Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff BAG-Experte: «Wir haben es nicht mit einer Pandemie zu tun»

Helene Laube

12.5.2026

Hantavirus: Vier Schiffspassagiere nach Deutschland gebracht

Hantavirus: Vier Schiffspassagiere nach Deutschland gebracht

Frankfurt, 11.05.2026: Deutsche Passagiere wieder in Deutschland: Die vier in die Niederlande ausgeflogenen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind am späten Sonntagabend von Eindhoven aus nach Deutschland gebracht worden. Eine Bestätigung für die geplante Ankunft des sogenannten Sonderisoliertransports in der Uniklinik Frankfurt gab es bis zum frühen Morgen nicht. Dort sollen die Passagiere zunächst weiter untersucht und beobachtet und anschliessend zur Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden. Über die Massnahmen entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter.

12.05.2026

Der Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» weckt Erinnerungen an die Coronapandemie. Es gibt Tote und Infizierte, die Infektionskette reicht bis nach Europa. Dennoch: Das Bundesamt für Gesundheit hält eine Pandemie derzeit für ausgeschlossen.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» weckt Erinnerungen an die Coronapandemie.
  • Ein Experte des Bundesamts für Gesundheit hält laut einem Medienbericht eine weltweite Epidemie derzeit aber für ausgeschlossen.
  • Zusätzliche Vorbereitungen oder die Anwendung des Pandemieplans seien derzeit nicht vorgesehen.
  • In der Schweiz gibt es derzeit eine positiv getestete und hospitalisierte Person sowie zwei Kontaktpersonen unter Beobachtung.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält laut den Zeitungen von CH Media eine weltweite Epidemie durch das auf einem Kreuzfahrtschiff ausgebrochene Hantavirus derzeit für ausgeschlossen. «Wir haben es nicht mit einer Pandemie zu tun», sagte BAG-Vertreter Claudio Zaugg laut Bericht. Das Referenzlabor in Genf habe laut Zaugg den Virustyp Andes rasch identifiziert. In der Schweiz gebe es derzeit eine positiv getestete und hospitalisierte Person sowie zwei Kontaktpersonen unter Beobachtung.

Zusätzliche Vorbereitungen oder die Anwendung des Pandemieplans seien derzeit nicht vorgesehen. Das Schweizer Besatzungsmitglied des Kreuzfahrtschiffs befinde sich in den Niederlanden in Quarantäne.

Die vor Teneriffa vor Anker liegende «Hondius» wird mit Vorräten beliefert. (11. Mai 2026) 
Die vor Teneriffa vor Anker liegende «Hondius» wird mit Vorräten beliefert. (11. Mai 2026) 
Bild: Keystone/EPA/Ramón de la Rocha

Am Sonntag waren erste Sonderflüge von der Kanareninsel Teneriffa - wo das Kreuzfahrtschiff «Hondius» nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte – gestartet, um die Menschen vom Schiff aus insgesamt 23 Nationen, unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat zu bringen.

Drei Passagiere gestorben

Insgesamt starben bisher drei Passagiere der «Hondius», bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird. Diese südamerikanische Variante des Hantavirus kann bei engem Kontakt, wie auf einem Kreuzfahrtschiff, auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Es gab in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nur einige wenige erfasste Ausbrüche in Südamerika, die alle rasch wieder abebbten. Auch im aktuellen Fall sehen Experten kein Risiko für eine umfassende Ausbreitung des Erregers.

Deutsche Passagiere nach Hantavirus-Ausbruch unter Beobachtung

Deutsche Passagiere nach Hantavirus-Ausbruch unter Beobachtung

Frankfurt/Berlin, 11.05.2024: Passagiere unter Beobachtung: Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff werden vier deutsche Reisende in Frankfurt medizinisch überwacht. Die Betroffenen stammen aus Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Symptome zeigen sie bislang nicht. Die Reisenden sollen in ihre Heimat-Bundesländer gebracht und dort voraussichtlich in häusliche Quarantäne kommen. Von der Ansteckung bis zum möglichen Ausbruch der Krankheit können laut Experten bis zu 45 Tage vergehen. Die zuständigen Gesundheitsämter überwachen mögliche Symptome in den kommenden Wochen engmaschig.

12.05.2026