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Die Eröffnung von Stuttgart 21 könnte sich Medienberichten zufolge weiter verzögern. (Archivbild)
Christoph Schmidt/dpa
Stuttgart 21 soll erst im Jahr 2031 fertig werden. Das liegt offenbar auch daran, dass rund 1000 Kilometer Kabel falsch verlegt wurden.
Das deutsche Bahn-Grossprojekt Stuttgart 21 könnte später fertig werden als zuletzt angenommen. Wie Anfang der Woche bekannt wurde, rechnen Beteiligte inzwischen mit einer vollständigen Inbetriebnahme erst Ende 2031.
Besonders brisant ist ein Bericht des SWR: Demnach sollen mehr als 1000 Kilometer Kabel und Kabelschächte fehlerhaft verlegt worden sein. Ein Grossteil davon müsse ersetzt werden. Die Deutsche Bahn wollte die Angaben nicht kommentieren und verweist auf eine Sitzung des Lenkungskreises Ende Juni.
Die Bahn kündigte an, am 26. Juni über ein neues Inbetriebnahmekonzept zu informieren. Zu Spekulationen über weitere Verzögerungen äussere man sich derzeit nicht.
Immerhin sollen Reisende laut mehreren Medienberichten bereits ab Ende 2027 von ersten Verbesserungen profitieren. So könnten einige der heute notwendigen langen Wege zu den Bahnsteigen verkürzt werden.
Bereits im vergangenen November hatte die Bahn eine für Ende 2026 geplante Teileröffnung abgesagt. Bahnchefin Evelyn Palla begründete dies damals mit Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Bahnknotens.
Stuttgart soll als erster grosser Bahnknoten Deutschlands vollständig digital betrieben werden. Fernzüge, Regionalzüge und S-Bahnen sollen ausschliesslich mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS verkehren. Klassische Lichtsignale sind nicht mehr vorgesehen. Die technische Umsetzung gestaltet sich jedoch deutlich komplizierter als erwartet.
An Stuttgart 21 wird seit 2010 gebaut. Als Bund, Bahn und Projektpartner die Finanzierung 2009 vereinbarten, rechneten sie noch mit einer Eröffnung im Jahr 2019.
Damals wurden die Kosten auf rund 4,5 Milliarden Euro beziffert. In frühen Planungen war sogar von lediglich rund 3 Milliarden Euro die Rede. Inzwischen kalkuliert die Deutsche Bahn mit Kosten von rund 11,3 Milliarden Euro.
Stuttgart 21 umfasst nicht nur den neuen unterirdischen Hauptbahnhof. Zum Projekt gehören auch neue Bahnhöfe, Tunnel, Brücken und Gleisanlagen sowie die bereits 2022 eröffnete Schnellfahrstrecke zwischen Wendlingen und Ulm.