PolitikZweite Runde der Parlamentswahlen in Litauen angelaufen
SDA
27.10.2024 - 09:16
dpatopbilder - Eine Frau gibt ihre Stimme in einem Wahllokal in Vilnius ab während des zweiten Wahlgangs der Parlamentswahlen in Litauen. Foto: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
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In Litauen hat die zweite Runde der Parlamentswahlen begonnen. In dem kleinen EU- und Nato-Land sind knapp 2,4 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über die künftige Zusammensetzung der Volksvertretung Seimas in Vilnius zu entscheiden. Dabei könnte es zu einem Machtwechsel in dem Baltenstaat kommen, der an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad und Moskaus Kriegsverbündeten Belarus grenzt. Die Wahllokale schliessen um 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ), erste Ergebnisse werden in der Nacht zu Montag erwartet.
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27.10.2024, 09:16
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Im zweiten Wahlgang werden die 63 nach der ersten Runde verbliebenen Parlamentssitze per Stichwahl als Direktmandate vergeben. Im ersten Durchgang am 13. Oktober waren 70 Mandate nach Parteilisten und acht Direktmandate bestimmt worden.
Machterhalt der Regierung ist sehr fraglich
Vor der zweiten Runde liegen die oppositionellen Sozialdemokraten (20 Mandate) vor der konservativen Vaterlandsunion (18 Mandate) von Ministerpräsidentin Ingrida Simonyte. Ob sich ihr Dreierbündnis mit zwei liberalen Parteien an der Macht halten kann, ist sehr fraglich. Die Sozialdemokraten streben eine Mitte-Links-Koalition mit zwei weiteren Oppositionsparteien an.
Beide Grossparteien haben weitgehend ähnliche Ansichten in der Aussen- und Verteidigungspolitik, befürworten etwa eine klar westliche Ausrichtung auf EU und Nato sowie die entschlossene Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland. Im Mittelpunkt des Wahlkampfs standen daher vor allem innen- und sozialpolitische Themen. Viele Litauer sind besorgt wegen stark gestiegener Lebenshaltungskosten und mit der Arbeit der Regierung unzufrieden.
In der geopolitischen Konfrontation mit Russland ist Litauen durch seine Lage an der Nato-Ostflanke besonders exponiert. Die Regierung und viele Wählerinnen und Wähler betrachten Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine auch als direkte Gefahr für ihre eigene Sicherheit. Deutschland will deshalb eine gefechtsbereite Brigade mit bis zu 5000 Bundeswehrsoldaten dauerhaft in Litauen stationieren.
Klingbeil: Nach Rubio-Rede nicht zufrieden zurücklehnen
Versöhnliche Töne bei der Münchner Sicherheitskonferenz: US-Aussenminister Marco Rubio bekommt für seine Rede viel Applaus – doch Vizekanzler Lars Klingbeil sieht noch keinen Grund für Entwarnung in den transatlantischen Beziehungen.
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München, 15.02.26: Freundlich im Ton, hart in der Sache: Nach drei Tagen mit Reden und Debatten auf der Münchner Sicherheitskonferenz fällt die Bilanz düster aus, aber immerhin nicht katastrophal.
Die wichtigsten Lehren aus einer Konferenz inmitten des grössten Umbruchs der Weltordnung seit Ende des Kalten Krieges.
US-Aussenminister Marco Rubio lässt in seiner Rede versöhnliche Töne gegenüber Europa anklingen – doch wer genau hinhört, findet viele Gründe für Zweifel. Kooperation kann es demnach nur geben, wenn die Europäer dem politischen Kurs von Trump folgen.
Europa gibt sich hingegen pragmatisch, laut Bundeskanzler Friedrich Merz müsse man nun mit mehr Eigenständigkeit reagieren. Deutschland und Frankreich sprechen etwa über einen möglichen europäischen Atomschirm.
Ein Staatschef bekommt in München diesmal weitaus weniger Aufmerksamkeit als sonst: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj muss anerkennen, dass der Krieg in seinem Land angesichts der Krise in den transatlantischen Beziehungen nicht im Mittelpunkt steht.
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Berlin, 13.02.2026: Krisen und Kriege: Das ist die Münchner Sicherheitskonferenz gewohnt. Dieses Jahr geht es in München aber um noch mehr: den tiefgreifendsten Umbruch der Weltordnung seit Ende des Kalten Krieges.
Das transatlantische Bündnis ist seit Donald Trumps zweitem Amtsantritt als US-Präsident erodiert. Die auf internationalen Regeln und Institutionen basierende Weltordnung droht durch eine auf dem Recht des Stärkeren beruhenden Grossmachtpolitik verdrängt zu werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat diese Entwicklung bereits in zwei Reden beim Weltwirtschaftsforum in Davos und im Bundestag im Januar beschrieben und den Schluss gezogen: Europa werde seine Vorstellungen nur dann durchsetzen können, «wenn wir auch selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen, wenn wir selbst eine europäische Macht werden». Daran wird Merz anknüpfen, wenn er am frühen Nachmittag die diesjährige Konferenz eröffnet.
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