IsraelZehntausende bei umstrittenem Flaggenmarsch in Jerusalem
SDA
14.5.2026 - 21:01
Israelische Siedler nehmen an der Parade zum Jerusalem-Tag am Damaskus-Tor in der Jerusalemer Altstadt teil. An dem israelischen Feiertag wird die Eroberung Ost-Jerusalems im Krieg von 1967 gefeiert. Foto: Oren Ziv/dpa
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Zehntausende nationalistische Israelis sind unter massivem Polizeischutz mit israelischen Flaggen durch die Altstadt von Jerusalem gezogen. Israels Polizei teilte mit, sie habe mehrere Teilnehmer des umstrittenen Flaggenmarschs wegen «vereinzelter Auseinandersetzungen und Gewalttaten» festgenommen.
Keystone-SDA
14.05.2026, 21:01
SDA
Der Marsch verläuft jedes Jahr auch durch muslimische Viertel, was Palästinenser als extreme Provokation sehen. Sie fordern den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt eines eigenen Staates. Der Marsch findet jährlich am Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems während des Sechstagekrieges 1967 gefeiert.
Auseinandersetzungen und Angriffe
Lokale Medien berichteten, Teilnehmer hätten unter anderem «Tod den Arabern» gerufen. Die linksliberale Zeitung «Haaretz» meldete, nationalistische Israelis hätten palästinensische Anwohner noch vor offiziellem Beginn des Marschs geschlagen und Schaufenster beschädigt. Medien zufolge gab es Auseinandersetzungen zwischen den nationalistischen Israelis und Anwohnern sowie Aktivisten, die die palästinensischen Anwohner unterstützen. Dabei flogen auch Stühle, wie von Medien verbreitete Aufnahmen zeigen.
Israelische Journalisten vor Ort berichteten ebenfalls, sie seien von den Teilnehmern angegriffen worden. Berichten zufolge haben die meisten Ladenbesitzer ihre Läden geschlossen. Mit bei dem Flaggenmarsch dabei sind demnach viele rechtsgesinnte Jugendliche. Bereits in der Vergangenheit kam es bei dem Marsch häufig zu Ausschreitungen. Laut israelischen Medien sind Tausende Sicherheitskräfte im Einsatz.
Mit Israel-Flagge – Ben-Gvir provoziert auf dem Tempelberg
Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir schwenkte unterdes auf dem Tempelberg eine israelische Flagge. «Der Tempelberg ist in unseren Händen», schrieb er auf der Plattform X. Es ist nicht das erste Mal, dass der Minister vor Ort provoziert, immer wieder betet er auch dort. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten.
Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Für Juden ist der Tempelberg mit der Klagemauer die heiligste Stätte, weil an dem Ort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist.
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Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
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