11.01.2017 - 19:35, sda

Zürcher Stadtparlament unterstützt zeitgenössischen Tanz

 

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Das Zürcher Stadtparlament unterstützt den zeitgenössischen Tanz: Das Tanzhaus soll ab 2019 jährlich maximal rund 1,8 Millionen Franken erhalten. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten.

Der Betrag setzt sich aus dem jährlichen Betriebsbeitrag von 877'166 Franken und den Mietkosten von jährlich maximal 950'000 Franken zusammen.

Damit soll der bisherige Betriebsbeitrag um 318'000 Franken erhöht werden. Darin sind 188'000 Franken für Reinigungs- und Hauswartungskosten enthalten, die bisher in der Miete inbegriffen waren.

Mit weiteren 130'000 Franken sollen eine 80-Prozent-Stelle in Produktionsleitung und Vertrieb geschaffen sowie bei der Technik die Stellenprozente von 50 auf 100 erhöht werden. Der Verein Tanzhaus Zürich will damit das Angebot für die Tanzschaffenden verbessern. So sollen beispielsweise die einzelnen Gruppen in administrativen Fragen beraten werden.

SVP, GLP und CVP wehrten sich gegen diese Erhöhung um 130'000 Franken. Diese Leistungen seien nicht zwingend notwendig und würden nicht direkt dem Tanz zu Gute kommen, war die Begründung. Weiter wollten die drei Parteien die Subventionen nicht unbefristet, sondern nur für vier Jahre bewilligen. Die SVP wollte zudem keine automatische Teuerungsanpassung. Der Rat lehnte diese Anträge am Mittwochabend aber ab.

Höhere Mietkosten wegen Ersatzneubau

Auch die Mietkosten sind künftig höher, dies als Folge des Ersatzneubaus. Das Tanzhaus an der Wasserwerkstrasse wurde im Oktober 2012 durch ein Feuer vollständig zerstört. Der Gemeinderat hatte im März 2016 für den Ersatzneubau rund 15 Millionen Franken bewilligt.

Im Oktober 2018 soll der Ersatzneubau in Betrieb genommen werden. Erst nach Abrechnung der Baukosten kann die definitive Miete festgelegt werden - sie wird jedoch höchstens 950'000 Franken betragen. Im Vergleich zur jetzigen Ersatzlösung im Mediacampus erhöhen sich die Mietkosten um rund 350'000 Franken.

Die insgesamt jährlichen Kosten von 1,8 Millionen Franken müssen noch die Stimmberechtigten bewilligen.

Einzige Produktionsstätte in Deutschschweiz

Der Stadtrat erachtet die Unterstützung des Tanzhauses als kulturpolitisch wichtig. Kulturförderung heisse, nicht nur ein Haus zur Verfügung zu stellen, sondern auch gezielt, wo Bedürfnisse sind, Unterstützung zu gewähren, sagte Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Mittwoch im Gemeinderat.

Der Betriebsbeitrag ermöglicht es gemäss Stadtrat dem Verein Tanzhaus, den Betrieb im neuen Haus sicherzustellen und zusätzliche Angebote für die Zürcher Tanzschaffenden anzubieten. Der Tanz soll ab 2019 in Zürich seine "Dynamik erhalten und entfalten" können.

Das Tanzhaus Zürich ist die einzige Produktionsstätte für zeitgenössischen Tanz in der Deutschschweiz. Die Stadt unterstützt den Verein als Träger des Tanzhauses seit 1996.

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