Netzsperren, Alarm in Spitälern Iran im Ausnahmezustand – das ist bisher bekannt

dpa

28.2.2026 - 15:39

Seit dem Morgen befindet sich der Iran wieder im Krieg. Das Land ist nach den israelisch-amerikanischen Angriffen im Krisenmodus. Ein Überblick.

DPA

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die USA und Israel haben erneut Angriffe auf den Iran gestartet, während das Land mit Internetsperren, Luftangriffen auf Teheran und einem weitgehenden Krisenmodus reagiert.
  • In mehreren Städten wurden Explosionen gemeldet, mutmasslich trafen die Angriffe militärische und nuklearnahe Ziele, während Berichte von Zerstörung, Fluchtbewegungen und geschlossenen Einrichtungen sprechen.
  • Bei einem Raketenangriff im Süden des Landes sollen angeblich 40 Kinder in einer Mädchenschule getötet worden sein, während Behörden landesweit Notmassnahmen im Gesundheits- und Verkehrssektor ergriffen haben.

Seit dem Morgen führen die USA und Israel wieder Krieg gegen den Iran. Die Lage in dem Land mit rund 90 Millionen Einwohnern bleibt unübersichtlich. Was ist bekannt? Nur wenige Informationen dringen nach aussen. Die Behörden verhängten eine Internetsperre. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete, es sei ein «fast vollständiger Internetausfall«.

Die Hauptstadt Teheran war wie im vergangenen Jahr wieder Ziel von Luftangriffen. Welche Ziele dabei getroffen wurden, blieb unklar. Ein Video der Nachrichtenagentur Mehr zeigte grosse Zerstörung mitten in der Millionenmetropole. Auf der Aufnahme war ein völlig zerstörtes Gebäude zu sehen. Mehrere Rettungskräfte waren am Rande der Trümmer zu sehen. Augenzeugen berichteten per SMS, dass sich in Teheran lange Schlangen an Tankstellen gebildet hätten. Viele Menschen versuchten, die Hauptstadt zu verlassen. Geschäfte waren vielerorts geschlossen.

Im Norden der lebendigen Metropole herrschte gespenstische Stille. Auch der Sicherheitsrat riet der Bevölkerung zur Flucht aus der Hauptstadt. Die Schulen wurden in Abstimmung mit der Verwaltung und der Polizei geschlossen worden, wie das Bildungsministerium mitteilte.

Angesichts der Notlage erklärte die Stadtverwaltung in Teheran, dass die Bevölkerung Busse und die Metro kostenlos nutzen darf.

Ärzte und Personal im Gesundheitswesen wurden zudem aufgefordert, sich bereit zu halten. Der Rund-um-die-Uhr-Betrieb in Kliniken werde aufrechterhalten, berichteten Staatsmedien. Ausgewählte Apotheken werden Tag und Nacht geöffnet sein. Kriegsverletzungen sollen kostenlos behandelt werden.

Explosionen wurden auch in anderen Landesteilen gemeldet, unter anderem in Ghom, Lorestan, Kermanschah, Karadsch und Tabris. Auch nahe der Kulturmetropole Isfahan gab es Explosionen. Dort befindet sich ein zentrales Nuklearzentrum. Getroffen wurden Berichten zufolge Raketendepots, Luftverteidigungsanlagen und Ziele nahe Regierungsgebäuden.

Im Süden des Landes kamen bei einem Raketenangriff auf eine Mädchenschule. Angeblich sollen dabei 40 Kinder gestorben sein. Der Vorfall ereignete sich demnach im Kreis Minab unweit der Küste am Persischen Golf. Rund 170 Schülerinnen sollen sich in der Schule zum Zeitpunkt des Raketenangriffs aufgehalten haben.  


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