TschechienZehntausende Tschechen demonstrieren für Präsident Pavel
SDA
1.2.2026 - 16:43
Zehntausende Menschen haben sich zu einer Solidaritätskundgebung im Stadtzentrum von Prag eingefunden, um sich demonstrativ hinter den liberalen Präsidenten Pavel zu stellen. Foto: Deml Ondøej/CTK/dpa
Keystone
Zehntausende Menschen sind in Tschechien auf die Strasse gegangen, um sich demonstrativ hinter den liberalen Präsidenten Petr Pavel zu stellen. Sie folgten einem Aufruf der Initiative «Millionen Augenblicke für Demokratie» und versammelten sich am Sonntag auf gleich zwei grossen Plätzen im Stadtzentrum von Prag.
Keystone-SDA
01.02.2026, 16:43
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Hintergrund ist ein zunehmend eskalierender Streit zwischen dem Präsidenten und der neuen rechten Regierung unter dem Milliardär Andrej Babis. Die Veranstalter der Kundgebung sprachen von 80.000 bis 90.000 Teilnehmern. Die Menschen skandierten Parolen wie «Wir sind nicht allein!»
Erbitterter Streit um Ministerpersonalie
Der Präsident weigert sich, den Ehrenvorsitzenden der Autofahrerpartei Motoristen, Filip Turek, zum Umweltminister zu ernennen. Pavel begründete dies unter anderem mit früheren kontroversen Äusserungen des Ex-Rennfahrers, die unvereinbar mit der Rolle eines Ministers in einer Demokratie seien. Dem Aussenminister und Parteikollegen Tureks, Petr Macinka, warf er öffentlich vor, ihn in dieser Personalfrage erpressen zu wollen.
Der 40-jährige Turek soll sich in Beiträgen in den sozialen Medien, die ihm zugeschrieben werden, rassistisch und sexistisch geäussert haben. Pavel bedankte sich am Sonntag auf X für die Unterstützung der Demonstranten. Es sei keineswegs naiv, Werte wie Anständigkeit, Wahrheit und Respekt verteidigen zu wollen. Der Ex-Nato-General Pavel steht seit März 2023 an der Spitze Tschechiens. Der 64-Jährige wurde direkt vom Volk gewählt.
Opposition plant Misstrauensantrag
Die Opposition will am kommenden Dienstag wegen des Vorwurfs der Druckausübung auf den Präsidenten einen Misstrauensantrag gegen die Regierung anstrengen. Die Chancen, dass sie damit Erfolg haben wird, stehen indes schlecht. Die Koalition aus der ANO von Regierungschef Babis, den Motoristen und der ultrarechten Partei Freiheit und direkte Demokratie verfügt über eine Mehrheit von 108 der 200 Sitze im Abgeordnetenhaus.
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USA und Iran wollen verhandeln: Für Freitag sind neue Gespräche der beiden Staaten im Oman geplant. Für die USA sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teilnehmen. Unklar bleibt die Tagesordnung.
Der Iran möchte laut Aussenminister Abbas Araghtschi nur über sein Atomprogramm und eine mögliche Lockerung von Sanktionen sprechen. Die USA drängen hingegen darauf, dass auch Irans Raketenprogramm sowie die Unterstützung von Irans Verbündeten Themen sein müssten.
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