19.06.2017 - 21:25, sda

30 der 34 Stadtzürcher reformierten Kirchgemeinden für Fusion

 

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In der Stadt Zürich entsteht auf Anfang 2019 die grösste Kirchgemeinde der Schweiz: An ihren ausserordentlichen Versammlungen haben 30 der heute 34 reformierten Kirchgemeinden den vorliegenden Zusammenschlussvertrag gutgeheissen.

Im Mai und im Juni haben alle 34 reformierten Kirchgemeinden in der Stadt Zürich an ausserordentlichen Versammlungen über das Zusammengehen beraten.

Dabei hat sich ein Bild gezeigt, das "überraschend klar" ausgefallen ist, wie der Stadtverband der reformierten Kirche Zürich in einer Mitteilung vom Montagabend schreibt. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit sei weit übertroffen worden. Über 75 Prozent der Stimmenden hätten den Vertrag befürwortet.

Einzig in drei Kirchgemeinden kam es zu einem Nein. In den Gemeinden Hirzenbach, Oerlikon und Witikon wurde der Zusammenschlussvertrag abgelehnt. In Saatlen kam noch kein rechtsgültiges Ergebnis zustande - die Abstimmung führte zu einem Unentschieden und muss nun wegen eines Verfahrensfehlers wiederholt werden, wie es in der Mitteilung heisst.

Ambitiöses Ziel

Im Jahr 2014 hatten die Stadtzürcher Reformierten den Grundsatzentscheid zur Grossfusion grossmehrheitlich gefällt. Mit der nun erfolgten Zustimmung zum Zusammenschlussvertrag nimmt das Projekt eine weitere wichtige Hürde.

Mit über 80'000 Mitgliedern soll die zahlenstärkste Kirchgemeinde der Schweiz entstehen. Diese Grösse erfordert gemäss Mitteilung "völlig neue Strukturen". So soll in der Stadt Zürich ein Kirchenparlament von gewählten Volksvertretern geschaffen werden, das anstelle der 34 Kirchgemeindeversammlungen als Legislative wirkt.

Die genauen Strukturen und Organisationen dieser fusionierten reformierten Kirchgemeinde Zürich, die wohl in zehn Kirchenkreise unterteilt wird, ist noch offen. Als nächstes wird nun die neue Kirchenordnung erarbeitet, die voraussichtlich Ende 2018 zur Abstimmung gelangt.

Das Ziel bleibt ambitiös: Die neue Kirchgemeinde soll auf den 1. Januar 2019 starten. Das wäre exakt 500 Jahre nach dem Amtsantritt von Huldrych Zwingli als Leutpriester am Grossmünsterstift Zürich, mit dem die Reformation in der Schweiz begonnen habe, schreibt die Reformierte Kirche Zürich.

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