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Jetzt meldenMitten im Zentrum Roms ist ein Teil des mittelalterlichen Torre dei Conti eingestürzt und hat einen Arbeiter unter sich begraben. Nach seiner dramatischen Rettung ist der Mann seinen Verletzungen erlegen.
Feuerwehrleute haben in Rom einen Arbeiter aus den Trümmern eines mittelalterlichen Turms retten – doch die Freude über die Rettung währte nur kurz. Der Mann erlag wenig später den schweren Verletzungen, die er bei dem Unglück erlitten hatte. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach der Familie und den Kollegen des Mannes kurz nach Mitternacht ihr Mitgefühl aus. Der Turm im Herzen der italienischen Hauptstadt war während Renovierungsarbeiten am Dienstag teilweise eingestürzt.
Aufnahmen im Lokalfernsehen zeigten drei Rettungskräfte, die den Mann auf eine teleskopische Drehleiter luden, dann hinabstiegen und ihn auf einer Trage in ein Spital brachten. Zu diesem Zeitpunkt war zwar sein Zustand zunächst unklar, der Mann war jedoch noch bei Bewusstsein, wie Adriano De Acutis, Kommandant der römischen Feuerwehr, dem öffentlich-rechtlichen Sender Rai sagte. «Der Einsatz dauerte so lange, weil jedes Mal, wenn ein Körperteil befreit wurde, neues Geröll darüberfiel», sagte der Präfekt von Rom, Lamberto Giannini.
Der Arbeiter war gegen Mittag im Torre dei Conti eingeschlossen worden; ein Mitglied der Rettungskräfte wurde dabei schwer verletzt. Drei weitere Arbeiter wurden nach Angaben der Feuerwehr unverletzt gerettet.
Während des Rettungseinsatzes der Feuerwehr stürzte ein weiterer Teil des Turms ein.
Bild: Keystone
Die Retter standen vor einer schwierigen Aufgabe, da sie zunächst vor den Augen Hunderter Schaulustiger versucht hatten, über ein Fenster im ersten Stock zu dem eingeschlossenen Arbeiter zu gelangen. Doch ein weiterer Teil des Gebäudes brach zusammen. Nachdem ein weiterer Versuch mit zwei Leitern abgebrochen worden war, wurde stattdessen eine Drohne eingesetzt. Bei Einbruch der Dunkelheit saugten Feuerwehrleute mit einem Kran und riesigen Schläuchen den Schutt aus dem Fenster im zweiten Stock. Sie setzten die Arbeiten bis spät in die Nacht fort.
Der Torre dei Conti wurde Anfang des 13. Jahrhunderts von Papst Innozenz III. als Residenz für seine Familie erbaut. Der Turm wurde 1349 durch ein Erdbeben beschädigt, stürzte im 17. Jahrhundert ein und wurde wieder aufgebaut. Er liegt in der Nähe der bei Touristen beliebten Ausgrabungsstätten der Kaiserforen und des Kolosseums und befindet sich derzeit in Renovierung.
Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall und anschliessend von einer Staubwolke in den engen Strassen rund um die Gegend. Feuerwehr und Polizei sperrten umgehend nach dem Teileinsturz den gesamten Bereich für Fussgänger und Autos, um Sicherungsarbeiten der Einsatzkräfte zu ermöglichen.
Noch während des Einsatzes der Feuerwehr stürzte ein weiterer Teil des Turms ein und löste eine Staubwolke aus. Die Feuerwehrleute auf einer Drehleiter konnten rechtzeitig absteigen und sich in Sicherheit bringen, hiess es.

Der Torre dei Conti wurde im 13. Jahrhundert errichtet.
Bild: Keystone
Der Torre dei Conti wurde im 13. Jahrhundert während des Pontifikats von Papst Innozenz III. errichtet. Der Turm, der heute 29 Meter hoch ist, war einst etwa 50 bis 60 Meter hoch. Die oberen Stockwerke wurden jedoch durch eine Reihe von Erdbeben im 14. und 17. Jahrhundert beschädigt und später abgetragen. Seit geraumer Zeit ist das Gebäude unbewohnbar und verlassen.