Bei Nachricht über Angriff Vater von getötetem Zugbegleiter erleidet Herzinfarkt

Sven Ziegler

5.2.2026

Der Mann wurde in einem Regionalzug angegriffen. (Symbolbild)
Der Mann wurde in einem Regionalzug angegriffen. (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/dpa

Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz steht eine Familie unter Schock. Während der Mann im Spital um sein Leben kämpfte, erlitt sein Vater einen Herzinfarkt.

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DPA, Sven Ziegler

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  • Ein Zugbegleiter stirbt nach einer gewalttätigen Attacke bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug.
  • Der Vater des Opfers erleidet nach der Nachricht über den Angriff einen Herzinfarkt.
  • Gegen den mutmasslichen Täter läuft ein Strafverfahren wegen eines Tötungsdelikts.

Der tödliche Angriff auf den 36-jährigen Zugbegleiter Serkan C. hat nicht nur Kollegen und Fahrgäste erschüttert, sondern auch eine ganze Familie in eine Ausnahmesituation gestürzt. Der alleinerziehende Vater von zwei Söhnen war am Montag in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz im Dienst, als es bei einer Ticketkontrolle zur Eskalation kam.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zweibrücken griff ein 26-jähriger Mann ohne Fahrschein den Zugbegleiter unvermittelt an und schlug mehrfach auf dessen Kopf ein. Serkan C. erlitt dabei schwere Verletzungen und wurde mit einer Hirnblutung ins Spital eingeliefert. Zwei Tage lang kämpften Ärzte um sein Leben – vergeblich. Am Mittwochmorgen wurde der Mann für tot erklärt.

Während Serkan C. im Koma lag, eilten Angehörige und Freunde ins Krankenhaus. Auch seine beiden Söhne, 13 und 11 Jahre alt, waren an seinem Bett. «Die Kinder sahen ihren eigenen Vater im Sterbebett», sagte ein Cousin des Opfers gegenüber RTL. «Noch schlimmer geht es kaum.»

«Pflichtbewusster und ruhiger Mann»

Besonders dramatisch: Als der Vater des Getöteten von dem Angriff auf seinen Sohn erfuhr, erlitt er einen Herzinfarkt. Nach Informationen von RTL konnte er medizinisch stabilisiert werden. Die Familie sei nun damit beschäftigt, sich gegenseitig zu stützen – insbesondere die beiden minderjährigen Kinder.

Der Angriff ereignete sich auf der Strecke zwischen Kaiserslautern und Saarbrücken, kurz nach der Abfahrt in Landstuhl. Auslöser war laut Ermittlern allein die fehlende Fahrkarte. «Wegen 60 Euro ist er gestorben», sagte ein Angehöriger des Opfers im Interview. Serkan C. habe seinen Beruf geliebt und sei bei Kollegen als pflichtbewusst und ruhig bekannt gewesen.

Der Tatverdächtige ist griechischer Staatsbürger und lebt in Luxemburg. Vorstrafen oder polizeiliche Einträge in Deutschland liegen laut Staatsanwaltschaft nicht vor. Gegen ihn wurde Untersuchungshaft angeordnet. Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.