07.12.2017 - 14:40, sda

St. Galler Regierung sieht regionalen Service Public in Gefahr

 

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Die NZZ-Mediengruppe und die AZ Medien führen ihr regionales Mediengeschäft in einen Joint Venture zusammen. Teil des neuen Unternehmens werden die Tagblatt Medien. Die St. Galler Regierung will prüfen, ob es Massnahmen braucht, um den regionalen Service Public sicherzustellen.

Die NZZ-Mediengruppe und die AZ Medien gründen ein gemeinsames Unternehmen: In diesem bündeln sie ihre Regionalzeitungen sowie Radio- und TV-Stationen, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Dazu zählen etwa "Aargauer Zeitung", "Luzerner Zeitung" und "St. Galler Tagblatt".

Die St. Galler Regierung nimmt die Absicht hinter diesem Entscheid - die regionale Publizistik fit für die Zukunft zu machen - verständnisvoll zur Kenntnis, wie es in einer Mitteilung der St. Galler Staatskanzlei heisst. Aus Ostschweizer Sicht werfe der Entscheid aber auch Fragen auf.

Weitere Konzentration der Medienlandschaft

Eine starke und gut funktionierende Medienlandschaft sei für die Ostschweiz von zentraler Bedeutung. Die Tagblatt-Medien (als Teil der NZZ-Mediengruppe) hätten im Kanton St. Gallen eine ausgesprochen starke Stellung inne. Aus ökonomischer Sicht bringe die St. Galler Regierung dem Entscheid Verständnis entgegen. Sie sei aber auch besorgt über diese weitere Konzentration der Medienlandschaft und befürchte, dass die regionalen Bedürfnisse durch die Zentralisierung nicht mehr genügend abgedeckt werden, heisst es weiter.

Betroffen vom Joint Venture soll insbesondere der Mantelteil der Regionalzeitungen sein. Auch hier hätten die Tagblatt-Medien eine zentrale Rolle als Sprachrohr der Ostschweiz in der übrigen Schweiz. Es sei ein Entscheid der Konzentration und zwar weg von der Ostschweiz und St. Gallen: 2014 fasste die NZZ-Mediengruppe die Regionalmedien in der Ost- und Zentralschweiz in einem Geschäftsbereich zusammen, 2016 wurde die direkte Führung der Tagblatt-Medien aus der Ostschweiz abgezogen.

Die Regierung werde prüfen, welche Massnahmen sie allenfalls im Bereich der kantonalen Medien- und Kommunikationspolitik treffen soll, um den regionalen Service Public im Medienbereich sicherzustellen.

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