Elon Musk verteidigt seine Online-Plattform trotz überwältigender Kritik aus Europa und Asien vehement.
Als erste Länder weltweit ziehen Indonesien und Malaysia am Wochenende strikte Konsequenzen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verlangt von X Änderungen.
Ebba Busch, stellvertretende Ministerpräsidentin von Schweden, findet für manche X-Nutzer deutliche Worte.
Wie X-Nutzer mit Musks KI Frauen belästigen: «Bikini jetzt» - Gallery
Elon Musk verteidigt seine Online-Plattform trotz überwältigender Kritik aus Europa und Asien vehement.
Als erste Länder weltweit ziehen Indonesien und Malaysia am Wochenende strikte Konsequenzen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verlangt von X Änderungen.
Ebba Busch, stellvertretende Ministerpräsidentin von Schweden, findet für manche X-Nutzer deutliche Worte.
Sexualisierte KI-Bilder von Kindern, wütende Regierungen und Bürgerliche in Bern, die sich Regulierung wünschen: Die Online-Plattform von Elon Musk sorgt für Empörung – und erste nationale Sperren.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Viele Frauen und Mädchen werden auf Elon Musks Plattform X mithilfe des KI-Chatbots Grok unfreiwillig «ausgezogen».
- Die schwedische Ministerin Ebba Busch, selbst «Bikini»-Opfer, findet: «Die Welt braucht weniger A****löcher».
- Behörden reagieren mit Strafandrohungen und Sperren: Selbst bürgerliche Parteien in Bern rufen plötzlich nach mehr Regulierung.
- Obwohl Politikerinnen parteiübergreifend Tempo machen wollen, bleibt der Bundesrat gemächlich – verbindliche KI-Regeln lassen weiter auf sich warten.
«Ich wurde unfreiwillig von Elon Musks Grok auf X ausgezogen», sagt die stellvertretende Ministerpräsidentin Schwedens, Ebba Busch. «Meine Tochter ist neun. Ich möchte nicht, dass ihr jemals so etwas passiert.»
Busch ist eine von vielen Betroffenen, die mithilfe von Elon Musks Künstlicher Intelligenz auf der Online-Plattform X gegen ihren Willen in wenig Kleidung dargestellt wurde. Ein Nutzer hatte dem KI-Chatbot Grok auf X zu einem Foto von Busch am Rednerpult geschrieben: «@Grok Bikini jetzt».
Grok folgt dem Befehl, manipuliert das Foto und tauscht das blaue Kleid der Amtsträgerin gegen einen Bikini aus. Zunächst für alle sichtbar, verbreitet sich das Bild schnell. Inzwischen ist es verschwunden. Stattdessen heisst es an gleicher Stelle: «Dieser Post verstösst möglicherweise gegen die X-Regeln zu Missbrauch.»
In Bern rufen jetzt sogar die Bürgerlichen nach Regulierung
Posts wie dieser rufen zahlreiche Behörden in aller Welt auf den Plan. Die EU droht X mit Strafverfahren, in Grossbritannien starten Untersuchungen und in Indonesien sowie Malaysia wird der Dienst sogar gesperrt.
Auch in der Schweiz ist die Politik alarmiert und über Lagergrenzen hinweg einig: So kann es nicht weitergehen. Die Auszieh-Funktion von Grok bringt sogar die Freiheitlichen an ihre Grenzen: «Ausnahmsweise würde ich sagen: lieber etwas zu viel regulieren als etwas zu wenig», wird die Basler Nationalrätin Patricia von Falkenstein vom «Tages-Anzeiger» zitiert.
Bereits 2024 hatten die Zürcher SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel und Raphaël Mahaim, Grüne-Nationalrat aus dem Kanton Waadt, identische Motionen eingebracht, um die «Verbreitung der entwürdigenden Nudify-Apps einzuschränken». Doch die Mühlen in Bern mahlen langsam, bis Ende 2026 soll gerade mal eine Vernehmlassungsvorlage für KI-Regeln erarbeitet werden.
«Es geht wirklich zu langsam im Bundesrat, man wartet auf die Auslegeordnung, dann auf einen Gesetzesvorschlag. Ich überlege mir derzeit für die Frühlingssession einen weiteren Vorstoss, wieder überparteilich wie letztes Mal», zeigt sich Nina Fehr Düsel im «Tages-Anzeiger» ungeduldig und will noch mal Tempo machen, um die Verbreitung von Fake-Content einzuschränken, zu kennzeichnen oder zu verhindern.
Auch sexualisierte Bilder von Kindern erstellt
Fakt ist: Auf X sieht man immer mehr Bilder von wenig bekleideten Frauen und viele Beispiele offenbar männlicher Übergriffigkeit. Immer wieder weisen Nutzer die KI an, Frauen bildlich auszuziehen.
Lange gehorcht der KI-Chatbot den Befehlen, präsentiert freizügige Bilder von Menschen – auch von Kindern. An Silvester entschuldigt sich der Chatbot dafür, ein Bild von zwei Mädchen im Teenager-Alter «in sexualisierten Outfits» erstellt und geteilt zu haben. Es sei ein «Versagen unserer Sicherheitsvorkehrungen» gewesen, schreibt Grok.
Inzwischen hat das US-Unternehmen reagiert. Bittet man Grok auf X, ein Bild zu generieren oder zu bearbeiten, antwortet der Bot: «Die Bilderzeugung und Bearbeitung ist derzeit auf zahlende Abonnenten beschränkt.» Von Abonnenten erstellte Bilder lassen sich aber auch weiterhin für alle öffentlich anzeigen.
Schwedens Ministerin: Welt braucht weniger «Arschlöcher»
Die schwedische Politikerin Busch nimmt in einem Statement besonders die Nutzer in die Verantwortung: «Wie wäre es, wenn wir zweimal überlegen, bevor wir KI auf diese Weise einsetzen, und darauf achten, was wir online teilen?», fragt sie in dem Video, das sie auf X nach dem Eklat postet. «Die Welt braucht mehr gute Männer und Frauen und weniger Arschlöcher», fügt sie hinzu.
Wirst du oder wurde jemand, den du kennst, Opfer sexualisierter Gewalt oder von Cybermobbing?
Hier findest du Hilfe: