17.07.2017 - 16:30, sda

Invasive Schwarzmeergrundel beim Kraftwerk Rheinfelden festgestellt

 

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Die invasive Fischart Schwarzmeergrundel ist bis zum Kraftwerk Rheinfelden AG vorgedrungen. Dies zeigt ein Zwischenbericht des Kantons Aargau über die Ausbreitung des in der Schweiz unerwünschten Fischs im Rhein.

Um die Ausbreitungsfront der Schwarzmeergrundel verfolgen können, wurden an verschiedenen Stellen am Rhein Reusen, kegelförmige Netzschläuche auf dem Gewässerboden, aufgestellt. Eine solche Reuse befand sich von Juni 2015 bis zum vergangenen April unterhalb des Kraftwerks Rheinfelden. Seit Juni liegt die Reuse oberhalb des Kraftwerks im Rhein.

So soll geprüft werden, ob die Schwarzmeergrundel das Umgehungsgewässer des Kraftwerks überwunden hat. Vereinzelt wurden Schwarzmeergrundeln im Umgehungswasser des Kraftwerkes gefunden, wie es in einem Zwischenbericht des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) heisst.

Invasive Fische breiten sich aus

Man müsse damit rechnen, dass die Schwarzmeergrundel auch rheinaufwärts festgestellt werden könne, sagte Patricia Holm von der Universität Basel am Montag im Regionaljournal Aargau/Solothurn von Radio SRF.

Die Tiere würden sich ausbreiten. Bei den früheren hohen Fischtreppen bei den Kraftwerken wäre dies wohl nicht möglich gewesen. Grundeln seien keine guten Schwimmer. Sie seien eher bodenlebende Fische. Die Schwarzmeergrundeln seien sehr aggressiv, ausbreitungsfreudig und konkurrenzstark, sagte Holm. Im Rhein bei Basel würden rund 20 dieser Fische pro Quadratmeter leben.

Die aus dem Schwarzen und Kaspischen Meer eingeschleppten Fische verdrängen die heimischen Fischarten. Als Laichräuber stellen sie eine grosse Gefahr für sensible Fischarten wie die Äsche oder die Forelle dar und gefährden die Wiederansiedlung des atlantischen Lachses.

Die Grundeln sind nach derzeitigem Wissensstand nach der Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals in Deutschland im Ballastwasser von Frachtschiffen in die Schweiz eingeschleppt worden.

Gefangene Fische töten

Die weitere Ausbreitung rheinaufwärts und insbesondere in andere Gewässer könnte verheerende Folgen für die heimische Fischfauna haben. Dies schreiben die Kantone Basel-Stadt und Basel-Land, die Uni Basel und das Bundesamt für Umwelt in einem Merkblatt.

Dies müsse unter allen Umständen verhindert werden. Gefangene Schwarzmeergrundeln müssten deshalb umgehend getötet werden. Sportboote, die vom Rhein auf andere Gewässer wechselten, stellten ebenfalls eine Gefahr dar.

Eine potenzielle Verbreitungsmöglichkeit sei der Transport der klebenden Grundeleier an Schiffsrümpfen. Boote, die vom Rhein auf ein anderes Gewässer versetzt würden, müssten daher vor dem Transport gründlich gereinigt werden, heisst es im Merkblatt weiter.

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