bundesrat nun gemacht. Zwei von drei Befragten wünschten eine Beschränkung auf zehn Personen für sämtliche Veranstaltungen. Der Bundesrat übernahm diese für private Anlässe. Für öffentliche Anlässe setzte er das Limit bei 50 Personen. In einigen Kantonen ist diese Obergrenze allerdings tiefer.

Umstritten ist aber, ob wegen der Pandemie ein Kurz-Lockdown verhängt werden soll, wie dies Nachbarstaaten bereits getan haben. 49 Prozent sprechen sich dafür aus, 47 Prozent dagegen. Während Befragte im Rentenalter mehrheitlich für einen Kurz-Lockdown sind, stellen sich Jüngere häufiger dagegen. Anhänger von SP und Grünen befürworten diese Massnahme eher als jene von SVP, FDP und CVP.

Die Schliessung von Läden und Dienstleistungen und auch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit gehen laut der Umfrage mehr Menschen zu weit als während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr. Gestiegen ist der Anteil jener, die finden, dass pandemiebedingte Lohnausfälle stärker abgefedert werden müssten als dies getan wird.

Trotz der Zustimmung zu den neusten Massnahmen geniesst die Landesregierung gemäss Umfrage deutlich weniger Vertrauen als in der Zeit von März bis Juni. 37 Prozent sagten zuletzt, sie hätten grosses oder sehr grosses Vertrauen in die Regierung bei der Bewältigung der Pandemie. Noch tiefer ist das Vertrauen der Menschen in die Kantonsregierungen. 67 Prozent fanden im Oktober, dass es mehr Zentralisierung brauche. Nur ein Fünftel (21 Prozent) wollten mehr Spielraum für die Kantone.

Die Befragung durch die Forschungsstelle Sotomo fand zwischen dem 23. und dem 28. Oktober statt. Der Stichprobenfehler liegt bei plus-minus 1,1 Prozentpunkten.

20.17 Uhr: Kommission fordert rasche Umsetzung der Härtefallmassnahmen

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) hat den Bundesrat in einem Schreiben aufgefordert, die Härtemassnahmen für Unternehmen bis Ende November umzusetzen. Sie befürchtet eine Konkurswelle. Die Kommission fordert den Bundesrat auf, die Vernehmlassung bei den Kantonen auf einige wenige Tage zu beschränken, damit die geplante Härtefallregel Ende November in Kraft treten könne.

Der Druck auf die Unternehmen sei mit den am Mittwoch vom Bundesrat erlassenen neuen schweizweit geltenden Covid-19-Massnahmen gestiegen. Die Kommission befürchtet, dass sich die Situationen für Unternehmen, die bereits jetzt stark unter den Einschränkungen leiden, noch einmal verschärft.

Das Parlament habe sich Ende September mit der Verabschiedung des Covid-19-Gesetzes ausdrücklich für eine wirtschaftliche Abfederung der einschränkenden Massnahmen ausgesprochen, argumentiert die Kommission. Das gelte insbesondere für die am stärksten betroffenen und in ihrer Existenz gefährdeten Branchen – Veranstalter, Reisebranche und Schausteller.

Im Nationalrat sagte Finanzminister Ueli Maurer am Freitag, dass er davon ausgehe, dass die Härtefallregelung «bis vor Weihnachten» in Kraft gesetzt werde. Es stelle sich auch die Frage, wie lange es diese Härtefallregelung brauche, sagte Maurer. Wenn es den ganzen Winter daure, brauche es viel Geld. Bund und Kantone übernehmen bei dieser Hilfe jeweils 50 Prozent. «Für die Kantone kann dies teuer werden.» Grundsätzlich gelte aber nach wie vor: «Wir werden nicht in der Lage sein, jeden Fall durch die Krise zu bringen.»

20.03 Uhr: Nationalrat stimmt Krediten mit Solidarbürgschaft infolge des Coronavirus zu

Der Nationalrat hat am Freitag dem Bundesgesetz über Kredite mit Solidarbürgschaft infolge des Coronavirus zugestimmt. Er schlägt aber in drei zentralen Punkten Änderungen vor. So soll die reguläre Rückzahlungsfrist von fünf auf acht Jahre verlängert werden. Zudem sollen die Kredite bis 2028 zinsfrei bleiben. Unternehmen, die ihre Kredite noch nicht vollständig zurückbezahlt haben, dürfen laut dem Nationalrat schliesslich keine Dividenden und Tantiemen beschliessen. Das Geschäft geht an den Ständerat.

19.55 Uhr: Belgien schliesst die meisten Geschäfte

Im schwer vom Coronavirus getroffenen Belgien müssen die meisten Geschäfte ab Montag wieder schliessen. Ausnahmen gebe es etwa für Supermärkte, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach einer Krisensitzung in Brüssel. «Das sind die Massnahmen der letzten Chance.» Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Belgien nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur derzeit die meisten Corona-Infektionen in der Europäischen Union.

Mitarbeiter des Gesundheitsamts bei Nasenabstrichen in einer mobilen COVID-19 Teststation in Antwerpen, Belgien.
Bild: KEYSTONE/AP/VIRGINIA MAYO

Die nächtlichen Ausgangssperren in Belgien bleiben bestehen. Kneipen, Restaurants und Cafés, Kultur- und Sportstätten sind ohnehin bereits geschlossen. Die Kontaktbeschränkungen werden nun weiter verschärft, wie De Croo sagte. Künftig dürfen Belgier demnach nur einen Besucher pro Woche zu Hause empfangen; bei Alleinstehenden sind es zwei. Bislang waren es – mit Maske – vier.

Berufe mit engem Kundenkontakt wie Friseure müssen ihre Arbeit einstellen. Die neuen Regeln sollen zunächst für eineinhalb Monate gelten. Für die geschlossenen Geschäfte soll am 1. Dezember eine Zwischenbilanz gezogen werden. Kunden können aber weiter Waren aus den geschlossenen Geschäften abholen oder sich liefern lassen.

In Belgien steigen die Infektionszahlen seit Wochen rasant. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes zählten innerhalb einer Woche zuletzt im Schnitt 15'316 Infektionen am Tag – ein neuer Rekord. EU-weit registrierte das Nachbarland innerhalb von zwei Wochen die meisten Infektionen pro 100'000 Einwohner: 1600. Das sind neun Mal so viele wie in Deutschland. Jeder vierte Corona-Test fiel in Belgien zuletzt positiv aus.

Die bisherigen Massnahmen haben nicht zu einer Entlastung geführt. Vielmehr verschärfte sich in den vergangenen Wochen die Lage in den Krankenhäusern dramatisch. Die Grenzen der Kapazität wurden mitunter schon erreicht. 

19.34 Uhr: Slowakei startet flächendeckende Corona-Schnelltests

Nach einem ersten Pilotversuch am vergangenen Wochenende starten am Samstag in der Slowakei flächendeckende Corona-Tests der Bevölkerung. Um eine rasante Ausbreitung des Virus zu verhindern, will Ministerpräsident Igor Matovic alle Bürger ab zehn Jahren an diesem und am kommenden Wochenende kostenlosen Schnelltests unterziehen.

Matovic sieht die Massentests bei einem Erfolg als Vorbild für andere Länder. Das rund 5,4 Millionen Einwohner zählende osteuropäische Land hatte die erste Corona-Welle gut überstanden, doch seit September gehen wie fast überall in Europa die Infektionszahlen stetig hoch. Seit vergangenem Wochenende gelten deshalb eine landesweite nächtliche Ausgangssperre und weitere Beschränkungen.

18.57 Uhr: Über zehn Millionen Corona-Infektionen in Europa

In Europa haben sich inzwischen mehr als zehn Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Freitag ist Europa damit hinsichtlich der Infektionszahlen die am drittstärksten betroffene Region der Welt. Nur in Lateinamerika und der Karibik (11,2 Millionen Fälle) sowie in Asien (10,5 Millionen Fälle) infizierten sich mehr Menschen.

Auf dem europäischen Kontinent breitet sich das Coronavirus laut der AFP-Zählung, die sich auf Angaben der Gesundheitsbehörden stützt, derzeit am schnellsten aus. In den vergangenen sieben Tagen stieg die Zahl der Neuinfektionen in Europa im Vergleich zur Vorwoche um 41 Prozent an. Die Hälfte der weltweit registrierten Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen wurde in Europa gemeldet.

18.41 Uhr: Deutschland in kritischer Phase

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht Deutschland bei der Corona-Pandemie in einer kritischen Phase. In einem Interview mit der Deutschen Welle äusserte sich Steinmeier am Freitag besorgt darüber, «dass die Belegung in den Intensivbetten in den Krankenhäusern spürbar steigt». Entweder gelinge es, «mit unseren Möglichkeiten die Infektionen signifikant einzudämmen, oder aber die Lage gerät außer Kontrolle», warnte das Staatsoberhaupt.

Steinmeier gab sich jedoch «zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, das Infektionsgeschehen wieder einzudämmen». Mit Blick auf die Debatte über die aktuell beschlossenen Gegenmassnahmen und Einschränkungen, die «natürlich eine Belastung» seien, sprach er von «einer Bewährungsprobe auch für die Demokratie in Deutschland».

18.24 Uhr: Sieben Klassen der Baselbieter Pflegefachschule in Quarantäne

Sieben Klassen der Berufsfachschule für Gesundheit in Münchenstein BL befinden sich samt Lehrpersonen in Quarantäne, weil mehrere Schülerinnen und Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Zu diesen Quarantänefällen kam es, bevor die Schule gemäss den Vorgaben des Bundesrats auf Fernunterricht umgestellt hatte.

Coronavirus-Test- und Abklärungsstation
Bis vor wenigen Tagen war die Coronavirus-Test- und Abklärungsstation am Standort der betroffenen Berufsfachschule für Gesundheit beheimatet.
KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Der Baselbieter Regierungssprecher bestätigte einen Bericht auf BaZ-Online von Freitag, dass sich 271 Schülerinnen und Schüler und eine Lehrperson in Quarantäne hätten begeben müssen. Den Ausschlag hätten 15 Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrperson gegeben, die positiv auf das Coronavirus getestet worden seien.

Wie die Baselbieter Gesundheits- und Volkswirtschaftsdirektion in ihrem Corona-Wochenbulletin am Donnerstag mitgeteilt hatte, sind gegenwärtig 65 Schulen im Kanton von Massnahmen gegen die Pandemie betroffen. 1028 Schülerinnen und Schüler sowie 139 Lehrpersonen befänden sich in Quarantäne.

Bekanntgegeben wurden auch 18 positive Fälle bei Bewohnerinnen oder Bewohnern in Baselbieter Alters- und Pflegeheimen. Diese Heime gerieten laut Bericht der «Basler Zeitung» zusätzlich in Bedrängnis, weil viele der in Quarantäne verwiesenen Lernenden in in einem Alters- oder Pflegeheim Einsätze geleistet hätten.

17.45 Uhr: Über 30'000 Neuinfektionen in Italien

In Italien hat die Anzahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages erstmals die Marke von 30'000 übersprungen. Wie die Behörden in Rom mitteilten, wurden 31'084 neue Corona-Fälle registriert. Damit hat sich der Wert in etwa einer Woche verdoppelt. In dem Mittelmeerland mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem fast 200 Menschen mit oder an dem Virus.

Seit Beginn der Pandemie im Februar gab es in Italien nun 647'674 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf über 38'300. Die Regierung hatte Anfang der Woche verschärfte Schutzmassnahmen wie die Schliessung aller Lokale um 18 Uhr abends gestartet. Kinos und Theater sind seit Montag zu. Nach Medienberichten berät die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte bereits über weitere Verschärfungen der Vorschriften.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat ein neues Paket von Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus unterzeichnet. Foto: Roberto Monaldo/LaPresse/AP/dpa
Die Regierung unter Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte berät laut Medienberichten über eine Verschärfung der Corona-Massnahmen (Archivbild).
Keystone/LaPresse/AP/Roberto Monaldo

17.20 Uhr: Schweizer Theater mit reduziertem Spielplan 

Wie andere Theater in der Schweiz wird das Theater Basel am 4. November seinen Spielplan wieder aufnehmen und vor maximal 50 Zuschauerinnen und Zuschauern spielen. Die für den 1. November geplante Uraufführung von «Café Populaire» wird auf dieses Datum verschoben.

Den Spielplan mit reduziertem Publikum aufrechterhalten werden auch weitere Bühnen der Stadt Basel: So zum Beispiel die Kaserne Basel und das Zentrum für Neue Musik Gare du Nord. Vorerst geschlossen bleiben kleine Privattheater ohne staatliche Subventionen wie das Theater Fauteuil.

Wie andere Schweizer Theater nimmt auch das Theater Basel einen Teil-Spielbetrieb wieder auf. (Archivbild)
Archiv

Weiter gespielt wird auch am Luzerner Theater und am Schauspielhaus Zürich vor 50 Personen und im Stadttheater Solothurn vor nur 30 Zuschauerinnen und Zuschauern, während das Zürcher Opernhaus eine «Kunstpause» angekündigt hat und die Theater im Kanton Bern von Amtes wegen geschlossen werden mussten.

16.55 Uhr: Genf will Krankenkassenreserven nutzen 

Der Kanton Genf fordert, dass die Reserven der Krankenkassen zur Finanzierung der ausserordentlichen Gesundheitskosten im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie verwendet werden. Das Kantonsparlament verabschiedete eine Standesinitiative, mit der die Bundesversammlung aufgefordert wird, einen entsprechenden Erlass auszuarbeiten.

Die Kosten sollten durch eine teilweise Auflösung der Krankenkassenreserven gedeckt werden, die bei acht Millionen Einwohnern auf rund 10 Milliarden Franken geschätzt würden, sagte der MCG-Abgeordnete Christian Flury. Zudem fordert die Initiative die Bundesversammlung auf, ein Einfrieren oder eine Senkung der Krankenkassenprämien für die Jahre 2022 und 2023 zu beantragen.

16.30 Uhr: EU-Staaten setzen auf Testen und Warnen

Testen, warnen, impfen: Die EU-Staaten wollen enger zusammenarbeiten, um die zweite Corona-Welle zu brechen. Dies vereinbarten die EU-Staats- und Regierungschefs bei einer Videokonferenz. Kurzfristig sehen sich aber immer mehr Länder gezwungen, Kontakte im Alltag auszubremsen.

epa08784787 European Council President Charles Michel (R) and European Commission President Ursula Von Der Leyen give a press briefing at the end of European council mainly focused on COVID-19 crisis, in Brussels, Belgium, 29 October 2020. EPA/OLIVIER HOSLET / POOL
Charles Michel und Ursula von der Leyen haben sich mit den EU-Staatschefs beraten (Archivbild).
Keystone

«Wir sitzen alle im selben Boot», sagte EU-Ratschef Charles Michel nach der Videoschalte der 27 EU-Staats- und Regierungschefs. Im Frühjahr lief die Zusammenarbeit in der Gemeinschaft holprig – unter anderem mit unabgestimmten Grenzschliessungen und nationalen Alleingängen. In der zweiten Corona-Welle will man es besser machen, um das Virus zumindest auf Sicht besser zu managen und einzudämmen.

Konkret verabredeten die Staats- und Regierungschefs in der rund dreistündigen Sitzung, gemeinsame Test- und Impfstrategien voranzutreiben und die unterschiedlichen Corona-Warn-Apps für Handys zu harmonisieren. Die 22 verschiedenen Apps sollen noch im November miteinander kompatibel werden, wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte.

16.10 Uhr: Infektionen in Basel und Baselland steigen stark

In Basel-Stadt ist die Gesamtzahl der bislang mit dem Coronavirus infizierten Menschen mit Wohnsitz im Kanton um 85 auf 2488 angestiegen. Die Anzahl der Personen in Isolation stieg um 41 auf 766 an.

Zusätzlich zu den Infizierten aus der Kantonsbevölkerung verzeichnete das Basler Gesundheitsdepartement am Freitag 8 Neuinfektionen bei Menschen mit auswärtigem Wohnsitz. Die Zahl der Menschen in Quarantäne verringerte sich am Freitag leicht um 15 auf 2228 Fälle.

Testzentrum in Basel
Testzentrum in Basel: Die Infektionszahlen in Basel-Stadt sind auf 2488 angestiegen. (Archivbild)
KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Der Kanton Baselland registrierte 120 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der aktiven Fälle stieg um 47 auf 996 an – das waren zweieinhalb mal so viele wie beim Höhepunkt der ersten Welle.

15.40 Uhr: Contact Tracing in St. Gallen zum Teil überlastet

In den Kantonen St. Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell befinden sich rund 4’200 Personen nach einem positiven Coronatest in Isolation. Weit über 7000 Personen dürften in Quarantäne sein. Wegen Überlastung des Contact Tracings werden nicht mehr alle Fälle erfasst.

Die neusten Zahlen vom Freitag zeigen, dass sich in St. Gallen rund 3000 Personen in Isolation befinden, im Thurgau 1002, in Appenzell Ausserrhoden 125 und in Innerrhoden 67. Die Anzahl Personen in Quarantäne beziffert St. Gallen mit rund 7000, Ausserrhoden mit 198 und Innerrhoden mit über 84.

Wegen stark steigender Fallzahlen können die Ostschweizer Kantone mit dem Contact Tracing nicht mehr alle Coronafälle lückenlos nachverfolgen (Archivbild).
Wegen stark steigender Fallzahlen können in St. Gallen und Thurgau die Contact Tracer nicht mehr alle Coronafälle lückenlos nachverfolgen (Archivbild).
KEYSTONE/GAETAN BALLY

Wegen Überlastung können in St. Gallen mit dem Contact Tracing nicht mehr alle Fälle lückenlos nachverfolgt und die Übertragungsketten nicht mehr gezielt unterbrochen werden, wie der Kanton mitteilte. Auch in Innerrhoden ist das Contact Tracing «aufgrund der sehr hohen Fallzahlen überlastet», heisst es auf der Website.

15.14 Uhr: Das war's

Die Medienkonferenz ist damit beendet. Wir danken für das Interesse und halten Sie im Ticker weiter über die Covid-Situation weltweit auf dem Laufenden. 

15.13 Uhr: Was hat man gelernt?

Mit Blick in die Zukunft: Sobald die Kurve wieder abflacht, werde wieder der Ruf nach Lockerungen laut werden – welche Fehler aus der Vergangenheit müsse man dann vermeiden, will ein Journalist wissen. Ackermann sagt, dass die Task Force hierfür ein Paket aus Empfehlungen ausgearbeitet habe. Viele der jetzt gültigen Massnahmen müssten auch längerfristig gültig bleiben. Was man aber gelernt habe, sei, dass nun eine Massnahme nach der anderen gelockert werden solle.

15.10 Uhr: Bankrotte sind nicht zu verhindern

Isabelle Chassot vom Bundesamt für Kultur sagt, es sei unklar, wie sich die aktuellen Massnahmen auf die Situation des Kultursektors auswirkten. Man habe dank dem Covid-19-Gesetz die Möglichkeit, damit man die Akteure unterstützen könne. Trotzdem geht Chassot davon aus, dass nicht alle die nächsten Monate überleben werden.

Die Sportverbände müssten nun sagen, welche Organisationen für ihre Strukturen zentral seien – allerdings zeichne sich bereits ab, dass das fürs laufende Jahr bereitgestellte Geld nicht ausreichen werde. Die Situation der Profiklubs in Eishockey und Fussball sei ernst, sagt Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport.

15.06 Uhr: Testkapazitäten ungenügend aufgestockt?

Warum ist es im Sommer nicht gelungen, ausreichend Kapazitäten für die zweite Welle zu schaffen? Nartey erklärt, dass es man durchaus aufgestockt habe. Und zumindest in «ihrem» Kanton Bern habe es keine Engpässe gegeben, aber vielleicht längere Wartezeiten.

15.03 Uhr: Disziplin hat seit Frühling nachgelassen

Die Berner Kantonsärztin Narney schätzt die Disziplin der Bevölkerung bei den Corona-Massnahmen nicht gleich hoch ein, wie sie noch im Frühjahr gewesen sei. Man erhalte auch vermehrt kritische Nachfragen. Sie hofft aber, dass sich das angesichts des Ernsts der Lage wieder ändere.

15.02 Uhr: Jura als Modell für andere Kantone?

Ist das Szenario eines Ausnahmezustands wie im Jura auch ein Modell für andere Kantone? Das sei zwar möglich, erwidert Nartey, aber sicher nicht wünschenswert.

15.01 Uhr: Noch kein hoher Anstieg bei Kurzarbeit

Derzeit sieht das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erst einen leichten Anstieg der Voranmeldungen für Kurzarbeit. Man rechne aber damit, dass deren Zahl in ein bis zwei Wochen stärker ansteigen werde, so ein Seco-Vertreter.

15 Uhr: Berset oder Ackermann, wer hat Recht?

Gesundheitsminister Alain Berset hat in einem Interview gesagt, er rechne nicht damit, dass die Betten in den Spitälern knapp würden. Was sagt Ackermann dazu? Er ergänzt nochmals, dass verschiedene Modelle duchgerechnet würden – das Risiko, dass die Kapazitätsgrenzen erreicht oder sogar übertroffen würden, sei aber sehr substanziell. Würden denn nun besonders gravierende Szenarien dargelegt, will ein Reporter wissen? Ackermann ruft in Erinnerung, dass das Verhalten der Bevölkerung durchaus einen Einfluss auf die Situation im November haben könne.

14.56 Uhr: Kapazitätsausbau ist keine Lösung

Ackermann betont erneut, dass Kapazitätserweiterungen nichts bringen. Die einzige Lösung für die jetzige Situation sei, die Ansteckungskurve umzudrehen. Sonst reichten auch die Kapazitäten der Armee nicht aus. Auch Narney fügt an: Die Kurve muss gebrochen werden, sonst drohe die Überlastung.

14.55 Uhr: Situation im Wallis

Das Wallis werde nun als Modellkanton besonders beobachtet, wurde heute bekannt. Dort gelten bereits seit zehn Tagen verschärfte Massnahmen – könne man schon einen Effekt ablesen? Taskforce-Chef Ackermann erklärt, dass sich die Entwicklung bei den Spitaleinlieferungen erst mit rund zehn Tagen Verzögerung zeigten. Es sei also noch zu früh.

14.53 Uhr: Wessen Prognosen liegen falsch?

Der Kanton Zürich stellt die Lage in den Spitälern deutlich weniger dramatisch dar als nun die Fachepxerten des Bundes. Masserey antwortet auf die Frage, warum das so sei, dass es durchaus möglich sei, dass sich die Situation in einzelnen Kantonen unterscheide. Matthias Ackermann von der Wissenschafts-Taskforce ergänzt, dass sich die Kapazitätsberechnungen auf die Gesamtzahl der Betten im Land beziehen – eine explizite Antwort auf die Frage, wer denn nun falsch liege, will er indes keine geben. Masserey fügt an, dass diese Berechnungen immer auf Modellen beruhen, die auch an ihre Grenzen stiessen.

14.50 Uhr: Wann und wo muss man eine Maske tragen?

In der Bevölkerung gebe es grosse Verwirrung, wann und wo genau man eine Maske tragen müsse. Will man beim BAG da noch weitere Klarheit schaffen? Masserey erklärt, dass man beim BAG ebenfalls solche Rückmeldungen erhalte. Im Zweifelsfall solle man eine Maske tragen solle. Am Beispiel der Fitnesscenter sagt sie, dass dort, wo der Abstand ausreiche, keine Maske getragen werden müsse – und unter der Dusche auch nicht.



14.48 Uhr: Nachschub für Grippeimpfungen

Derzeit ist die Nachfrage nach Grippeimpfungen ist hoch, weshalb es absehbar ist, dass die bisher verfügbaren Impfdosen bisher nicht ausreichten, so Masserey. Man habe aber Nachschub bestellt, der im November und Dezember verfügbar sein sollte. Sie gibt sich darum zuversichtlich, dass alle eine Impfung erhielten, die das wollen.

14.45 Uhr: Spitalpersonal

Kantonsärztin Nartey wird danach gefragt, wie oft sich Spitalpersonal infiziert. Sie kann keine genauen Zahlen nennen, aber sagen, dass es auch beim Spitalpersonal zu mehr Fällen komme, auch mit Quarantäne.

14.43 Uhr: Auch Kapazitäten der Armee sind endlich

Die Kantone seien froh, könnten sie bei der Armee um Unterstützung nachfragen, sagt die Berner Kantonsärztin Nartey auf die entsprechende Frage eines Journalisten. Allerdings seien die Kapazitäten der Armee für die Unterstützung auch endlich.

14.42 Uhr: Stichwort Schnelltests

Masserey erklärt, dass die neuen Schnelltests nicht auf einen Schlag per Montag zur Verfügung stehen werden. Kantonsärztin Nartey ergänzt, dass die Verteilung und Vorbereitung in den Arztpraxen oder Apotheken noch einige Tage dauern würden. Insgesamt werde aber eine Verbesserung der Situation erreicht. Ob denn Personen, die sich testen lassen wollten, abgewiesen werden mussten, will eine Reporterin wissen. Ihres Wissens nach in der Region Bern nicht, sagt Nartey. Und: Man wolle erreichen, dass sich künftig mehr Menschen testen lassen.

14.40 Uhr: Verschiebung von Eingriffen bringt nur wenig

Die Reduktion der Wahleingriffe in Spitälern kann zwar nötig werden in einzelnen Kantonen, doch löse sie das Problem der fehlenden Spitalbetten nicht, sagt Ackermann. Damit gewinne man nur sehr wenig Zeit, derzeit nach Berechnungen der Taskforce nur gerade 32 Stunden. Darum bringe es wenig zu fragen, ob Spitäler damit mitunter zu lange zuwarten. «Wir können ein exponentielles Problem nicht mit linearen Massnahmen lösen», so der Taskforce-Chef. Und die Berner Kantonsärztin ergänzt, dass sie keine Anzeichen sehen, dass einzelne Kantone die sogenannten elektiven Eingriffe noch weiterführen und so versuchen, die eigenen Kapazitäten erst möglichst spät zu reduzieren.

14.34 Uhr: Wirken die Massnahmen schon?

Ackermann habe vor zwei Wochen vor bis zu 12'000 Neuinfektionen pro Tag gewarnt – wieso sei es nun doch nicht so weit gekommen? Ackermann erwidert, dass nach dieser Warnung bereits erste Massnahmen des Bundes erlassen worden seien. Zudem sei es möglich, dass kantonale Massnahmen wirken. Das Ziel müsse aber bleiben, die Fallzahlen zu senken.

14.32 Uhr: Massiv höhere Testkapazitäten

Dank den Antigen-Schnelltests, die am Montag eingeführt werden, wird die Kapazität massiv ausgeweitet. Das dürfte dann auch eine Auswirkung auf die Zahlen haben, die der Bund jeweils erfasst. Allerdings wisse man ja, welche Zahlen von PCR- und welche von Antigen-Tests stammen und könne entsprechend damit umgehen, antwortet Virginie Masserey auf eine entsprechende Frage.

14.25 Uhr: Fragerunde

Nun beantworten die Expertinnen und Experten Fragen der Journalisten. Wie gross ist der Anteil der positiv getesteten Menschen, die keine Symptome zeigen? Dazu gebe es keine Daten, sagt Nartey. Masserey ergänzt, dass ja auch nur Personen mit Symptomen getestet würden. 

Martin Ackermann, Präsident National Covid-19 Science Task Force.
Screenshot

14.17 Uhr: Spitälern droht eine Überlastung

Leider seien die Prognosen der Covid Science Task Force eingetreten, sagt deren Präsident Martin Ackermann. Es habe sich gezeigt, dass die Zahl der nicht mit Covid verbundenen Eingriffe in den Spitälern bereits gesenkt worden sei. Das bedeute: Patienten mit einem Tumor würden nun zum Beispiel nicht behandelt. Dennoch bleibe es dabei: Die Bettenkapazität in den Spitälern werde in zwei Wochen erschöpft sein, wenn die Entwicklung wie bisher weitergehe. «Das bedeutet leider, dass wir uns darauf einstellen müssen, dass die Kapazitäten in den Spitäler überlastet sein werden.» 

Dennoch: Wenn sich nun möglichst viele Menschen an die Empfehlungen halten, könne erreicht werden, dass die Überlastung im November so kurz wie möglich gehalten werde. Die Frage, ob die nun erlassenen Massnahmen ausreichten, könne aus wissenschaftlicher Sicht nicht beantwortet werden, so Ackermann. Das komme auch auf den «Faktor Mensch» – sprich: unser Verhalten – an. 

14.11 Uhr: Das gilt im Sport

Matthias Remund vom Bundesamt für Sport spricht. Er wiederholt die neu gültigen Regeln im Sportbereich. Jogging, Wandern und Schneeschuhlaufen seien für Laien weiterhin erlaubt. Im Spitzensport blieben Trainings und Wettkämpfe erlaubt, wenn die Trainierenden einem Verband angehören. Er erinnert auch nochmals daran, dass die Teilnehmer und Helfer bei Sportanlässen nicht zu den maximal 50 Personen zugerechnet werden. 

14.07 Uhr: «Wir drohen an Kapazitätsgrenzen zu stossen»

Nun hat die Berner Kantonsärztin Linda Nartey das Wort. «Wir drohen an Kapazitätsgrenzen zu stossen», hält sie fest. Das Contact Tracing werde in den Kantonen ausgebaut, zudem würden gerade mit den Schnelltests weitere Testkapazitäten geschaffen. Auch sie dankt all jenen Bürgerinnen und Bürger, die sich an die Empfehlungen halten und damit zum Schutz der verletzlichen Personen beitragen würden. 

14.06 Uhr: Jeder in der Pflicht

Sie erinnert zudem daran, dass aktuell in der Covid-Kampagne des Bundes wieder die Signalfarbe Rot gelte und dass die Kantone weiterführende Massnahmen erlassen könnten. Sie ruft zugleich dazu auf, dass sich jeder einzelne an die bekannten Hygiene- und Schutzmassnahmen halten solle – und bedankt sich bei all jenen, die dies auch machen. 

14 Uhr: Es geht los

Die Pressekonferenz in Bern ist eröffnet. Virginie Masserey hat das Wort. Auch wenn die Fallzahlen unterschiedlich seien, ähnle die Kurve der Neuinfektionen jener aus dem März. «Die Entwicklung geht sehr schnell», hält Masserey fest. Alle Altersgruppen seien vom derzeitigen Anstieg der Fallzahlen betroffen, Erwachsene jedoch mehr als Kinder. 

13.45 Uhr: Pressekonferenz des Bundes

Wie geht es in der Pandemie weiter? Um 14 Uhr treten die Experten des Bundes vor die Medien. Unter anderen sind Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit BAG, die Berner Kantonsärztin Linda Martey, Martin Ackermann, Präsident der Wissenschaftler-Taskforce, sowie Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport, angekündigt. «blue News» deckt den Anlass mit Video und hier im Ticker ab. 

13.40 Uhr: Steigende Fallzahlen auch in Österreich

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus schnellt auch in Österreich weiter rasant nach oben. Binnen 24 Stunden wurde der Rekordwert von 5627 neuen Fällen gezählt, wie die Ministerien für Gesundheit und Innen am Freitag in Wien berichteten. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vortag, als 4453 neu mit dem Virus angesteckte Menschen registriert wurden.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Massnahmen genannt, um eine Überlastung der Spitäler zu verhindern.

13.25 Uhr: Kanton Neuenburg verschärft Massnahmen 

Der Kanton Neuenburg verschärft die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Die Kantonsregierung untersagt Ansammlungen von über fünf Menschen, auch im privaten Rahmen. Die Anordnung gilt ab Montag.

Die Beschränkung gilt nicht für Kinder unter zwölf Jahren. Beschlossen hat die Kantonsregierung zudem eine Maskenpflicht für die Oberstufe der obligatorischen Schule.

13 Uhr: Ferienwohnungsvermittler mit 30 Prozent Einbussen 

Der Ferienwohnungsvermittler Interhome hat wegen der Coronapandemie im Sommergeschäft deutliche Einbussen erlitten. Im Schweizer Geschäft haben indes heimische Gäste die Saison gerettet. Nun hofft die Hotelplan-Tochter, dass sich dieses Buchungsverhalten auch auf die Wintermonate überträgt.

Interhome blicke mit gemischten Gefühlen auf die vergangene Sommersaison zurück, teilte der Ferienwohnungsvermittler mit. Während aus dem Ausland aufgrund der Coronapandemie nur noch halb so viele Gäste in die Schweiz kamen, verdoppelten sich die Buchungen von Schweizern von Juni bis Oktober gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt lag damit die Anzahl gebuchter Unterkünfte in der Sommersaison hierzulande dank den Schweizer Gästen leicht über dem Vorjahr.

Das Sommergeschäft mit Ferienwohnungen erlitt aufgrund der Coronakrise starke Einbussen (Symbolbild).
Soeren Stache/dpa

In den allermeisten anderen Ländern allerdings konnten die Buchungen der einheimischen Gäste die Rückgänge aus dem Ausland nicht wettmachen. Gruppenweit verzeichnete Interhome daher zwischen Juni und Oktober einen Buchungsrückgang von rund 30 Prozent. Die Gruppe ist mit den Marken Interhome und Interchalet in 31 Ländern vertreten. 2019 vermittelte sie über 1,4 Millionen Feriengäste mit einem verrechneten Umsatz von 341,5 Millionen Franken.

12.35 Uhr: Luzern lockert Besuchseinschränkungen

Der Kanton Luzern lockert das Besuchsverbot, das er letzte Woche für Spitäler und Altersheime erlassen hat. Ab Samstag dürfen die Heimbewohner und Patienten täglich wieder von zwei sehr engen Bezugspersonen besucht werden.

Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) erklärte, die Lockerung sei möglich, nachdem der Bundesrat zusätzliche Beschränkungen erlassen hatte, um die Zahl der Kontakte zwischen den Menschen zu verringern. Spitäler und Heime könnten, so der Regierungsrat, Einschränkungen machen, wenn es die Lage erfordere.

Bewohnerin in Altenheim
Die Besuchseinschränkungen für Altenheime im Kanton Luzern werden gelockert (Symbolbild). 
KEYSTONE/DPA/MARCEL KUSCH

Die übrigen Massnahmen, die der Kanton Luzern schon vor den Bundesmassnahmen beschlossen hat, bleiben in Kraft: Erotik- und Sexbetriebe bleiben geschlossen, in Autos gilt Maskenpflicht, wenn darin Menschen fahren, die nicht im selben Haushalt leben.

12.05 Uhr: 9207 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 9207 Coronavirus-Ansteckungen bei 38'211 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 24,1 Prozent. 

Die 9207 gemeldeten Fälle liegen nur leicht unter dem Tagesrekord vom Donnerstag. Drastisch fällt die Zunahme der Zahl der Toten innerhalb eines Tages auf. Sie erhöhten sich von 31 auf 52. Die Zahl der Todesfälle wegen einer Covid-19-Erkrankung in der Schweiz und in Liechtenstein stieg damit auf insgesamt 2037 an.

Auch bei den Hospitalisierungen sind die Zahlen weiterhin sehr hoch. Am Donnerstag waren 287 Hospitalisierungen gemeldet worden, am Freitag waren es 279.

Urs Karrer, Chefarzt für Infektiologie, erklärt Medienschaffendenam 29. Oktober  das wintertauglich umgebaute Covid-19-Testzentrum des Kantonsspitals Winterthur.
Bild: Keystone

11.50 Uhr: Kanton Freiburg erklärt ausserordentliche Lage

Der Freiburger Staatsrat hat die ausserordentliche Lage im Kanton und die Aufbietung eines kantonalen Führungsorgans (KFO) bekanntgegeben. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, ersuchte der Staatsrat auch um subsidiäre Hilfe des Militärs zur Unterstützung des HFR. Neben Armeeangehörigen würden auch der Freiburger Zivilschutz, der mit einem Detachement des Waadtländer Zivilschutzes und Zivildienstleistenden verstärkt werde, eingesetzt.

Die ausserordentliche Lage solle zunächst bis 30. November gelten. Der Staatsrat sei dadurch befugt, alle notwendigen Massnahmen zur Abwendung ernster und unmittelbar drohender Gefahr zu ergreifen. Der Auftrag des KFO bestehe darin, «dem Staatsrat alle Massnahmen vorzuschlagen, die nötig sind, um die langfristige Gesundheitsversorgung aller betroffenen Personen sowie die Kontinuität der Gesundheits- und Sicherheitsmassnahmen und -organisationen zu gewährleisten.»

11.22 Uhr: Maskenpflicht an St.Galler Oberstufenschulen 

An den Oberstufenschulen im Kanton St. Gallen gilt am Montag eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen – auch im Unterricht. Bereits ab Samstag sind Besuche in den Spitälern und Kliniken nur noch in Ausnahmefällen möglich.

Der Kanton verschärft zur Eindämmung der Coronapandemie die Vorschriften, wie das Gesundheits- und das Bildungsdepartement am Freitag mitteilten. Die Maskentragpflicht für die Oberstufenschulen gilt im ganzen Schulgebäude und auch während des Unterrichts. Man wolle so die Anzahl Quarantänefälle senken, hiess es.

Die Patientinnen und Patienten der Akutspitäler, psychiatrischen Kliniken und Reha-Kliniken dürfen keine Besuche mehr empfangen. Die Regelung gilt ab sofort vorerst bis zum 16. Dezember. Ausnahmen gibt es für Eltern von hospitalisierten Kindern, bei Geburten und für Palliativpatientinnen und -patienten.

Personen mit einem positiven Coronatest müssen neu ihre engen Kontakte ausserhalb des gleichen Haushalts selber informieren. Jene Personen müssen nicht mehr in Quarantäne, dafür aber konsequent Abstand halten, Maske tragen und auf die Hygiene achten. Wer mit einer positiv getesteten Person im gleichen Haushalt lebt, muss weiterhin für zehn Tage in Quarantäne.

10.44 Uhr: Jura verhängt kantonalen Ausnahmezustand

Im Kanton Jura werden ab Montag alle Bars und Restaurants sowie weitere öffentliche Einrichtungen von Museen bis Sportzentren geschlossen. Zudem werden Ansammlungen von über fünf Menschen untersagt.

Angesichts der äussert besorgniserregenden Situation im Gesundheitswesen hat der Kanton Jura bis vorerst 15. November einen kantonalen Ausnahmezustand verhängt, wie die jurassische Regierung am Freitag mitteilte. So werden ab Montag öffentliche und private Versammlungen von über fünf Personen untersagt. Als Ausnahme gelten unter anderem gesetzgebende Versammlungen sowie Gottesdienste.

Ab Montag müssen im Kanton auch alle Restaurants und Bars sowie öffentliche Einrichtungen im Kultur- und Sportbereich geschlossen bleiben. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 wurde eine Maskentragpflicht verfügt.

Die jurassische Regierung sieht sich nach eigenen Angaben zu diesen Massnahmen gezwungen, um einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern. Die kantonalen Spitäler seien am Anschlag und hätten erste Patienten aus dem Intensivpflegebereich nach Basel verlegen müssen. In den letzten zwei Wochen seien zudem bereits 19 Covid-19-Todesfälle zu verzeichnen gewesen - fast dreimal so viele wie bei der ersten Welle im Frühling.

Die Spitäler im Kanton Jura, wie hier das Hopital du Jura, sind am Anschlag.

10.20 Uhr: Obwalden verschärft Massnahmen

In Obwalden sind ab Montag nur noch Veranstaltungen mit höchstens 30 Personen zugelassen. Der Innerschweizer Kanton verschärft damit die Vorgaben des Bundes, der die Höchstzahl auf 50 festgelegt hat.

Der Regierungsrat will mit der Massnahme die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus reduzieren und damit das Contact Tracing entlasten, wie er am Freitag mitteilte. Es sei enorm wichtig, dass die Ansteckungsketten rasch unterbrochen würden, erklärte Gesundheitsdirektorin Maya Büchi-Kaiser (FDP) in der Mitteilung.

Die Obergrenze von 30 Personen hatte die Zentralschweizer Gesundheitsdirektorenkonferenz (ZGDK) bereits am Wochenende vom Bund gefordert. Nicht unter die Grenze fallen in Obwalden Personen, die bei der Durchführung der Veranstaltung mitarbeiten. Auch für Gemeindeversammlungen oder Kundgebungen gilt die Begrenzung der Teilnehmerzahl nicht.

10.10 Uhr: Neuer Höchstwert in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 18'681 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 16'774 Fällen. Am Freitag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 11'242 Neuinfektionen gemeldet.

18'681 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

18'681 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen hervor.

30.10.2020

10.05 Uhr: KOF-Konjunkturbarometer schwächt sich ab

Mit den steigenden Corona-Ansteckungen haben sich die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft im Oktober gemäss Analyse der KOF-Ökonomen wieder eingetrübt. Ein wichtiger Frühindikator ist nach einer Erholungsphase wieder gesunken.

Das sogenannte KOF-Konjunkturbarometer sank im Berichtsmonat um 3,5 auf 106,6 Punkte. Davor hatte der von der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich erhobene Indikator – nach einem historischen Einbruch im Frühjahr – vier Monate in Folge zugelegt. Die Konjunkturaussichten für die Schweiz seien angesichts der Pandemiesituation und der daraus voraussichtlich resultierenden Einschränkungen verhalten, erklärten die KOF-Ökonomen am Freitag.

Trübe Geschäfte voraus signalisieren laut KOF vor allem das Gastgewerbe und der Bereich «übrige Dienstleistungen». Auch die Auslandsnachfrage falle wieder schwach aus. Der private Konsum und das Baugewerbe seien hingegen zum Vormonat nahezu stabil geblieben.

9.56 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Fallzahlen-Entwicklung nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land.
Grafik: dpa

9.43 Uhr: Und Schluss

Damit ist die Medienkonferenz in Zürich beendet und wir erweitern hier im Ticker wieder den Fokus. Vielen Dank für Ihr Interesse!

9.27 Uhr: Bonus für das Pflegepersonal?

Die Frage, ob das Pflegepersonal aufgrund der hohen Belastung in diesem Jahr mit einem Bonus rechnen könne, wird von keinem Spitalvertreter klar mit Ja beantwortet. Rickli appelliert nochmals an die Bevölkerung, die sich gut vor einer Infektion schützen solle, um das Spitalpersonal zu entlasten. «Das kann man leider nicht genug betonen.»

Weitere Informationen zum Contact Tracing sollen nächste Woche folgen, erklärt Rickli auf eine entsprechende Journalistenfrage. Man sei aber dabei, aufzustocken.

9.13 Uhr: Fragerunde

Nun ist die Fragerunde eröffnet. Die Zahl der Todesfälle steige, erklärt Rickli. Allein zwischen gestern Nachmittag und heute Morgen seien wieder neun Todesfälle gemeldet worden. Sie ruft deshalb in Erinnerung, dass das Virus gerade für betagte Menschen tödlich sein könne.

Rickli bestätigt ausserdem, dass auch Personal aus der Quarantäne geholt werden könne, wenn die Betroffenen keine Covid-Symptome zeigen. Dies gelte aber nur bei akutem Personalmangel oder wenn man dringendes Fachwissen der betroffenen Person brauche. Und: Nach geleisteter Arbeit müssen diese Personen wieder in die Quarantäne. Rickli hält fest: «Das muss die Ausnahme bleiben!»

9.04 Uhr: Mehr jüngere Patienten im Spital

Spitaldirektor Rolf Zehnder erläutert im Anschluss die Situation am Kantonsspital Winterthur. Eine Beobachtung: Derzeit gebe es deutlich mehr jüngere Patienten, die im Spital behandelt werden müssten.

Anhand eines 6-Punkte-Plans werde laufend analysiert, wie viele Ressourcen man benötige und woher man diese bekomme. Er erinnert daran, dass der Grossteil der Patienten nie ins Spital eingewiesen werden müsse. Für den Erstkontakt seien auch Ärztekliniken zuständig, für die Langzeitbetreuung etwa auch die Spitex. 

«Wir im Spital brauchen nicht Applaus der Bevölkerung, sondern Disziplin», schliesst Zehnder. Rickli nimmt diesen Ball auf und bittet darum: Jeder solle sich an die Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen halten, damit die Spitäler entlastet würden. 

8.57 Uhr: Aufwendige Pflege von Covid-Patienten

Nun spricht André Zemp, Direktor des Stadtspitals Waid und Triemli. Er beteuert, dass die Koordination zwischen den Kliniken im Kanton sehr gut funktioniere. Dennoch: Die Behandlung von Covid-Patienten sei zwei- bis dreimal so aufwendig wie bei Nicht-Covid-Patienten, hält Zemp fest. 

8.50 Uhr: Spitäler arbeiten nach wie vor im Normalbetrieb

Gregor Zünd von der Spitaldirektion des Universitätsspital Zürich erklärt nun, dass am Unispital seit gestern Donnerstag eine eigene Covid-Station mit 16 Betten betrieben werde. Eine Achillesferse im Spitalbetrieb sieht er beim Personal – konkret: Wenn viele Spitalangestellte in Quarantäne müssten. Aktuell aber könne man noch immer im 3-Schicht-Betrieb arbeiten, so Zünd. 

Thomas Brack, Direktor des Spitals Limmattal, zeichnet für seine Klinik ein ähnliches Bild. Man könne aktuell noch im Normalbetrieb arbeiten, aber die Situation sei angespannt. Problematisch sei es, wenn mehrere Mitglieder eines Teams in Quarantäne müssten. Die Regionalkliniken im Kanton stünden «den Umständen entsprechend» aber gut da. 

Thomas Brack, Direktor des Spitals Limmattal.
Bild: Screenshot

8.43 Uhr: So rüstet sich der Kanton

Nun erklärt Gruber einen 3-Stufen-Plan, mit dem man sich für steigende Patientenzahlen rüstet. Sollten die Ressourcen knapp werden, würden sich die Spitäler darüber beraten, wie ihre Kapazitäten am besten genutzt werden könnten. Auch Reha-Kliniken könnten dann Intensivpatienten übernehmen. In einer dritten Eskalationsphase schliesslich würde es darum gehen, ob Patienten auch in andere Kantone oder das Ausland verlegt werden könnten. Man hoffe natürlich, dass es nicht so weit komme, sagt Gruber. 

8.37 Uhr: 400 Betten frei, aber Aussichten sind düster

Jörg Gruber, Leiter Abteilung Versorgungsplanung der Gesundheitsdirektion, hat das Wort. Er erklärt, dass in den Zürcher Spitälern noch rund 400 Betten frei seien – nicht nur für Covid-Patienten. Sollte es nötig werden, könne man auch aufstocken. Mit Blick auf die jüngste Entwicklung müsse gleichwohl damit gerechnet werden, dass die Spitäler bald sehr stark beansprucht sein werden. Sollten sich die Fallzahlen ungebremst steigen, wäre in zwei Wochen mit 800 Hospitalisationen zu rechnen – erfahrungsgemäss müssten rund 10 Prozent davon beatmet werden.

8.33 Uhr: «Die Lage ist ernst, aber wir haben sie im Griff»

Natalie Rickli eröffnet die Medienkonferenz. Sie zieht zum Vergleich zur Situation Ende März und hält fest, dass der Lockdown dazu beigetragen habe, das Worst-Case-Szenario abzuwenden. In den sieben Monaten seither hätten die Spitäler personell aufgestockt, der Kanton habe ausserdem 70 Beatmungsgeräte für die Kliniken beschafft. Dass dies nötig war, zeigt sich auch daran, dass die Fallzahlen im Kanton nun neue Höchstwerte erreicht haben. «Die Lage ist ernst, aber wir haben sie im Griff», schliesst Rickli. 

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli eröffnet die Medienkonferenz.
Bild: Screenshot

8.22 Uhr: Wie ist die Lage in den Zürcher Spitälern?

Um 8.30 Uhr informiert der Kanton Zürich zur Situation in den Zürcher Spitälern. Die kantonale Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli sowie Vertreter der Spitäler werden vor die Medien treten. «blue News» hält Sie hier im Ticker auf dem Laufenden. 

8.14 Uhr: Über 88'000 neue Fälle in den USA an einem Tag

Kurz vor den Präsidentenwahlen gibt es in den USA einen neuen Höchststand an Covid-Neuinfektionen innert eines Tages:  Am Donnerstag wurden 88'521 neue Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Freitag hervorgeht. Das sind fast 10'000 mehr als noch am Vortag.

Insgesamt starben in den USA bisher 228'000 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Allein am Donnerstag wurden der JHU zufolge 971 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Die Pandemie ist auch zu einem wichtigen Wahlkampfthema geworden. Wie die «Washington Post» berichtete, nehmen die Neuinfektionen auch in den Swing States zu, also jenen besonders hart umkämpften Bundesstaaten, die für die Präsidentenwahl nächste Woche entscheidend sein könnten.

7.55 Uhr: Flixbus fährt vorerst nicht mehr

Der Fernreise-Anbieter Flixbus stellt in seinen Betrieb in der Schweiz, Deutschland und in Österreich ab dem 3. November vorübergehend ein. Grund seien die neuen Corona-Kontaktbeschränkungen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Der Mitgründer und Geschäftsführer von FlixMobility, André Schwämmlein, verwies in der «Welt am Sonntag» auf die von der Politik gewünschten Reiseeinschränkungen. «Deswegen fahren wir unseren Bus- und Zugbetrieb jetzt im November auch komplett runter in der Hoffnung, an Weihnachten mit Flixbus für unsere Kunden im Einsatz sein zu können.»

Schon im Frühling hatte Flixbus angesichts der Corona-Auflagen vorübergehend keine Fahrten mehr angeboten. «Im Sommer konnten wir dann wieder etwa die Hälfte unseres Netzes bedienen. Wir folgen dabei sehr stark der Nachfrage», sagte Schwämmlein.

Der Fernbus-Betreiber Flixbus bietet auch Reisen aus der Schweiz an.
Bild: Keystone

7.40 Uhr: Lonza tüftelt an Covid-Wirkstoff

Lonza wird für den Pharmariesen AstraZeneca einen Wirkstoff herstellen, der möglichweise bei der Prävention und Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 hilft. Der Basler Pharmakonzern will die Substanz voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2021 in seinen Anlagen in Portsmouth (USA) herstellen.

Konkret wird Lonza die Arzneimittelsubstanz für AZD7442 herstellen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. AZD7442 ist eine Kombination aus zwei langlebigen Antikörpern, die von rekonvaleszenten Covid-19-Patienten stammen.

Ende August hatte AstraZeneca mit Unterstützung der US-Regierung Phase-1-Studien mit AZD7442 eingeleitet. Zulassungsrelevante Phase-3-Studien würden in den kommenden Wochen vorangetrieben, erklärte Lonza.

Blick auf den Lonza-Sitz in Basel.
Bild: Keystone

7.25 Uhr: Swiss Re schreibt hohen Verlust

Die Swiss Re ist wegen der Coronapandemie weit in die roten Zahlen abgerutscht. Unter dem Strich erlitt der zweitgrösste Rückversicherer der Welt nach neun Monaten einen Reinverlust von 691 Millionen Dollar. Im Vorjahr hatten noch 1,3 Milliarden Dollar Gewinn in der Kasse geklingelt.

Immerhin konnte die Swiss Re das Minus im Sommer massiv eindämmen, nachdem sie noch zur Jahresmitte einen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar ausgewiesen hatte. Im dritten Quartal hat die Swiss Re wieder einen Gewinn von 444 Millionen Dollar eingefahren.

Ohne die Coronavirus-bedingten Schäden und Rückstellungen von 3,0 Milliarden Dollar hätte der Konzern in den ersten neun Monaten einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar erzielt, schreibt die Swiss Re in einem Communiqué vom Donnerstag.

6.50 Uhr: Couchepin lobt den Bundesrat

Der Bundesrat habe das Land bisher gut durch die Pandemie gesteuert – das zumindest findet alt Bundesrat Pascal Couchepin. Er sei stolz auf sein Land. Gleichwohl hätte der 78-Jährige Walliser – der ebenfalls Gesundheitsminister war – etwas anders gemacht als der jetzige Amtsinhaber Alain Berset: «Ich hätte mich wohl nicht so in den Vordergrund gestellt», sagte Couchepin im Interview mit der Zeitschrift «L'Illustré». 

Doch findet der FDP-Politiker auch, dass Berset einem leid tun könne. Habe er sich bei der ersten Infektionswelle noch als Krisenmanager profilieren können, werde es nun in der zweiten Welle schwieriger, am Ende als Held dazustehen.

Alt Bundesrat Pascal Couchepin ist stolz auf sein Land.
Bild: Keystone

4.30 Uhr: Lockdowns können der Gesundheit schaden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor negativen Nebeneffekten landesweiter Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Zwar könnten strikte Beschränkungen dabei helfen, Ansteckungsketten zu unterbrechen und zur Erholung des Gesundheitswesens beitragen, erklärte der Europa-Direktor der Organisation, Hans Kluge. Allerdings habe dies seinen Preis: So sei bei strikten Lockdown-Massnahmen mit einem Anstieg bei psychischen Erkrankungen und häuslicher Gewalt zu rechnen.

Kluge verwies auch auf den wirtschaftlichen Schaden durch strenge Einschränkungen. «Angesichts dieser Realitäten betrachten wir nationale Lockdowns als das Mittel der letzten Wahl, weil sie die nach wie vor bestehende Möglichkeit umgehen, jeden an grundlegenden und effektiven Massnahmen zu beteiligen.»

1 Uhr: Ausgangssperren in Frankreich in Kraft

Im Kampf gegen die Corona-Epidemie gelten in Frankreich seit Mitternacht weitreichende Ausgangsbeschränkungen, die zunächst bis zum 1. Dezember befristet sind. Bürger dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können zwar auf die Strasse gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen - müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen. Sport ist eine Stunde pro Tag in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt.

Staatschef Emmanuel Macron hatte die Beschränkungen am Mittwoch angekündigt. Der 42-Jährige will das Land mit seinen 67 Millionen Menschen aber nicht so weit lahmlegen wie noch während des Lockdowns im Frühjahr. Die Wirtschaft soll so weit wie möglich weiterlaufen; die Menschen sollen arbeiten, aber möglichst von zu Hause aus. Anders als im Frühjahr bleiben die Schulen geöffnet. Bars, Restaurants und "nicht unentbehrliche Geschäfte" müssen jedoch schliessen.

Auch Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich - für die Rückkehr aus den Herbstferien gibt es am Wochenende aber Ausnahmen. Franzosen sprechen von einem "confinement", den Ausdruck kann man auch mit Lockdown übersetzen.

Frankreich ist von der Pandemie stark betroffen. Zuletzt gab es nach Behördenangaben über 47 600 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Es starben bisher mehr als 36 000 Menschen in dem Land.

Frankreich macht dicht: Leere Gläser in einer Bar in Paris.
Keystone
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