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Russland-Ukraine-Krieg Wichtigste Ereignisse zwichen dem 24. Oktober und dem 12. November im Rückblick
Oliver Kohlmaier
13.11.2025
Am 24. Februar 2022 hat Russland seinen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine begonnen. Ein Ende ist nicht absehbar. Die Entwicklungen im Ticker.
Das Wichtigste im Überblick
- Russlands Invasion begann am 24. Februar 2022. Seither herrscht in der gesamten Ukraine Krieg – mit Frontverläufen im Osten und Süden des Landes.
- Millionen Menschen sind auf der Flucht. Über 6 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer leben laut Uno-Angaben im Ausland, viele weitere sind Binnenvertriebene.
- Die westliche Welt unterstützt die Ukraine. Nato-Staaten liefern Waffen, Hilfsgelder und Luftabwehrsysteme – eine direkte Kriegsbeteiligung lehnen sie aber ab.
- Was zuvor wichtig war, kannst du hier nachlesen.
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20.16 Uhr
Ukrainische Armee: Angriff der Russen im Nebel hat Teilerfolg
Ein russischer Angriff auf die ostukrainische Stadt Pokrowsk im Schutz des Nebels hat nach Angaben der dort eingesetzten Verteidiger teilweise Erfolg gehabt. Das 7. Luftlandekorps der ukrainischen Armee teilte mit, es sei zwar gelungen, einige der eingesetzten leichten Fahrzeuge zu zerstören. Trotzdem seien Feinde in die Stadt eingedrungen, nach denen gesucht werde, um sie auszuschalten.
Videos hatten gezeigt, wie die russischen Soldaten in den vergangenen Tagen bei schlechtem Wetter nicht mit schwerem Gerät, sondern in Pkws, auf Motorrädern oder zu Fuss in die Stadt vorrückten. Der Kiewer Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj schrieb auf Facebook, der Feind nutze die schwierigen Wetterbedingungen.
Im Video sieht man die Abzweigung von der E50-Straße — die Einfahrt nach Pokrowsk von Süden.
— Andy Schneider (@AndySch64494719) November 11, 2025
Hier kommen nicht etwa Rebellen oder soetwas . Hier kommen ersatztruppen der angeblich zweitbeste Armee der welt... das ist in Teilen die Realität in der russischen Armee. pic.twitter.com/Mm1WVUJv1L -
16.54 Uhr
Ukrainische Energieministerin reicht Rücktritt ein
Die ukrainische Energieministerin Switlana Hryntschuk hat wegen eines Korruptionsskandals umgehend ihren Rücktritt eingereicht. «Ich bitte um die Annahme meines Rücktritts vom Posten des Energieministers der Ukraine», hiess es in einem von ihr veröffentlichten Rücktrittsgesuch auf Facebook.
Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj Hryntschuk sowie Justizminister Herman Haluschtschenko zum Rücktritt aufgefordert. «Ich bitte die Parlamentsabgeordneten, diese Gesuche zu unterstützen», sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Es sei eine Frage des Vertrauens. Haluschtschenko war am Morgen bereits durch Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko von seinen Aufgaben entbunden worden.
Die Ukraine wird von einem millionenschweren Schmiergeldskandal erschüttert. Dabei soll es nicht nur um Zahlungen im Energiesektor, sondern auch im für die Verteidigung des Landes wichtigen Rüstungsbereich gegangen sein.
Die ukrainische Energieministerin Switlana Hryntschuk (links) hat im Zuge des Korruptionsskandals ihren Rücktritt eingereicht. EPA/GEORGE VITSARAS/KEYSTONE -
14.55 Uhr
Ukraine muss weitere Positionen im Süden preisgeben
Nach dem am Vortag eingeräumten Verlust mehrerer Dörfer hat die ukrainische Armee weitere Stellungen im südlichen Gebiet Saporischschja aufgeben müssen.
«Spät am Abend zogen sich ukrainische Einheiten wegen des massiven Beschusses unserer Stellungen im Raum Riwnopillja auf günstigere Positionen zurück», teilte die Heeresgruppe Süd am Mittwochmittag bei Telegram mit. Der russische Vormarsch sei anschliessend gestoppt worden. Insgesamt habe es etwa zwei Dutzend Gefechte gegeben.
In den vergangenen Tagen waren mehrere Orte nordöstlich der Kleinstadt Huljajpole an die russische Armee verloren gegangen.
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8.41 Uhr
Ukrainischer Justizminister nach Durchsuchungen entlassen
Nach Durchsuchungen wegen Korruptionsermittlungen ist der ukrainische Justizminister Herman Haluschtschenko von seinen Aufgaben entbunden worden. Das habe die Regierung in einer ausserordentlichen Sitzung beschlossen, teilte Regierungschefin Julia Swyrydenko bei Telegram mit.
Der ehemalige Energieminister Haluschtschenko ist einer von mehreren Verdächtigen in einem bisher unter Führung von Präsident Wolodymyr Selenskyj beispiellosen Korruptionsskandal in der Ukraine. Am Vortag hatte es bei Haluschtschenko Durchsuchungen gegeben. Er war seit Juli Justizminister.
Der ukrainische Justizminister ist nach Angaben von Regierungschefin Julia Swyrydenko von seinen Aufgaben entbunden worden. (Archivbild) -/kyodo/dpaHaluschtschenko schrieb bei Telegram, dass er Swyrydenko zustimme. Er halte eine Entfernung für die Dauer von Ermittlungen für eine zivilisierte und richtige Vorgehensweise, schrieb er. Ausserdem kündigte er an, sich rechtlich verteidigen und seine Position darlegen zu wollen.
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5.05 Uhr
Australien gewinnt Botschaftsstreit mit Russland – aber Entschädigung
Im jahrelangen Streit um ein russisches Botschaftsgrundstück in Australiens Hauptstadt Canberra hat der Oberste Gerichtshof entschieden, dass die Regierung das Areal aus Gründen der nationalen Sicherheit zurückfordern darf – Russland dafür aber entschädigen muss.
Hintergrund ist ein Beschluss der australischen Regierung aus dem Jahr 2023: Damals hatte Premierminister Anthony Albanese den Bau einer neuen russischen Vertretung nahe dem australischen Parlamentsgebäude gestoppt. «Die Regierung hat sehr klare Sicherheitshinweise zu den Risiken bekommen, die eine neue russische Präsenz so nah am Parlamentsgebäude mit sich gebracht hätte», sagte Albanese damals. Innerhalb weniger Stunden wurde ein Gesetz verabschiedet, das Russland die Nutzung des Grundstücks untersagte.
Ein dem Anschein nach unbewohntes Gebäude auf dem russischen Botschaftsgrundstück in Canberra. (23. Juni 2023) Bild: Keystone/AP Photo/Rod McGuirkMoskau sprach von «russophober Hysterie» und klagte gegen das Gesetz, das den Pachtvertrag aufhob. Das Gericht erklärte den Schritt nun für rechtmässig, verpflichtete die Regierung aber, Russland «eine angemessene Entschädigung» zu zahlen und die Hälfte der Gerichtskosten zu übernehmen, wie die Nachrichtenagentur AAP berichtete. Das Grundstück war 2008 an Russland verpachtet worden. Nach Aufhebung des Vertrags campierte zeitweise ein russischer Beamter auf dem Gelände, um eine Rücknahme zu verhindern.
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Mittwoch, 12. November 2025, 4.30 Uhr
G7-Länder beraten über Krieg
Die Aussenminister der G7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien beraten am heutigen Mittwoch in Kanada über den Ukraine-Krieg und die weitere Umsetzung des Nahost-Friedensplans für den Gazastreifen. Am zweiten Tag des Treffens in Niagara-on-the-Lake in der südöstlichen Provinz Ontario steht heute unter anderem eine Arbeitssitzung zu dem von Russland angegriffenen Land auf der Agenda. Auch der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha wird erwartet. An einer Diskussion über die Zukunft des Gazastreifens soll der saudische Aussenminister Faisal bin Farhan teilnehmen.
Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas und die Aussenminister*innen der G7-Länder am Dienstag in Kanada (v.l.n.r.): Toshimitsu Motegi (Japan), Yvette Cooper (Grossbritannien), Jean-Noel Barrot (Frankreich), Anita Anand (Kanada), Marco Rubio (USA), Johann Wadephul (Deutschland) und Antonio Tajani (Italien). Bild: Keystone/Mandel Ngan/Pool Photo via AP -
19 Uhr
Ukrainische Südfront gerät ins Wanken
Nach Rückschlägen in der Ostukraine gerät die ukrainische Armee auch an der Südfront im Gebiet Saporischschja immer stärker unter Druck. An den Frontabschnitten Olexandriwka und Huljajpole würden «seit mehreren Tagen intensive Kämpfe toben», teilte die Heeresgruppe Süd bei Facebook mit. Mittels des Einsatzes von «allen vorhandenen Waffenarten» würden die ukrainischen Truppen zurückgedrängt.
Die Armee habe sich daher aus den Orten Nowouspeniwske, Nowe, Ochotnytsche, Uspeniwka und Nowomykolajiwka nordöstlich der Stadt Huljajpole zurückziehen müssen. Schwer umkämpft seien ausserdem die Orte Jablukowe, Riwnopillja und Solodke. Der Rückzugsbefehl sei nach der «faktischen Zerstörung aller Unterstände und Befestigungen» nach intensivem Artilleriebeschuss erfolgt. Dabei seien etwa 2.000 Geschosse auf die ukrainischen Stellungen niedergegangen. Den ukrainischen Angaben nach ist damit ein Rückzug um etwa zehn Kilometer erfolgt.
Ukrainische Freiwillige und Polizisten helfen Einwohnern der Kleinstadt Huljajpole bei der Flucht vor vorrückenden russischen Soldaten. (11. November 20259 Bild: Keystone/EPA/Oleg MovchaniukZiel der russischen Angriffsbemühungen ist es demnach, die Kleinstadt Huljajpole von Osten her zu erobern. Zusätzlich sollen nördlicher liegende Nachschubrouten abgeschnitten werden, die nach Pokrowske im angrenzenden Gebiet Dnipropetrowsk führen. Die nur noch etwas mehr als zehn Kilometer von der Frontlinie entfernte Siedlung wird bereits regelmässig von russischen Drohnen und Gleitbomben angegriffen.
Zuvor hatten Militärbeobachter über einen russischen Durchbruch an diesem Frontabschnitt berichtet und die russische Armee die Eroberung mehrerer Orte für sich reklamiert. Als Ursache für die russischen Erfolge werden die zunehmende Ausdünnung der ukrainischen Linien aufgrund eines gravierenden Soldatenmangels und eine massive russische Drohnenüberlegenheit angesehen.
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14.43 Uhr
Durchsuchungen wegen Bestechung in Kiew auch bei Minister
Die Korruptionsermittlungen beim staatlichen ukrainischen Atomkonzern Energoatom gehen mit Durchsuchungen beim ehemaligen Energieminister Herman Haluschtschenko weiter. Dieser ist seit Juli Justizminister.
Sein neues Ministerium in Kiew bestätigte die Massnahmen. «Der Minister unterstützt die Strafverfolgungsbehörden in vollem Umfang, um eine umfassende, objektive und unvoreingenommene Untersuchung zu gewährleisten», hiess es in einer Mitteilung. Das Justizministerium halte sich konsequent «an den Grundsatz der Nulltoleranz gegenüber Korruption». Details zu möglichen Vorwürfen wurden nicht genannt.
Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) der Ukraine hatten am Vortag Ermittlungen bei Energoatom bekanntgemacht. Es geht um Bestechungsgelder, die beim Bau von Schutzvorrichtungen um Energieanlagen gegen russische Luftangriffe geflossen sein sollen. Am Dienstag sprach das NABU von fünf Festnahmen und sieben Verdachtsfällen. Die Gruppe solle etwa 100 Millionen US-Dollar (86,4 Millionen Euro) an Schmiergeld gewaschen haben.
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12.44 Uhr
Siebter Angriff: Ukraine beschiesst Raffinerie in Saratow
Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben zum wiederholten Mal die Raffinerie der russischen Stadt Saratow an der Wolga mit Drohnen angegriffen. An der Anlage seien Explosionen und Brände zu beobachten gewesen.
Das teilte der Generalstab in Kiew mit. Der russische Telegramkanal Astra bestätigte den Angriff, gestützt auf Videoaufnahmen aus Saratow. Es sei in diesem Jahr die siebte Attacke auf die Raffinerie gewesen, die dem von den USA sanktionierten Ölkonzern Rosneft gehört.
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9.28 Uhr
FSB will Entführung von Kampfjet mitsamt Kinschal-Rakete verhindert haben
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB will nach eigenen Angaben die Entführung eines Kampfjets MiG-31 mitsamt Hyperschallrakete Kinschal durch die Ukraine verhindert haben.
Für angeblich drei Millionen US-Dollar sollte ein russischer Pilot verleitet werden, mit seinem Flugzeug zu desertieren und den Nato-Stützpunkt Constanta in Rumänien anzusteuern. Das teilte der FSB in Moskau mit. Der FSB machte den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR sowie britische Dienste für den Plan verantwortlich.
MiG-31 ist ein russischer Kampfjet. Bild: Keystone/AP/Pavel GolovkinBeim Anflug auf Constanta hätte die MiG dann abgeschossen werden sollen, hiess es in der Mitteilung. Quellen ausserhalb des FSB dafür gab es nicht. Der Geheimdienst versah sie mit angeblichen Beweisvideos. Er stellte es so dar, als sei die Kontaktaufnahme mit einem russischen Piloten über das journalistische Recherchenetzwerk Bellingcat gelaufen.
Der FSB berichtet immer wieder über angebliche Ermittlungserfolge gegen Terroristen oder die Aufdeckung ukrainischer Anschlagspläne, was in den seltensten Fällen überprüft werden kann. Solche Veröffentlichungen sind zugleich Teil der psychologischen Kriegsführung Russlands.
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4 Uhr
Massiver Drohnenangriff auf Kramatorsk – ein Toter
Die Grossstadt Kramatorsk im Osten der Ukraine ist in der Nacht massiv von russischen Drohnen attackiert worden. Die örtlichen Behörden berichten von sieben Angriffen innerhalb einer halben Stunde. Schäden gibt es demnach vor allem an Wohngebäuden. Ein 64-jähriger Mann wurde getötet.
Die strategisch sehr wichtige Grossstadt Kramatorsk im Gebiet Donezk. (Archivbild) Bild: Keystone/EPA/Yevhen Titov -
Dienstag, 11. November 2025, 0.30 Uhr
Russland blockiert SIM-Karten – «zum Schutz vor Drohnen»
Aus Sicherheitsgründen für den Kampf gegen Drohnenangriffe aus der Ukraine lässt Moskaus Staatsführung neuerdings SIM-Karten in Telefonen für 24 Stunden nach Ankunft in Russland blockieren. Das Digitalministerium sprach beschönigend von einer «Abkühlphase», wenn sich eine SIM-Karte etwa zeitweilig im Ausland befand oder 72 Stunden nicht aktiviert war. «Wenn eine SIM-Karte aus dem Ausland nach Russland gelangt, muss bestätigt werden, dass sie von einer Person verwendet wird und nicht in eine Drohne eingebaut ist», erklärte das Ministerium bei Telegram.
Für die Zeit der Überprüfung werde die Karte deshalb gesperrt für mobiles Internet und das Senden und Empfangen von Kurznachrichten (SMS). Reisende hatten sich nach der Ankunft in Russland zuletzt bisweilen gewundert, dass zwar Telefonieren möglich war, aber das mobile Internet nicht funktionierte, um etwa ein Taxi über eine App zu bestellen. Es handele sich um eine Massnahme für den Schutz der Bürger, begründete das Ministerium den Schritt.
Ukrainische Soldaten und Drohnenpiloten mit einer GARA-Bomberdrohne nahe der Front. (2. November 2025) Bild: Keystone/EPA/Maria Senovilla«SIM-Karten mit mobilem Internet können sich in feindlichen unbemannten Flugobjekten befinden und für deren Navigation verwendet werden. Vorübergehende Sperren ermöglichen einen besseren Schutz vor Drohnen», teilte das Ministerium weiter mit. Die Wiederherstellung des Zugangs zum Internet sei auch vor Ablauf der 24 Stunden möglich – über eine Autorisierung beim Mobilfunkanbieter entweder über einen Link oder einen direkten Anruf, teilte das Ministerium weiter mit.
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23.56 Uhr
Selenskyj fordert Urteile nach Schmiergeld bei Atomkonzern
Nach dem Bekanntwerden von Ermittlungen und Razzien wegen des Verdachts auf Korruption beim ukrainischen Staatskonzern Energoatom hat Präsident Wolodymyr Selenskyj Verurteilungen gefordert. «Die Reinhaltung des Unternehmens hat Priorität», betonte der Staatschef in seiner abendlichen Videobotschaft. Es sei jeder zu bestrafen, der an Korruptionsschemen beteiligt war. Selenskyj erinnerte dabei daran, dass die Atomkraftwerke von Energoatom den Hauptteil der Elektroenergie erzeugen. Nach russischen Drohnen- und Raketenangriffen steht in vielen Regionen des Landes Strom nur stundenweise zur Verfügung.
Zuvor hatten die Korruptionsermittler des Nationalen Antikorruptionsbüros und der auf Korruptionsbekämpfung spezialisierten Staatsanwaltschaft über Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe bei Energoatom informiert. Dabei sei es um Errichtung von Schutzbauten für Energieanlagen gegangen. Unter den Verdächtigen soll Medienberichten zufolge auch ein enger Vertrauter und Geschäftspartner von Selenskyj sein. Er hat den Berichten zufolge aber rechtzeitig das Land verlassen können.
Die Ukraine wehrt sich mit massiver westlicher finanzieller Unterstützung gegen eine russische Invasion. Trotz neu geschaffener Behörden zur Korruptionsbekämpfung gilt das Land weiter als einer der korruptesten Staaten Europas.
Fordert ein hartes Durchgreifen beim Schmiergeld-Skandal um Energoatom: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Archivbild) Bild: Keystone/AP/Kirsty Wigglesworth -
23.17 Uhr
Ukrainische Flugabwehr laut Experten zunehmend überfordert
«Russland gelingt es zunehmend, die ukrainische Luftabwehr zu umgehen und kritische Infrastruktur zu schädigen», heisst es im vom Europäischen Austausch und der Konrad-Adenauer-Stiftung monatlich herausgegebenen Bericht «Monitor Luftkrieg Ukraine». Insbesondere der Einsatz ballistischer Raketen habe sich mit 108 Stück mehr als verdoppelt, während gleichzeitig die Abfangquote auf der Basis ukrainischer Angaben bei nur etwa 15 Prozent liege.
Dem Bericht zufolge wurden jede Nacht durchschnittlich 170 russische Drohnen gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt. Mit nach ukrainischer Zählung 5298 Langstreckendrohnen liegt der Wert allerdings etwa sechs Prozent unter den Ziffern des September. Im Juli sei dabei mit knapp 6300 Drohnen der bisherige Höchstwert erreicht worden. Im Bericht wird vermutet, dass dies auf ein Nichterreichen russischer Produktionsziele zurückzuführen sei.
Einer Analyse zufolge ist die ukrainische Luftabwehr zunehmend überfordert. Evgeniy Maloletka/AP/dpa (Archivbild)Im vergangenen Monat wurden den Zahlen nach 1077 Drohnen nicht abgefangen. Die Abfangquote sank demnach auf 80 Prozent. Anfang des Jahres seien dabei noch fast 100 Prozent der Drohnen rechtzeitig abgewehrt worden. Insgesamt seien im Oktober mehr als 1200 Flugkörper nicht abgefangen worden. Im Februar habe diese Zahl bei nur 145 gelegen.
Allein bei ballistischen Raketen des Typs Iskander seien mehr als 34 Tonnen Sprengstoff nicht rechtzeitig abgewehrt worden. Zusammen mit Drohnen, Marschflugkörpern und Hyperschallraketen gingen fast 97 Tonnen an Sprengladungen auf Ziele im ukrainischen Hinterland nieder. «Die Menge der nicht abgefangenen Sprengladung hat sich innerhalb eines Monats verdoppelt und überfordert zunehmend die ukrainische Flugabwehr», wird in dem Bericht gewarnt. Das sei ein Alarmsignal, daher müsse die ukrainische Flugabwehr stärker unterstützt werden – auch im Hinblick darauf, dass Russland die Bestellungen von Marschflugkörpern und ballistischen Raketen trotz höherer Kosten weiter steigere.
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20.08 Uhr
Bestechungsskandal bei ukrainischem Atomkonzern
In der Ukraine ist von Behörden für den Kampf gegen Korruption ein Bestechungsskandal in Millionenhöhe beim staatlichen Betreiber der Atomkraftwerke, Energoatom, aufgedeckt worden. «Die Haupttätigkeit der kriminellen Organisation bestand darin, systematisch unrechtmässige Vorteile von Vertragspartnern von Energoatom in Höhe von 10 bis 15 Prozent des Vertragswerts zu erlangen», teilten das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) bei Telegram mit. Dabei sei es vor allem um Schutzbauten für Energieanlagen gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe gegangen.
Insgesamt seien so mit Beteiligung im Ausland ansässiger Firmen Gelder von umgerechnet rund 86 Millionen Euro «gewaschen» worden. Der Staatskonzern Energoatom bestätigte Hausdurchsuchungen in einer Mitteilung und versicherte, mit den Behörden zu kooperieren. Weitere Details zum Umfang der Razzien und eventuellen Festnahmen machte er nicht.
Der staatliche Konzern Energoatom betreibt die ukrainischen Atomkraftwerke. Bild: Keystone/AP/Kateryna KlochkoGegen den Ex-Chef von Energoatom, Petro Kotin, waren bereits im Januar Ermittlungen wegen des Kaufs einer Villa bei Kiew eingeleitet worden. Er hat das Land laut Medienberichten nach seinem Rauswurf erlassen.
Insgesamt ist nach Angaben der Antikorruptionskämpfer 15 Monate lang ermittelt worden, es seien rund 1000 Stunden an Gesprächen mitgeschnitten worden. Namen nannten NABU und SAP nicht. Laut Medienberichten soll aber einer der Verdächtigten der Hauptaktionär des von Präsident Wolodymyr Selenskyj gegründeten Filmstudios «Kwartal 95» sein. Selenskyj war vor seiner Wahl 2019 Schauspieler und Komiker. Sein Vertrauter soll den Berichten zufolge das Land ebenfalls verlassen haben. Wegen eines möglichen Tipps von Behördenmitarbeitern an den Verdächtigen leitete SAP interne Ermittlungen ein.
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18.21 Uhr
Song gegen Putin: Russische Justiz verfolgt Strassensängerin
Wegen eines Auftritts mit Protestliedern gegen Kremlchef Wladimir Putin geht die russische Justiz weiter gegen eine Strassenmusikerin in St. Petersburg vor. Die Sängerin Diana Loginowa von der Gruppe Stoptime hätte eigentlich nach zwei Arreststrafen morgens entlassen werden sollen. Sie wurde aber sofort erneut festgenommen, wie das Bürgerrechtsportal «OVD-Info» berichtete. Auch der Gitarrist von Stoptime wurde wieder festgenommen, nur der Schlagzeuger kam frei.
Die Gruppe hatte Mitte Oktober ein Konzert mitten in St. Petersburg gegeben. Loginowa sang unter anderem einen Song der exilierten russischen Rapperin Monetotschka. Im Text heisst es, dass im TV hoffentlich bald «Schwanensee» laufen werde – eine Anspielung auf Putin. Mit diesem Ballett leitete das sowjetische Fernsehen früher die Nachricht vom Ableben eines Staatschefs ein. Videos des Abends zeigen, dass Dutzende von jungen Leuten begeistert mitsangen.
Das Regime von Kremlchef Wladimir Putin geht hart gegen Kritiker vor. Dmitri Lovetsky/AP/dpa (Archivbild)Die Musiker wurden festgenommen. Loginowa erhielt zwei Arreststrafen wegen Verstössen gegen das Versammlungsrecht und musste 30'000 Rubel (rund 300 Franken) Strafe wegen angeblicher Diffamierung der Armee zahlen. Aufeinander folgende Festnahmen sind eine bekannte Taktik der russischen Justiz im Umgang mit Oppositionellen. Oft werden in der Zeit Anklagen wegen angeblicher schwerer Straftaten vorbereitet.
Der Jubel bei Loginowas Auftritt galt als Signal, dass viele junge Russinnen und Russen des Langzeitherrschers Putin und seines Kriegs gegen die Ukraine überdrüssig sind. Der Präsident lässt seit dem Einmarsch in das Nachbarland 2022 Kritiker noch strenger verfolgen und bestrafen.
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Montag, 10. November 2025, 2.02 Uhr
Selenskyj: Reparaturarbeiten an Energieanlagen laufen mit Hochdruck
Nach den massiven russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine laufen die Reparaturarbeiten nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Hochdruck. «Die Reparaturarbeiten halten an», sagte er in seiner abendlichen Ansprache am Sonntag. In fast allen Regionen des Landes werde rund um die Uhr gearbeitet. «Obwohl die Lage schwierig ist, sind tausende Menschen an der Stabilisierung des Systems und der Reparatur der Schäden beteiligt», fügte Selenskyj hinzu. Die Versorger kündigten für Montag weitere Stromausfälle an. Um das Netz zu stabilisieren, werde es in den meisten Regionen des Landes geplante Abschaltungen geben, erklärte der staatliche Netzbetreiber Ukrenergo.
In der nordöstlichen Region Charkiw waren nach Angaben von Wiederaufbauminister Oleksij Kuleba am Sonntag rund 100'000 Haushalte ohne Strom, Wasser und Heizung. Zudem war die Lage in den benachbarten Regionen Sumy und Poltawa besonders schwierig.
Stromausfall in Charkiw nach russischen Angriffen. (8. November 2025) Bild: Keystone/EPA/Sergey KozlovDie russische Armee hatte die Ukraine in der Nacht zum Samstag nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit insgesamt 458 Drohnen und 45 Raketen angegriffen. 406 Drohnen und neun Raketen seien abgefangen worden, hiess es. Trotzdem wurden zahlreiche Energieanlagen getroffen. In der Nacht zum Sonntag setzte Moskau nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe 69 Drohnen gegen ukrainische Energieanlagen im ganzen Land ein. 34 Drohnen wurden demnach abgefangen.
Selenskyj warf Russland vor, die Angriffe durch den zunehmenden Einsatz ballistischer Raketen in jüngster Zeit noch verstärkt zu haben.
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23.32 Uhr
Drohnen über AKW und Flughafen in Belgien gesichtet
In Belgien sind erneut Drohnen über kritischer Infrastruktur gesichtet worden – dieses Mal über einem Kernkraftwerk in der Nähe von Antwerpen. Dies habe keine Auswirkungen auf die Aktivität des Kraftwerks Doel gehabt, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Abend unter Berufung auf den Betreiber Engie. Insgesamt seien drei Drohnen gesichtet worden. Die Polizei wollte sich laut Belga nicht zu dem Vorfall äussern. Zuvor waren den Angaben zufolge auch am Flughafen Lüttich erneut mehrere Drohnen gesichtet worden. Der Flugverkehr wurde daraufhin am Abend für eine knappe Stunde ausgesetzt. Mehr dazu hier.
Drei Drohnen wurden über dem Kernkraftwerk Doel gesichtet. (Archivbild) Bild: Keystone/EPA/Stephanie Lecocq -
12.19 Uhr
Ukraine attackiert Kraftwerke in russischen Städten
Die Ukraine hat die russischen Grossstädte Woronesch und Belgorod nahe der ukrainischen Grenze angegriffen. Die Luftangriffe am gestrigen Abend und in der Nacht zum heutigen Sonntag hätten zur vorübergehenden Unterbrechung der Stromversorgung und des Wärmenetzes geführt, teilten die russischen Behörden mit.
In Woronesch seien mehrere Drohnen über der Stadt elektronisch gestört worden, sagte der Gouverneur der gleichnamigen Region, Alexander Gusew. Dadurch sei ein Brand in einem Energieversorgungsunternehmen ausgebrochen, der jedoch schnell gelöscht worden sei.
Zeitweise seien in Teilen der Stadt mit gut einer Million Einwohnern Strom und Heizungen ausgefallen. Russische und ukrainische Nachrichtenkanäle auf der Plattform Telegram berichteten, der Angriff habe einem örtlichen Wärmekraftwerk gegolten.
In Belgorod verursachte ein Raketenangriff gestern Abend laut Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow schwere Schäden an der Strom- und Fernwärmeversorgung. Rund 20'000 Haushalte seien betroffen. Belgorod hatte bei der letzten Volkszählung im Jahr 2021 etwa 340'000 Einwohner und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region.
Situation in Belgorod 💡❗️
— MAKS 25 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 8. November 2025 um 17:42
[image or embed]Das russische Verteidigungsministerium teilte heute mit, seine Truppen hätten in der Nacht 44 ukrainische Drohnen über den südwestlichen Regionen Brjansk und Rostow zerstört oder abgefangen. Die Erklärung erwähnte weder die Provinzen Woronesch noch Belgorod und machte auch keine Angaben zur Anzahl der eingesetzten Drohnen.
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11.55 Uhr
Dramatisches Video zeigt Absturz eines russischen Ka-226-Helikopters
Beim Absturz eines Helikopters von Typ Ka-226 sind nahe Atschi-Su in der russischen Republik Dagestan fünf der sieben Insassen ums Leben gekommen.
Die Lage von Atschi-Su am Kaspischen Meer. Google EarthVier der Opfer waren angeblich Mitarbeitende des Kizlyar Electromechanical Plants, das Teile für die russische Kampfjet-Produktion fertigt.
Der Unfall ist auf Videos festgehalten worden: Während der eigentliche Crash nicht zu sehen ist, zeigt ein zweiter Clip den Unfallort nach dem Absturz. Dramatischer ist jedoch der erste Film: Er zeigt, wie der Helikopter im Anflug zu schnell ist. Der Pilot zieht am Steuerknüppel und beschädigt dadurch das hintere Höhenleitwerk an einem Felsen.
Erstaunlich: Der Helikopter geht nicht sofort runter, sondern fliegt erst in Richtung Meer, bevor er dreht und der Pilot die Kontrolle über die Maschine verliert.
Full video of the crash of the Russian Ka-226 with the military factory workers on board.
— 🦋Special Kherson Cat🐈🇺🇦 (@specialkhersoncat.bsky.social) 8. November 2025 um 17:14
[image or embed] -
Sonntag, 9. November 2025 - 11.00 Uhr
Hungerstreik: Kiew sorgt sich um Nord-Stream-Verdächtigen
Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez zeigt sich besorgt um den in Italien inhaftierten Serhij K., der im Zusammenhang mit der Sprengung der Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee beschuldigt wird. Die Ehefrau des 49-Jährigen habe berichtet, dass ihr Mann seinen Hungerstreik fortsetze und inzwischen in einem kritischen Gesundheitszustand sei, teilte Lubinez bei Telegram mit.
Er veröffentlichte auch ein Foto vom Treffen mit der Frau und teilte mit, dass er die italienischen Behörden schriftlich zur Einhaltung der Grundrechte des Tatverdächtigen aufgefordert habe. Serhij K., der für ein Strafverfahren nach Deutschland ausgeliefert werden soll, protestiert mit seinem Hungerstreik nach Angaben seines Anwalts gegen die Haftbedingungen.
Der Ukrainer verweigert demnach bereits seit dem 31. Oktober die Nahrungsaufnahme. Serhij K. befindet sich seit dem Sommer in Italien in Untersuchungshaft. Der Menschenrechtsbeauftragte Lubinez sagte, dass die Situation sofortiges Handeln erfordere. Er habe sich deshalb an auch an das Justizministerium Italiens, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Pina Picierno, und andere gewandt.
«Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Rechte des Ukrainers zu schützen. Denn die Inhaftierung von Serhij in einer Hochsicherheitsanstalt unter unangemessenen Bedingungen ist inakzeptabel und verstößt gegen die Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten!», teilte Lubinez mit.
Der Ukrainer fordere insbesondere das Recht auf eine «angemessene Ernährung, auf eine gesunde Haftumgebung, auf menschenwürdige Haftbedingungen und auf Gleichbehandlung mit anderen Gefangenen hinsichtlich Familienbesuchen und Informationszugangs», hatte sein Rechtsanwalt Nicola Canestrini erklärt.
K. gilt als mutmasslicher Drahtzieher der Anschläge auf die Gasleitungen aus Russland in der Ostsee vor drei Jahren. Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft ihm gemeinschaftliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion an den Pipelines sowie verfassungsfeindliche Sabotage vor. Deshalb soll er in Deutschland vor Gericht gestellt werden.
Zuletzt hatte ein Gericht in Bologna der Überstellung des Ukrainers an die deutschen Behörden stattgegeben. Rechtsanwalt Canestrini kündigte allerdings an, den Fall erneut vor Italiens oberstes Gericht zu bringen und Einspruch einzulegen. Dieses hatte die Auslieferung schon einmal gestoppt. Wann die nächste Verhandlung in Rom stattfinden wird, ist unklar.
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20.28 Uhr
Zweite Stromleitung für AKW Saporischschja laut IAEA repariert
Die russischen Besatzer des Atomkraftwerks Saporischschja im Südosten der Ukraine haben die seit Mai defekte zweite Stromleitung repariert. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte die Inbetriebnahme der 330-Kilowatt-Leitung, die für die Stromversorgung des Kraftwerks gebraucht wird. IAEA-Chef Rafael Grossi sprach bei X von einem «wichtigen Schritt für die nukleare Sicherheit».
Mit der Reparatur der 750-Kilowatt-Leitung vor einem Monat «ist dies ein guter Tag für die nukleare Sicherheit», sagte Grossi. Im Oktober endete mit der ersten Reparatur der zehnte Blackout seit Beginn der Besetzung des Kraftwerks 2022. Für die Reparaturarbeiten war unter Vermittlung der IAEA, die Beobachter in dem AKW hat, eine örtliche Waffenruhe vereinbart worden.
In a crucial step for nuclear safety, 330 kV Ferosplavna-1 line was reconnected to Ukraine’s ZNPP at 19:43 local time after today’s repairs, providing much-needed back-up power for first time in six months, DG @rafaelmgrossi said. “Along with last month’s restoration of 750 kV… pic.twitter.com/SF4FNuCsmx
— IAEA - International Atomic Energy Agency ⚛️ (@iaeaorg) November 8, 2025Die russische Kraftwerksverwaltung teilte bei Telegram mit, damit werde die Stabilität des Energiesystems deutlich erhöht. Die Inbetriebnahme der Leitung sei auch wichtig für die Wärmeversorgung der ebenfalls besetzten Stadt Enerhodar, wo das AKW steht. Die ukrainische Energieministerin Switlana Hryntschuk hatte im Oktober die Reparatur der ersten Leitung bestätigt und der russischen Seite erneut vorgeworfen, die Stromleitungen zum AKW systematisch zu beschiessen, um die Verbindung zum Stromnetz des Landes zu kappen. Auch Russland wirft der Ukraine immer wieder vor, die Leitungen zu beschiessen, um die Sicherheitslage zu destabilisieren und so ein internationales Eingreifen zu provozieren.
Das mit sechs Blöcken und einer Nennleistung von 6000 Megawatt grösste Atomkraftwerk Europas ist seit März 2022 – unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskriegs – von Moskauer Truppen besetzt. Die Reaktoren sind aus Sicherheitsgründen heruntergefahren, müssen aber noch weiter gekühlt werden. Die Kühlsysteme werden durch die nun wieder intakten Stromleitungen versorgt. Bei Stromausfällen gewährleisten Dieselgeneratoren die Kühlung.
Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit einer Nennleistung von 6000 Megawatt das grösste Atomkraftwerk Europas. Bild: Keystone/AP/Kateryna Klochko -
17.01 Uhr
Kommandeur lädt 100 Soldaten zu Feier – und macht sie zur Zielscheibe
Trotz eines Verbots des ukrainischen Generalstabs soll ein Kommandeur 100 Soldaten zu einer Feier versammelt und sie so zur Zielscheibe für einen tödlichen russischen Angriff gemacht haben. Bei dem Schlag mit Raketen und Drohnen in der Region Dnipropetrowsk seien am Samstag vor einer Woche zwölf Soldaten und sieben Zivilisten getötet worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew mit. Zudem seien 36 Soldaten verletzt worden. Ein Gericht in der Industriestadt Dnipro erliess Haftbefehl gegen den Mann, wie das Staatliche Ermittlungsbüro mitteilte.
Über das Ausmass des Vorfalls war bisher so öffentlich nichts berichtet worden. In der Regel nennen die Behörden auch keine Zahlen getöteter eigener Soldaten. Es ist nicht der erste Verstoss dieser Art gegen das Kriegsrecht, das solche Versammlungen verbietet. Den Ermittlungen zufolge soll der Offizier die Soldaten zu der Zeremonie am 1. November versammelt haben, um ihnen eine Auszeichnung zu verleihen. Während der Feier hätten die russischen Truppen mit zwei ballistischen Raketen und drei Drohnen angegriffen, hiess es. Ein ukrainischer Journalist hatte zuvor berichtet, dass sein Bruder bei der Zeremonie getötet worden sei.
Der nun beschuldigte Kommandeur muss sich wegen Vernachlässigung seiner Dienstpflichten verantworten, wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilte. Die Ermittler teilten auch mit, dass keine bisherigen Verdienste oder die Kampferfahrung des Beschuldigten die Missachtung der Sicherheitsvorschriften rechtfertigen könnten. «Unter Kriegsbedingungen sind Massenversammlungen, Zeremonien oder Auszeichnungen in Gebieten, in denen eine mögliche Raketengefahr besteht, unzulässig. Die Kommandeure tragen die persönliche Verantwortung für das Leben und die Sicherheit ihrer Untergebenen», betonten die Ermittler.
Rauch steigt auf nach einem russischen Raketenangriff . Uncredited/Dnipro Regional Administration/AP/dpa (Symbolbild) -
14.20 Uhr
Russische Drohne verfehlt ORF-Reporter nur knapp
Ein Auto mit einem Journalisten aus Österreich und einer Kollegin aus Spanien ist nahe der Front in der Ostukraine von einer Drohne angegriffen worden.
Im Auto sass unter anderem der Korrespondent des Österreichischen Rundfunks (ORF), Christian Wehrschütz. «Der Angriff ging offensichtlich glimpflich aus», berichtete der ORF. Wehrschütz filmte mit der Handykamera und postete das Video später auf Instagram.
Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben des ORF heute in der Region Donezk. Der Korrespondent und die spanische Kollegin seien mit der Hilfsorganisation Proliska auf dem Weg in die Stadt Konstantinowka gewesen.
In dem Video ist zu sehen, wie die Insassen das Fahrzeug fluchtartig verlassen, dann ist eine Detonation zu hören. Danach sind eine abgerissene Stossstange und brennende Trümmerteile sowie Rauch zu sehen.
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13.30 Uhr
Drohne trifft Wohnhaus in Dnipro – mindestens 3 Tote
Bei einem neuen russischen Drohnenangriff sind in der Industriestadt Dnipro Behörden zufolge mindestens drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch zwei Kinder.
Nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes krachte eine Drohne in ein neungeschossiges Haus, in dem dann Wohnungen auf mehreren Etagen zerstört wurden. Die Leiche einer Frau fanden Einsatzkräfte in einer Wohnung, zwei weitere Menschen in den Trümmern. Laut Stadtverwaltung wurde noch ein Hausbewohner vermisst.
Moment of Russian drone hitting a multi-story building in Dnipro.
— WarTranslated (Dmitri) (@wartranslated.bsky.social) 8. November 2025 um 10:18
[image or embed]In einem Video des Zivilschutzes war ein grosses Loch in dem Haus zu sehen. Menschen wurden an der zerstörten Fassade aus den Wohnungen gerettet. Ein Feuer sei gelöscht worden, hieß es. Mehrere Menschen, darunter ein 13-jähriges Mädchen, mussten im Krankenhaus behandelt werden.
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13 Uhr
Wasser und Heizung in der Ukraine teilweise ausgefallen
Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten, dass Russland das Land in der Nacht mit 45 Raketen und 458 Drohnen angegriffen habe. Fast 80 dieser Flugobjekte habe die Abwehr nicht vernichten können, es habe Treffer gegeben.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass neben Energieinfrastruktur auch Bahnanlagen, die für die militärische Logistik in der Ukraine benutzt würden, Ziele der Angriffe waren.
Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, die Beseitigung der Schäden laufe. «Die Ziele der Terroristen sind unverändert: das einfache Leben, Wohnhäuser, unsere Energieanlagen, die Infrastruktur», teilte er bei Telegram mit. Laut Energieministerium in Kiew musste in mehreren Teilen des Landes wegen der massiven russischen Angriffe der Strom notfallmässig abgestellt werden.
Selenskyj forderte einmal mehr schärfere Sanktionen gegen die russische Wirtschaft, um dem Land die Einnahmen und die Ressourcen für die Fortsetzung des Kriegs zu entziehen. So gebe es etwa bisher keine Sanktionen gegen die russische Atomindustrie, und die Rüstungsbetriebe erhielten noch immer westliche Mikroelektronik, kritisierte er.
Vielerorts fielen neben dem Strom auch Warmwasser und Heizung aus. Nach Bahnangaben kommt es wegen Schäden im Gebiet Poltawa, das in der Zentralukraine liegt, zu erheblichen Zugverspätungen. Demnach gab es an einigen Haltepunkten Stromausfälle und Schäden am Kontaktnetz.
🤬 Russia has destroyed an important railway junction between Kyiv and Poltava. Due to the lack of cars and locomotives, the number of routes may decrease, especially in the directions Kyiv–Poltava, Kyiv–Lubny, etc.
— MAKS 25 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 8. November 2025 um 12:30
[image or embed]Auch im Kiewer Gebiet meldeten die Behörden Stromausfälle nach russischen Raketen- und Drohnenangriffen gegen die Energieinfrastruktur. Nach Angaben der Gebietsverwaltung wurde eine Frau verletzt. Mehrere Häuser seien beschädigt worden.
Russland versuche mit seinem Terror gegen die Energieinfrastruktur, den Menschen Licht und Wärme zu nehmen, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung bei Telegram.
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Sasmtag, 8. November, 12 Uhr
Rutte setzt auf nukleare Abschreckung
Die Nato will künftig zur Abschreckung vor allem Russlands stärker die eigenen nuklearen Fähigkeiten herausstellen. «Es ist wichtig, dass wir mit unseren Gesellschaften mehr über nukleare Abschreckung sprechen, um sicherzustellen, dass sie verstehen, wie diese zu unserer allgemeinen Sicherheit beiträgt», sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte der «Welt am Sonntag».
Und weiter: «Wenn Russland gefährliche und rücksichtslose nukleare Rhetorik verwendet, müssen unsere Bevölkerungen wissen, dass kein Grund zur Panik besteht, da die Nato über eine starke nukleare Abschreckung verfügt, um den Frieden zu bewahren.»
Die Atommacht Russland hatte vor mehr als dreieinhalb Jahren die Ukraine überfallen. Sie führt seither im Nachbarland Krieg. Kremlchef Wladimir Putin hat in der Zeit mehrfach das Potenzial der russischen Nuklearwaffen betont - auch um den Westen an einer stärkeren Unterstützung Kiews zu hindern.
Vor gut zwei Wochen hatte Russland parallel zu einer laufenden Atomübung der Nato in Europa ein eigenes grossangelegtes Manöver seiner strategischen Nuklearstreitkräfte gestartet. Rutte sagte: «Die nukleare Abschreckung der Nato ist die ultimative Garantie für unsere Sicherheit.»
Es sei wichtig, dass die nukleare Abschreckung glaubwürdig, sicher und wirksam bleibe. «Und Putin muss wissen, dass ein Atomkrieg niemals gewonnen werden kann und niemals geführt werden darf», sagte der frühere Ministerpräsident der Niederlande.
Mit Blick auf die jüngste Nato-Atomübung sagte Rutte, diese sei erfolgreich gewesen, «was mir absolutes Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der nuklearen Abschreckung der Nato gibt. Sie hat allen Gegnern ein klares Signal gesendet, dass die Nato alle Bündnispartner vor allen Bedrohungen schützen kann und wird».
Von den 32 Nato-Staaten besitzen die USA, Frankreich und Grossbritannien Atomwaffen. Russland ist die grösste Atommacht der Welt. Derzeit besitzt das Land laut der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) die meisten bestätigten Atomwaffen – über 5500 Sprengköpfe –, während die USA demnach über 5044 Atomwaffen verfügen.
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23.00 Uhr
Selenskyj: Werden Russen kein Öl nach Europa verkaufen lassen
Trotz des ungarischen Beharrens auf Ölimporte aus Russland setzt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf ein Ende dieser Praxis in Europa. Selenskyj zeigte sich sicher, man werde einen Ausweg finden, «sodass es kein russisches Öl in Europa gibt», wie er auf der Plattform Telegram schrieb. Die Ukraine werde die Russen kein Öl dorthin verkaufen lassen. Ungarn bezieht den Grossteil seines Öls über die «Druschba»-Pipeline über die Ukraine. Das Verhältnis zwischen Kiew und Budapest ist deswegen gespannt.
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20.42 Uhr
Trump prüft Ausnahmeregelung für Ungarn bei Russland-Öl
US-Präsident Donald Trump hat sich bei einem Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban offen für eine mögliche Ausnahmeregelung bei den US-Sanktionen gegen russische Energie gezeigt. Orban bat die US-Regierung im Weissen Haus, weiterhin Öl und Gas aus Russland importieren zu können, weil es keine kurzfristigen Alternativen gäbe. Trump sagte, man «prüfe» das Anliegen, weil Ungarn als Binnenstaat keinen Zugang zu Seehäfen habe.
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18.38 Uhr
Kiew stellt Kriegsgefangenen aus Kenia Heimkehr in Aussicht
Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha hat den bei Kämpfen gegen russische Truppen in Kriegsgefangenschaft geratenen Afrikanern eine Heimkehr in Aussicht gestellt. Wer in ukrainische Gefangenschaft gerate, rette nicht nur sein Leben, sondern habe auch die Möglichkeit, nach Hause zurückzukehren, teilte der Minister bei X mit. Zuvor hatte Kenias Präsident William Ruto bei einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Selenskyj gefordert, die Gefangenen aus seinem Land freizulassen.
According to available information, at least 1436 citizens from 36 African countries are currently fighting in the ranks of Russia's invasion army in Ukraine. The number represents those identified, though the actual number could be higher.
— Andrii Sybiha 🇺🇦 (@andrii_sybiha) November 7, 2025
Russia recruits nationals of African…Nach Darstellung von Sybiha kämpfen mindestens 1436 Bürger aus 36 afrikanischen Staaten auf russischer Seite gegen die Ukraine. Die meisten Söldner kämen schon beim ersten Kampfeinsatz in ukrainische Gefangenschaft, sagte er. Sie würden nach den Vorgaben des internationalen humanitären Rechts behandelt.
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14.39 Uhr
EU verschärft Visa-Regeln für Russen – auch Schweiz betroffen
Die EU verschärft die Regeln für die Vergabe von Visa an russische Staatsbürger. Wie die Europäische Kommission mitteilte, werden Russen künftig keine Visa für die mehrfache Einreise mehr beantragen können.
Ausnahmen gibt es lediglich für Menschen, die enge Verwandte in der EU haben oder für Lastwagenfahrer und andere Beschäftige im Personen- und Güterverkehr. Alle anderen müssen künftig für jede geplante Einreise wieder ein neues Visum beantragen.
Grund für die Neuregelung sind nach Kommissionsangaben «zunehmende Sicherheitsrisiken, die aus Russlands ungerechtfertigtem und nicht provoziertem Angriffskrieg gegen die Ukraine resultieren». Dazu zählten auch die Instrumentalisierung von Migration, Sabotageakte sowie die potenzielle missbräuchliche Nutzung von Visa.
Innenkommissar Magnus Brunner kündigte an, dass es auch verstärkte Überprüfungsverfahren und Kontrollen geben solle. Nach EU-Daten wurden im vergangenen Jahr durch Konsulate in Russland noch rund 542'000 Visa für Kurzzeitaufenthalte in EU-Ländern oder in anderen Schengenstaaten wie der Schweiz erteilt. Das waren zwar deutlich weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019, aber rund ein Fünftel mehr als noch 2023.
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13.21 Uhr
Ungarn kauft US-Brennstäbe für Atommeiler aus Russland
Das EU-Land Ungarn will in den Vereinigten Staaten Brennstäbe für zwei in Russland gefertigte Atomkraftwerke beschaffen. Das sagte Aussenminister Peter Szijjarto nach Angaben der staatlichen Agentur MTI in Washington kurz vor einem geplanten Treffen des ungarischen Premiers Viktor Orban mit US-Präsident Donald Trump.
Am Rande der Begegnung werde er mit seinem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio ein bilaterales Abkommen über nukleare Zusammenarbeit unterzeichnen, so Szijjarto weiter. Dieses solle sich auch auf den Ankauf moderner Technologie für die Zwischenlagerung von verbrauchten Brennstäben sowie den Kauf von kleinen Kernkraftreaktoren – sogenannten Small Modular Reactors (SMR) – erstrecken.
Ungarn betreibt seit 1982 in der südungarischen Stadt Paks ein von der damaligen Sowjetunion geliefertes Atomkraftwerk. Zwei der vier Blöcke sollen den Plänen zufolge durch zwei neue Reaktoren aus der Fertigung des russischen Nuklearkonzerns Rosatom ersetzt werden. Der 2014 vereinbarte Bau steckt immer noch in der Anfangsphase. Mit einer Inbetriebnahme wird nicht vor Mitte der 2030er-Jahre gerechnet.
Bislang beliefert ausschliesslich Russland das Donauland mit Brennstäben für das AKW Paks. Der Ankauf von Kernbrennstoffelementen in den USA wäre für Ungarn ein Novum. Die verbrauchten Brennstäbe hatte Russland bis 1998 zurückgenommen und bei sich zwischengelagert. Seitdem bewerkstelligt Ungarn deren provisorische Zwischenlagerung in unmittelbarer Nähe des AKW Paks.
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13 Uhr
Kreml äussert sich zu Lawrow-Gerücht
Russlands Aussenminister Sergej Lawrow ist nach Kremlangaben nicht bei Präsident Wladimir Putin in Ungnade gefallen. Gerüchte, dass Lawrow sich bei Putin unbeliebt gemacht haben könnte, «haben nichts mit der Wirklichkeit gemein», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge.
Er reagierte damit auf Spekulationen in Medien und sozialen Netzwerken, nach denen der 75-Jährige zuletzt bei einer wichtigen Sitzung des nationalen Sicherheitsrates fehlte. «Zweifellos arbeitet Lawrow als Aussenminister. Natürlich», stellte Peskow klar.
O Brother, Where Art Thou? Sergej Lawrow macht sich dieser Tage rar. Archivbild: KEYSTONEGemutmasst wurde, dass der Kremlchef dem Aussenminister die Schuld geben könnte für ein geplatztes Treffen von US-Präsident Donald Trump und Putin in Budapest. Das Treffen war nach einem Telefonat Lawrows mit seinem US-Kollegen Marco Rubio abgesagt worden.
Moskau hatte zwar von einem konstruktiven Gespräch der Aussenminister gesprochen. Aber Trump, der von Putin eine Beendigung des Angriffskrieges gegen die Ukraine fordert, erklärte, dass er kein ergebnisloses Treffen in Budapest haben wolle, nachdem sich die beiden im August in Alaska getroffen hatten.
Lawrow hatte auch nach dem Telefonat mit Rubio noch mehrere Auftritte. Seit Tagen aber ist der Minister, der sonst viele Termine hat, wie von der Bildfläche verschwunden. Lawrow ist seit mehr als 20 Jahren im Amt – und gilt als einer der bekannten Aussenminister weltweit.
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12.45 Uhr
Streit um Ukraine-Flagge spaltet Tschechien
In Tschechien ist eine Debatte über die Beflaggung öffentlicher Gebäude mit der blau-gelben ukrainischen Fahne entbrannt. Für Kritik sorgte die Entscheidung des neuen Parlamentspräsidenten Tomio Okamura, die Ukraine-Flagge vom Gebäude des Abgeordnetenhauses entfernen zu lassen.
Der Politiker der EU- und Nato-kritischen Partei Freiheit und direkte Demokratie teilte ein Video der Aktion, bei der er selbst die Leiter hielt, in den sozialen Medien. Aus Protest gegen Okamuras Anordnung hängten drei Parteien der scheidenden Mitte-Rechts-Regierung blau-gelbe Fahnen aus ihren Fraktionsbüros.
Okamuras Amtsvorgängerin Marketa Pekarova Adamova sprach bei X von einer «schändlichen Geste» ihres Nachfolgers, die nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen die grundlegenden Werte der Tschechischen Republik gerichtet sei. Die konservative Politikerin hatte die Flagge am 22. Februar 2022 – zwei Tage vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine – als Zeichen der Solidarität mit Kiew hissen lassen. Dort hing das Staatssymbol seither ohne Unterbrechung.
Eine ähnliche Debatte gab es vor Kurzem über die Entscheidung des Prager Nationalmuseums, eine riesige Ukraine-Fahne von seinem Hauptportal zu entfernen. Die Leitung des Museums begründete dies damit, dass man die Fläche wieder nutzen wolle, um für Ausstellungen zu werben.
Ein politischer Hintergrund wurde bestritten. Gegen den Schritt demonstrierten vor einer Woche knapp hundert Menschen vor dem Nationalmuseum.
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9.26 Uhr
Russland und Nordkorea beraten sich in Pjöngjang
Ranghohe russische und nordkoreanische Militärvertreter haben in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang über eine Vertiefung der Zusammenarbeit beider Länder beraten.
Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete am Freitag, die nordkoreanische Delegation sei von Pak Yong Il angeführt worden, dem Vizedirektor des Generalpolitischen Büros der Volksarmee. Die russische Delegation sei vom stellvertretenden Verteidigungsminister Viktor Goremykin geleitet worden.
Since September, North Korea has sent around 5,000 construction troops and 1,000 engineers to Russia. They are most likely engaged in infrastructure restoration and demining. In total, the number of North Korean personnel in Russia now exceeds 10,000. united24media.com/latest-news/...
— WarTranslated (Dmitri) (@wartranslated.bsky.social) 5. November 2025 um 15:53
[image or embed]Dem Bericht zufolge fand das Treffen bereits vorgestern statt. Gestern folgte demnach ein Treffen der russischen Delegation mit dem nordkoreanischen Verteidigungsminister No Kwang Chol. Nordkorea war im vergangenen Jahr eine Militärkooperation mit Russland eingegangen, in deren Rahmen Pjöngjang Soldaten und Waffen für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bereitstellte.
Die KCNA berichtete, die beiden Delegationen hätten über eine Ausweitung der Zusammenarbeit im Einklang mit den «vertieften bilateralen Beziehungen» gesprochen, die unter Machthaber Kim Jong Un und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorangetrieben worden seien. Konkrete Vereinbarungen wurden in dem Bericht nicht genannt.
NATO Secretary General Mark Rutte: Russia is not alone in its efforts to undermine global rules -it is working with China,North Korea,Iran,others, strengthening defense industrial cooperation to unprecedented levels&preparing for long-term confrontation We cannot be naive. We must be prepared.
— Anton Gerashchenko (@antongerashchenko.bsky.social) 6. November 2025 um 10:22
[image or embed]Eine Sprecherin des südkoreanischen Vereinigungsministeriums, Chang Yoon Jeong, wollte auf Nachfrage nicht darüber spekulieren, ob bei den nordkoreanisch-russischen Konsultationen über die Entsendung weiterer nordkoreanischer Soldaten zur Unterstützung Russlands verhandelt wurde. Seoul beobachte die Situation, werde aber keine Mutmaßungen anstellen.
Der südkoreanische Geheimdienst NIS hatte am 4. November Abgeordneten des südkoreanischen Parlaments bei einem Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit mitgeteilt, es gebe Anzeichen für Rekrutierungs- und Ausbildungsaktivitäten in Nordkorea, möglicherweise mit dem Ziel zusätzlicher Truppenentsendungen.
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8.25 Uhr
USA lassen Lukoil-Verkauf an Genfer Firma Gunvor scheitern – das ist der Grund
Wegen Widerspruchs aus den USA übernimmt der Schweizer Energiehändler Gunvor nicht das Auslandsgeschäft des sanktionierten russischen Ölkonzerns Lukoil. Präsident Donald Trump habe klargestellt, dass der Krieg in der Ukraine sofort enden müsse, schrieb das US-Finanzministerium im sozialen Netzwerk X.
«Solange (Kremlchef Wladimir) Putin mit den sinnlosen Morden weitermacht, wird die Kreml-Marionette Gunvor niemals eine Lizenz erhalten, um zu operieren und Gewinne zu erzielen.»
Gunvor zog daraufhin sein Kaufangebot vorerst zurück, wie ein Firmensprecher dem Portal «Politico» sagte. Den Vorwurf der Kreml-Hörigkeit wies er zurück: Das US-Finanzministerium sei völlig falsch informiert. Zu den Gründern von Gunvor gehörte der Putin-Vertraute Gennadi Timtschenko, der seine Anteile aber 2014 verkauft hat.
🚨 Russia: Lukoil is moving its foreign assets to Kremlin-controlled oil company Gunvor to evade US sanctions.
— Igor Sushko (@igorsushko) October 30, 2025
Both Lukoil and Gunvor belong to Putin through cutouts.
The US ought to immediately sanction Gunvor Group Ltd, headquartered in Geneva. pic.twitter.com/kcUPMwVX8zUm Druck auf Moskau auszuüben, hat Trump Sanktionen gegen die Ölkonzerne Rosneft und Lukoil verhängt, die für die Hälfte von Russlands Ölexporten stehen. Lukoil versucht seitdem, sein Auslandsgeschäft zu verkaufen. Es umfasst Hunderte Tankstellen in etwa 20 Ländern und mehrere Raffinerien.
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4.03 Uhr
Orban besucht Trump im Weissen Haus
US-Präsident Donald Trump empfängt heute den ungarischen Regierungschef Viktor Orban in Washington. Orban sieht sich als engsten Verbündeten von Trump in der EU. Alleine im vergangenen Jahr hatte Orban Trump dreimal besucht. Zudem steht der Rechtsnationalist dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe.
Orban will im Weissen Haus die jüngsten US-Sanktionen gegen russische Ölkonzerne ansprechen, die er für einen «Fehler» hält. Ungarn ist weiter stark von Energieimporten aus Russland abhängig. Zudem dürfte es um Trumps Bemühungen um einen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg gehen.
Der ungarische Regierungschef Viktor Orban (l.) ist nicht nur ein glühender Verehrer des US-Präsidenten Donald Trump (r.) – er braucht auch dessen Nähe, um nicht die nächste Wahl zu verlieren. Bild: Keystone/EPA/Yoan Valat -
Freitag, 7. November 2025, 0.10 Uhr
Drohnensichtung in Göteborg
Am Flughafen der schwedischen Grossstadt Göteborg ist mindestens eine Drohne gesichtet worden. Der Luftverkehr am Airport Göteborg-Landvetter wurde deshalb am Abend mehrere Stunden lang eingestellt. Nachdem die Polizei den Vorfall für beendet erklärt habe, werde der Flugverkehr wieder aufgenommen, teilte der Flughafenbetreiber Swedavia am späten Abend mit, wie die Zeitung «Aftonbladet» berichtete.
Ominöse Drohnensichtungen hatten in den vergangenen Wochen an diversen Flughäfen in Nato-Ländern für Unruhe gesorgt. Unter anderem sorgte die Beobachtung mehrerer grösserer Drohnen Ende September in Kopenhagen für stundenlanges Flugchaos.
Am Donnerstagabend wurde auch der Flugbetrieb am Brüsseler Flughafen wegen einer Drohnensichtung etwa eine halbe Stunde lang eingestellt. Schon am Dienstagabend waren dort zweimal die Landungen und Abflüge wegen Drohnensichtungen ausgesetzt worden. Dutzende Flüge mussten gestrichen werden. Am Mittwochabend gab es einen solchen Vorfall dann auch am Flughafen in Hannover.
Flights bound for Brussels Airport are holding or diverting at the moment. https://t.co/9KbleOYWLK Unconfirmed reports of drone sightings once again. pic.twitter.com/hTEcMqoGcN
— Flightradar24 (@flightradar24) November 6, 2025 -
23.33 Uhr
Russland verurteilt zwei Kolumbianer wegen Kampfeinsatzes für Ukraine zu 13 Jahren Haft
Weil sie für die ukrainische Armee gekämpft hatten, hat ein Gericht in der von Moskau kontrollierten ukrainischen Region Donezk zwei Kolumbianer zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die beiden Männer im Alter von 48 und 37 Jahren seien wegen «Beteiligung an den Kämpfen auf Seiten der ukrainischen Streitkräfte» schuldig gesprochen worden, erklärte die russische Staatsanwaltschaft im Onlinedienst Telegram.
Die beiden Männer hatten 2023 und 2024 auf Seiten der Ukraine gekämpft. Nach dem Ende ihres Einsatzes waren sie laut Zeitungsberichten auf dem Heimflug bei einem Zwischenstopp in Venezuela festgenommen worden.
Russland betrachtet Ausländer, die für die Ukraine kämpfen, grundsätzlich als Söldner. Sie werden strafrechtlich verfolgt und nicht als Kriegsgefangene gemäss den Genfer Konventionen behandelt.
Russland geht strafrechtlich gegen Ausländer vor, die für die Ukraine kämpfen. AP Photo/Vadim Ghirda/Keystone -
19.38 Uhr
Gefangener erschossen: Lebenslang für russischen Soldaten
Wegen Erschiessung eines kriegsgefangenen Ukrainers ist ein russischer Soldat in Kiew zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Es war nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes SBU die erste Verurteilung zu lebenslang in einem solchen Strafprozess.
Der 27-jährige Russe erschoss demnach einen ukrainischen Soldaten, obwohl dieser seine Waffe weggeworfen und sich eindeutig ergeben hatte. Die Tat ereignete sich den Angaben nach im Januar 2024 im südukrainischen Gebiet Saporischschja, als russische Truppen eine ukrainische Stellung einnahmen. Später hätten die Ukrainer die Stellung zurückerobert und dabei den Todesschützen gefangengenommen.
Der Kiewer Generalstaatsanwaltschaft sind nach eigenen Angaben mit Stand Oktober 263 Fälle bekannt, dass kriegsgefangene ukrainische Soldaten noch auf dem Schlachtfeld getötet wurden. Die Täter sind aber schwer zu ermitteln; und nur in seltenen Fällen gelingt es, ihrer habhaft zu werden.
Etwa 2500 ukrainische Soldaten wurden im September in russischer Kriegsgefangenschaft vermutet. Bei Gefangenenaustauschen zeigt sich immer wieder, dass fast alle rückkehrenden Ukrainer in Russland misshandelt worden sind. Über den Umgang der Ukraine mit russischen Kriegsgefangenen sind bislang keine Klagen laut geworden.
Nach Gefangenenaustauschen zeigt sich häufig, dass rückkehrende Ukrainer in Russland misshandelt worden sind. Evgeniy Maloletka/AP/dpa (Archivbild) -
18.21 Uhr
Nato verlangt von Rüstungsindustrie mehr Risikobereitschaft
Nato-Generalsekretär Mark Rutte fordert von der Rüstungsindustrie mehr Risikobereitschaft bei der Ausweitung von Produktionskapazitäten. «Gefährliche Zeiten verlangen mutiges Handeln», sagte er bei einem Treffen mit Vertretern der Rüstungsindustrie in der rumänischen Hauptstadt Bukarest.
Er wisse, dass Unternehmen auf ihre Aktionäre schauten und darauf warteten, dass Regierungen langfristige Verträge unterzeichneten. Er könne aber versichern, dass beim Thema Verteidigungsinvestitionen der politische Wille, das Geld und die Nachfrage da seien. «Lassen Sie sich nicht von der Angst vor zukünftigen Überkapazitäten davon abhalten, die realen Bedürfnisse von heute zu erfüllen», betonte der frühere niederländische Regierungschef. Er sei überzeugt, dass alles, was produziert werde, auch gekauft werde.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte bietet der europäischen Rüstungsindustrie einen Deal an. Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa (Archivbild)Konkret bot Rutte der Industrie zudem einen Deal an. Wenn diese die Liefermengen erhöhe, bestehende Produktionslinien erweitere und neu eröffne, verspreche er, dass die Nato alles tun werde, um die Beschaffung zu beschleunigen und Innovation weiter zu unterstützen. Zudem werde er weiterhin alles tun, um die Regierungen zu ermutigen, ihren Worten Taten folgen zu lassen und Verträge zu unterzeichnen.
Zum Hintergrund sagte Rutte bei dem Nato-Industry Forum, die Bedrohungen, mit denen man konfrontiert sei, seien real und dauerhaft. Die Gefahr, die von Russland ausgehe, werde selbst dann nicht enden, wenn der ungerechtfertigte Krieg des Landes gegen die Ukraine ende. «Russland wird auf absehbare Zeit eine destabilisierende Kraft in Europa und in der Welt bleiben», betonte er. Dabei arbeite es auch mit Ländern wie China, Nordkorea und dem Iran zusammen. Diese Länder bauten ihre verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit auf ein nie dagewesenes Niveau aus und bereiteten sich auf eine langfristige Konfrontation vor.
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14.08 Uhr
«Gefährlichste Zeiten seit dem Zweiten Weltkrieg»: Polen schickt alle Bürger zum Militär-Training
Polen sieht sich zunehmend von Russland bedroht und legt deshalb ein umfangreiches Programm zur freiwilligen militärischen Ausbildung seiner Bürger auf. Die Pilotphase des Projekts «In Bereitschaft» soll am 22. November beginnen, sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz in Warschau. Ziel sei es, im kommenden Jahr 400'000 Bürger zu schulen.
«Wir leben in den gefährlichsten Zeiten seit dem Zweiten Weltkrieg. Hinter unserer Grenze tobt ein Krieg, es gibt Sabotageakte in der Ostsee und Kämpfe im Cyberspace», sagte Kosiniak-Kamysz mit Blick auf das von Russland angegriffene Nachbarland Ukraine.
📲 Rusza program #wGotowości
— Wojska Obrony Cyberprzestrzeni (@CyberWojska) November 6, 2025
Wojska Obrony Cyberprzestrzeni, wspólnie z Centralnym Ośrodkiem Informatyki oraz Ministerstwem Cyfryzacji, opracowały nową usługę w aplikacji mObywatel. Usługa „Szkolenia obronne” umożliwia każdemu dorosłemu obywatelowi łatwe wyszukanie i zapisanie… pic.twitter.com/Owao3bDjQmDeshalb habe man das Programm ausgearbeitet. Es richte sich an «alle polnischen Bürger, die daran teilnehmen möchten» – von Kindern im Grundschulalter über Arbeitnehmer bis zu Senioren.
Das Programm besteht aus vier Modulen: Grundlagen zum Thema Sicherheit, Survival, Erste Hilfe und Cybersicherheit. Die Schulungen finden am Wochenende statt, jedes Modul dauert in der Regel einen Tag, wie das Ministerium für Digitalisierung auf X mitteilte. Über eine App kann jeder Bürger die Schulungen, die ihn interessieren, in der Nähe seines Wohnortes buchen.
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3.56 Uhr
Drohnensichtung: Flughafen Hannover 45 Minuten gesperrt
Wegen einer Drohne in der Nähe des Flughafens Hannover ist der Flugbetrieb dort am Abend vorübergehend eingestellt worden. Der Flughafen sei am Mittwoch von 22.00 Uhr bis 22.45 Uhr gesperrt gewesen, nachdem ein Flieger im Landeanflug eine Drohne gesichtet und gemeldet hatte, sagte ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur. Die Drohne flog nach ersten Erkenntnissen über ein nahe gelegenes Industriegebiet.
🚨 BREAKING: Minutes ago, traffic at 🇩🇪 Hannover airport had to be halted as a disruption was caused by the an unidentified drone sighting over the airport. Multiple flights were forced to hold and divert to nearby airports. Traffic seems to be resuming slowly. pic.twitter.com/3GaUcr3IPu
— OSINTGlobal (@KJ_X23) November 5, 2025Drei Flugzeuge wurden nach Angaben des Sprechers umgeleitet. Die restlichen konnten mit Verspätungen landen und starten. Eine der umgeleiteten Maschinen sollte nach dpa-Informationen aus Frankfurt nach Hannover fliegen und wurde nach Hamburg umgeleitet. Die Flughafen-Pressestelle war zunächst nicht für eine Auskunft erreichbar.
Erst am Sonntag war in der Nähe des Flughafens Bremen am Abend eine Drohne beobachtet worden. Der Flugbetrieb wurde daraufhin für eine knappe Stunde ausgesetzt. Am Freitagabend war der Berliner Flughafen BER rund zwei Stunden wegen einer Drohne gesperrt worden.
Immer wieder stören Drohnen unter anderem den Betrieb an den Flughäfen in Bremen und Hannover. Bis Ende August hatte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in diesem Jahr jeweils vier Behinderungen durch unbemannte Fluggeräte verzeichnet, wie aus einem Drohnen-Report hervorgeht.
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Donnerstag, 6. November 2025, 0.01 Uhr
Putin warnt vor «Dekolonisierung» Russlands
Kremlchef Wladimir Putin warnt vor Versuchen einer angeblichen «Dekolonisierung» Russlands. Die sei ein Teil des Informationskrieges gegen Russland, sagte er in Moskau bei einer Sitzung zur Nationalitätenpolitik. «Immer öfter ist von einer gewissen <Dekolonisierung> Russlands die Rede, die eigentlich eine Zerschlagung der Russischen Föderation ist», sagte er. «Man hat sogar den besonderen Begriff <Post-Russland> erdacht, also ein Territorium ohne Souveränität, aufgeteilt in kleine, dem Westen unterworfene Splitter.»
Wladimir Putin warnt vor Versuchen einer angeblichen «Dekolonisierung» Russlands. (5. November 2025) Bild: Keystone/EPA/Gavriil Grigorov/Sputnik Kremlin PoolPutin sprach von einer «Ideologie der aggressiven Russophobie», die sich gegen alle Völker des Landes richte, «denn ohne die Russen als Volk, die russische Ethnie, ohne diesen Faktor gibt es kein Russland». Seiner Einschätzung nach gelinge es den Gegnern aber nicht, ethnische Unruhe im Land zu schüren. In der Kolonialismus-Forschung gilt Russland als Imperium, das keine Kolonien in Übersee erobert hat, sondern sich durch Unterwerfung seiner Nachbarvölker ausgedehnt hat – in Osteuropa, Sibirien, im Kaukasus und in Zentralasien.
Seit der Niederschlagung des Unabhängigkeitsstrebens von Tschetschenien im Nordkaukasus gibt es in Russland keine separatistischen Bewegungen mehr. Politologen schliessen aber nicht aus, dass bei einer Niederlage im Ukraine-Krieg oder einem Sturz Putins nicht-russische Landesteile wie Tatarstan oder Jakutien von Moskau abfallen könnten. Die Äusserungen des Kremlchefs zeigen, dass er sich solcher Diskussionen bewusst ist.
Die Behörden sollten schnell auf jeden Fall ethnischer Konflikte reagieren, sagte Putin. Um das Bewusstsein für Russland als Vielvölkerreich zu stärken, führte er zwei Feiertage ein: Den Tag der kleinen indigenen Völker Russlands und den Tag der Sprachen der Russischen Föderation.
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23.18 Uhr
EU- und Nato-Kritiker wird Parlamentspräsident in Tschechien
Das neue Abgeordnetenhaus in Tschechien hat den entschiedenen EU- und Nato-Kritiker Tomio Okamura zum Parlamentspräsidenten gewählt. Der Gründer der ultrarechten Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) erhielt 107 Stimmen. Er schlug damit den christdemokratischen Gegenkandidaten Jan Bartosek, für den 81 Abgeordnete votierten.
Pikant ist, dass ein Gericht die Aufhebung der Immunität Okamuras beantragt hat, um gegen ihn ein Verfahren wegen Volksverhetzung eröffnen zu können. In dem Fall geht es um eine frühere Wahlkampagne mit mutmasslich rassistischen Inhalten. Auf Plakaten war ein blutüberströmter Schwarzer mit einem langen Messer neben der Forderung «Stopp dem Migrationspakt der EU» abgebildet.
Der tschechische SPD-Vorsitzende Tomio Okamura. (Archivbild) Bild: Keystone/Kamaryt Michal/CTKOkamura wurde von der rechtspopulistischen ANO des Wahlsiegers Andrej Babis und der Autofahrerpartei Motoristen unterstützt. Die drei Parteien verfügen über eine Mehrheit in der wichtigeren der beiden Parlamentskammern und wollen künftig gemeinsam regieren. Erforderlich ist dafür allerdings die Bereitschaft des liberalen Präsidenten und Ex-Nato-Generals Petr Pavel, die neue Regierung in dieser Form zu ernennen. Seine Entscheidung wird mit Spannung erwartet.
Gegen die Wahl Tomio Okamuras zum Parlamentspräsidenten stellte sich sein eigener Bruder. Der fünf Jahre ältere Hayato Okamura sitzt für die Christdemokraten im Abgeordnetenhaus. In einer emotionalen Rede sprach er von einer «ernsten Gefahr für die Sicherheit» des Landes. Der scheidende konservative Innenminister Vit Rakusan sprach von einer «internationalen Schande» für sein Land und warnte vor irreparablen Schäden. Im Wahlkampf hatte Okamura ein Referendum über den Austritt aus der Nato gefordert. Er drohte Ukrainern, die nicht arbeiten, mit dem Verlust des Aufenthaltstitels. Der 53-Jährige kam in Tokio als Sohn eines Japaners und einer Tschechin zur Welt, lebt aber seit seiner Kindheit in Europa.
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21.57 Uhr
Selenskyj: Mehr internationale Hilfe für Energienetz nötig
Die Ukraine braucht nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr internationale Hilfe zum Schutz ihrer Energieversorgung. Dies und mehr Flugabwehr seien «die wichtigsten Prioritäten angesichts der russischen Angriffe», sagte Selenskyj in Kiew in einer Videobotschaft.
«Tatsächlich sind unsere Energieversorger, Reparaturteams und der Zivilschutz täglich mit der Wiederherstellung vor Ort nach den Angriffen beschäftigt», sagte er. Ständig gebe es Treffer in den Frontgebieten Tschernihiw, Sumy, Charkiw, Donezk, Saporischschja, Cherson und Mykolayiw. So schnell wie die örtlichen ukrainischen Behörden handelten, sollte seiner Meinung auch die internationale Unterstützung organisiert werden.
Die russische Armee beschiesst vor dem Winter erneut systematisch Kraft- und Umspannwerke, um die Versorgung der ukrainischen Bevölkerung mit Strom, Heizung und Wasser zu zerstören. Für Donnerstag sind erneut gestaffelte Stromsperren im ganzen Land geplant, um das Netz zu stabilisieren, wie der Versorger Ukrenerho mitteilte. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen den von Russland begonnenen Angriffskrieg.
Russland greift wie in den vergangenen Jahren vor dem Winter verstärkt die Energieinfrastruktur der Ukraine an. (Archivbild) Bild: Keystone/AP/Yevhen Titov -
19.04 Uhr
Belgiens Verteidigungsminister: keine Amateur-Drohnen
Hinter den Drohnen über zwei Militärstützpunkten in Belgien und dem Brüsseler Flughafen stecken laut Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken keine Amateure. «Es ist klar, dass hier etwas Grösseres im Gange ist», sagte der Politiker der flämischen nationalistischen Partei N-VA der belgischen Nachrichtenagentur Belga zufolge im Verteidigungsausschuss der belgischen Abgeordnetenkammer. «Wir müssen schnell reagieren.»
Am Dienstagabend war der Flugbetrieb am Brüsseler Flughafen wegen Drohnensichtungen zweimal zum Erliegen gekommen. Heute Mittwoch wurden Belga zufolge 54 Flüge gestrichen. Auch der Flughafen von Lüttich war am Dienstagabend betroffen. Darüber hinaus wurden an einem Militärstützpunkt in der Wallonie sowie bei der von der Nato genutzten Militärbasis Kleine-Brogel in Flandern am Dienstagabend erneut Drohnen gesichtet. Unbestätigten Berichten zufolge ist der Luftwaffenstützpunkt einer der Orte in Europa, an denen US-Atomwaffen lagern. Schon am Wochenende wurden hier vermehrt Drohnen gemeldet.
Dutzende Flüge wurden gestrichen. Virginia Mayo/AP/dpaFrancken sagte, die hybride Bedrohung sei real und ernst und passe zu dem, was in anderen Ländern beobachtet werde. «Die Drohnenvorfälle sind zeitlich und räumlich koordiniert, sie sind absichtlich störend», so der Minister. «Es wurden keine klassischen Funkfrequenzen, sondern 4G- und 5G-Netze verwendet», erklärte er. «Es handelt sich um (halb-)professionelle Drohnen, die in Formation flogen – etwas, das nicht jeder einfach so kann. Verschiedene Hinweise deuten auf eine strukturierte Operation hin.»
Um die Bedrohung zu bekämpfen, müsse ein Luftraumüberwachungszentrum einsatzbereit werden. Zudem wolle er dem Ministerrat den schnellen Ankauf von Detektions- und Abwehrsystemen gegen Drohnen vorschlagen.
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18.43 Uhr
Putin lässt Zweckmässigkeit von Atomwaffentests prüfen
Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Regierung angewiesen, die Zweckmässigkeit möglicher Atomwaffentests zu prüfen. Bei einer Sitzung des Sicherheitsrates beauftragte er die Ministerien für Verteidigung und Äusseres, die Geheimdienste, aber auch die zivilen Ministerien, Informationen zu sammeln. Das geht aus der Mitschrift des Kremls von der Sitzung hervor. Diese Informationen sollten dann in Vorschläge für mögliche Vorbereitungen auf Atomwaffentests münden, sagte Putin.
Zugleich betonte der Kremlchef, dass Moskau sich immer an den Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen gehalten habe. Es werde sich auch weiter daran halten, solange andere Staaten keine Atomwaffen testen. «Wenn die USA oder andere Vertragsstaaten solche Versuche unternehmen, wird Russland seinerseits entsprechend antworten», sagte er. Kremlsprecher Dmitri Peskow erläuterte der Nachrichtenagentur Tass zufolge, dass es nicht um einen direkten Testbeginn gehe. Putin lasse die Zweckmässigkeit des Einstiegs in Vorbereitungen prüfen.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat angeordnet, die Zweckmässigkeit neuer Atomtests prüfen zu lassen. Bild: Keystone/EPA/Alexander Kazako/Kremlin PoolPutin hatte zuletzt die Drohungen mit dem russischen Atompotenzial verstärkt. Er sprach auch von neuartigen Waffen wie der atomgetriebenen Langstreckenrakete Burewestnik und dem atomgetriebenen Torpedo Poseidon. Die Angaben lösten im Ausland weniger Befürchtungen aus als frühere Drohungen des Kremls. Doch in den USA kündigte Präsident Donald Trump Atomwaffentests seines Landes an, ohne dies näher zu erläutern.
Generalstabschef Waleri Gerassimow und der Chef des Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Naryschkin, beklagten, dass die Regierung in Washington keine Auskunft über ihre Absichten gebe. Der Leiter des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, bat Putin um mehr Zeit, um diese genau zu ermitteln. Verteidigungsminister Andrej Beloussow argumentierte, die USA bauten ihr Angriffspotenzial aus, also müsse Russland unverzüglich mit «Vorbereitungen auf umfassende Atomversuche» beginnen.
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Mittwoch, 5. November 2025, 18.18 Uhr
Kreml: Ukraine verheimlicht Einkesslung im Donbass
Russland hat der Ukraine vorgeworfen, die Einkesselung von Kiews Truppen in den Städten Pokrowsk und Myrnohrad zu verheimlichen. Die Ukraine habe einen russischen Vorschlag, die Lage dort westlichen Journalisten zu zeigen, abgelehnt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. Dabei sei das Interesse gross. Das Aussenministerium in Kiew hatte Korrespondenten gewarnt vor dieser Reise. «Was wird in Kiew verheimlicht? Verschwiegen wird die desolate Situation ihrer Streitkräfte», sagte Peskow.
Das ukrainische Militär weist inzwischen fast täglich russische Darstellungen zu einer Einkreisung von Kiews Truppen zurück. Auch der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hatte über eine Operation seiner Spezialeinsatzkräfte berichtet, die den Fall von Pokrowsk aufhalten sollen. Die seit gut einem Jahr umkämpfte Bergbaustadt hatte einmal rund 60'000 Einwohner.
«Was wird in Kiew verheimlicht? Verschwiegen wird die desolate Situation ihrer Streitkräfte»: Kremlsprecher Dmitri Peskow Ulf Mauder/dpa (Archivbild)Die strategisch wichtige Stadt gilt als Symbol für den ukrainischen Widerstand gegen den seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg. Präsident Wolodymyr Selenskyj wird bereits vorgeworfen, einen Rückzug ähnlich wie bei den schon vorher verlorenen Städten wie Bachmut und Awdijiwka aus politischen Gründen zu lange hinauszuzögern. Erst im September hatte Selenskyj US-Präsident Donald Trump versichert, dass die Lage an der Front stabil sei. Kremlchef Wladimir Putin hatte die Führung in Kiew aufgefordert, im Sinne ihre Bürger und Soldaten zu entscheiden. Er hatte von Einkreisungen in Pokrowsk und Kupjansk im Gebiet Charkiw gesprochen.
Das russische Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, Moskaus Truppen in Pokrowsk würden die «Vernichtung der eingekreisten Gruppierungen der Streitkräfte der Ukraine fortsetzen». Angriffe Kiews würden abgewehrt. Den Angaben nach weiteten die russischen Truppen auch die Kontrolle in der Stadt Myrnohrad aus. Dort werde auch der Kreis um die eingekesselten ukrainischen Soldaten immer enger geschnürt.
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16.03 Uhr
Kiews Militär wirft Moskau gezielte Tötungen vor
Russische Truppen sollen nach ukrainischen Militärangaben bei einem Angriff mit ferngesteuerten Drohnen im Gebiet Charkiw im Osten des Landes gezielt zwei unbewaffnete Zivilisten getötet haben.
Eine Einheit der ukrainischen Streitkräfte veröffentlichte bei Facebook ein Video, auf dem zu sehen ist, wie zwei Menschen auf einer Strasse laufen – zuerst wird ein Mann, der eine weisse Fahne trägt und einen Hund an der Leine hat, von einer Drohne getötet, dann wird der zweite Mann, der sich bekreuzigt, von einem anderen Flugobjekt getroffen.
«Auf den veröffentlichten Bildern ist ein Kriegsverbrechen der Armee der Russischen Föderation fixiert», teilte das Militär mit. Der Angriff sei am Montag nahe dem russisch kontrollierten Dorf Kruhljakiwka im Gebiet Charkiw erfolgt. Die Echtheit des Videos war von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Tags zuvor hatten russische Medien Videos der gleichen Szene als angeblichen Beleg für die Tötung der Zivilisten durch ukrainische Drohnenpiloten veröffentlicht. Der Vorfall mit anderer Erzählung soll dabei weiter nördlich bei dem Ort Petropawliwka geschehen sein. Die beiden Männer sind demnach in Richtung der russischen Truppen gegangen.
Nach den Angaben der ukrainischen Seite sollen die Russen selbst die Aufnahmen des Angriffs gemacht haben, um die Bilder für propagandistische Zwecke zu verwenden und den Streitkräften der Ukraine die Schuld daran zu geben. Es handele sich aber um einen neuen Beweis für den russischen Terror, hiess es.
Kampfdrohne vermutlich vom Typ Shahed 136 (Schahed 136) iranischer Bauart. Diese Drohnen nutzt Russland oft für den Beschuss von Zielen in der Ukraine. (Archivbild) sda/Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa -
14.17 Uhr
Seoul: Weitere Truppen-Mobilisierung von Nordkorea nach Russland
Nordkorea soll laut Angaben des südkoreanischen Geheimdiensts (NIS) weitere Truppen nach Russland mobilisiert haben.
So sollen seit September rund 5000 Militäreinheiten für Aufbauarbeiten sowie weitere 1000 Pioniere für Minenräumarbeiten nach Russland verlegt worden sein, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen parlamentarischen Geheimdienstausschluss berichtete.
Ebenfalls gab der NIS an, dass sich knapp 10'000 nordkoreanische Soldaten nahe der russisch-ukrainischen Grenze aufhielten. Dort seien sie mit Wachaufgaben betreut.
Vergangenes Jahr war Nordkorea eine für das Land beispiellose Militärkooperation mit Russland eingegangen. So soll Pjöngjang laut einer Schätzung des südkoreanischen Geheimdiensts rund 15'000 Soldaten zur russischen Unterstützung im Ukraine-Krieg entsandt haben. Ebenfalls hat Nordkorea Russland flächendeckend mit Munition und Artillerie beliefert.
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09.07 Uhr
Selenskyj dementiert russische Erfolge bei Pokrowsk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Berichte über russische Erfolge im Osten des Landes zurückgewiesen. «In Pokrowsk hat der Feind in den vergangenen Tagen keine Fortschritte erzielt», sagte er in Kyjiw.
Rund ein Drittel der Gefechte entlang der Frontlinie finde derzeit in diesem Abschnitt des Donezker Gebiets statt. «Unsere Soldaten kämpfen dort unter äusserst schwierigen Bedingungen», betonte Selenskyj. Bei Dobropillja liege die Initiative weiterhin auf ukrainischer Seite, während sich die Lage in Lyman, Kramatorsk und Kostjantyniwka kaum verändert habe.
Die Stadt Pokrowsk ist seit Monaten umkämpft und schwer zerstört. (Archivbild) Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade/AP/dpaIn der Region Charkiw seien in der Stadt Kupjansk nach Angaben Selenskyjs nur noch etwa 60 russische Soldaten verblieben, wie die DPA schreibt. «Wir werden das Gebiet vollständig säubern», kündigte er an. Die Operation habe bereits eine festgelegte Frist.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte wiederholt behauptet, ukrainische Truppen in Pokrowsk und Kupjansk einzukesseln. Kyjiw bestreitet das, räumt aber eine schwierige Lage um Pokrowsk ein. Ukrainische Soldaten vor Ort bestätigten, die Bergarbeiterstadt sei «kaum zu halten».
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4.20 Uhr
Drohnenangriffe auf Regionen in ganz Russland
Mehrere Regionen in ganz Russland werden in der Nacht von ukrainischen Drohnen angegriffen, wie der «Kyiv Independent» berichtet. Im russischen Gebiet Wolgograd wurde ein Umspannwerk durch herabfallende Drohnenteile beschädigt, wie Gouverneur Andrej Botscharow mitteilt. Die unabhängige Nachrichtenagentur Astra meldet Explosionen in der russischen Stadt Lipezk, während in der Stadt gleichzeitig Luftschutzsirenen ertönen.
Explosionen in einem russischen Munitionsdepot auf der russisch-besetzten Krim-Halbinsel. (Archivbild) Bild: Keystone/Viktor Korotayev/Kommersant Publishing House via APDie russische Stadt Kstowo in der Oblast Nischni Nowgorod wurde von Explosionen erschüttert, zeitgleich mit ähnlichen Explosionen in anderen Teilen Russlands, berichtet das Nachrichtenportal unter Berufung auf Anwohner. In Kstowo sei dabei eine Ölraffinerie in Brand geraten.
⚡️Explosions rock ammunition facility in occupied Luhansk Oblast, sites across Russia.
⚡️Explosions rock ammunition facility in occupied Luhansk Oblast, sites across Russia. Explosions rocked a Russian ammunition facility in occupied Luhansk Oblast and several regions across Russia, media reported overnight on Nov. 4.
— The Kyiv Independent (@kyivindependent.com) November 4, 2025 at 12:49 AM
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Dienstag, 4. November 2025, 3.10 Uhr
Neue EU-Analyse sieht Reformtempo der Ukraine kritisch
Die Ukraine muss nach Angaben eines EU-Berichts für die Aufnahme in den Staatenbund ihr Reformtempo erhöhen. Zu diesem Ergebnis kam nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Analyse, die die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas und Erweiterungskommissarin Marta Kos an diesem Dienstag in Brüssel vorstellen wollen. In dem Text heisst es, die Ukraine habe im vergangenen Jahr trotz ihrer äusserst schwierigen Lage wegen des russischen Angriffskriegs ein bemerkenswertes Engagement im EU-Beitrittsprozess gezeigt. Jüngste negative Entwicklungen müssten allerdings entschieden rückgängig gemacht werden – so etwa der zunehmende Druck auf Antikorruptionsbehörden und die Zivilgesellschaft.
Die Erweiterungskommissarin Marta Kos (l.) und die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas (r.) wollen an diesem Dienstag in Brüssel ihre Analyse zum Reformtempo in der Ukraine vorstellen. (Archivbild) Bild: Keystone/EPA/Oliver Hoslet -
10.39 Uhr
Toter und Verletzte nach russischem Angriff auf Sumy
Bei neuen russischen Drohnenangriffen ist in der Region Sumy im Nordosten der Ukraine mindestens ein Mensch getötet worden. Einsatzkräfte zogen die Leiche aus den Trümmern eines Hauses, drei Verletzte wurden lebend geborgen, wie die Gebietsverwaltung mitteilte. Die Region ist immer wieder Ziel russischer Angriffe.
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8.35 Uhr
Ukraine greift erneut Ölraffinerie in Saratow an
Die Ukraine hat erneut die russische Industriestadt Saratow an der Wolga mit Drohnen beschossen. Dabei soll eine bereits zuvor angegriffene Ölraffinerie getroffen worden sei, wie in sozialen Netzwerken berichtet wurde. Veröffentlicht wurden auch Videos von einer Explosion.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte zwar die Attacken in Saratow. Offizielle Angaben zur Ölraffinerie gab es aber nicht. Auch die russische Luftfahrtbehörde meldete, dass die Arbeit des Flughafens in Saratow wegen Luftalarms mehr als sechs Stunden eingeschränkt war.
Ukrainische Drohnen trafen die Raffinerie in Saratow schwer. pic.twitter.com/osE2bNrZFF
— Andy Schneider (@AndySch64494719) August 10, 2025Das für die Produktion von Treibstoffen wichtige Werk in Saratow war bereits im September Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Laut Verteidigungsministerium in Moskau wurden in der Nacht zum Montag insgesamt 67 ukrainische Drohnen über russischen Zielen abgeschossen. Zu Schäden machte das Ministerium wie immer keine Angaben.
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Montag, 3. November 2025, 5.16 Uhr
Kiew: Öltanker-Brand mit «langfristige Konsequenzen» für Moskau
Der Brand eines russischen Öltankers in der Region Krasnodar wird nach Einschätzung der ukrainischen Marine «langfristige Konsequenzen» für Russland haben, zitiert die ukrainische Online-Zeitung Kyiv Independent ein TV-Statement von Marine-Sprecher Dmytro Pletenchuk. «Dieser Fall ist wichtig und wird weitreichende Folgen haben, denn er wird nicht nur die technologischen Wertschöpfungsketten der Schifffahrt direkt schädigen, sondern auch Reaktionen unter den Seeleuten hervorrufen, also bei den Unternehmen, die dort direkt betankt werden», so die Analyse von Pletenchuk. «Dies erhöht auch die Versicherungsprämien. Und im Prinzip wird dies viele davon abhalten, diese Häfen anzulaufen». Der Brand sei durch ukrainische Drohnen ausgelöst worden.
⚡️Update: Ukraine's strike on Russia's Tuapse oil terminal to have 'long-term consequences,' military official says. In addition to direct damage, companies that refuel at the terminal will seek alternatives and insurance premiums will rise, Navy spokesperson Dmytro Pletenchuk said.
— The Kyiv Independent (@kyivindependent.com) November 2, 2025 at 9:03 PM
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23.52 Uhr
Erneut Drohnen über von Nato genutzter Basis in Belgien
Über der belgischen und von der Nato genutzten Militärbasis Kleine-Brogel sind am Wochenende mehrfach Drohnen gesichtet worden. Zuletzt entdeckten Militär und Polizei am Abend vier Drohnen, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den örtlichen Bürgermeister, Steven Matheï, berichtet. Ein Polizeihelikopter verfolgte sie demnach, doch nach einiger Zeit verschwanden sie nördlich in Richtung der Niederlande.
Schon zuvor war es mehrfach zu Drohnensichtungen an dem Militärstützpunkt gekommen. In der Nacht zum Sonntag etwa hätten «grössere Modelle in grösserer Höhe» den Militärstützpunkt nicht einfach überflogen, sondern seien gezielt auf diesen ausgerichtet gewesen, schrieb Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken auf der Plattform X. Ein Störsender sei erfolglos eingesetzt worden, so Francken weiter. «Ein Helikopterund Polizeifahrzeuge verfolgten eine Drohne, verloren sie jedoch nach mehreren Kilometern.» Die Ermittlungen liefen.
Afgelopen nacht drie meldingen van drones boven Kleine Brogel, groter type op grotere hoogte. Geen gewone overvlucht maar duidelijke opdracht met Kleine Brogel als onderwerp.
— Theo Francken (@FranckenTheo) November 2, 2025
Dronegunjammer afgevuurd, bleek niet effectief (afstand? radiofrequentie?). Politieheli en -combi’s…Man werde sich kommende Woche mit der Polizei treffen, um die Bedrohung zu analysieren sowie die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um die Drohnenpiloten zu finden und festzunehmen, schrieb Francken nach vorangegangenen Sichtungen am Samstag.
Die Nato verwies auf Anfrage zu den Drohnensichtungen an die belgischen Behörden. Der Militärstützpunkt im flämischen Kleine-Brogel war im Oktober Teil des jährlichen Nato-Manövers zur Verteidigung des Bündnisgebiets mit Atomwaffen mit etwa 2000 Militärs. Unbestätigten Berichten zufolge ist der Luftwaffenstützpunkt einer der Orte in Europa, an dem US-Atomwaffen lagern. Auch über dem Flughafen Antwerpen wurde am Samstagabend eine Drohne gesichtet, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Polizei berichtet.
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23.27 Uhr
Sprunghafter Anstieg von Gesuchen von 18- bis 22-jährigen Ukrainern
Seit Anfang September sind in der Schweiz die Anträge auf einen Schutzstatus S von 18- bis 22-jährigen Ukrainern sprunghaft angestiegen. Rund 1000 Ukrainer dieser Altersgruppe stellten ein Gesuch. Verantwortlich dafür dürfte die Aufhebung eines Ausreiseverbots durch die Ukraine sein. Dies berichtet die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf entsprechende Daten des Staatssekretariats für Migration (SEM). Wie das SEM auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte, stiegen wenige Tage nach dem Inkrafttreten der neuen Ausreisebestimmungen für 18- bis 22-jährige Männer vom August europaweit die Schutzanträge dieser Personen an. Die Schweiz sei davon auch betroffen.
Ab Anfang September erhöhte sich die Zahl dieser Gesuche markant. Waren es Ende August (Woche 35) noch 3 Gesuche gewesen, stieg die Zahl in den folgenden Wochen auf 33, 77 und dann stetig bis zum (vorläufigen) Höchststand von 185 Mitte Oktober. Damals wurde ein Drittel aller Gesuche von 18- bis 22-jährigen Ukrainern gestellt. Der ab September in der Schweiz registrierte Anstieg der Anträge für den Schutzstatus S sei im Wesentlichen auf eine Zunahme der Anträge von Personen aus dieser Gruppe zurückzuführen, stellt das SEM fest. Diese machten aktuell rund 30 Prozent aller S-Anträge aus.
Im September sind die Anträge auf einen Schutzstatus S von 18- bis 22-jährigen Ukrainern sprunghaft angestiegen. Keystone/Michael Buholzer (Archivbild)In den letzten Wochen zeichnet sich laut dem SEM allerdings eine Stabilisierung ab. Mit Verweis auf eine rückläufige Anzahl von Eintritten in die Bundesasylzentren und einer rückläufigen Anzahl von Anträgen stellt das SEM fest, dass sich «seit ein paar Tagen» die Anzeichen mehrten, dass der Höhepunkt der S-Anträge von Personen aus dieser Gruppe überschritten sei.
Laut SEM ist keine generelle Aussage zu den Gründen möglich. Es könne aber festgehalten werden, dass diese Männer in der Ukraine nicht unmittelbar vor einer Einberufung in die Armee stünden, da das Mobilisierungsalter in der Ukraine aktuell bei 25 Jahren liege. Laut «SonntagsZeitung» haben rund 100'000 Ukrainer aus der Altersgruppe (18 bis 22 Jahre) in den letzten zwei Monaten die Grenze zu Polen überschritten. In Deutschland stieg die Zahl der monatlichen Neuankömmlinge gemäss Innenministerium auf 1800. Das SEM wollte sich nicht zur Situation in anderen Ländern äussern.
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22.36 Uhr
Kiews Langstreckendrohnen setzen Russlands Energie-Infrastruktur zu
Immer öfter treffen ukrainische Langstreckendrohnen aus Eigenentwicklung Raffinerien und andere Ziele weit im russischen Landesinneren. Experten zufolge gibt es in einigen Regionen bereits Engpässe bei der Versorgung mit Treibstoff.
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19.19 Uhr
Grossflächige Stromausfälle nach russischen Angriffen
Nach russischen Angriffen auf das ukrainische Stromnetz waren mehrere Regionen des Landes von Stromausfällen betroffen. Das ukrainische Energieministerium teilte mit, die Region Donezk sowie Teile der Regionen Saporischja, Charkiw und Tschernihiw hätten keinen Strom.
Bei einem Drohnenangriff in der südwestukrainischen Region Odessa kamen nach Angaben des Rettungsdiensts mindestens zwei Menschen ums Leben. Die Drohne habe in der Nacht zum Sonntag einen Parkplatz angegriffen.
Russland greift derzeit kurz vor dem Winter in dem Angriffskrieg gegen die Ukraine wiederholt ukrainische Energieinfrastruktur an.
Die Energieinfrastruktur in der Ukraine wird immer wieder massiv von Russland angegriffen. -/Ukrinform/dpa (Archivbild) -
18.04 Uhr
Selenskyj: Deutschland hilft Ukraine bei Patriots
Die Ukraine hat nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ihren Patriot-Schutzschirm gegen russische Luftangriffe mit deutscher Hilfe ausgebaut. «Ich danke Deutschland und persönlich Bundeskanzler Friedrich Merz für diesen gemeinsamen Schritt zum Schutz von Menschenleben vor dem russischen Terror», erklärte Selenskyj auf Facebook und auf der Plattform X. Details zu dem deutschen Beitrag zu den Flugabwehrsystemen nannte er nicht. «Wir haben diese Verstärkung der Luftabwehr seit einiger Zeit vorbereitet, und nun sind die getroffenen Vereinbarungen umgesetzt.»
Die Ukraine verfügte bislang nur über wenige Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot, die vor allem aus Deutschland oder mit deutscher Hilfe geliefert wurden. Sie haben sich als wirkungsvollster Schutz gegen russische ballistische Raketen erwiesen. Insgesamt sollten Medienberichten zufolge im Oktober zehn Patriot-Batterien in der Ukraine gewesen sein.
Die Ukraine ist dringend auf westliche Flugabwehrsysteme beim Schutz ihrer Städte vor russischen Angriffen angewiesen. Nach Selenskyjs Worten arbeitet die Ukraine mit ihren Unterstützern weiter am Aufbau eines zuverlässigen Luftabwehrsystems. «Die Verhandlungen über weitere gemeinsame Schritte zur Stärkung der Luftabwehr werden sowohl auf Regierungsebene als auch direkt mit den Herstellern der erforderlichen Systeme fortgesetzt.» Er kündigte «weitere Ergebnisse» an.
Wir haben die „Patriot“-Komponente unserer ukrainischen Luftverteidigung verstärkt. Ich danke Deutschland und persönlich @bundeskanzler Friedrich Merz für diesen gemeinsamen Schritt zum Schutz von Menschenleben vor dem russischen Terror. Eine Zeit lang haben wir diese Verstärkung…
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) November 2, 2025 -
15.53 Uhr
Russen rücken in Pokrowsk weiter vor
Russische Truppen sind bei schweren Kämpfen um die ostukrainische Stadt Pokrowsk weiter in das Stadtinnere vorgerückt. Das berichtete der regierungsnahe ukrainische Militärkanal Deep State auf Telegram, ohne weitere Details zu nennen. Zuvor hatte der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj darauf verwiesen, dass die Operation zur Vertreibung der russischen Einheiten aus der Stadt fortgesetzt werde.
Mehrere hundert russische Soldaten waren in den vergangenen Tagen durch die ukrainischen Linien rund um die Stadt gesickert und hatten sich im Zentrum von Pokrowsk festgesetzt. Russische Truppen stürmen seit mehr als einem Jahr mit hohen Verlusten gegen die Bergbaustadt Pokrowsk im Donbass an, die vor dem Krieg etwa 60'000 Einwohner hatte. Den ukrainischen Truppen in Pokrowsk und der Nachbarstadt Myrnohrad droht die Einkesselung.
Mit Spezialkräften hinter den russischen Linien versucht die Ukraine angeblich, den Fall von Pokrowsk aufzuhalten. Ein Kommandotrupp sei mit dem Helikopter abgesetzt worden und solle die Nachschublinien nach Pokrowsk und Myrnohrad freikämpfen, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen im Militärgeheimdienst HUR. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau behauptete, die ukrainischen Spezialkräfte seien «vernichtet» worden. Unabhängige Berichte zu den Vorgängen waren nicht möglich.
Die Stadt Pokrowsk ist seit Monaten schwer umkämpft. (Archivbild) Bild: Keystone/AP/Michael Shtekel -
14.48 Uhr
Kreml verabschiedet sich von baldigem Treffen zwischen Trump und Putin
Nach den USA rückt auch Russland öffentlich von einem raschen Treffen der Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin zum Ukraine-Krieg ab. Ein schnell organisierter Gipfel sei derzeit nicht nötig, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass in Moskau. «Gegenwärtig nötig ist eine sehr sorgfältige Arbeit an Details einer Regelung», sagte Peskow.
Trump hatte nach einem Telefonat mit Putin Mitte Oktober von einem Treffen in der ungarischen Hauptstadt Budapest binnen zwei Wochen gesprochen, um über ein Ende des Krieges zu reden. Allerdings kamen die Amerikaner in den nachfolgenden Kontakten mit Moskau wohl zu dem Schluss, dass die Russen nicht von ihren Maximalforderungen gegen die Ukraine abrücken. So verschob Trump den Gipfel auf unbestimmte Zeit und verhängte erstmals scharfe Sanktionen gegen zwei russische Ölkonzerne.
Peskow hielt mit seinen Worten an der Moskauer Linie fest: Russland lehnt alle Forderungen der USA, der Europäer und auch der Ukraine nach einer Waffenruhe ab, um danach über eine Lösung aller Konfliktfragen zu verhandeln. Der Kreml besteht darauf, dass erst eine politische Vereinbarung ausgehandelt sein muss, bevor die Kämpfe enden.
«Gegenwärtig nötig ist eine sehr sorgfältige Arbeit an Details einer Regelung»: Kremlsprecher Dmitri Peskow. Alexei Nikolsky/AP/dpa (Archivbild) -
13.25 Uhr
Selenskyj: Tausende Drohnen und Bomben in einer Woche
Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge hat Russland allein in dieser Woche fast 1500 Kampfdrohnen, 1170 Lenkbomben und mehr als 70 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt. «Es gab Treffer auf ganz normale Wohnhäuser und zivile Infrastruktur genauso wie zahllose Terrorangriffe, die auf den Energiesektor zielten», schrieb Selenskyj im sozialen Netzwerk X.
Moskau wolle den Menschen in der Ukraine schaden. Die Kiewer Regierung arbeite daran, die Energieversorgung für den Winter zu sichern. Selenskyj dankte allen ausländischen Partnern, die Hilfe beim Schutz für das Energiesystem leisteten.
Almost every night, Russia strikes our people with various types of weapons. Since yesterday’s evening, there have been attacks on our communities – strikes on the Dnipro, Zaporizhzhia, Kharkiv, Chernihiv, and Odesa regions. Unfortunately, there are killed and wounded. My… pic.twitter.com/0Hy6pbEqj1
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) November 2, 2025 -
Sonntag, 2. November 2025, 8.52 Uhr
Ukrainische Drohnen verursachen Feuer auf Öltanker
Durch einen ukrainischen Drohnenangriff ist auf einem Öltanker im russischen Hafen Tuapse am Schwarzen Meer ein Brand ausgebrochen. Die Besatzung sei vom Schiff gebracht worden, teilte der Zivilschutzstab der südrussischen Region Krasnodar mit. Auch das Terminal zur Ölverladung sei durch den Angriff beschädigt worden.
Telegramkanäle verbreiteten Fotos, die auf drei Brände im Hafen hindeuten. An der russischen Schwarzmeerküste sind Noworossijsk und Tuapse die wichtigsten Häfen für den Ölexport. Die ukrainischen Streitkräfte greifen seit Monaten die zur Finanzierung des Krieges wichtige Ölindustrie Russlands an. Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als dreieinhalb Jahren mit Krieg.
Ukrainische Drohnen haben einen Öltanker in Brand gesetzt. BlueskyUkrainische Drohnenangriffe wurden auch aus anderen Teilen Russlands gemeldet. Im Gebiet Rostow im Süden gab es nach Behördenangaben zwei Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien 164 ukrainische Drohnen abgewehrt worden – das lässt auf einen grossen ukrainischen Angriff schliessen.
In der Ukraine wurden durch einen russischen Drohnenangriff im Gebiet Dnipropetrowsk vier Menschen getötet, darunter zwei Kinder, wie Gouverneur Wladyslaw Hajwanenko auf Telegram mitteilte. Einschläge gab es auch im Gebiet Saporischschja im Süden sowie Tschernihiw im Norden.
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16.58 Uhr
Selenskyj: Ukrainer erhalten Gratisfahrten mit der Eisenbahn
Vor dem Winter hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Ukrainern neue Hilfen in Aussicht gestellt - darunter Freikilometer mit der Eisenbahn. «Dreitausend Kilometer, damit jeder kostenlos innerhalb der Ukraine Eisenbahnstrecken wählen kann: Lwiw-Kiew, Kiew-Dnipro und jede andere», sagte der Staatschef in seiner Videobotschaft.
Meeting with Prime Minister of Ukraine Yuliia Svyrydenko and Minister of Social Policy Denys Uliutin.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) November 1, 2025
I instructed the Government to develop and present a package of programs to support our people this winter – the Winter Support. The package will include direct financial… pic.twitter.com/7bmja45sdGProgrammdetails würden noch ausgearbeitet, sagte er weiter. Die ukrainische Eisenbahn solle damit den ukrainischen Bürgern zeigen, dass die für das Staatsunternehmen verwendeten Haushaltsgelder wirklich der Gesellschaft dienten. Die von Selenskyj genannte Kilometermenge reicht zum Beispiel für zwei Fahrten zwischen der frontnahen Industriestadt Saporischschja und der Grossstadt Uschhorod an der slowakischen Grenze.
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Samstag, 01.11.2025, 14.42 Uhr
Ukrainisches Kommando hinter feindlichen Linien bei Pokrowsk
Mit Spezialkräften hinter den russischen Linien versucht die Ukraine angeblich, den Fall der bedrängten Stadt Pokrowsk im Osten aufzuhalten. Ein Kommandotrupp sei mit dem Helikopter abgesetzt worden und solle die Nachschublinien nach Pokrowsk und Myrnohrad freikämpfen. Das berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen im Militärgeheimdienst HUR. Geheimdienstchef Kyrylo Budanow sei selbst an der Front, um die Aktion zu befehligen, meldete der Rundfunksender Suspilne.
Geheimdienstchef Kyrylo Budanow. Bild: IMAGO/SOPA ImagesDas russische Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte in seinem Lagebericht den Angriff der Ukrainer. Die Aktion sei aber vereitelt worden. «Alle elf Personen, die von dem Helikopter abgesetzt wurden, wurden vernichtet», hiess es. Dies wiederum wurde von Quellen im HUR in Kiew dementiert. Der Einsatz gehe weiter. Mehreren Medien wurde ein Video der Landung zugespielt, das aber keine klaren Rückschlüsse auf die Lage zulässt.
Die Stadt Pokrowsk ist seit Monaten umkämpft und schwer zerstört. (Archivbild) Bild: Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade/AP/dpa -
22.08 Uhr
Mehrere Tote bei Minenexplosion in der Ukraine
Im nordukrainischen Gebiet Schytomyr westlich von Kiew sind bei einer Minenexplosion in einem Wald mindestens fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Ein Fahrzeug sei in der Grenzregion in einem verminten Gebiet auf einen Sprengsatz geraten, der dann detonierte, teilte die Polizei bei Facebook mit. Fünf Männer im Alter zwischen 19 und 65 Jahren seien dabei getötet, zwei weitere verletzt worden.
Laut Polizei wollten die Zivilisten Holz fällen unweit der Staatsgrenze zu Belarus, von wo aus zu Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 auch Moskaus Truppen einfielen. Belarus steht im Krieg gegen die Ukraine fest an der Seite Russlands . Weil die Ukraine neue Angriffe auch von dort befürchtet, sind in dem Grenzgebiet Minen verlegt.
Ein Warnschild in der Ukraine mit der Aufschrift «Stop! Minen» Bild: Ukrinform/dpa/Symbolbild -
17.45 Uhr
Selenskyj: Russland stationiert 170'000 Soldaten für Angriff auf Pokrowsk
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj rund 170'000 Soldaten in der ostukrainischen Region Donezk stationiert. Ziel der Truppen sei die Einnahme der umkämpften Stadt Pokrowsk, sagte Selenskyj.
«Die Lage in Pokrowsk ist schwierig», sagte der Präsident. Er wies russische Angaben zurück, die verwüstete Stadt sei nach über einem Jahr schwerer Gefechte eingekesselt. Selenskyj räumte ein, dass einige russische Einheiten in die Stadt eingedrungen seien, betonte aber, dass die ukrainischen Verteidiger sie zurückdrängten. «Es gibt Russen in Pokrowsk», sagte Selenskyj auf einer Medienkonferenz in Kiew. Sie würden nach und nach zurückgeschlagen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj räumt die schwierige Lage in Pokrowsk ein. Kay Nietfeld/dpa (Archivbild) -
16.49 Uhr
Russischer Aufklärer über Ostsee gestoppt – dritter Vorfall in einer Woche
Zum dritten Mal innerhalb dieser Woche haben Kampfjets der polnischen Luftwaffe ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Die Maschine vom Typ Iljuschin IL-20 sei am Vormittag von zwei polnischen Kampfjets vom Typ MiG-29 eskortiert worden. Das teilte das Oberkommando der polnischen Streitkräfte auf der Plattform X mit. Dazu postete es eine Aufnahme von der Maschine über dem Meer.
In der Mitteilung hiess es weiter, der russische Aufklärer sei in internationalen Luftraum ohne Flugplan und mit ausgeschaltetem Transponder unterwegs gewesen. Die IL-20 sei damit ein Sicherheitsrisiko für den Flugverkehr in der Region gewesen. «Die polnischen Piloten haben das fremde Flugzeug abgefangen und identifiziert, dann wurde es gemäss dem Nato-Verfahren eskortiert.» Der Luftraum über Polen wurde demnach nicht verletzt.
Es ist bereits der dritte derartige Vorfall in dieser Woche. Erst am Donnerstag war nach Angaben des polnischen Oberkommandos eine russische Militärmaschine vom Typ IL-20 in der Nähe von Polens Ostseeküste von zwei Kampfjets abgefangen worden. Auch diese Maschine flog im internationalen Luftraum ohne Flugplan, ihr Transponder war ausgeschaltet. Am Dienstag hatte sich der erste Vorfall ereignet.
«Die polnische Armee bleibt in voller Kampfbereitschaft und reagiert effizient auf alle provokativen Aktionen Russlands», betonte das Oberkommando. Man agiere dabei in enger Zusammenarbeit mit den Nato-Partnern.
Trzecia w tym tygodniu misja przechwycenia rosyjskiego samolotu nad Bałtykiem❗️
— Dowództwo Operacyjne RSZ (@DowOperSZ) October 31, 2025
Dziś, 31 października przed godziną 9.00, para dyżurna samolotów MiG-29 🇵🇱 kolejny raz została poderwana w celu przechwycenia samolotu rozpoznawczego Federacji Rosyjskiej 🇷🇺 Ił-20 wykonującego lot… pic.twitter.com/brM5GwreFO -
16.36 Uhr
Ukrainischer Geheimdienstchef: 160 russische Ölanlagen angegriffen
Die Ukraine hat nach Angaben von Geheimdienstchef Wassyl Maljuk seit Jahresbeginn etwa 160 Raffinerien, Pumpstationen und andere Anlagen der russischen Ölindustrie angegriffen. Im September und Oktober seien es 20 Anlagen gewesen.
Das sagte der Leiter des Geheimdienstes SBU in Kiew. «Darunter sind sechs Ölraffinerien, zwei Ölterminals, drei Öldepots und neun Ölpumpstationen», wurde Maljuk von der Nachrichtenagentur Interfax Ukraina zitiert.
Russland setzt zum Schutz vor ukrainischen Drohnenangriffen auf Ölraffinerien und andere wichtige Objekte der Energieinfrastruktur nun auch Reservisten ein. Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa (Archivbild)Seinen Schätzungen nach fehlt dem russischen Markt etwa ein Fünftel an Ölprodukten. Die Kapazitäten der Ölverarbeitung seien um 37 Prozent gesenkt. Auch Berechnungen von Experten der Ölbranche kommen zu etwa solchen Grössenordnungen. Die Ukraine ziele auf die russische Ölwirtschaft, weil diese den Löwenanteil des russischen Verteidigungsetats finanziere, sagte Maljuk.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte unterdessen, weitere 340 Tanker der sogenannten Schattenflotte mit Sanktionen zu belegen. Die Schiffe werden benutzt, um russisches Öl unter Umgehung bestehender Einschränkungen zu exportieren. Selenskyj schätzte, dass Russland insgesamt über 1500 solcher Schiffe unter verschiedenen Flaggen verfügen könne.
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Freitag, 31. Oktober, 09.23 Uhr
Ukrainische Drohnen treffen Heizkraftwerk in Russland
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat nach russischen Behördenangaben das Heizkraftwerk der Stadt Orjol beschädigt. Der Gouverneur der Region, Andrej Klytschkow, sprach auf Telegram davon, dass Teile einer abgefangenen Drohne auf die Anlage gestürzt seien.
Die Folgen waren seinen Angaben nach Stromausfälle und Probleme mit der Fernwärme in einigen Teilen der Stadt etwa 400 Kilometer südwestlich von Moskau.
Ukraine’s long-range drones hit deep inside Russia overnight, striking energy and fuel infrastructure across several regions
— NEXTA (@nexta_tv) October 31, 2025
Moscow’s air defenses lit up the sky, but many targets were hit regardless — and the panic among locals says it all.
Key locations:
• Orel — locals… pic.twitter.com/MuJzzqAnwWDer russische Telegramkanal Astra berichtete zudem von ukrainischen Angriffen auf ein Umspannwerk in der Stadt Wladimir und eine Raffinerie bei Jaroslawl an der Wolga. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht seien 130 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgefangen worden. Solche Militärangaben sind nicht im Detail überprüfbar, sie lassen aber Rückschlüsse auf das Ausmass der Angriffe zu.
Russische Luftangriffe der Nacht trafen vor allem die nordukrainische Stadt Sumy, die nach örtlichen Angaben in einer Stunde von zehn Kampfdrohnen attackiert wurde. Ein Wohnhaus und andere zivile Objekte seien getroffen worden, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow auf Telegram mit. Er berichtete von mindestens zwei Verletzten. In den Gebieten Sumy und Charkiw wurden Depots der ukrainischen Eisenbahn getroffen. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen eine russische Invasion.
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17.20 Uhr
Ukrainischer Armeechef Syrskyj besucht Ostfront und widerspricht russischen Angaben
Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hat russischen Angaben über eine Einkesselung der bedrängten Stadt Pokrowsk im Donbass widersprochen. Der General besuchte nach eigenen Angaben den Frontabschnitt im Osten und sprach mit den Kommandeuren der dort eingesetzten Truppen.
Nach mehr als einem Jahr andauernder Angriffe sind russische Soldaten mittlerweile von Süden in die Bergbaustadt Pokrowsk eingedrungen; gefährdet ist auch die Nachbarstadt Myrnohrad.
«Die Situation ist komplex, aber die Behauptungen der russischen Propaganda, dass die Verteidigungskräfte der Ukraine in Pokrowsk (...) «blockiert» seien, entsprechen nicht der Realität», schrieb Syrskyj auf Facebook.
Generalstabschef Waleri Gerassimow hatte bei einer Sitzung unter Leitung von von Kremlchef Wladimir Putin gesagt, die ukrainischen Truppen in Pokrowsk seien abgeschnitten. Putin bot am Mittwoch an, ausländische Presse in den Kessel zu lassen, damit sie sich ein Bild der Lage macht. Militärbeobachter auf ukrainischer wie russischer Seite verzeichnen aber noch keine Umzingelung.
«Wir arbeiten daran, die Verteidigungsfähigkeit im Raum Pokrowsk zu stärken», schrieb Syrskyj. Er erteilte mehrere Befehle. Dazu gehörte, die Versorgungs- und Evakuierungswege zu sichern. Entscheidungen sollten schnell getroffen werden im Ausgleich zwischen den militärischen Zielen und den Möglichkeiten der eingesetzten Truppen. «Oberste Priorität hat jedoch die Rettung des Lebens unserer Soldaten», erklärte der Oberkommandierende.
Olexander Syrskyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, widersprach russischen Angaben (Archivbild) sda/Ukrainisches Präsidentialamt/Pool/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa/Archivbild -
16.03 Uhr
Polens Luftwaffe fängt erneut russischen Aufklärer ab
Kampfjets der polnischen Luftwaffe haben erneut ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen.
Die Maschine vom Typ Iljuschin IL-20 sei am Donnerstagmorgen von zwei polnischen Kampfjets vom Typ MiG-29 eskortiert worden, sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz in Kartuzy bei Danzig. Polens Luftraum sei dabei nicht verletzt worden.
Das Oberkommando der polnischen Streitkräfte teilte später auf dem Portal X mit, der russische Aufklärer sei ohne Flugplan und mit ausgeschaltetem Transponder unterwegs gewesen. Es postete auch vier Bilder von der Maschine.
Die Polnische Luftwaffe fängt ein russisches Aufklärungsflugzeug des Typs IL-20 ab. Bild: WikipediaEs ist bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb von zwei Tagen. Erst am Dienstag war nach Angaben des Oberkommandos der polnischen Armee ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ IL-20 in der Nähe von Polens Ostseeküste von zwei Kampfjets abgefangen worden. Auch diese Maschine flog im internationalen Luftraum ohne Flugplan, ihr Transponder war ausgeschaltet.
Nach Angaben der deutschen Luftwaffe spricht man von einem Abfangen in der Luft, wenn Kampfjets in die Nähe eines fremden Flugzeugs fliegen, das sich auffällig verhält. Die Kampfjet-Piloten halten Sichtkontakt und machen bestimmte Gesten.
Es kommt dabei nicht zum Abdrängen oder zu gefährlichen Manövern. Die Alarmrotte (Quick Reaction Alert, QRA) eines Nato-Landes kann bereits dann aufsteigen, wenn sich ein fremdes Flugzeug dem Luftraum nähert und dabei gegen übliches Verhalten verstösst.
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12.07 Uhr
Lukoil verkauft Töchter an Schweizer Ölhändler
Der von den USA mit Sanktionen belegte russische Ölkonzern Lukoil verkauft seine Auslandstöchter an den Schweizer Ölhändler Gunvor. Das teilte Lukoil in Moskau mit, ohne einen Preis für das Geschäft zu nennen. Lukoil habe ein Angebot von Gunvor angenommen und werde nicht mehr mit anderen Interessenten verhandeln.
Die US-Führung von Präsident Donald Trump hat Sanktionen gegen die grossen russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil verhängt, um dem Kreml die Finanzierung seines Krieges gegen die Ukraine zu erschweren. Zu den Auslandsaktiva von Lukoil gehören unter anderem Tankstellennetze in 20 Ländern und 3 Raffinerien auf EU-Gebiet.
Die russische Tageszeitung «Iswestija» zitierte Branchenexperten, wonach die Auslandstöchter etwa zehn Milliarden US-Dollar wert seien. Unter dem Druck der Sanktionen dürften aber kaum mehr als drei Milliarden Dollar zu erlösen sein.
Gunvor ist ein grosser internationaler Öl- und Energiehändler mit Sitz in Genf, der mehrheitlich seinem schwedischen Gründer Torbjörn Törnqvist gehört. Mitbegründer 1997 war der russische Geschäftsmann Gennadi Timschtschenko, der zum engen Umfeld von Kremlchef Wladimir Putin gezählt wird.
Als Timtschenko 2014 wegen der russischen Aggression gegen die Ukraine erstmals westliche Sanktionen drohten, verkaufte er seine Gunvor-Anteile an Törnqvist.
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10.50 Uhr
Mehrere Verletzte in Saporischschja nach russischem Angriff
Bei neuen russischen Angriffen mit Drohnen und Raketen sind in der südukrainischen Stadt Saporischschja nach Behördenangaben mindestens 15 Menschen verletzt worden.
Ärzte kümmerten sich um die Verletzten, teilt der Gouverneur des Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. «Die Besatzer haben mindestens 20 Drohnen und 8 Raketen auf Saporischschja gefeuert. Mehrere Stockwerke eines Wohnheims sind zerstört», teilte Fedorow mit.
Russland hatte die Region Saporischschja wie die Gebiete Cherson, Donezk und Luhansk schon 2022 annektiert, kontrolliert sie aber nicht komplett. Die Gebietshauptstadt Saporischschja steht weiter unter ukrainischer Kontrolle.
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11.21 Uhr
Drei Männer wegen Spionage für Russland verurteilt
Ein deutsches Gericht hat drei Männer wegen Spionage für Russland verurteilt. Der mutmassliche Kopf des Trios erhielt auch wegen der Planung von Sabotageakten sowie seiner Zeit als Paramilitär in der Ostukraine eine Haftstrafe von sechs Jahren. Seine beiden Mitangeklagten verurteilte das Oberlandesgericht München zu Haftstrafen von einem halben sowie einem Jahr auf Bewährung.
Die Bundesanwaltschaft hatte für den Hauptangeklagten acht Jahre und acht Monate Haft und für die beiden anderen Männer je ein Jahr Haft auf Bewährung gefordert. Die Verteidigung hingegen hatte für alle drei Deutsch-Russen Freispruch beantragt.
Den Spionagevorwurf stritten die Männer im Prozess ab: Sie hätten sich lediglich scherzhaft und ironisch unterhalten. Die Bundesanwaltschaft sieht dagegen beim Hauptangeklagten einen engen Draht zu russischen Geheimdiensten. Auch die beiden anderen Männer hätten sich sehr bewusst entschieden, auf diese Art und Weise tätig zu werden, hiess es.
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10.42 Uhr
Trump: «China arbeitet mit uns an Ukraine-Kriegsende»
China und die USA wollen nach Worten von US-Präsident Donald Trump für ein Ende im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zusammenarbeiten. «Wir haben lange darüber gesprochen», sagte Trump nach dem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im südkoreanischen Busan. «Wir werden beide zusammenarbeiten, um zu sehen, ob wir etwas schaffen», erklärte er auf dem Rückflug nach Washington.
Trump und Xi haben sich getroffen. Mark Schiefelbein/AP/dpaAus Peking gab es zunächst keine Äusserungen zu dem Treffen. Laut Trump waren sich beide einig, dass Russland und die Ukraine in einem Kampf festhingen. «Er wird uns helfen», sagte Trump in Bezug auf Xi. Vorab wurde spekuliert, ob Trump China dazu anhalten könnte, seine Ölimporte aus Russland zu stoppen oder zu reduzieren, die auch Geld in Moskaus Kriegskasse spülen. «Wir haben nicht wirklich über Öl gesprochen», sagte Trump jedoch. Beide hätten zugleich darüber gesprochen, wie man den Krieg beenden könne.
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Donnerstag, 30. Oktober 2025, 4 Uhr
Sieben russische Flughäfen vorübergehend ausser Betrieb
Sieben russische Flughäfen haben in der Nacht vorübergehend ihren Betrieb einstellen müssen. Das berichtete die Nachrichtensite Ukrajinska Prawda unter Berufung auf russische Medien. Die Luftfahrtbehörde Rosaviatsiya hat demnach zunächst Einschränkungen für die Flughäfen Wolgograd, Kaluga, Saratow und Jaroslawl angekündigt, später dann auch für den Moskauer Flughafen Wnukowo. Auch zwei weitere Airports seien von Sperrungen betroffen gewesen. Laut Moskaus Bürgermeister Sergei Sobyanin seien sechs Drohnen mit Kurs auf die Stadt abgeschossen worden.
Am 7. Juli 2025 kam es am Flughafen in Moskau wegen eines ukrainischen Drohnenangriffs zu stornierten Flügen. Bild: Keystone/EPA/Yuri Kochetkov -
23.09 Uhr
Selenskyj: Lage in Pokrowsk hart, in Kupjansk etwas besser
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ist die Lage für die ukrainischen Verteidiger in der Stadt Pokrowsk im Osten des Landes schwierig. Die Intensität der Kämpfe sei dort wie in den vergangenen Wochen sehr hoch, das russische Militär habe dort sehr viele Truppen zusammengezogen, teilte er in seiner Videobotschaft am Abend mit. «Die Besatzer versuchen mit allen Mitteln, sich dort festzusetzen», sagte er. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass einzelne russische Einheiten in die Stadt eingedrungen waren.
Auch die Stadt Kupjansk im nordostukrainischen Gebiet Charkiw bleibt nach Angaben Selenskyjs schwer umkämpft. Die Lage sei weiterhin kompliziert, habe sich aber leicht verbessert. «Unsere Streitkräfte haben in diesen Tagen mehr Kontrolle, wir verteidigen weiterhin unsere Stellungen», sagte er.
Der russische Generalstab hatte zuletzt bei einer Sitzung unter der Leitung von Kremlchef Wladimir Putin beide Städte als eingekreist bezeichnet. Von unabhängiger Seite wurden diese Angaben bisher nicht bestätigt. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.
Der ukrainische Präsident Selenskyj räumt die schwierige Lage in Pokrowsk und Kupjansk ein. (Archivbild) Bild: Keystone/AP/Manuel Balce Ceneta -
21.44 Uhr
Putin: Wichtige ukrainische Städte umzingelt – Ukraine dementiert
Russische Soldaten haben nach Darstellung von Präsident Wladimir Putin ukrainische Truppen in zwei wichtigen Städten im Osten der Ukraine umzingelt. Ukrainische Militärvertreter bestritten dies. Putin sagte bei einem Treffen mit verwundeten Soldaten in Moskau, die Ukrainer seien in Pokrowsk in der ukrainischen Region Donezk und in Kupjansk in der nordostukrainischen Region Charkiw eingekreist. Er äusserte Bereitschaft zu einem Abkommen, damit sich die ukrainischen Soldaten ergeben könnten.
Vom ukrainischen Militär hiess es, Behauptungen, wonach Kupjansk umzingelt sei, seien «Erfindungen und Fantasien». Ein Sprecher der östlichen Streitkräfte der Ukraine, Hryhorij Schapowal, sagte der Nachrichtenagentur AP, die Lage in Pokrowsk sei «hart, aber unter Kontrolle». Die Militäreinheit, die Pokrowsk verteidigt, teilte mit, Russland habe rund 11000 Soldaten stationiert, um die Stadt zu umzingeln. Einige russische Einheiten hätten es geschafft, in die Stadt einzudringen, teilte die ukrainische Einheit in den sozialen Medien mit. Die russischen Truppen versuchen in ihrem Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als einem Jahr, Pokrowsk einzunehmen. Die Stadt ist grösstenteils verwüstet.
Russische Vertreter haben in der Vergangenheit Angaben über die angebliche Einnahme von Hochburgen der ukrainischen Truppen gemacht, die sich als falsch erwiesen. Eine unabhängige Bestätigung der Aussagen war nicht möglich.
Putin besucht verwundete Soldaten in Moskau. EPA/KRISTINA KORMILITSYNA/SPUTNIK/KREMLIN/KEYSTONE -
18.53 Uhr
Einkesselung droht in Pokrowsk
Für die ukrainischen Soldaten wird die Lage in Pokrowsk im Osten immer brenzliger. Steht die Stadt kurz vor dem Fall?
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11.32 Uhr
Odessa teilweise ohne Strom
Knapp 27'000 Haushalte im südukrainischen Gebiet Odessa sind nach einem nächtlichen russischen Luftangriff ohne Strom. Für weitere 7000 Haushalte sei es bereits gelungen, die Versorgung wiederherzustellen, teilte der Stromversorger DTEK vormittags mit. Bei dem Angriff sei auch Transportinfrastruktur beschädigt worden, schrieb der Militärgouverneur der Schwarzmeerregion, Oleh Kiper, auf Telegram.
Russia has unleashed yet another wave of drone terror on Ukraine.
— KyivPost (@KyivPost) October 29, 2025
At least 30,000 people in Odesa were left without electricity overnight. Meanwhile, residential buildings and civilian infrastructure in Chernihiv and Kharkiv were hit.https://t.co/rZC80W6ayrDas ukrainische Energieministerium in Kiew berichtete von neuen russischen Angriffen auf das Energiesystem in den Gebieten Odessa, Dnipropetrowsk und Donezk. Weil das Stromnetz bereits durch Attacken in den vergangenen Tagen und Wochen beschädigt ist, gelten in einigen Regionen für Industrie wie für private Verbraucher stundenlange Abschaltungen.
Bei den nächtlichen Angriffen wurde nach Behördenangaben ein Mensch getötet. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte die russische Armee 126 Drohnen ein, von denen 93 ausgeschaltet worden seien.
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10.53 Uhr
Polen fangen russischen Aufklärer über der Ostseee ab
Polnische Mig-29-Kampfjets haben gestern über der Ostsee ein russisches Spionageflugzeug abgefangen und eskortiert.
Die Il-20 habe sich bei ohrem Aufklärungsflug zwar in internationalem Luftraum befunden, habe aber keinen Flugplan aufgegeben und den Transpoder ausgeschaltet, teilen die Behörden auf X mit.
28 października 2025 roku para dyżurna myśliwców MiG-29 🇵🇱 Sił Powietrznych dokonała skutecznego przechwycenia, identyfikacji wizualnej oraz eskortowania z rejonu odpowiedzialności samolotu Federacji Rosyjskiej, który wykonywał lot nad Morzem Bałtyckim.
— Dowództwo Operacyjne RSZ (@DowOperSZ) October 29, 2025
Polskie myśliwce… pic.twitter.com/oKNh8LRFRX«Die polnischen Streitkräfte sind weiterhin ständig bereit, auf jede Bedrohung zu reagieren und die Souveränität des polnischen Luftraums zu schützen», heisst es in dem Post weiter. Ein Sprecher des Oberkommandos sagte dem Sender TVN24, zur Abfangaktion sei es nordwestlich des Badeortes Ustka gekommen.
«In solchen Situationen starten unsere Maschinen von der Basis in Malbork und sind innerhalb weniger Minuten in der Luft. Die Piloten halten Sichtkontakt, um den russischen Flugzeugen ihre Anwesenheit zu zeigen.» Dies sei eine Machtdemonstration und ein Zeichen, dass Polen seinen Luftraum genau überwache und Verletzungen nicht zulasse.
Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der engsten politischen und militärischen Verbündeten der von Russland angegriffenen Ukraine. Es hat auch eine wichtige Rolle als logistische Drehscheibe für die Militärhilfe des Westens für Kiew. Polen fühlt sich auch selbst von Russland bedroht und rüstet derzeit massiv auf.
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9.37 Uhr
Trump ordnet Truppenabzug an der Nato-Ostflanke an
Die US-Regierung hat den Abzug eines Teils ihrer Soldaten aus Osteuropa angekündigt. Betroffen ist auch Rumänien, wo bisher amerikanische Einheiten an der Schwarzmeerküste stationiert waren.
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8.54 Uhr
Team der deutschen «Welt» überlebt Kamikaze-Attacke nahe der Front
Ein Team der deutschen Zeitung «Die Welt» ist nahe der Front von einer russischen Drohne attackiert worden. Der Vorfall, der erst jetzt öffentlich wird, hat sich bereits am 13. Oktober in der Region Dnipro zugetragen – und ist mit der Kamera festgehalten worden.
Die Jurnalisten haben etwa 25 bis 30 Kilometer hinter der Font einen ukrainischen Flugabwehrtrupp besucht, die ein Zwillingsgeschütz auf einem Lastwagen besetzen. Kurz nachdem sie ihr Interview mit einem Soldaten namens Konstantin abgeschlossen haben, schlägt eine Lancet-Kamikazedrone ein.
Kameramann Viktor hat den Einschlag der russischen Drohne und die Minuten danach auf Video festgehalten. Bilder davon sind Teil unserer Berichterstattung, mit der wir den Angriff bei @welt dokumentieren: https://t.co/APJXMcvRWe pic.twitter.com/wj3uPuMJn9
— Ibrahim Naber (@IbraNaber) October 27, 2025Der 48-jährige Konstantin wird bei dem Angriff getötet. Ein weiterer Soldat namens Ilhor verliert an jenem Tag ein Bein. Der Trupp habe aus ingesamt drei Soldaten bestanden, teilt Journalist Ibrahim Naber auf Instagram mit. Sein Produzent wird von Schrappnell am Bein verletzt: Er war im Spital und konnte inzwischen wieder entlassen werden.
Der Drohnenangriff wird von Kameramann Viktor Lysenko gefilmt. Auch er und Naber ziehen sich leichte Verletzungen zu. «Die Reporter waren beim Dreh deutlich als Journalisten gekennzeichnet», betont «Die Welt».
Naber schreibt über die Ukrainer auf Instagram: «Die Soldaten waren wie in unzähligen Nächten zuvor im Einsatz, um Langstrecken-Drohnen abzuschiessen, mit denen Russland ukrainische Städte angreift. Sie haben viele Leben gerettet – bevor der Angriff sie traf.»
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8 Uhr
Drohnen attackieren Ziele in Russland und auf der Krim
Die russische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht erneut zahlreiche ukrainische Drohnen abgewehrt. Über verschiedenen russischen Regionen seien insgesamt 100 Drohnen abgefangen und zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium laut Nachrichtenagentur Tass mit.
Sechs Drohnen seien in der Region der russischen Hauptstadt abgewehrt worden, darunter vier mit Ziel Moskau. Ebenso seien unter anderem in der Region Brjansk 46, in der Region Belgorod 8 und der Region Krasnodar 7 abgefangen worden.
Bryansk 💥💥💥
— MAKS 25 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 28. Oktober 2025 um 20:32
[image or embed]Solche Informationen sind nicht unabhängig überprüfbar, sie lassen aber Rückschlüsse auf den Umfang eines Angriffs zu. Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim geriet nach örtlichen Behördenangaben ein Treibstoffdepot in Brand, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete. Telegramkanäle nannten auch eine Kunststofffabrik in Budjonnowsk in Südrussland als Ziel.
Crimean Telegram channels report a fire at an oil depot in Russian-occupied Crimea (by preliminary information).
— Anton Gerashchenko (@antongerashchenko.bsky.social) 29. Oktober 2025 um 07:29
[image or embed] -
6.15 Uhr
US-Geheimdienste: Putin hat keinerlei Interesse an Kompromiss
Kremlchef Putin ist laut der Einschätzung der US-Geheimdienste entschlossener denn je, den Krieg in der Ukraine fortzusetzen und zu gewinnen. Das berichtet der US-Sender NBC.
Laut einer Analyse, die den Mitgliedern des Kongresses in diesem Monat vorgelegt wurde, deute nichts darauf hin, dass Russland zu Kompromissen in der Ukraine bereit sei, so NBC News. Angesichts der hohen Verluste russischer Truppen und wirtschaftlicher Rückschläge im eigenen Land lege es Putin laut der Analyse der Geheimdienste darauf an, ukrainisches Gebiet zu sichern.
Kremlchef Putin am 28. Oktober 2025 in Moskau. Bild: Keystone/EPA/Alexander Kazako/Kremlin Pool -
23.21 Uhr
Medien: Erneut Öllager in Russland von Drohnen getroffen
In der russischen Region Uljanowsk an der Wolga ist Medienberichten zufolge ein Treibstofflager von ukrainischen Drohnen angegriffen worden. Getroffen worden seien Reservoirs der Firma NS-Oil, berichtete der ukrainische Telegram-Kanal Exilenova. Auf den dort veröffentlichten Fotos und Videos sind Brände zu erkennen, die von dem Öllager stammen sollen.
Offiziell gibt es aus Russland bislang keine Bestätigung. Das russische Militär meldete am späten Abend lediglich den Abschuss von 57 Drohnen. In zahlreichen Regionen wurde Drohnenalarm gegeben.
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13.52 Uhr
Lawrow bringt Nichtangriffsgarantie für Europa ins Spiel
Russland ist nach Worten von Aussenminister Sergej Lawrow zu einer Nichtangriffsgarantie für EU- und Nato-Staaten bereit. «Wir haben mehrmals gesagt, dass wir nicht die Absicht hatten und haben, irgendein derzeitiges Nato- oder EU-Mitglied anzugreifen.»
Das sagte Lawrow bei einem Sicherheitsforum für den eurasischen Raum in Minsk in Belarus. «Wir sind bereit, diese Position in künftigen Sicherheitsgarantien für diesen Teil Eurasiens zu verankern», sagte er laut Wortlautprotokoll auf der Website seines Ministeriums in Moskau.
Lawrow machte den Vorschlag in einer Rede, in der er ansonsten bekannte Moskauer Kritik an EU und Nato wiederholte. Mit den derzeitigen Eliten der EU-Länder sei kein sinnvoller Dialog möglich, erklärte er. Führende EU-Politiker verweigerten das, was er «echte kollektive Sicherheitsgarantien» nannte, weil sie auch bei einem Ende des Ukraine-Kriegs nur Garantien gegen Russland, aber nicht mit Russland wollten.
Sergej Lawrow zufolge setzen die #NATO-Staaten die #USA mit allen verfügbaren Mitteln unter Druck, um sie von der Idee einer Konfliktlösung in der Ukraine abzubringen. pic.twitter.com/5AVxfYsnsJ
— Lexa 🇩🇪 (@rebew_lexa) October 28, 2025Der von Kremlchef Wladimir Putin befohlene Krieg gegen die Ukraine hat die Sicherheitsarchitektur in ganz Europa untergraben. Bei den Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs ist eine Frage, wie das Land vor möglichen neuen Angriffen Russlands geschützt werden kann.
Aber auch die europäische Sicherheit muss neu geordnet werden. Derzeit gehen die Militärplaner in Nato und EU davon aus, dass auf lange Sicht verstärkte Aufrüstung nötig ist, um Moskau von Aggressionen abzuschrecken. Russland rüstet in einem Masse auf, das nach Einschätzung vieler Experten über den Verschleiss im Ukraine-Krieg hinausgeht. Nach eigenen Angaben fühlt Moskau sich wiederum von der Ausdehnung der Nato bedroht.
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12.26 Uhr
Orban will von Trump grünes Licht für russisches Gas
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban erhofft sich von einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump grünes Licht für weitere Öl- und Gas-Importe aus Russland − trotz US-Sanktionen.
«Ich werde bald in Washington sein, um dies mit Präsident Trump zu besprechen», sagte Orban der italienischen Zeitung «La Repubblica». Dabei wolle er diskutieren, wie für Ungarns Wirtschaft ein «nachhaltiges System» aufgebaut werden könne. Ungarn sei stark von russischem Öl und Gas abhängig. Der Zeitung zufolge soll Orban in dem Zusammenhang Trumps Sanktionen als Fehler bejaht haben. Orbans politischer Berater dementierte dies und warf der Zeitung vor, den Premier falsch zitiert zu haben.
Europe has been completely excluded from discussions on its future security model and Ukrainian reconciliation, Hungarian Prime Minister Viktor Orban told Italy’s La Repubblica newspaper during his visit to the country:https://t.co/Fxpav6DJ4m pic.twitter.com/mule5rXd6w
— TASS (@tassagency_en) October 28, 2025Laut «La Repubblica» fragte der Reporter mit Bezug auf die US-Sanktionen: «Ist Trump also zu weit gegangen, und hat er einen Fehler gemacht?» Orban habe geantwortet: «Aus ungarischer Sicht ja. Wir werden also versuchen, einen Ausweg zu finden, insbesondere für Ungarn.»
Orban bemüht sich um gute Beziehungen zu Trump, hat diesen mehrfach auch in dessen Residenz in Florida getroffen. Mit Bezug auf Russlands Krieg gegen die Ukraine hat Orban Trump stets als «Friedenspräsidenten» gepriesen. Auch zum russischen Präsidenten Wladimir Putin unterhält Orban gute Beziehungen.
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11.23 Uhr
Ungarn will Bund gegen Ukraine mit Tschechien und Slowakei
Ungarns rechtspopulistischer Ministerpräsident Viktor Orban strebt ein «Ukraine-skeptisches» Bündnis mit den EU-Staaten Tschechien und Slowakei an. Das sagte Orbans politischer Berater Balazs Orban dem Portal «Politico».
Er wolle sich künftig mit seinem slowakischen Kollegen Robert Fico und dem wahrscheinlich künftigen tschechischen Ministerpräsidenten, Andrej Babis, stets vor EU-Gipfeltreffen über gemeinsame Positionen darüber abstimmen. Zwar sei eine feste politische Allianz zwischen den drei Ländern bisher nicht in Sicht, jedoch könnten diese die Bemühungen der EU, die Ukraine finanziell und militärisch zu unterstützen, erheblich behindern, schrieb «Politico» weiter.
⚡🇭🇺 Viktor Orbán seems to be the only European leader not blindly marching to the EU’s warmongering propaganda. pic.twitter.com/wwy6FMyOHD
— Adam Moczar (@AdamMoczar) October 26, 2025«Ich glaube, er (der Ukraine-skeptische Block) wird kommen – und er wird immer sichtbarer werden», sagte der Berater Orban – der mit Ungarns Regierungschef nicht verwandt ist – den Angaben zufolge. Die Zusammenarbeit der östlichen EU-Länder habe bereits während der Flüchtlingskrise von 2015 «sehr gut funktioniert», sagte er mit Blick auf das Visegrad-Bündnis, zu dem neben den drei Ländern formell auch Polen gehört.
Allerdings haben sich die Beziehungen zwischen Ungarn und Polen gerade wegen unterschiedlicher Haltungen in der Ukraine-Russland-Frage deutlich abgekühlt.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat sich immer wieder kritisch zur Ukraine geäussert und sie wiederholt als «total korruptes Land» bezeichnet, letztlich aber aus Budapest verlangte Blockade-Schritte gegen Kiew auf EU-Ebene meistens nicht mitgetragen.
Babis wiederum, der jüngst die Parlamentswahl in Tschechien gewonnen hat und wahrscheinlich neuer Ministerpräsident in Prag wird, hat sich gegen Gelder für Waffenlieferungen an die Ukraine aus dem tschechischen Staatshaushalt ausgesprochen. Zudem will er die tschechische Munitionsinitiative für die Ukraine stoppen. Beobachter erwarten allerdings, dass Babis nach einer Amtsübernahme als Regierungschef seine Wahlkampf-Rhetorik abmildert.
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5.18 Uhr
Tschechischer Beamter: Putin verliert Einfluss auf Trump
Wladimir Putin verliert seine Fähigkeit, US-Präsident Donald Trump zu beeinflussen. Diese Ansicht äusserte Tomáš Kopečný, der Beauftragte der tschechischen Regierung für den Wiederaufbau der Ukraine, in einem Interview mit der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform. «Mir scheint, dass Putin seinen ‹Charme› und seine persönlichen Verbindungen nicht länger nutzen kann, um Trump zu beeinflussen», sagte Kopečný. Der russische Staatschef erwecke den Eindruck, den US-Präsidenten zu verspotten, doch Leute wie Trump tolerierten eine solche Behandlung nicht.
Kremlchef Wladimir Putin (l) und US-Präsident Donald Trump bei ihrem jüngsten Treffen am 15. August 2025 in Alaska, bei dem wenig Konkretes vereinbart wurde. Bild: Keystone/AP Photo/Jae C. Hong -
2 Uhr
UN-Bericht: Russische Drohnen jagen gezielt ukrainische Zivilisten
Russland jagt in der Ukraine nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen gezielt Zivilisten in der Nähe der Frontlinie mit Drohnen. Ziel sei es, die Menschen aus diesen Gegenden zu vertreiben, heisst es in dem Bericht der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission für die Ukraine, der diese Woche der UN-Generalversammlung vorgelegt werden soll.
Ein bei einem russischen Drohnenangriff zerstörter Wohnblock in Kiew. (26. Oktober 2025) Bild: Keystone/AP Photo/Dan BashakovDemnach werden Zivilisten über weite Strecken von Drohnen verfolgt und manchmal bei der Suche nach Schutz mit Brandbomben oder Sprengstoff angegriffen. «Diese Angriffe wurden als Teil einer koordinierten Strategie begangen, um Zivilisten aus diesen Gebieten zu vertreiben», heisst es in dem 17-seitigen Dokument.
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Dienstag, 28. Oktober 2025, 0.01 Uhr
Flughafen von Alicante wegen Drohnensichtung geschlossen
Wegen einer möglichen Drohnensichtung nahe dem spanischen Flughafen von Alicante ist der Airport am Montagabend vorübergehend geschlossen worden. Mehrere Flüge seien nach Valencia und Murcia umgeleitet worden, teilte der Flughafen Alicante-Elche Miguel Hernández mit. Nach fast zwei Stunden konnte der Flughafen im Südosten Spaniens kurz vor 23.00 Uhr (Ortszeit) den Betrieb wieder aufnehmen.
⚠️Dron notificado en inmediaciones del aeropuerto de #Alicante.
— 😉Controladores Aéreos 🇪🇸 (@controladores) October 27, 2025
Esperas y tripulaciones desviandose a aeropuertos alternativos por seguridad. #SafetyFirst pic.twitter.com/D5aZzhz07n -
19.31 Uhr
Vorfall mit Schmuggelballons: Litauen schliesst verbliebene Grenzübergänge zu Belarus
Nach dem Eindringen dutzender Ballons mit Schmuggelware wie Zigaretten in Litauen hat die Regierung in Vilnius die beiden verbliebenen Grenzübergänge zu Belarus geschlossen. «Wir behandeln das als einen hybriden Angriff», sagte Litauens Regierungschefin Inga Ruginiene am Montag vor Journalisten. Die Untätigkeit der belarussischen Behörden, die Ballonstarts zu unterbinden, betrachte sie als Zeichen für ihre Beteiligung.
Am Mittwoch entscheidet die litauische Regierung über die Dauer der Schliessung der Grenzübergänge. Die Massnahme sei ein «Signal an Belarus, um zu sagen, dass keine hybride Attacke toleriert werden wird», sagte Ruginiene. Die litauische Armee werde solche Ballons in Zukunft abschiessen, fügte sie hinzu. Die Ballons hatten wiederholt zu einer vorübergehenden Schliessung der Flughäfen von Vilnius und Kaunas geführt.
Minsk wies die Vorwürfe der litauischen Seite zurück. Es handele sich um eine «Provokation» Litauens, um «Handlungen gegen Belarus und gegen Russland» zu rechtfertigen, erklärte der belarussische Aussenminister Maxim Ryschenkow. Der litauische Geschäftsträger in Belarus wurde ins belarussische Aussenministerium einbestellt, wo ihm eine Protestnote übergeben wurde.
The Lukashenka regime continues its hybrid war against 🇪🇺 — last night, more “weather balloons” crossed into Lithuania.
— Sviatlana Tsikhanouskaya (@Tsihanouskaya) October 27, 2025
We support 🇱🇹’s firm response, while calling to keep the borders open for honest Belarusians.
Only a free, democratic Belarus can end these threats to Europe. pic.twitter.com/kwCJGLqvYj -
19.24 Uhr
Selenskyj droht mit Angriffen auf weitere russische Regionen
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit einer Ausweitung der ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffe auf weitere russische Regionen gedroht. «Die Fähigkeiten für weitreichende Angriffe sind ein Bestandteil (unserer) Unabhängigkeit und werden zum grössten Bestandteil für die Garantie des Friedens», sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videobotschaft. Zuvor seien bei einer Beratung mit dem Armee-Oberkommando die Ziele für Angriffe bis Ende des Jahres besprochen worden und dabei auch eine «geografische Ausweitung» der Attacken.
Am Vortag hatte Selenskyj allerdings ein «technisches Problem» bei der Produktion von seit längerem angekündigten ukrainischen Marschflugkörpern des Typs «Flamingo» einräumen müssen.
I held a meeting of the Staff.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) October 27, 2025
The main topic was our capabilities for the long-range sanctions against Russia. Weapons manufacturers and all those responsible for employing these weapons took part.
We reviewed the effectiveness of our long-range strikes over a defined period… -
18.49 Uhr
Bericht: 31 Tanker der russischen Schattenflotte in einer Woche vor Finnland festgestellt
In der Ostsee südlich von Finnland sind einem Medienbericht zufolge binnen einer Woche Dutzende Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte festgestellt worden. Wie die finnische Rundfunkanstalt Yle am Montag berichtete, identifizierte sie im Finnischen Meerbusen 31 Schiffe, die auf der gegen die Schattenflotte gerichteten Sanktionsliste der EU stehen.
Der Leiter der finnischen Grenzschutzbehörde, Mikko Hirvi, zeigte sich angesichts der Zahlen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP nicht überrascht. Die russischen Schiffstransporte seien auf dem gleichen Niveau wie vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs. «Das bedeutet, dass dieser Schiffsverkehr weitgehend über die Schattenflotte stattfindet», sagte Hirvi weiter.
Dem finnischen Grenzschutz-Leiter Hirvi zufolge steigt mit dem gehäuften Einsatz von Schiffen aus der Schattenflotte die Gefahr von Umweltkatastrophen. Wegen des «schlechten Zustands» der veralteten Schiffe und der Tatsache, dass die Kapitäne der Schiffe immer wieder ihre Satellitennavigationssysteme ausschalteten, sei die Gefahr für die Umwelt «eindeutig hoch», insbesondere in den Gewässern des Finnischen Meerbusens.
Ein mögliches Ölleck an einem der Tanker könne für Finnland «sehr hohe Kosten» verursachen. Dem Bericht von Yle zufolge waren lediglich sechs der 31 festgestellten Schattenflotte-Schiffe weniger als sechs Jahre alt.
Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland Sanktionen umgeht, unter anderem das Öl-Embargo. Archivbild: Damien Meyer/AFP/dpa -
18.04 Uhr
Ukrainisches Militär meldet schwere Gefechte in Pokrowsk
Das ukrainische Militär hat schwere Gefechte in der ostukrainischen Stadt Pokrowsk gemeldet. Russische Einheiten seien in mehrere Stadtviertel vorgedrungen, hätten es aber nicht geschafft, die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen, teilte das 7. Schnelleingreifkorps am Montag in sozialen Medien mit. In den vergangenen zwei Tagen hätten ukrainische Truppen 42 feindliche Angriffe abgewehrt. Zuvor seien Verteidigungsstellungen mit Sturmtruppen, Artillerie und Drohneneinheiten verstärkt worden.
Nach Angaben der Luftwaffe setzte Russland in der Nacht 100 Schahed- und Täuschungsdrohnen gegen die Ukraine ein. 26 Drohnen hätten ihr Ziel erreicht. Berichte über Todesopfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor. Das private ukrainische Energieunternehmen DTEK kündigte wegen der Angriffe Notabschaltungen in Kiew, der umliegenden Region und im Gebiet Dnipropetrowsk an.
2/ Other Key Takeaways ⬇️
— Institute for the Study of War (@TheStudyofWar) October 26, 2025
The British and French-led Coalition of the Willing met on October 24 in the UK to discuss further support for Ukraine and to put pressure on Russia.
Russian forces are making gains near Pokrovsk and Myrnohrad (directly east of Pokrovsk) that are… pic.twitter.com/9SibxKZ36h -
14.56 Uhr
Ukraine trifft Belgorod-Staudamm – russische Soldaten abgeschnitten
Bei einem ukrainischer Drohnenangriff in der russischen Region Belgorod ist am Wochenende ein Staudamm getroffen und beschädigt wurden. Sowohl von russischer als auch von ukrainischer Seite wurde der Treffer bestätigt.
Entsprechende Videoaufnahme wurden nun auch von der BBC verifiziert. Darauf sind erhebliche Schäden an dem Bauwerk in Grenznähe zu sehen, und Wasser strömt durch einen Riss im Damm..
Russischen Medien zufolge sei der Wasserstand des Stausees innerhalb eines Tages um einen Meter gesunken. Durch den unkontrollierten Abfluss hat es massive Überschwemmungen gegeben. Betroffen sind Berichten auch russische Einheiten in der Region, die den Fluss Siverskyi Donets in der Nähe der ukrainischen Stadt Vovchansk überquert hatten. Sie sind vom Rest der Streitkräfte abgeschnitten.
Die Überschwemmungen hätten die russische Logistik gestört. Mehrere russische Einheiten sollen auf der ukrainischen Seite des Flusses ohne sichere Versorgungslinien oder Verstärkung gestrandet sein. Einige russische Unterstände sollen überflutet worden sein.
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4.40 Uhr
Selenskyj: Frankreich liefert zusätzliche Mirage-Kampfflugzeuge
Die Ukraine wird von Frankreich zusätzliche Mirage-2000-Kampfjets und Raketen für Luftabwehrsysteme erhalten. Die entsprechende Entscheidung liegt bereits vor, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Abendansprache. Ihm zufolge haben die Russen allein in dieser Woche fast 1200 Kampfdrohnen und 50 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine eingesetzt – die meisten davon ballistische.
Eine Mirage der französischen Luftwaffe. (6. Oktober 2025) Bild: Keystone/EPA/Sebastien Nogier -
4.30 Uhr
Kiew kritisiert Netrebkos geplanten Opernhaus-Auftritt
Die ukrainische Botschafterin hat im Interview mit Tamedia den geplanten Auftritt von Anna Netrebko im Opernhaus Zürich kritisiert. Nachdem die Auftritte der Russin 2022 in Europa abgesagt wurden, soll sie im November und Dezember in Zürich singen dürfen, da sie den Krieg in der Ukraine verurteilt habe. Iryna Wenediktowa erinnerte daran, dass Netrebko 2014 im von russischen Truppen besetzten Donezk mit der Flagge der sogenannten «Volksrepublik» posiert und eine Million Rubel an ein dortiges Opernhaus gespendet habe. «Netrebko ist keine unbeteiligte Künstlerin – sie ist ein Teil des politischen Apparats, der diesen Krieg ermöglicht hat», sagte die Botschafterin. Mehr dazu hier.
22.07.2025, Berlin: Mit einem Plakat «No stage for supporters of the russian regime» protestierten Menschen am 22. Juli 2025 gegen den Auftritt von Anna Netrebko in Berlin. Bild: Keystone/dpa/Jens Kalaene -
Montag, 27. Oktober 2025, 2 Uhr
Ukrainische Drohnengeschwader über Moskau: Flughäfen geschlossen
Russland hat in der Nacht wiederholt Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Moskau abgewehrt. Zwei der vier Flughäfen der Stadt, Domodedowo und Schukowski, wurden daraufhin vorübergehend geschlossen, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin schoss die Luftabwehr innerhalb von fünf Stunden 28 Drohnen ab. Eine Stellungnahme der Ukraine lag zunächst nicht vor.
Russia’s aviation watchdog Rosaviatsiya announced last night that the country’s Domodedovo and Zhukovsky airports were closed following Ukrainian airstrikes, in order to ensure air safety.
— TOLOnews English (@TOLONewsEnglish) October 27, 2025
According to Reuters, following the attacks, Russian air defense systems were engaged… pic.twitter.com/bDw2mdQkHt -
22.22 Uhr
Tusk warnt vor «ewigem Krieg» in der Ukraine
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk rechnet nicht mit einem dauerhaften Frieden für die Ukraine, solange Russlands Präsident Wladimir Putin an der Macht ist. Der Konflikt drohe zu einem «permanenten ewigen Krieg» zu werden, wenn es nicht zu drastischen Veränderungen in Russland komme. «Die Hauptfrage ist jetzt, wie viele Opfer wir noch sehen werden», sagte Tusk in einem Interview der «Sunday Times» (kostenpflichtiger Inhalt).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe ihm gesagt, dass sein Land bereit sei, weitere zwei bis drei Jahre zu kämpfen, er aber zugleich hoffe, dass der Krieg nicht zehn Jahre dauern werde. Tusk betonte: «Ich habe keine Zweifel, dass die Ukraine als unabhängiger Staat überleben wird.»
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (r.) – hier mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj in Lwiw – glaubt nicht an ein Ende des Krieges in der Ukraine, solange Putin an der Macht ist. (Archivbild) Bild: Keystone/Ukrainian Presidential Press Office via APNach Darstellung des polnischen Regierungschefs steht Russland vor dramatischen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, nicht zuletzt aufgrund der neuen US-Sanktionen gegen russische Ölkonzerne. Doch könne man deshalb nicht sagen, dass man gewinne. Die Russen hätten einen grossen Vorteil gegenüber dem Westen und Europa im Besonderen: «Sie sind bereit zu kämpfen. (...) In Kriegszeiten ist das die absolut entscheidende Frage», betonte Tusk. «Man hat keine Chance zu siegen, wenn man nicht bereit ist, zu kämpfen oder zumindest ein Opfer zu bringen.»
Tusk warnte ausserdem Grossbritannien davor, sich der «süssen Illusion» hinzugeben, dass der Krieg gegen die Ukraine weit weg sei. Russland könne mit nuklear bestückten ballistischen Raketen jede europäische Hauptstadt erreichen, auch London. Bereits jetzt sei man massiven Attacken im Cyberspace ausgesetzt. «Sie sind bereit, die Cyber-Infrastruktur unserer Eisenbahnen, unserer Spitäler in Polen zu zerstören.»
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21.05 Uhr
Selenskyj berichtet von schweren Kämpfen um Pokrowsk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat von schweren Kämpfen um die Stadt Pokrowsk im Osten des Landes berichtet. Dabei helfe vor allem der Einsatz der ukrainischen Bukowina-Brigade in der benachbarten Stadt Myrnohrad. «Genau dort, gegenüber von Pokrowsk, haben die Russen ihre Hauptangriffstruppe konzentriert – und das ist eine beträchtliche Anzahl von Besatzungstruppen», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.
«Natürlich führt dies zu einer schwierigen Situation in Pokrowsk und allen benachbarten Gebieten», führte Selenskyj weiter aus. «Es gibt heftige Kämpfe in der Stadt, an den Zufahrtswegen zur Stadt.» Auch die Versorgung sei schwierig. Dennoch werde weiter gegen die Besatzer gekämpft: «Wir müssen den Russen weiterhin so viele Verluste wie möglich zufügen.»
Erst wenige Stunden zuvor hatte der ukrainische Generalstab zugegeben, dass russische Soldaten in die seit Monaten schwer umkämpfte und weitgehend zerstörte Stadt eingedrungen waren. Die etwa 200 russischen Soldaten seien zwischen den ukrainischen Verteidigungslinien durchgesickert und hätten sich in der Stadt festgesetzt. Nunmehr gebe es in der Stadt schwere Gefechte, in deren Verlauf beide Seiten auch Kampfdrohnen einsetzten. Nach Darstellung der ukrainischen Generalität sind die Kämpfe «von hoher Dynamik und Intensität geprägt».
Anwohner gehen an beschädigten Gebäuden im Zentrum von Pokrowsk vorbei, dem Schauplatz der schwersten Gefechte mit den russischen Truppen in der Region Donezk. Michael Shtekel/AP/dpa (Archivbild) -
20.20 Uhr
Russische Kampfdrohne trifft Kleinbus bei Sumy – Zehn Verletzte
Bei einem russischen Luftangriff gegen einen Kleinbus im Osten der Ukraine sind mindestens zehn Menschen verletzt worden. Das Fahrzeug sei in der Nähe der Stadt Sumy von einer Kampfdrohne getroffen worden. Bei der Explosion seien zehn Insassen, unter ihnen auch zwei Kinder, teils schwer verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Oleh Hryhorow auf Telegram mit. Zwei der Verletzten befänden sich in kritischem Zustand.
Ukrainische Kampfdrohnen richteten dafür erhebliche Schäden bei Angriffen auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim an, wie der ukrainische Militärgeheimdienst HUR mitteilte. Bei den Attacken seien drei Radaranlagen sowie ein Landungsboot zerstört worden. Ein auf der HUR-Website veröffentlichtes Video, dessen Echtheit nicht überprüft werden konnte, zeigt den Anflug von Drohnen auf die genannten Ziele.
Ukrainische Drohnen haben nach Angaben des Militärgeheimdienstes HUR schwere Schäden auf der besetzten Halbinsel Krim angerichtet. Evgeniy Maloletka/AP/dpa (Archivbild) -
19.47 Uhr
Moskau meldet Angriffe auf ukrainische Energie- und Bahninfrastruktur
Russland hat nach eigenen Angaben kritische Infrastruktur in der Ukraine attackiert. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, das Militär habe am Vortag Energieanlagen und Eisenbahninfrastruktur angegriffen, die wichtig für die ukrainischen Kriegsanstrengungen seien.
Auch andere militärische Ziele seien ins Visier genommen worden, darunter Truppensammlungspunkte und eine Drohnenfabrik.
Zu den Angriffen auf die Hauptstadt Kiew und die von den ukrainischen Behörden gemeldeten zivilen Opfer bezog das Ministerium nicht gesondert Stellung.
Zerstörte Oberleitungen: Russland nimmt immer wieder auch die Bahninfrastruktur der Ukraine ins Visier. IMAGO/Depositphotos (Archivbild) -
19.24 Uhr
Neue US-Sanktionen für Moskau kein Grund für Gesprächsabbruch
Moskau sieht in den neuen US-Sanktionen gegen Russland kein Hindernis für weitere Gespräche über den Krieg in der Ukraine. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, die Sanktionen gegen den russischen Ölsektor seien kein Grund, den Dialog abzubrechen. Das Interview mit Peskow wurde bereits am Samstag aufgezeichnet, aber erst am Sonntag im russischen Staatsfernsehen ausgestrahlt.
Darin liess sich der Kremlsprecher auch zu dem vorerst auf Eis gelegten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein. Abgesagt sei es nicht, sagte Peskow. Es sei Trump gewesen, der die Zusammenkunft verschoben habe, nachdem er zunächst ein Treffen für Ende Oktober ins Gespräch gebracht habe.
Ein konkreter Termin sei aber noch nicht vereinbart gewesen. «Die Präsidenten können sich nicht um des Treffens willen treffen. Sie können nicht ihre Zeit vergeuden und gehen offen damit um», sagte Peskow. Friedensgespräche seien «ein komplexer Prozess».
«Präsidenten können sich nicht um des Treffens willen treffen»: Kremlsprecher Dmitri Peskow. Alexei Nikolsky/AP/dpa (Archivbild) -
18.23 Uhr
Lawrow wirft dem Westen ein Spiel auf Zeit vor
In der Diskussion um die russische Hinhaltetaktik bei der Suche nach einer Friedenslösung für den Ukraine-Krieg hat Moskaus Aussenminister Sergej Lawrow den Spiess umgedreht. Er warf Kiew und dem Westen ein Spiel auf Zeit vor. «Wenn jetzt Forderungen nach einem Waffenstillstand laut werden, wissen wir, dass sie eigentlich nur wieder Zeit gewinnen wollen», behauptete Lawrow in einem Interview des ungarischen YouTube-Kanals Ultrahang. Er warf den Europäern vor, mit ihrer Rhetorik über einen Waffenstillstand die Agenda dominieren zu wollen.
Die Ukraine benötige nach seinen Worten einen Waffenstillstand ohne Vorbedingungen, «weil ihr die Waffen ausgehen». Doch ändere Kiew seine Positionen «je nachdem, was gerade an den Fronten geschieht».
«Wir wissen, dass sie eigentlich nur wieder Zeit gewinnen wollen»: Aussenminister Sergej Lawrow. Alexander Nemenov/POOL AFP/dpa (Archivbild)Zugleich warf Lawrow den Europäern vor, die Friedensbemühungen von US-Präsident Donald Trump zu behindern. «Es ist sehr bezeichnend, dass man derzeit versucht, US-Präsident Donald Trump von der Logik abzubringen, die er selbst zuvor mehrfach zum Ausdruck gebracht hat», sagte Lawrow. Trump habe noch vor seiner Amtseinführung 2024 gesagt, die Nato dürfe nicht in die Ereignisse in der Ukraine verwickelt werden.
Die Ukraine erhält inzwischen Waffen aus amerikanische Produktion, die von den europäischen Nato-Mitgliedern gekauft und dann an Kiew übergeben werden.
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15.24 Uhr
Kiew: Rund 200 russische Soldaten in Pokrowsk eingedrungen
Nach monatelangen Sturmangriffen gegen ukrainische Stellungen rund um Pokrowsk am Rande des Donbass ist es russischen Soldaten nach Darstellung aus Kiew gelungen, in die schwer umkämpfte Stadt einzudringen. Die russischen Streitkräfte hätten mehrere kleinere Infanteriegruppen unter Umgehung der ukrainischen Linien in die Stadt eingeschleust, teilte der Generalstab in Kiew auf Facebook mit. Die rund 200 russischen Soldaten hätten sich festgesetzt und lieferten sich schwere Gefechte mit den ukrainischen Einheiten. Beide Seiten setzten dabei auch Kampfdrohnen ein.
Nach Darstellung der ukrainischen Generalität sind die Kämpfe «von hoher Dynamik und Intensität geprägt». Die russische Armee versuche unterdessen, die ukrainischen Verteidigungslinien mit Kampfpanzern und Schützenpanzern zu durchbrechen.
Seit Monaten versuchen russische Truppen die ostukrainische Bergarbeiterstadt Pokrowsk zu erobern. Iryna Rybakova/Ukrainian 93rd Mechanized brigade/AP/dpa (Archivbild)Der Generalstab widersprach unterdessen russischen Behauptungen von der kompletten Einkesselung ukrainischer Truppen in Pokrowsk. Vielmehr seien grössere Gebiete rund um die Stadt zurückerobert worden. Damit habe sich die Lage in dem Abschnitt sowie an den Zufahrtswegen zu Pokrowsk stabilisiert.
Pokrowsk und das benachbarte Myrnohrad sind seit Monaten umkämpft und von einer Einschliessung bedroht. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen eine russische Invasion.
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14.07 Uhr
Drohnen verletzen 16 Personen im westrussischen Belgorod
In der westrussischen Region Belgorod sind nach Behördenangaben 16 Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe verletzt worden. Die ukrainischen Streitkräfte hätten die Ortschaft Maslowa Pristan beschossen und dort zehn Zivilisten, unter ihnen zwei Minderjährige, verletzt, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf seinem Telegramkanal. Zwei private Wohnhäuser seien durch die Sprengsätze stark beschädigt worden.
Die Ukraine greift immer wieder die russische Grenzregion Belgorod an. Vyacheslav Gladkov's/telegram/Belgorod region governor Vyaches/AP/dpa (Archivbild)Etwas später informierte er über sechs weitere Opfer an anderer Stelle. So sind Gladkows Angaben nach in der Gebietshauptstadt Belgorod selbst drei Verletzte zu beklagen, darunter ein Angehöriger des Militärs. In der Ortschaft Dorogoschtsch im an die Ukraine grenzenden Landkreis Graiworon traf es drei weitere Personen, darunter einen 14-Jährigen.
Russland beschiesst seit Beginn seines nunmehr über dreieinhalb Jahre währenden Kriegs auch zivile Ziele im Hinterland der angegriffenen Ukraine. Aber auch die Menschen in Russland – speziell in den grenznahen Regionen – selbst spüren durch ukrainische Gegenangriffe zunehmend die Kriegsfolgen. Die Zahl der Opfer und das Ausmass der Schäden in Russland steht aber in keinem Verhältnis zu den vom russischen Militär angerichteten Zerstörungen in der Ukraine.
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13.26 Uhr
3 Tote und 29 Verletzte bei Drohnenangriff auf Kiew
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht mindestens 3 Menschen getötet und 29 Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch sieben Kinder, teilte der Katastrophenschutz bei Telegram mit.
Die ukrainische Luftabwehr war zwar nach Angaben der Militärverwaltung von Kiew im Einsatz, konnte aber nicht alle Schäden verhindern. Herabfallende Trümmerteile abgeschossener Drohnen hätten in mehreren Stadtbezirken Wohnhäuser beschädigt. Auch Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete bei Telegram über die Angriffe.
Die ukrainische Luftabwehr konnte nicht alle Angriffe abwehren. Evgeniy Maloletka/AP/dpa (Archivbild) -
Sonntag, 26. Oktober 2025, 09.39 Uhr
Putin lobt Atomrakete und verkündet angebliche Geländegewinne in der Ukraine
Kremlchef Wladimir Putin hat bei einer Besprechung mit dem russischen Generalstab in einer Kommandozentrale an einem ungenannten Ort die militärische Stärke der Atommacht betont.
Im Krieg gegen die Ukraine verzeichne das Militär zahlreiche Erfolge, zudem sei der Test der atomaren Langstreckenrakete Burewestnik geglückt, sagte der in Uniform auftretende Putin in einem vom Kreml veröffentlichten Video.
Putin liess sich zunächst von Generalstabschef Waleri Gerassimow über die aktuelle Lage an der Front unterrichten. Nach Angaben des Generals sind die ukrainischen Garnisonen der Städte Pokrowsk im Gebiet Donezk und Kupjansk im Gebiet Charkiw eingekreist.
Kremlchef Wladimir Putin. KEYSTONESeinen Angaben zufolge sind jeweils 5000 ukrainische Soldaten von der Einkesselung betroffen. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht bestätigen. Das ukrainische Militärportal «Deepstate» hat lediglich einen Halbkreis von Nordost nach Südwest um Pokrowsk gezogen, der als russisch kontrolliert gilt. Die Kämpfe um die Stadt toben seit Monaten.
Die Atomrakete Burewestnik wurde demnach im Verlauf des jüngsten Manövers russischer Atomstreitkräfte am 21. Oktober getestet. Nach Angaben Gerassimows befand sich die Rakete 15 Stunden in der Luft und legte eine Distanz von 14'000 Kilometern zurück.
Putin lobte die Rakete als «einmaliges Erzeugnis, das sonst niemand auf der Welt hat». Er forderte den Stabschef auf, die Infrastruktur zu schaffen, um die neue Waffe nun bei den Streitkräften einzuführen. Putin hatte 2018 erstmals die Entwicklung der Interkontinentalrakete erwähnt. Seither soll es mehrere Tests gegeben haben.
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22.19 Uhr
Trump: Treffe Putin erst, wenn Deal sicher ist
US-Präsident Donald Trump will Kremlchef Wladimir Putin nach eigenen Angaben erst treffen, wenn er sich einer Einigung im Ukraine-Krieg sicher sein kann. Auf die Frage, was Russland tun müsse, damit Trump ein neues Treffen mit Putin ansetze, antwortete der US-Präsident an Bord der Regierungsmaschine Air Force One vor Journalisten: «Ich werde wissen müssen, dass wir einen Deal erzielen werden. Ich werde meine Zeit nicht verschwenden.»
Erst wenn er sich eines Deals sicher sein kann, möchte Trump nach eigenen Angaben Putin erneut treffen. (Archivbild) Bild: Jae C. Hong/AP/dpaDer US-Präsident hatte vor wenigen Tagen einem zuvor in Aussicht gestellten, baldigen Treffen mit Putin eine Absage erteilt - und es auf unbestimmte Zeit verschoben. Ausserdem verhängte seine Regierung erstmals in Trumps zweiter Amtszeit neue Sanktionen gegen Russland. Zur Begründung verwies sie ausdrücklich auf Putins mangelnden Willen, den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden.
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13.56 Uhr
Kiew: Deutsche Wirtschaftsministerin Reiche muss bei Luftangriffen in den Bunker
Bei dem russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew musste in der Nacht auch die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche in den Schutzkeller. Für sie sei es ein bedrückendes Erlebnis gewesen, für die Ukrainer leider trauriger Alltag, sagte sie auf einer Pressekonferenz am Samstag. «Es zeigte mir in dieser Nacht noch einmal sehr eindrücklich, dass die Attacken Russlands auf die ukrainische Bevölkerung darauf zielen, sie zu zermürben.» Bei dem Angriff auf Kiew kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, zwölf weitere wurden verletzt.
Wirtschaftsministerin Reiche musste in der Nacht wegen des Raketenalarms in Kiew in einen Schutzkeller. Bild: Andreas Stein/dpa -
13.19 Uhr
Das ukrainische Militär hat einen taktisch wichtigen Ort zurückerobert
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben die für die Verteidigung der Stadt Lyman wichtige Ortschaft Torske zurückerobert. Bei der Erstürmung seien bis zu 100 russische Soldaten getötet worden, teilte der Generalstab in Kiew mit. «Es gibt auch Gefangene», heisst es in der per Telegram verbreiteten Mitteilung. Die ukrainische Flagge sei wieder in Torske aufgestellt worden.
Torske ist ein Dorf im Norden der Region Donezk. Vor dem Krieg lebten dort mehr als 1000 Menschen, inzwischen ist es weitgehend zerstört. Kurz nach Kriegsbeginn wurde es von den russischen Truppen erobert, im Herbst 2022 von den Ukrainern bei ihrer Offensive zurückgewonnen. Zuletzt ging es wieder in russische Hand über.
Daily Ukraine map thread for Friday 24th October 2025
— Ukraine Control Map (@UAControlMap) October 24, 2025
Ukrainian 425th Skala Assault Regiment breaks into Torske in the Kreminna direction, capturing PoWs and raising a flag in the center of town. The contested area expands significantly here.
Ukrainian assault seen north of… pic.twitter.com/ZXDYrw1hhuTorske ist wegen seiner Lage an einer Höhe am Ufer des Flusses Scherebez wichtig. Dieser Fluss bildet eine natürliche Barriere und erschwert das Vorkommen von Truppen - etwa auf die nur 13 Kilometer westlich gelegene Stadt Lyman und den dahinter befindlichen Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk, den die russische Armee bislang in dem seit mehr als dreieinhalb Jahre währenden Krieg nicht erobern konnte.
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11.51 Uhr
Treffen sich Trump, Selenskyj und Putin in Davos am WEF?
Im Januar 2026 findet wieder das WEF in Davos statt. Wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet, wird an einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Kreml-Chef Wlademir Putin gearbeitet.
Trump hat sich bereits selbst nach Davos eingeladen, auch Selenskyj wird in der Schweiz erwartet. Nun wird auch eine Teilnahme von Putin angestrebt. Trumps langjähriger Bekannten Larry Fink (72), der neuen Co-Präsidenten des WEF-Stiftungsrats, soll laut des Berichts den Kreml-Chef von der Davos-Reise überzeugen.
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Samstag, 15. Oktober, 07.02 Uhr
Kiew erneut mit ballistischen Raketen angegriffen
Das russische Militär hat erneut Ziele in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit ballistischen Raketen angegriffen. Mindestens acht Menschen seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Drei von ihnen seien in Krankenhäuser eingeliefert worden.
Kiews Bürgermeister Klitschko. (Archivbild) Efrem Lukatsky/AP/dpaZudem seien im Ostteil der Dreimillionenstadt mehrere Brände ausgebrochen. Inoffiziellen Informationen zufolge sind dort befindliche Heizkraftwerke erneut das Ziel der Attacke gewesen.
Kurzzeitig galt auch Luftalarm im ganzen Land wegen eines möglichen Einsatzes einer ballistischen Mittelstreckenrakete durch Russland. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion.
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21.10 Uhr
Lage für ukrainische Truppen um Pokrowsk kritisch
Die Lage der ukrainischen Truppen um die Städte Pokrowsk und Myrnohrad im ostukrainischen Donezk hat sich weiter verschlechtert. «In Pokrowsk selbst sind soweit ich weiss 250 Russen, tatsächlich ist die Ziffer noch höher, denke ich», sagte ein im Einsatz befindlicher Soldat dem einflussreichen ukrainischen Nachrichtenportal «Ukrajinska Prawda». Ukrainische Positionen auf Karten seien teils nicht mehr existent oder nur mit verwundeten Soldaten besetzt. Ursache seien ein «katastrophaler» Soldatenmangel und die russische Drohnendominanz.
Problematisch sei dadurch auch die Versorgung von isolierten Stellungen und die Evakuierung von Verwundeten. Ein Kontakt sei grösstenteils nur noch mittels Funkgeräten möglich. Auch im benachbarten Bergarbeiterstädtchen Myrnohrad seien russische Einheiten bereits im nördlichen Stadtgebiet präsent. Sollte Pokrowsk fallen, sei ein Rückzug aus Myrnohrad nicht mehr möglich.
Pokrowsk und Myrnohrad sind seit Monaten umkämpft und von einer Einschliessung bedroht. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im September von erfolgreichen Gegenangriffen berichtet. Die Erfolgsberichte wurden jedoch von Anfang an durch ukrainische Militärbeobachter angezweifelt. Dennoch informierte am Mittwoch das ukrainische Militär über die Rückeroberung des Dorfes Kutscheriw Jar nördlich von Myrnohrad und über 50 Gefangene.
Die Stadt Pokrowsk ist seit Monaten schwer umkämpft. Archivbild: Michael Shtekel/AP/dpa -
20.15 Uhr
England: Lange Haft für Brandstifter im Dienste Moskaus
Weil sie laut Gericht im Auftrag der russischen Söldnertruppe Wagner eine «Kampagne des Terrors und der Sabotage» planten und ein Lagerhaus mit Ukraine-Hilfsgütern in Brand steckten, sind mehrere Männer in London zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der Brand im März 2024 richtete Schäden in Höhe von rund 1,5 Millionen Franken an. Darin befanden sich humanitäre Güter und Ausrüstung für den Satelliten-Kommunikationsdienst Starlink.
Starlink, das von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX betrieben wird, ist wichtig für Krankenhäuser, Schulen und andere zivile Einrichtungen in der Ukraine. Aber auch die ukrainische Armee nutzt grossflächig die Satelliten-Terminals für die Kommunikation.
Der 21 Jahre alte Anführer der Gruppe wurde zu 17 Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte noch weitere «Missionen» geplant, wie etwa die Entführung eines russischen Regierungsgegners, wie die britische Nachrichtenagentur PA aus dem Gerichtsaal im Londoner Strafgerichtshof Old Bailey meldete. Er stand demnach mit seinen Auftraggebern per Kurznachrichtendienst Telegram im Kontakt. Seine fünf Komplizen, alle Anfang 20, wurden zu Gefängnisstrafen zwischen sieben und zwölf Jahren verurteilt.
Die Gruppe wurde im Londoner Strafgerichtshof Old Bailey verurteilt. (Archivfoto) Bild: Nicholas.T.Ansell/Press Association/dpa -
17.42 Uhr
Mann zündet Sprengsatz – Tote und Verletzte
Bei einem schweren Zwischenfall mit einem Sprengsatz in der Ukraine sind nach Behördenangaben vier Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden.
Bei einer Personenkontrolle in einem Zug im Gebiet Schytomyr habe ein Mann bei der Befragung durch eine Grenzbeamtin den Sprengsatz gezündet, teilte die Sprecherin des Innenministeriums, Marjana Rewa, dem Internetportal «Ukrajinska Prawda» zufolge mit. «Getötet wurden die Grenzbeamtin, die dem Mann die Fragen gestellt hat, der Mann selbst und vorläufigen Informationen nach noch zwei Passagiere», sagte sie.
Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Ein Sprecher der Grenzpolizei erklärte, der 23-jährige Verdächtige sei kürzlich bereits beim Versuch festgenommen worden, das Land Richtung Westen zu verlassen.
Wegen der seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernden russischen Invasion herrscht in der Ukraine Kriegsrecht. Männer im Alter zwischen 22 und 60 Jahren dürfen ohne Sondererlaubnis das Land nicht verlassen und können zur Landesverteidigung an der Front eingezogen werden. Immer wieder kommt es auch zu Gewalt durch Sicherheitskräfte bei der Mobilmachung, wenn Männer zum Kriegsdienst eingezogen werden.
Ukrainische Grenzschützer patrouillieren an der Grenze zu Ungarn in der Region Zakarpattia. -/Ukrinform/dpa -
9.33 Uhr
Russisches Gericht verdonnert 21-Jährige zu 14 Jahren Haft – wegen eines Telegram-Kanals
Das Militärgericht des Südbezirks in Rostow am Don hat Jana Suworowa zu 14 Jahre Haft verurteilt, berichtet «Mediazona»: Die 21-Jährige hat ein den Telegram-Kanal namens «Melitopol ist ukrainisch» betrieben.
Suworowa wurde im Alter von 19 Jahren am 20. August 2023 festgenommen. An diesem Tag sei es im besetzten Melitopol zu Massenverhaftungen von Journalisten und Bloggern gekommen. Der Inlandsgeheimdienst FSB wirft dem pro-ukrainischen Netzwerk vor, «Informationen zu sammeln und psychologischen Druck auf die Bewohner der Region auszuüben».
Zusammen mit den Kanälen «RIA-Melitopol» und «Gachi-Ugolok» soll «Melitopol ist ukrainisch» Informationen über die Stationierung und Bewegung russischen Militärpersonals und militärischer Ausrüstung« gesammelt und weitergegeben haben.
The administrator of the channel “Melitopol Is Ukraine” has been sentenced to 14 years in prison in Russia.
— Межа (@mezha_net) October 24, 2025
This is reported by the Russian publication "Mediazona".
Yana Suvorova was detained on August 20, 2023, when she was only 19 years old. That day, mass arrests of… pic.twitter.com/9Z9a4npsOiDiese Informationen hätten dazu geführt, dass die ukrainischen Streitkräfte am 27. März 2023 einen Himars-Angriff auf eine Einrichtung der Armee in Melitopol durchgeführt hätten.
Laut Reporter ohne Grenzen wurde Jana Suworowa zunächst im besetzten Mariupol festgehalten und dann in das berüchtigte Gefängnis SIZO-2 in Taganrog verlegt, das für Folter bekannt ist.
In diesem Zusammenhang hat es bereits weitere Urteile gegeben: Anfang September habe ein Rostower Gericht den 27-jährigen Wladislaw Gershon von «Melitopol ist ukrainisch» zu 15 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis verknackt. Im selben Zeitraum habe ein Regionalgericht Saporischschja Georgij Lewchenko von «RIA Meliotpol» zu 16 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis verdonnert.
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8.45 Uhr
Russland meldet fünf Verletzte nach Drohnenangriff
In der Moskauer Vorstadt Krasnogorsk sind nach Behördenangaben fünf Menschen durch einen ukrainischen Drohnenangriff verletzt worden, darunter auch ein Kind.
«Die Erwachsenen weisen Schädel-Hirn-Verletzungen, Brüche und Splitterwunden auf, das Kind ein verstauchtes Knie und leichte Unterschenkelverletzungen», schrieb Gouverneur Andrej Worobjow bei Telegram.
Die Drohne schlug demnach in eine Wohnung im 14. Stock eines Hochhauses ein. Insgesamt drei Wohnungen wurden demnach beschädigt, das Gebäude evakuiert. Rund 70 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Krasnogorsk ist eine Stadt, die im Nordwesten Moskaus praktisch direkt in die Aussenbezirke der Metropole übergeht.
A Ukrainian drone crashed into an apartment in Krasnogorsk
— NEXTA (@nexta_tv) October 24, 2025
The impact hit the 14th floor, injuring five people.
Local residents say the explosion was so powerful that fragments of the building’s facade and shattered glass were scattered all over the courtyard. pic.twitter.com/A2asEfNUOPDas russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von 111 ukrainischen Drohnen über 13 Regionen des Landes. Der Grossteil wurde demnach im Süden Russlands zum Absturz gebracht, allein 34 über dem Gebiet Rostow am Don, weitere 25 über Brjansk. Im Gebiet Moskau wurde demnach eine Drohne abgeschossen. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
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5.38 Uhr
Finnland will US-Waffen für die Ukraine kaufen
Finnland stellt der Ukraine in Aussicht, für sie US-Waffen im Wert von 100 Millionen Euro zu kaufen. Das berichtete die Zeitung «Helsingin Sanomat» und zitiert Ministerpräsident Petteri Orpo.
Finnland gehört der EU an und ist 2023 im Zuge des russischen Krieges gegen die Ukraine auch der Nato beigetreten. Das skandinavische Land teilt eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland.
Die durch den russischen Angriffskrieg zerstörte ukrainische Stadt Pokrowsk. (Archivbild) Bild: Keystone/EPA/Press Service of the 93rd Separate Mechanized Brigade -
2.44 Uhr
Russen-Geld für die Ukraine? EU will Beschluss im Dezember
Die EU ist mit den Plänen für die Nutzung von eingefrorenem russischen Staatsvermögen für die Ukraine einen Schritt vorangekommen. Angesichts erheblicher Bedenken des zentralen Akteurs Belgien bleibt allerdings vorerst unklar, ob sie am Ende wirklich umgesetzt werden können. Eine Entscheidung soll kurz vor Weihnachten fallen, wie EU-Ratspräsident António Costa nach einem EU-Gipfel in Brüssel mitteilte, bei dem auch Kanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dabei waren.
Beim Herbstgipfel der Staats- und Regierungschefs wurde die EU-Kommission damit beauftragt, so bald wie möglich einen Vorschlag dazu vorzulegen. Auf Dringen Belgiens hin soll die Kommission allerdings auch mögliche andere Optionen erarbeiten, wie der Finanzbedarf der Ukraine für die Jahre 2026 bis 2027 gedeckt werden könnte, wie die deutsche Nachrichtenagentur DPA von mehreren Diplomaten erfuhr.
Press conference following the European Council ↓
— António Costa (@eucopresident) October 23, 2025
https://t.co/smbYclrszS -
1.28 Uhr
Merz: Luftraumverletzung in Litauen war bewusste Provokation
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz geht nach der Luftraumverletzung in Litauen von einer bewusst gesetzten russischen Provokation aus. «Das ist eine weitere ernsthafte Luftraumverletzung, die nicht zufällig passiert, die auch nicht zufällig am heutigen Tag passiert», sagte Merz nach dem EU-Gipfel in Brüssel. Russland provoziere damit die gesamte Europäische Union. Die Staats- und Regierungschefs hatten bei dem Spitzentreffen über die weitere Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine beraten. Kurz zuvor war auch ein neues Paket mit Sanktionen gegen Moskau beschlossen worden.
Am Abend waren nach Angaben der litauischen Armee zwei russische Militärflugzeuge in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen. Die Luftwaffe habe gegen 18.00 Uhr Ortszeit eine Verletzung der Staatsgrenze bei Kybartai durch einen russischen SU-30-Jet und ein Tankflugzeug vom Typ IL-78 festgestellt, teilte die Armee mit.
This evening, Russian military planes violated Lithuanian air space. This is a blatant breach of international law and territorial integrity of Lithuania. Once again, it confirms the importance of strengthening European air defence readiness.@LithuaniaMFA will summon Russian… pic.twitter.com/0GS6OrKaRx
— Gitanas Nausėda (@GitanasNauseda) October 23, 2025Merz fügte hinzu, man werde auf den Vorfall «wie in den vergangenen Wochen mit Augenmass reagieren». Unter dem Eindruck der jüngsten Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen hatte die Nato im September den Einsatz «Eastern Sentry» (deutsch etwa: Wächter des Ostens) begonnen, mit dem vor allem zusätzliche Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten mobilisiert werden sollen. Merz sagte nun, er wolle mit Verteidigungsminister Boris Pistorius über die jüngste Luftraumverletzung sprechen. Zudem gehe er davon aus, dass auch der Nato-Rat sich damit befassen werde.
Das Verteidigungsministerium in Moskau wies die Darstellung der Litauer zurück und teilte über Telegram mit, SU-30-Kampfflugzeuge hätten über der russischen Exklave Kaliningrad planmässige Übungsflüge vollzogen. Grenzen anderer Staaten seien dabei nicht verletzt worden, das hätten «objektive Kontrollmittel» bestätigt.
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Freitag, 24. Oktober 2025, 1.01 Uhr
Starmer fordert Waffen mit grösserer Reichweite für Ukraine
Der britische Premierminister Keir Starmer will die Verbündeten der Ukraine aufrufen, mehr Waffen mit grosser Reichweite zu liefern. Das Land müsse vor dem Winter in eine möglichst starke Position gebracht werden, hiess es in einer Mitteilung der britischen Regierung vor einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in London. Dazu gehöre, russisches Öl und Gas von den globalen Märkten zu verbannen, den Weg für die Nutzung russischer Vermögenswerte zur Verteidigung der Ukraine freizumachen und mehr Waffen mit grosser Reichweite bereitzustellen.
Zu dem Treffen am Nachmittag im britischen Aussenministerium werden neben Starmer der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Nato-Generalsekretär Mark Rutte sowie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der niederländische Regierungschef Dick Schoof erwartet. Etwa 20 weitere Staats- und Regierungschefs wollen virtuell an der Sitzung teilnehmen, hiess es weiter.
US-Präsident Donald Trump will der Ukraine keine Tomahawk-Marschflugkörper liefern. (Archivbild) Bild: Keystone/AP Photo/U.S. Navy, MC3 Jonathan SundermanDer Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden, müsse erhöht werden, sagte Starmer der Mitteilung zufolge. «Immer wieder bieten wir Putin die Gelegenheit, seine sinnlose Invasion zu beenden, das Töten zu stoppen und seine Truppen zurückzurufen – doch er weist diese Vorschläge und jede Chance auf Frieden immer wieder zurück», so der britische Premier. Beraten werden soll den Angaben nach auch darüber, wie die Energie-Infrastruktur der Ukraine besser vor der systematischen Zerstörung durch Russland geschützt werden kann.
Was zuvor wichtig war, kannst du hier nachlesen.