Batman gegen die Demokraten Maga-Rebell will Bürgermeister von Los Angeles werden − und hat Chancen

Gabriela Beck

10.5.2026

Will wie Trump politisch als fernsehgewandter Outsider und Populist auftrumpfen: Spencer Pratt bei den American Music Awards 2025. (Archiv)
Will wie Trump politisch als fernsehgewandter Outsider und Populist auftrumpfen: Spencer Pratt bei den American Music Awards 2025. (Archiv)
IMAGO

Ein Batman-Video erschüttert den Wahlkampf in Los Angeles: Maga-Rebell und Reality-TV-Star Spencer Pratt inszeniert sich als Retter einer Stadt, die viele als Symbol für Chaos und politische Überforderung sehen. Während die Demokraten schwächeln, wittern Republikaner in Kalifornien plötzlich echte Chancen.

Redaktion blue News

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  • Maga-Rebell Spencer Pratt nutzt ein virales Batman-Video, um den Frust über die demokratische Führung in Los Angeles zu bündeln. Er kandidiert damit für die Bürgermeisterwahlen im Juni.
  • Hohe Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot und mangelndes Krisenmanagement schwächen die Demokraten in ganz Kalifornien.
  • Davon profitieren Republikaner, die vor den Gouverneurswahlen im August 2026 überraschend konkurrenzfähig auftreten.

In Los Angeles trägt Batman plötzlich ein republikanisches Wahlkampflogo. Mit einem aufwendig produzierten Video hat Reality-TV-Star Spencer Pratt den Bürgermeisterwahlkampf der Millionenstadt aufgewirbelt – und zugleich die tiefe Krise der kalifornischen Demokraten offengelegt.

Der der KI-generierte Spot zeigt Los Angeles als düstere Gotham-Version: Während das demokratische Establishment an einem Bankett tafelt, kämpfen Bürger mit Armut, Wohnungsnot und den Folgen der verheerenden Brände von Pacific Palisades. Gouverneur Gavin Newsom erscheint als dekadenter Aristokrat, Bürgermeisterin Karen Bass mit Joker-Maske. Pratt selbst tritt im Batman-Kostüm als Anführer eines Volksaufstands auf.

Der Film erschien unmittelbar vor der letzten TV-Debatte und sorgte auf Social Media für Aufregung. Produziert wurde er vom Filmemacher Charles Curran, offiziell ohne Auftrag des Kandidaten. Die Botschaft ist dennoch eindeutig: Los Angeles müsse «gerettet» werden.

Die politische Stimmung kippt

Pratt, bekannt aus der Reality-Serie «The Hills», wurde selbst Opfer der Feuerkatastrophe Anfang 2025. Sein Haus in Pacific Palisades brannte nieder. Seither lebt er mit seiner Familie unter schwierigen Bedingungen, beschreibt «The Cut» in einem ausführlichen Porträt. Den Behörden wirft er massives Versagen vor – ein Vorwurf, der in Teilen der Bevölkerung verfängt.

Dass ein Republikaner im seit Jahrzehnten demokratisch wählenden Los Angeles überhaupt Schlagzeilen macht, galt lange als ausgeschlossen. Doch die politische Stimmung kippt. Viele Kalifornier klagen über explodierende Wohnkosten, Obdachlosigkeit, Drogenprobleme und marode Infrastruktur. Selbst Tech-Milliardäre verlassen inzwischen den Bundesstaat aus Sorge vor höheren Steuern.

Der Frust trifft vor allem die Demokraten, die Kalifornien seit Jahren dominieren. Für die Gouverneurswahl im August 2026 fehlt ihnen eine überzeugende Führungsfigur, nachdem der amtierende Gouverneur und Trump-Kritiker Gavin Newsom nicht mehr kandidieren darf. Mehrere Kandidaten kämpfen mit schwachen Umfragewerten oder Imageproblemen, schreibt der «Guardian» .

Die Demokarten könnten Kalifornien verlieren

Davon profitieren demnach die Republikaner. Besonders Steve Hilton, einst Berater des britischen Premierministers David Cameron, liegt in Umfragen überraschend weit vorne. Hilton präsentiert sich als wirtschaftsliberaler Reformer und wirft den Demokraten vor, Kalifornien in ein Experiment des Linksliberalismus verwandelt zu haben. Unterstützung erhält er von Donald Trump.

Hinzu kommt der Sheriff Chad Bianco, ein kompromissloser «Law and Order»-Kandidat aus dem Maga-Lager. Zwar polarisiert Bianco stark, doch gemeinsam zeigen beide Republikaner: Selbst im traditionell demokratischen Kalifornien ist ein Machtwechsel nicht mehr undenkbar.

Das Batman-Video aus Los Angeles steht deshalb für mehr als einen spektakulären Wahlkampfauftritt. Es verdichtet den Eindruck eines Bundesstaats, in dem viele Wähler den Glauben an die politische Führung verloren haben – und nun offen für populistische Gegenentwürfe werden.

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