14.09.2015 - 17:44, sda

Urner Regierung verteidigt Ruf der KESB

 

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Die Arbeit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) sei besser als ihr Ruf. Dies hält die Urner Regierung in der Antwort auf eine dringliche Interpellation fest. Eine Rückkehr zu Laienvormundschaften lehnt sie zudem ab.

Gegen die von der KESB total 1844 geführten Verfahren zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 30. Juni 2015 seien beim Urner Obergericht 28 Beschwerden eingereicht worden, heisst es in der am Montag veröffentlichten Antwort auf die Interpellation von Ruedy Zgraggen (CVP).

Von den eingereichten Beschwerden wurden elf abgewiesen, zwei gutgeheissen und neun abgeschrieben. Sechs sind noch hängig. "Die Arbeit der KESB ist besser als ihr Ruf", hält die Regierung fest.

Auch zwei Jahre nach der Einführung des neuen Systems bewegt die KESB die Gemüter der Urner Fraktionen. Der Vorstoss kritisiert unter anderem die fehlende Nähe der KESB zu den Bürgerinnen und Bürgern und verlangt mehr Einbezug der Gemeinden.

Das so genannte Begleitgremium, in dem der Gemeindeverband und Vertreter der Gemeinden aktiv mitarbeiten, habe zur Aufgabe, die Schnittstellen in der Zusammenarbeit zwischen der KESB und den Gemeinden zu klären und zu bereinigen, schreibt die Regierung.

Zusätzlich sei die KESB angewiesen worden, nach jeder eingegangenen Meldung bei der Wohngemeinde einen Amtsbericht einzuholen. Die Anhörung der Gemeinden bei kostenintensiven Massnahmen sei ebenso gesetzlich festgehalten.

Effizienz verbessern

Dem Regierungsrat ist es "ein grosses Anliegen", dass die Verfahren effizient abgewickelt werden. Deshalb ordnete er verschiedene Massnahmen an, die die Effizienz verbessern und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden stärken soll, wie er schreibt.

Die Umsetzung dieser Massnahmen sei weit fortgeschritten, jedoch noch nicht abgeschlossen. Aktuell würden etwa Anpassungen im kantonalen Recht auf Reglementsstufe vorgenommen, damit künftig weniger Entscheide im Dreiergremium beschlossen werden müssen.

Weiter hält die Regierung fest, dass die Rückkehr zu den Laienvormundschaften kein Thema sei. Schwerwiegende Entscheide müssten breit und multidisziplinär abgestützt sein. Die KESB sei grundsätzlich die richtige Institution für diese schwierigen Aufgaben.

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