Zoll-Gespräche kommen in Bewegung Parmelin in Washington: «Wir konnten fast alles klären» 

SDA

14.11.2025 - 05:31

Rösti bei den Cheese Awards in Bern: «Hoffentlich bald eine bessere Zollsituation für den Schweizer Käse»

Rösti bei den Cheese Awards in Bern: «Hoffentlich bald eine bessere Zollsituation für den Schweizer Käse»

Bundesrat Albert Rösti eröffnete die am Donnerstag beginnenden World Cheese Awards in Bern. Er vertrat dabei seinen Kollegen Guy Parmelin. Der Wirtschaftsminister trifft sich mit der Schweizer Zoll-Delegation am Nachmittag (Ostküstenzeit) zu Gesprächen mit der US-Administration in Washington. «Ich glaube wichtig ist, dass die Gespräche weitergeführt werden und das zeigt auch, dass die Schweizer Regierung die Verhandlungen sehr ernst nimmt und diese probiert zum Erfolg zu führen», sagte Albert Rösti. Wo man in den Verhandlungen stehe, das sei Sache des Bundesrates. Zu allfälligen Erwartungen könne er aber «im Moment nichts sagen», wie gegenüber Keystone-SDA vor Ort sagte. Mit Bezug auf den Schweizer Käseexport sagte Rösti, er hoffe, dass für die Produzenten eine bessere Zollsituation ausgehandelt werde. Der Bundesrat sei sich der Wichtigkeit des Exports bewusst.

13.11.2025

Steht der Zoll-Deal mit den USA kurz vor dem Abschluss? Parmelin berichtet von «sehr guten» Gesprächen, indessen plant Donald Trump offenbar, mit grosser Entourage im nächsten Jahr nach Davos zu kommen.

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Keystone-SDA, Redaktion blue News

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  • Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der USA sind im Aufwind.
  • Am Donnerstag traf sich eine von Wirtschaftsminister Guy Parmelin angeführte Delegation mit US-Vertretern. Parmelin zeigte sich nach dem Treffen vorsichtig optimistisch, hielt sich jedoch weitgehend bedeckt.
  • Unterdessen plant US-Präsident Donald Trump, mit einer grossen Entourage im nächsten Jahr zum WEF 2026 nach Davos zu kommen.
  • Die Pläne sind laut einem Medienbericht ein Resultat der verbesserten Beziehungen nach den Fortschritten in den Zollverhandlungen.

Es kommt wieder Bewegung in die Zoll-Gespräche zwischen der Schweiz und den USA: Eine von Wirtschaftsminister Guy Parmelin angeführte Delegation traf sich am Donnerstagnachmittag (US-Ostküstenzeit) zu Gesprächen mit der US-Administration in Washington.

Nach den Gesprächen sagte Guy Parmelin laut «Tages-Anzeiger»: «Wir konnten fast alles klären.» Es habe sich um ein «sehr gutes Gespräch» gehandelt. Der Bundesrat äusserte sich ansonsten nicht und reiste am Abend (Ortszeit) ab.

Parmelin trat nach US-Angaben aus Termingründen lediglich kurz vor die Medien. Auch ein an den Gesprächen beteiligter US-Beamter habe von einem «sehr positiven» Treffen gesprochen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Laut dieser anonymen Quelle seien sich die Schweizer «sehr bewusst über die Notwendigkeit, die Handelsungleichgewichte zu verringern». Entsprechende Pläne seien vorgelegt worden, habe der Beamte hinzugefügt und durchblicken lassen, dass die Zölle auf Schweizer Produkte gesenkt werden könnten.

Washington an Bern: Senkt Zölle auf bestimme US-Produkte

Washington erwarte von Bern eine Senkung bestimmter Zölle auf US-Produkte sowie einen Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse, etwa von Regulierungen, die den Marktzugang für Waren aus den USA erschweren könnten.

Einen Abschluss der Verhandlungen hielt Markus Spörndli, Sprecher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), im Vorfeld für «unwahrscheinlich».

Ab selben Abend meldete die US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg, US-Präsident Donald Trump wolle am WEF am WEF in Davos teilnehmen. Sie bezog sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Bestätigung war zunächst nicht möglich.

Seco-Direktorin Helene Budliger Artieda (l.) und Bundesrat Guy Parmelin sind gemeinsam in Washington. (Archivbild)
Seco-Direktorin Helene Budliger Artieda (l.) und Bundesrat Guy Parmelin sind gemeinsam in Washington. (Archivbild)
Bild: Keystone/Anthony Anex

Gemäss Bloomberg will Trump mit einer grossen Entourage anreisen. Die Pläne sollen ein Resultat der verbesserten Beziehungen nach den Fortschritten in den Zollverhandlungen sein. Das WEF hatte bereits im Vorfeld die Einladung an den US-Präsidenten bestätigt. Die Teilnehmerliste gibt es aber erst eine Woche vor dem Beginn bekannt.

Mehrere Treffen seit der Zollankündigung

Es ist nicht das erste Mal seit der Ankündigung der US-Zölle, dass die Schweiz mit US-Regierungsvertretern verhandelt. Kurz vor Inkrafttreten der 39-Prozent-Zölle im August waren Parmelin und Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter nach Washington gereist.

Ein Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio hatte damals allerdings kein direktes Resultat gebracht. Im September reiste Parmelin erneut kurzfristig in die USA und führte Gespräche auf Ministerebene. Am 7. November hiess es dann, dass sich der Schweizer Wirtschaftsminister erneut mit dem US-Handelsbeauftragten Greer ausgetauscht habe. Das Gespräch sei «konstruktiv» ausgefallen.

Bund hält sich vorerst bedeckt

Bundesrat Albert Rösti, der Parmelin an den World Cheese Awards in Bern vertrat, zeigte sich erfreut, dass der Wirtschaftsminister weiterführende Gespräche im Zusammenhang mit den Zollverhandlungen führen kann. Zu allfälligen Erwartungen könne er aber «im Moment nichts sagen», wie er einem Reporter von Keystone-SDA vor Ort sagte.

«Ich glaube wichtig ist, dass die Gespräche weitergeführt werden und das zeigt auch, dass die Schweizer Regierung die Verhandlungen sehr ernst nimmt und probiert, diese zum Erfolg zu führen», sagte Rösti weiter. Wo man in den Verhandlungen stehe, das sei Sache des Bundesrates.

Mit Bezug auf den Schweizer Käseexport sagte Rösti, er hoffe, dass für die Produzenten eine bessere Zollsituation ausgehandelt werde. Der Bundesrat sei sich der Wichtigkeit des Exports bewusst. Die Schweizer Käseexporte in die USA seien zwischen Januar und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent zurückgegangen, sagte Martin Spahr von Switzerland Cheese Marketing im Interview mit Keystone-SDA.

Senkung des Zolltarifs auf 15 Prozent?

Zuletzt meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag, dass die Schweiz kurz vor einem Deal mit den USA im Zollstreit stehe. In den Verhandlungen der beiden Länder zeichne sich eine Einigung ab. Diese könnte in den nächsten Tagen und Wochen erzielt werden.

Das Abkommen beinhalte eine Senkung des derzeitigen US-Zolltarifs für die Einfuhr von zahlreichen Schweizer Gütern auf 15 Prozent, schrieb Bloomberg.

Vor allem die Uhren-, Medizinal- sowie Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie dürften von tieferen Zöllen profitieren, wie die UBS zuletzt auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP festhielt. Mit der Zollsenkung entfalle für die betroffenen Branchen auch der Wettbewerbsnachteil, insbesondere gegenüber der EU-Konkurrenz, hiess es von der Luzerner Kantonalbank.