In Indonesien haben islamistische Extremisten nach Polizeiangaben vom Montag erneut einen Selbstmordanschlag mit ihren eigenen Kindern verübt. Ein achtjähriges Kind überlebte die Attacke auf eine Polizeistation in der Grossstadt Surabaya.
Auf Aufnahmen von Überwachungskameras war ein Kind zu sehen, das nach dem Anschlag am Tatort umherirrte. Fünf Familienmitglieder seien in Surabaya auf zwei Motorrädern auf die Wache zugefahren, teilte die Polizei mit. Dann habe es eine Explosion gegeben. Vier Polizeibeamte und sechs Zivilisten seien verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich niemand.
Erst am Sonntag hatte eine sechsköpfige Familie Selbstmordanschläge auf drei Kirchen in derselben Stadt verübt. Im Süden von Surabaya starben der Polizei zufolge bei einer Explosion drei Mitglieder einer Familie, die offenbar Bomben gebaut hatte. Drei Kinder überlebten. Bei den Attacken starben laut Polizei seit Sonntag insgesamt 25 Menschen, darunter 13 mutmassliche Extremisten.
Der Islamische Staat (IS) reklamierte die Tat vom Sonntag für sich. Der indonesische Geheimdienst verdächtigte die Gruppe Jemaah Ansharut Daulah (JAD), die dem IS nacheifert. Der Vater der Angreifer-Familie vom Sonntag sei der örtliche JAD-Chef gewesen, erklärte die Polizei. Entgegen früherer Angaben sei die Familie aber nicht aus Syrien zurückgekehrt.
Erstarkender Islamismus
Sicherheitsexperten zufolge wurden in Indonesien Kinder bislang nicht in Selbstmordanschläge hineingezogen. Wenn ganze Familien derartige Taten planten, machten sie sich im Vorfeld weniger verdächtig, sagten Terror-Experten.
Staatspräsident Joko Widodo verurteilte die Anschläge in der zweitgrössten Stadt des Landes als Taten von Feiglingen. Er kündigte an, mit einem neuen Anti-Terrorgesetz gegen Extremisten in Indonesien vorzugehen.
Das grösste muslimische Land der Welt kämpft seit längerem mit einem erstarkenden Islamismus. Bereits im Jahr 2000 waren mehrere Kirchen das Ziel von Angriffen. Damals wurden an Weihnachten etwa 20 Menschen getötet.
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