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Trump und Epstein 1992 auf einer Party.
Bild: NBC News
Britische Medien schreiben, dass Jeffrey Epstein der Staatsanwaltschaft vor seinem Tod belastende Informationen über Donald Trump geben wollte. Sie berufen sich dabei auf die Gefängnis-Notizen des Pädophilen, die nun öffentlich geworden sind – doch ganz eindeutig sind diese nicht.
«Epstein hat versucht, der Staatsanwaltschaft ‹Dreck› über Trump anzubieten», so die Überschrift der Tageszeitung «Telegraph», während der «Independent» titelt: «Epstein hat nach seiner Verhaftung versucht, belastendes Material über ‹Betrüger› Trump anzubieten, enthüllen Notizen».
Die britischen Publikationen beziehen sich auf eine Recherche der «New York Times», die von den Behörden Einsicht in einen Notizblock bekommen hat, den Jeffrey Epstein im Gefängnis benutzt hat. Sie zeichnen das Bild eines Mannes, der sich zunächst noch Hoffnung zu machen scheint, sich mit seinem Wissen über Donald Trump Vorteile zu verschaffen.
Der Notizblock stammt aus dem Jahr 2019, als Trump in seiner ersten Amtszeit steckt. Ende November 2018 hat der «Miami Herald» mit seiner Berichterstattung neue Ermittlungen gegen Epstein angestossen, die am 6. Juli 2019 in New York zu seiner Verhaftung führen.
Das Gefängnis bekommt dem 66-Jährigen offensichtlich nicht: Er beantragt Freilassung auf Kaution, die aber abgelehnt wird. Das regt Epstein auf, denn die Anklagepunkte seien «nicht neu», notiert er.
Und weiter: «Der Fall ist von 2002-2005» – und wäre damit bereits abgegolten, weil sich der Pädophile 2008 schuldig bekannt hatte und mit dem sogenannten «sweetheart deal» ausserordentlich glimpflich davongekommen ist.
Donald Trump appointed Alexander Acosta as his Secretary of Labor, a role that was widely viewed as a reward for Acosta's role in granting Jeffrey Epstein a highly controversial "sweetheart" plea deal
— democracy4u.bsky.social (@democracy4u.bsky.social) 15. Juni 2026 um 20:06
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Laut «New York Times» habe Epstein gehofft, er könne die Staatsanwaltschaft mit Informationen milde stimmen, die andere Fälle betreffen. Zum Beispiel mit Blick auf Donald Trump, mit dem er von den späten 80ern bis zum Anfang der 2000er eng befreundet war.
He Said Not to Tell Anyone”: How Trump Kept Tabs on Epstein Trump hosted Epstein at Mar-a-Lago, where he appears in photos in 1997 and 2000. Epstein’s personal little black book, leaked by an employee in 2009, contained 14 phone numbers for Trump & wife, Melania www.vanityfair.com/news/2019/07...
— Hedy Lamarr (@chudonew.bsky.social) 9. September 2025 um 20:58
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«Trump ist ein totaler Betrüger», notiert der Insasse. «Lug und Trug», steht dahinter und «Hatte nie Geld» darunter. «Die Öffentlichkeit sollte seine College-Zeugnisse sehen: kein stabiles Genie», heisst es weiter. Trump hatte sich damals selbst zum «stabilen Genie» erklärt.
Das einzig Substanzielle ist der Satz: «Allen Weisselberg weiss alles.» Es handelt sich dabei um den Finanzchef der Trump Organization, dem Firmenimperium des Präsidenten und seiner Familie. Allerdings laufen in jener Zeit bereits Ermittlungen gegen Weisselberg, der später wegen diverser Steuerdelikte mehrfach verurteilt werden wird.

Allen Weisselberg (mit Maske), CFO der Trump Organization, am 18. August 2022 vor dem Gericht in New York.
KEYSTONE
Am 22. Juli überschreibt Epstein seine Notiz mit «J'Accuse» – das ist eine Anspielung auf die Dreyfus-Affäre, einen Justizskandal in Frankreich während des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert. Alfred Dreyfuss, ein jüdischer Offizier aus dem Elsass, war unter skandalösen Umständen der Spionage für den deutschen Kaiser schuldig gesprochen worden.
Auch Epstein sieht sich als Justizopfer. «#MeToo», schreibt er: «Jüdisch – reich – Politik». Er sei zwischen 2002 und 2005 nur wegen «Prostitution» belangt worden. Wenige Stunden später wird der Häftling mit einer Schlinge um den Hals erwischt: ein erster Versuch am 23. Juli, sich das Leben zu nehmen.
Auf einer separaten Abschiedsnote vom 23. Juli schreibt Epstein, dass «in der Zukunft nur Schmerz für mich und andere» warteten. «Warum sollten Leute, die mich lieben, unter meinen Problemen leiden?», fragt er. «Am besten für alle», endet das Schriftstück.

Jeffery Epstein auf einem Foto aus dem Jahr 2019.
Bild: US-Justizministerium
Die Notizen in den nächsten Tagen wirken depressiv, schreibt die «New York Times»: «Milliardenschwerer Pädophiler im Gefängnis», überschreibt Epstein ein neues Blatt. Es gebe «keinen Schlaf, keine Luft, Schreie». Die Wärter spielten nachts laute Musik ab, während die Insassen an die Türen schlagen würden.
Die Wärter hätten seinem Zellengenossen gesagt, dass sie keinen Bericht schreiben würden, «wenn er mich zusammenschlägt». Weiter schreibt Epstein: «Mir wurde gesagt, ich solle Windeln besorgen, statt auf Toilette zu gehen.» Am 10. August nimmt er sich das Leben.

Epsteins New Yorker Zelle nach seinem Suizid.
Bild: US-Justizministerium
Lässt sich aus den wirren Notizen zweifelsfrei schliessen, dass Epstein Trump ans Messer liefern wollte, wie es die britischen Publikationen schreiben? Selbst wenn: Epstein hatte offenbar nichts in der Hand, was die Staatsanwaltschaft wirklich interessiert hätte.
Epstein Was Trying To Offer Prosecutors Dirt On Trump, Report Says—But Didn’t Have Anythinghttps://t.co/njJTbMq6hI pic.twitter.com/L6zFYo04wZ
— Forbes (@Forbes) June 16, 2026
Die «New York Times» fasst es so zusammen: Was der Pädophile im Knast geschrieben hat, sei zwar «provokativ und fesselnd», aber auch «hoffnungslos offen für Interpretationen».