Weidel beschwert sich und wird zurechtgewiesen
Bei der abschliessenden Bundestags-Debatte beschwert sich Alice Weidel (AfD) über ständige Zwischenrufe. Die Reaktion der Präsidentin folgt prompt.
11.02.2025
AfD-Chefin Alice Weidel wirbt bei der Union weiter um eine Zusammenarbeit. Grüne und SPD greift sie mit scharfem Ton an und macht sich lustig.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- In der letzten Bundestagssitzung vor der Wahl kam es zu heftigen Wortgefechten zwischen AfD-Chefin Alice Weidel und den Grünen.
- Weidel griff CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz an und warb für eine Zusammenarbeit mit der AfD, um eine Kehrtwende in der Migrations-, Wirtschafts- und Energiepolitik zu erreichen.
- Die CDU/CSU liegt in Umfragen klar vorn, benötigt aber einen Koalitionspartner.
In der voraussichtlich letzten Bundestagssitzung vor der Wahl in Deutschland in knapp zwei Wochen ist es zwischen AfD-Chefin Alice Weidel und den Grünen im Parlament zu scharfen Wortgefechten gekommen.
In ihrer Rede beschwerte sich Weidel über Zwischenrufe aus den Reihen der Grünen: «Dieses Geifern geht wirklich auf den Sender», sagte sie und rief, die Grünen hätten im Bundestag nichts verloren. «Sie haben alle noch nie in ihrem Leben gearbeitet!» Wenig später fügte Weidel in Anspielung auf eine mögliche Abwahl in zwei Wochen an: «Gehen Sie arbeiten, Sie haben ja bald genug Zeit.»
Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) reagierte auf eine Beschwerde Weidels über die Zwischenrufe mit den Worten: «Das können Sie Ihrer eigenen Fraktion ja auch mal sagen, die hier permanent reinrufen.»
Weidel wirbt bei Christdemokraten weiter für Zusammenarbeit
Inhaltlich griff Weidel CDU/CSU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz für seinen Kurs an und warb weiter für eine Zusammenarbeit. «Sie, Herr Merz, Sie sind bereits gescheitert, denn das, was Sie betreiben, ist Wählertäuschung. Sie werden nichts von Ihren Versprechungen umsetzen können, mit Grün-Rot.»
Nur mit der AfD werde eine «Migrationswende, die Wirtschafts-, Energie- und Steuerwende und das Umsteuern in der Gesellschaftspolitik» möglich sein. Weidel bekräftigte AfD-Positionen nach einem Ausstieg aus dem Euro, der Wiedereinführung einer eigenen Währung und einem Ende der Energiewende. «Das ist unsere Vision für Deutschland. Unsere Hand ist ausgestreckt für alle, die sie mit uns realisieren wollen. Und es liegt an Ihnen, ob Sie diese Hand ergreifen.»
In allen Umfragen liegt die CDU/CSU weit vor den übrigen deutschen Parteien. Bei einem Stimmenanteil von 30 Prozent bräuchte Merz aber mindestens einen Koalitionspartner, womöglich SPD oder Grüne, also eine der Parteien der zerbrochenen «Ampel»-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Scholz hat nach den Umfragen kaum Chancen, abermals eine deutsche Regierung anzuführen.